eBay Angebot zurück genommen um Mindestpreis zu erfahren. Verklagen. Welcher Paragraph?

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7 Antworten


Kennt jemand einen solchen Fall der vor Gericht entschieden wurde? Gibt es einen Link zu einem Gerichtsurteil?

Nein: Es ist zwar zutreffend, dass die vorzeitge Gebotsrücknahme n. § 6 Abs. 5 der eBay-AGB nur zulässig ist, wenn der Bieter dazu berechtigt ist.

Nach den Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) kann er sich von seiner verbindlichen Willenserklärung gleichwohl unbeschadet dessen lösen, wenn ein so genannter Anfechtungsgrund vorliegt, wonach er sich bei der Abgabe einer Willenserklärung in einem relevanten Irrtum befand.

Nun mag ebay nur "falscher Preis" als Begründungsoption vorgeben und in wohlverstandenem eigenen Kosteninteresse gar die Abgabe eines richtigen Gebots fordern.

Wenn der Bieter aber  Inhaltsirrtum i. S. d. § 119 BGB vorträgt, etwa, nicht nur den zu hohen Preis, sondern gar irrtümlich auf deinen statt den gewollt anderen Artikel auf seiner Beobachtungsliste gesetzt haben zu wollen, wäre er aus der Nummer raus :-(

Diesen Widerspruch zu verstehen setzt voraus, dass man sich über die unterscheidlichen Rechtsverhälnisse bei ebay-Auktionen im Klaren ist:

Dummerweise haben sich zwar die Plattform-Nutzer den ebay-AGB unterworfen, die regeln aber nur das Vertragsverhältnis zwischen ebay und ihnen. So wird der Gebotsrückziehende öfentlich gekennzeichnet und kann sogar ausgeschlossen werden.

Nur das Kaufvertragverhälntis zwischen euch unterliegt den Bestimmungen des BGB. Demnach bedarf es übereinstimmenden Willenserklärungen über Angebot und Annahme als Voraussertzung eines Kaufvertragschlusses.

Der scheitert aber, wenn ein Angebot wg. Inhaltirrtums n. §§ 121, 143 BGB angefochten erklärt und damit nichtig, also als von Anfang unwirksam wurde. Und zwar unbeschadet dessen, was ebay darüber als "berechtrigt und relevant" definiert :-(

G imager761



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Kommentar von tomschmied
17.03.2016, 10:38

Erstmal danke für die Antwort.
Wenn er kein weiteres Gebot abgibt, kann er wohl nicht mehr mit einem versehen argumentieren. Oder?

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da hast du Pech gehabt, er hat es begründet und muss dann ja kein neues gebot abgeben und ebay hat es so akzeptiert. es steht auch so in den agb`s von ebay. woher weißt du das er den Mindestpreis damit rausbekommen wollte

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Da kannst Du nichts tun.

Wer auf Ebay verkauft unterwirft sich den Bedingungen die Ebay vorgibt.

Dazu gehört auch das man einen falsch eingegebenen Preis zurücknehmen kann. Es wird Dir kaum möglich sein zu beweisen das diese Eingabe vorsätzlich gemacht wurde.

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Kommentar von tomschmied
17.03.2016, 09:26

Er hat kein zweites abgegeben. 

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Wenn der Bieter sein Gebot im Rahmen der von Ebay zugelassenen Gebotsrücknahmen gestrichen, sich also AGB-konform verhalten hat, kannst Du nichts machen.

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Kommentar von wikinger66
17.03.2016, 09:46

Mehr ist dazu nicht zu sagen, völlig richtige Antwort

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In diesem Fall ist er Höchstbieter. Ich möchte Ihn auf Vertragserfüllung verklagen. Ein Rechtsanwalt ist zu teuer.

Der "Interessent" könnte sich jederzeit mit dem §119 herauswinden:

http://dejure.org/gesetze/BGB/119.html

§ 119 Anfechtbarkeit wegen Irrtums

Das könnte für Dich dann mit der Erkenntnis enden: "Ausser Spesen, nichts gewesen".

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Kommentar von tomschmied
17.03.2016, 09:29

Wie will er seinen Irrtum begründen wenn er kein weiteres Gebot abgegeben hat?

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Amüsant jemanden wegen so etwas verklagen zu wollen😊. Einfach auf Ebay melden und den Artikel im nicht verkaufen.

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