Frage von MercedesBenz14, 18

Dynamisches Gleichgewicht als quasi stationären Zustand anschaulich beschreiben?

Hallo, ich weiß nicht genau was damit gemeint ist und schreibe eine Klausur darüber. Ich weiß allerdings nicht was ich genau beschreiben soll und womit? Mit einer Zeichnung?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von vach77, Community-Experte für Chemie, 11

Angenommen, die Reaktion   A  +  B  -->  C  +  D    sei gegeben.

Das MWG ist dann K = [c(C) · c(D)] : [c(A) · c(B)]

Wenn die Konzentrationen der Edukte und Produkte gegeben sind, dann kannst Du K berechnen.

Zur Berechnung nimmst Du aber einen quasi stationären Zustand an. Du tust also so, als ob dann, wenn sich das Gleichgewicht eingestellt hat, die Reaktion zur Ruhe gekommen ist.

In Wirklichkeit ist aber weiterhin viel action im Reaktionsglas. Es läuft nach wie vor die Hin- und Rückreaktion ab, nur macht sich das nach außen in einer Konzentrationsänderung nicht bemerkbar. Man spricht deshalb von einem dynamischen Gleichgewicht.

Kommentar von DedeM ,

Moin,

die Antwort von vach77 ist prima. Ich will nur für dich, MercedesBenz14, ergänzen, dass sich die Konzentrationsänderung trotz ständig stattfindender Hin- und Rückreaktion deshalb nicht bemerkbar macht, weil im dynamischen Gleichgewichtszustand immer dann, wenn irgendwo in deinem Reaktionsgefäß der Stoff A mit dem Stoff B (hin)reagiert und die Stoffe C und D gebildet werden, irgendwo anders im Reaktionsgefäß gleichzeitig die Stoffe C und D miteinander (rück)reagieren und wieder die Stoffe A und B bilden. Darum hast du irgendwo das Absinken der Konzentration A und B und die Steigerung der Konzentration C und D, während es an einem anderen Ort gerade umgekehrt ist, hier sinkt die Konzentration von C und D, aber es steigt jeweils die Konzentration von A und B.

Von einem Gleichgewicht spricht man also, weil sich irgendwann die Konzentrationen unter dem Strich nicht mehr verändern. Und dynamisch heißt das Ganze, weil es nicht stillsteht, sondern trotzdem ständig (Hin- und Rück-)Reaktionen stattfinden.

LG von der Waterkant.

Kommentar von MercedesBenz14 ,

Ich danke euch beiden sehr für die Erläuterung! Ist auf jeden Fall viel verständlicher als in meinem Lehrbuch! :)

Kommentar von vach77 ,

DedeM, danke für die sehr gute Ergänzung.

Antwort
von ProfFrink, 10

Das dynamische Gleichgewicht beim Fallschirmsprung oder besser gesagt beim Fallschirmfall besteht darin, dass die Erdbeschleunigung den Fallschirmspringer in die Tiefe zieht. Normalerweise geht das mit einer stetigen Geschwindigkeitszunahme. Gleichzeitig wirkt aber die bremsend der Luftwiderstand, der mit zunehmender Geschwindigkeit grösser wird. Auf diese Weise stellt sich bei etwa 200km/h ein Kräftegleichgewicht zwischen Gewichtskraft und Luftwiderstandskraft ein.

Anderes Beispiel:

Ein Auto fährt schnell durch eine enge Kurve. Die Zentrifugalkraft will das Auto aus der Kurve ziehen. Gleichzeitig wirken die Seitenhaltekräfte der Reifen. Es ist die Kraft der Haftreibung der Reifen, die der Fliehkraft entgegenwirkt. Auch hier haben wir ein dynamisches Gleichgewicht.

Noch ein Beispiel:

Ein Hubschrauber in der Standschwebe. Aber hier kannst Du Dir selbst überlegen welche Kräfte hier im dynamischen Gleichgewicht sind.

Antwort
von ReiInDerTube123, 11

Ich denke mal, damit ist gemeint, dass man ein Körper (oder mehrere) hat, auf welchen verschiedene Kräfte wirken. Die Kräfte sind allerdings so, dass sie sich aufheben, sodass der Körper ruht und in einem stationäre Zustand ist.

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