Frage von Blackyblack89, 55

Durften sich Adlige und Diener lieben oder war es verboten?

War es damals so, dass Adlige und Diener sich lieben durften oder war es verpönt sich überhaupt mit Dienern anzufreunden?

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von Kuro48, 11

Lieben im Sinne von Liebesdiensten war je nachdem was du mit "damals" meist nichts besonderes. Mächtige Männer hielten sich oft mindestens eine Geliebte wenn nicht mehr zur Befriedigung ihrer Bedürfnisse.

Ansonsten schickte sich in vielen Adelshäuser der engere Umgang mit den Angestellten nicht. Sie waren Dienster, im besten Fall noch Vertraute aber eher selten sowas wie Freunde oder gar Partner.

Diese Beziehung zwischen Adel und "Pöbel" siehst du auch in den häutigen Könighäusern. Viele junge Könige und Königsanwärter sowie in einigen Fällen auch die Generation davor mussten hart darum kämpfen Bürgerliche heiraten zu dürfen und weiter den Thron besteigen zu dürfen.

Viele Jahrhundete war es eher eine Ausnahme, gerade in den wirklich hohen Adelskreisen, wenn eine Beziehung nicht zwischen Adlingen zustande kam. Es galt halt, man heiratet nur in seinem Stand. Etwas das die Königshäuser auch lange mit einigen Krankheiten etc. gestraft hat. So viel Adel der auch noch zusammen kooperierte gab es nicht, also heiratete man über Generationen genetisch nahestehende Persone.

Ein Beispiel ist dafür die Familie Habsburg in der nicht nur ein Mal sonder öfters z.b. Cousinen als Partner herhalten mussten.

Die Folgen sind natürlich dann umso deutlicher in den genetischen Problemen zu finden. Eine hohe Kindersterblichkeit, Blutererkrankungen usw. auch wenn einiges heute harmloser wäre ein Bluter im Mittelalter etc. war nicht gerade jemand der mal eben Hilfe aufsuchen konnte und wieder in Ordnung war.

Ein Grund war dabei neben den Stand auch die Machtvergrößerung (vereinigung von Adelshäusern) oder eben der Machterhalt. Wenn man nur untereinander heiratet landet die Macht niemals in den Händen einer anderen Adelsfamilie.

Um es kurz zu machen. Es gab sicher Ausnahmen, in der Regel waren Angestellte aber nur Liebschaften deren Kinder, wenn es Kinder gab, als uneheliche Nachkommen in der Regel auch keinerlei Anspruch auf den Thron hatten. Wobei Thronfolgen wie bei Heinrich VIII. durchaus zu einem extremen Druck führen konnten. Sofern die adlige Gemahlin keine Kinder bekommen konnte oder keinen Sohn für den Thron zur Welt brachte stand die Machterhaltung auf den Spiel, wurden doch in der Regel Mädchen nicht zu Nachfolgern und dann stellte sich die Frage woher einen Sohn bekommen?

Ob das dann aber immer klassisch mit Liebe verbunden ist wage ich zu bezweifeln oder hat auch andere Maßstäbe als heute. Selbst eine Königin konnte schnell nur noch Ballast sein, wenn sie ihren "Job" des Kindergebährens, vorrangig Söhne, nicht zu erfüllen vermochte.

Auch wenn es heute nicht mehr so ein Druck ist, sehen wir es im englischen Königshaus. Die Britten erwarten die nächste königliche Generation. Hätte man sich entschlossen die Ehe kinderlos zu gestalten wie es heute viele Beziehungen machen, hätte der Landessegen ziemlich schief gehangen. Doch wie wir wiederum es auch dort sehen, ist mittlerweile eine Bürgerliche kein Problem mehr, auch wenn Kate natürlich auch nicht gerade aus einem armen Hause kommt.


Antwort
von NameInUse, 22

Man hat nur in seinem Stand geheiratet und außerehelicher Beischlaf kam in der Gesellschaft gar nicht gut an. Diener wurden wohl nicht so sehr als Menschen wie man selbst gesehen, immerhin war man selbst gottgewollt Adlig, also hoch geboren und der Diener ein normaler / einfacher (gemeiner) Mensch

Antwort
von Schlauerfuchs, 19

Lieben ja , wie Paron und Zimmermädchen, aber eine Hochzeit war bis vor ca .100 Jahren gesellschaftlich tabu und ausgeschlossen. 

Aber viel Adelige hatten zur Zeit Ludwigs des 14. ein Bürgerliche Geliebte und ein " standesgemäße " Ehefrau.

Anders herum war es schwieriger und verpönt, aber Katherine die Grosse hatte auch Afäre mit nicht Adeligen Wachoffizieren .

Antwort
von ctest, 5

Also in meinem früheren Leben, da war ich ja "Adeliger"

... da musste man schon früh eine holde Jungfrau, aus adeligen Kreisen heiraten.

Diese Gewitterziegen waren oftmals so ziemlich hässlich. Und bigottisch! Die wollten ihre ehelichen Pflichten, nur einmal im Jahr erfüllen ... da waren wir dann quasi gezwungen, uns mit einfachen Weibern, zu vergnügen!

Aber wir hatten da ja einen Hofgeistlichen, der noch keinen Fernseher hatte und keine Pornofilme anschauen konnte. Dem haben wir dann erzählt, wie wir die schönen, vollbusigen Bauerntöchter entjungfert haben ... und dann hat er uns zu einem Vaterunser verdammt und unsere Sünden wurden uns erlassen!

Ja, es war verboten sich mit Dienstboten "anzufreunden", aber da wir ja einen guten Draht, zum lieben Gott und seinen Dienern hatten, konnten wir "Sündigen" und dann unsere Sünde beichten ... was zur Folge hatte, dass unsere Sünden uns vergeben wurden ... und deshalb kannst Du jetzt auch nicht behaupten, dass wir je gesündigt haben.

Antwort
von Flashbong, 21

es war verpönt aber nicht verboten. Adlige durften in einem gewissen rahmen tun was sie wollten. Jedoch war damals das ansehen sehr sehr wichtig und so war es praktisch unmöglich einen diener zu ehelichen oder ähnliches.

Antwort
von Undurchdacht, 30

Diener waren unter Adligen. Somit war es damals eigentlich ein No-Go, bzw. verpönt und ein Grund einen aus der Familie und in die Armut zu schmeißen. Doch was das Volk nicht weiß, macht es nicht heiß. 

Antwort
von voayager, 3

Es gab stets irgendwelche "Besenkammer-Affären".

Antwort
von elhombremucho, 31

Wahrscheinlich nicht sehr gern gesehen...

Antwort
von ASSASSINSXCREDO, 18

Als Adeliger konntest du natürlich einen Diener lieben, aber es verschreckte die anderen adligen, was zu einem Prestigeverlsut führte. Bei Sklaven und ihrem Herren, war es was anderes. Über Sklaven durfte man frei verfügen un alles mit ihnen machen, was man wollte.

Antwort
von Juli277di, 19

Lieben darf sich jeder, das ist kein Verbrechen. Der gesellschaftliche Druck ist allerdings das Problem, der den Menschen in den Blödsinn treibt.

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