Frage von farbdings, 12

Durchsichtige Galvanik Elektroden?

Hallo, ich würde gerne mit zwei durchsichtigen Elektroden galvanisieren, damit man sieht, wie eine Metall Schicht entsteht und wieder abgebaut wird, wenn ich die Spannung umkehre. Sind Sachen wie Indium-Zinn-Oxid oder Graphen Glas Beschichtungen beständig gegen elektrolytlösungen? Wo bekomme ich so etwas her?

Ich bin für jede ernste Antwort dankbar.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Muhtant, 7

Je nachdem was du für einen Elektrolyten verwendest ist alles stabil.
Berücksichtigst du Glanzbildner, pH-Wert, Temperatur etc. kann man auch mit den von dir genannten Elektroden etwas galvanisieren.

Wo du sowas her bekommst?
Ich selbst habe als Entwicklungsingenieur in der Galvanik gearbeitet und das hört sich für mich nicht nach Standard-Elektroden-Systemen an.
Ich würde nach wissenschaftlichen Artikeln suchen (Stichwort: ITO electrodes) und ggf. die UNIs anschreiben oder direkt bei diversen Elektrodenhändlern anfragen. Aber billig wird das sicherlich nicht.
Denn meist wird sowas nur für wissenschaftliche Zwecke verwendet.

Meinst du eigentlich richtig Graphen oder Graphit?
Weil Graphen wird mega teuer und ist sicherlich auch für Elektroden patentrechtlich geschützt. Frag mal beim Frauenhofer-Institut nach...die haben glaube ich mal was mit Graphen und OLED's gemacht.

Ansonsten kann ich dir folgende Buchreihe empfehlen: Encyclopedia of Electrochemistry; da solltest du fündig werden. Auch möglicherweise bzgl. Herstellung.

Kommentar von farbdings ,

Danke für die Antwort! 

Ich würde gerne ein Eisenelektrolyt verwenden, welcher aber keine Blasen einstehen lässt beim galvanisieren, falls das möglich ist. Temperatur wird Raumtemperatur sein, mit PH Wert und Glanzbildnern kenne ich mich nicht aus. Ich möchte nur sehr dünne Filme abscheiden, die aber spiegelglatt sein sollten.

Bei ITO hatte ich die Sorge, dass es durch die Redoxreaktion abgebaut oder reduziert wird, da es ein Oxid ist. 

Angenommen, ich habe eine Platineleltrode und möchte damit ein unedleres Metall abscheiden. Kann es da sein, dass ich unter dem Redoxpotential vom Platin bleiben muss, damit sich die Elektrode nicht abbaut? Oder hat das mit der Beständigkeit von Platin in bestimmten Säuren zu tun?

Ohje, wenn das Graphen so teuer ist sollte ich besser dünnes Graphit oder aufgedampftes Platin nehmen, das gibt es ja auch z.B. in der Grätzel Zelle. 

Dann werde ich da mal reinschauen!

Kommentar von Muhtant ,

Wenn du eine spiegelglatte Oberfläche haben willst, dann solltest du unbedingt einen Glanzbildner verwenden (z. B. Saccharin), als primären Glanzträger. Denn dadurch werden kleinere Kristalle gebildet und somit glattere Oberflächen. Allerdings werden diese dann auch spröder...

Im privaten Bereich muss man schon einiges an Freizeit mitbringen, um den richtigen Elektrolyten und dessen Zusammensetzung zu finden, damit das Endergebnis toll ist. Gerade das mit keine Lufteinschlüsse haben...puhhh...ich sag mal so. Galvanik ist eine hohe Kunst. Du kannst aber diesbezüglich vielleicht mit etwas arbeiten, welches die Oberflächenspannung des Elektrolyten verringert, damit Bläschen besser entweichen können (z. B. Octoxinol 9).

Auch ist die Frage, was willst du galvanisieren? Etwas kurviges ist noch zeitaufwendiger, da ja der Abstand zur Elektrode stets unterschiedlich ist und somit die Schichtdicke (aufgrund der Feldlinienverläufe) auch unterschiedliche sein könnte.

Mhhh...ich habe jetzt gerade leider kein bild, aber wenn du dir mal im Skoog/Leary "instrumentelle Analytik" unter den elektrochemischen Methoden etwas liest, dort gibt es eine Abbildung, welche die pH-Abhängigkeit der Elektroden zeigt, damit du weißt, wo eine Überspannung stattfindet...

Das etwas oxidiert oder reduziert ist schon möglich, das hängt aber von vielen Faktoren ab...Aber mit ITO habe ich keine Erfahrungen. Ich weiß nur, dass es in der Enzyklopädie ein Kapitel von gefühlten 200 Seiten gibt, welches alles an Elektroden beinhaltet, auch die Eigenherstellung - im universitären Bereich.

Wenn du einen Eisenelektrolyten hast, gehe ich davon aus, dass du auch Eisen abscheiden willst. Dann verwende doch eine Anode aus titankörben, gefüllt mit Eisenpellets - der Korb ist in einer Art Socke gesteckt, damit kein Elektrodenschlamm in den Elektrolyten geht. https://german.alibaba.com/product-detail/titanium-anode-electroplating-baskets-...

Graphen ist gerade in der Nanatechnologie sehr beliebt und deswegen auch kostspielig. Wie sieht es mit einer Glaskohlenstoff-elektrode aus

Expertenantwort
von mgausmann, Community-Experte für Chemie, 8

http://www.sigmaaldrich.com/catalog/substance/indiumtinoxidecoatedglassslidesqua...®ion=DE

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