Frage von raptorfighter, 72

Durch Meditation wissen wie der Gegner schlägt?

Servus, ihr wissenden!

Ich habe mal von einer Meditationstechnik gehört, die mit viel Übung einer Person die Fähigkeit verleiht, zu wissen wie der Geger schlägt, noch bevor der Gegner zum Schlag ausgeholt hat.

Mundpropaganda zu folge sieht es dann so aus, dass der, der sich verteidigt eine Art "Rüssel" rum Aggressor aufbaut und so weiß, was der Aggressor vorhat.

Ich weiß nicht, ob das möglich ist. Deshalb frage ich.

Was ich aber weiß, ist, dass es die Fähigkeit gibt zu wissen, WO der Gegner mir wehtun will.

Ich habe im Ninjutsu die "Intuitionsübungen" gemacht. In dem wurde eindeutig klar, dass man mit genug Übung diese Fähigkeit sehr zuverlässig ausbilden kann.

Die Übung sah wie folgt aus:

2 Trainingspartner stellen sich hintereinander und schauen in eine Richtung. So, das sie sich nicht ansehen können. Dann zeigt der hintere Partner mit seiner Hand auf eine beliebige Stelle auf dem Rücken und konzentriert sich so stark wie möglich auf diese.

Und der vordere Partner sollte dann, bei entsprechender Konzentration, spüren, worauf sich der hintere Partner konzentriert.

Und die Anzahl der Erfolge waren höher als die der Misserfolge.

Mit dieser Übung weiß man aber immer noch nicht WIE und auf welche Art und Weise der Gegner zuschlagen will. Diese diese Info doch von imenser Wichtigkeit wäre, damit man weiß, wie man am besten kontert.

Aber WENN es möglich ist:

Mit welchen Übungen kann man sich denn diese Fähigkeit aneignen?

Ich hab Internert überall nach diesen Übungen gesucht. aber nichts gefunden.

P.S.: Nein, ich gucke nicht zu viele Filme. Ich reagiere auch nur auf die Bewegungen des Gegners. Aber es wäre echt hilfreich wenn es wirklich solche Fähigkeiten gibt.

Ich nehme an, dass es mit viel Meditation und Konzentration verbunden ist. Und damit mit sehr, sehr viel Übung.

Antwort
von Andrastor, 39

Nein, sowas ist nicht möglich.

Um zu wissen wie sich dein Gegner verhalten wird braucht es in erster Linie Erfahrung. Diese erlangt man in diesem Fall nicht durch Meditation, sondern im Kampf mit dem Gegner.

Wenn du viel kämpfst, besonders wenn du viel gegen dieselbe Person kämpfst, lernst du aus den Bewegungen vorrauszuahnen was diese Person vor hat und wo und wie sie als nächstes angreifen wird.

Bilde dir jedoch nicht ein dies durch zweifelhafte Meditationsübungen lernen zu können.

Die von dir beschriebene Übung von Wegen auf den Rücken zeigen ist nichts weiter als ein statistischer Glücksfall. Auch durch Meditation können wir nicht auf einmal Dinge fühlen für die wir keine Sensoren haben.

Antwort
von OnkelSchorsch, 32

Nein, so etwas gibt es nicht.

Ich selber übe Kampfkumst/-sport seit mehreren Jahrzehnten aus, lehre und habe ein eigenes Dojo. Ich gebe zu, dass auch ich manchmal aus Spaß (!) sage, dass dies oder jenes eben "ein Jedi-Trick" sei, aber das ist dann stets nur Spaß und soll besagen, dass es schwierig ist, manche Dinge mit wenigen Worten zu erläutern.

So auch mit dem Vorahnen der Handlungen des Gegners. Ein Kampf ist, wenn er gut ist und von guten Kämpfern ausgeübt wird, stets eine Art Dialog. Dabei baut sich zwischen den Kämpfern eine Art Zusammengehörigkeit auf, ganz wie bei Tänzern und Musikern.  Tatsächlich kann man dann durch eigenes Tun und Unterlassen den anderen zu Bewegungen bringen, die man dann kontrollieren kann. Auch kann man erahnen, was der andere vorhat. Dies spielt sich aber nicht bewusst ab, sondern das sind Vorgehensweisen, die in jahrelangem Training erarbeitet und verinnerlicht werden und meist als bedingter Reflex funktionieren.

Auf einer niedrigeren Ebene ist das sogenannte "Lesen des Gegners" einzuordnen. Hierbei merkt man an den Mikrobewegungen des Gegners, was der vorhat, und zwar eher als der Gegner selbst das weiß und kann sich dementsprechend verhalten. Auch das wirkt oft schon verblüffend.

Das aber, was du in deiner Frage beschreibst, ist purer Humbug und hat nichts mit der Realität zu tun. Obwohl, ich muss mich korrigieren - als Show gibt es das natürlich. Aber das sind dann Tricks, die super simpel sind und wirklich nur Bühnentricks sind. Ich habe etwa so einen Trick drauf, bei dem mich jemand von hinten anschaut, genau auf eine Stelle meiner Körperrückseite und ich dann "nach starker Konzentration" sagen kann, wo er hingeschaut hat. Aber wie gesagt, das ist nur ein Trick mit einer ganz banalen Erklärung. Wie jeder Zaubertrick.

Antwort
von ComteCagliostro, 4

Mir ist solch eine Übung bekannt, allerdings bedeutet sie jahrelanges Training. Wobei einiges hier schon gesagt wurde, Körpersprache, Mikrobewegungen, gute Beobachtungsgabe usw.

Folgendermassen wird die Meditation geübt. Als erstes übt man die Präsenz im Körper. Hierzu legt man als erstes den Fokus auf einen der Füsse. Kein anderer Gedanke , kein Gefühl darf stören, daher ist es gut, vorher bereits Meditation praktiziert zu haben. Schafft man es mindestens 15 Minuten ganz der Fuss zu sein, erweitert man die Präsenz auf das gesamte Bein. Dann nimmt man den anderen Fuss dazu und auch dieses Bein. Nun sollte die vollständige Präsenz gleichermassen auf beiden Füssen und Beinen liegen.

Hat man das geschafft nimmt man erst die eine Hand, dann den dazugehörigen Arm, dann die andere Hand und den anderen Arm dazu. Wichtig ist, dass die Schritte aufeinander aufbauen. Denkt man also an die Hand und vergisst darüber die Füsse, lässt man los und fängt von vorne an. Dies geht dann weiter mit dem Kopf, Brustraum, Bauchraum. Bis man alle Teile des Körpers gleichzeitig in der Präsenz halten kann.

Ist das geschafft übt man, bis man dies ohne Anstrengung ca. eine Stunde durchhält, ohne in der Präsenz nachzulassen.

Hat man das geschafft, legt man die Präsenz nach Aussen, also über die Grenze des eigenen Körpers hinaus. Auch hier gilt: Die Präsenz wird erweitert, ich halte sie im ganzen Körper und stabil darüber hinaus. Nun gilt es alles wahrzunehmen, was sich innerhalb meines Feldes befindet. Dies ist ein extrem offener und defokusierter Bewusstseinszustand. Diesen übt man, bis man ihn jederzeit und ohne Mühe erreichen kann. Erst dann kann man ihn im Kampf einsetzen.

Da gilt es dann, den oder die Gegner in die eigene Präsenz hineinzunehmen, sie darin einzuhüllen, so als würden sie zum eigenen Körper gehören. Dann kann man den anderen Körper auslesen , als wäre es der eigene.

Soweit zur Theorie , ich halte dies aber für eine schwer zu erlernende Kunst, meist erreichen die Meister das erst im Alter. Es hat schon eine Ebene der Erleuchtung, dies zu perfektionieren. Und braucht stundenlanges tägliches Training über Jahre.

Als Meditationsübung zur Achtsamkeit nutze ich es in abgespeckter Form, und da hat mir die Übung echt schon viel gebracht.

Die Übung stammt übrigens aus dem chinesischem Kung Fu der Wudang-Berge, von einem Meister des Hsing I und Baguazhang. Ich weiss allerdings nicht, ob ein direkter Zusammenhang zu diesen Künsten besteht, oder ob die Übung in dieser Form auch von anderen Kampfkünsten genutzt wird.

Ich hoffe, ich konnt Dir mit dieser knappen Beschreibung etwas weiterhelfen.

Antwort
von 007Alkl, 5

Hallo,

ich meditiere bereits seit 25 Jahren und habe hierbei sehr gute Erfahrungen gemacht. Ich kann zumindest bestätigen, dass Du durch Meditation lernen kannst, Deine Intuition zu stärken und gewisse Ereignisse im Vorfeld "abzufragen", d.h., durch Deine Intuition vorab zu wissen, wie z.B. der nächste Kampf ablaufen wird.

Allerdings wird die Intuition während des Kampfes nicht die gewünschten Informationen liefern, sondern nur im entspannten Zustand. (Ich beherrsche diese Methode bereits sehr gut und kann diese "Abfrage" auch unterwegs machen).

Dies lernt man natürlich nicht innerhalb von ein paar Tagen oder Wochen.

Antwort
von NewKemroy, 21

Gehört oder gelesen hab ich davon auch. Es hieß dabei, dass besondere Meister in der Schwertkampfkunst den Hieb des Gegners einen Sekundenbruchteil vorher sehen. Und wenn ich mich recht erinnere ging es dabei um subjektiv echte optische Eindrücke (sehen) und nicht nur um eine Vorahnung. Ich meine es war ein Buch über Aikido, in dem das stand.

Aber wie man so etwas trainiert stand nicht dabei. Auch halte ich es nicht unbedingt für sicher, dass Meditation im klassischen Sinne hier eine Rolle spielt.

Kommentar von OnkelSchorsch ,

Dasm ist nur ein Märchen. Das gibt es nicht.

Kommentar von NewKemroy ,

Schnell mal gegoogelt. Hier sind diese Märchen nachzulesen:  siehe Seite 9

http://www.bushido-vak.de/Ausarbeit/vor2007/Norbert_Roehrl.pdf

Antwort
von OGIL21, 27

Ohne Ahnung in der Abwehr (Verteidigung), kann man keine mentale Abwehr aufbauen. Die mentale Verteidigung ergibt sich aus jahrelangem Training und nicht nur im DoJo, sondern auch in der Natur. Das bedeutet, das man die frisch trainierten Übungen im langsamen Ablauf, im Freien, abhält. Durch die Umgebung (Wald, freies Feld), lernt man sich zu konzentrieren. Man muß akzeptieren, daß es mehr gibt, als nur sich selbst. Wer im Freien meditiert und die Umgebung belauscht, der ist im Kampf auch mental bestrebt, sich zu behaupten. Man wird nicht unbesiegbar, aber man erkennt, was Respekt bedeutet. Nicht alles, was mit dem Training in der Natur zusammenhängt, so wie man es aus Filmen kennt, sollte man negieren. Autogenes Training, Yoga und eine gesunde, geistige Einstellung dem Kampfsport gegenüber, lassen einen selbst erkennen, wo seine Grenzen sind. Nobody is perfekt. Wer aber glaubt, er setzt sich auf einen Stein und denkt, er ist Bruce Lee, der kann sich auch genauso gut vorstellen, er sei eine Ente.

Antwort
von Benjamin007, 24

Konzentration ist wohl wichtig,aber beim Kampfsport ist ja am wichtigsten's das du lernst/erkennst die Körpersprache deines Gegners gut deuten zu können,vorausschauend reagieren halt.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community