Frage von Daylight009, 141

Dumme Fragen von mir, es geht um Kinder mit Autismus, wer hat Ahnung?

Guten morgen,

die Freundin von meinem Bruder bringt ein autistisches Mädchen mit in die Beziehung. Ich weiß nicht genau wie alt die kleine ist vielleicht 8 oder 9 Jahre alt.

Die Mutter sagte mir sie wäre autistisch und kann deshalb selten Gefühle zeigen oder wahrnehmen. Mir ist gestern halt aufgefallen, dass sie wenig lächelt, eher zurückhaltend und insichgekehrt ist. Das macht wohl dieser Autismus.

Das Mädchen ist unheimlich höflich finde ich und fragt immer sehr freundlich wenn sie was möchte. So war der 1. Eindruck von mir :)

Ihre Mama ist sehr streng mit ihr finde ich. Obwohl die kleine normale Fragen stellt und dabei sehr ruhig ist, wird sie zurechtgewiesen, sie solle sich einen anderen Ton angewöhnen (dies wird ihr dann immer sehr schroff gesagt..)

Als ich ihre Mama drauf ansprach wo genau die kleine unhöflich gewesen ist, meinte sie... "sie hat so eine sarkastische Art beim Reden"..

Aber ich finde Sarkasmus ist wirklich schwer zu verstehen für Kinder. Oder können Kinder bzw sogar autistische Kinder sarkastisch sein??

Auch hat das Mädchen wohl Probleme mit ihrem Bläbauch. Deshalb wurde sie ermahnt nicht krumm zu stehen, so wie sie sich da hinstellt würde sie aussehen wie im 9. Monat schwanger und kein Wunder das sie alle auslachen (das von ihrer eigenen Mutter..)

Kurz davor habe ich die Kleine noch angelächelt und ihr gesagt wie schön ich ihr Hello Kitty Kleid finde. Sie sah dabei ganz traurig aus obwohl ich ihr ein Kompliment gemacht habe. Sie sagte mir.. "Bitte lach mich nicht aus"... dabei habe ich das nicht gemacht. Ich fand es mega süß das Kleid und hab sie nur angelächelt. Aber das schien sie nicht als "freundliche Geste" zu erkennen...

Jetzt frage ich mich wie ich in Zukunft am besten mit ihr umgehe wenn ich sie sehe. Worauf muss ich achten?..

Und findet ihr man muss so streng sein mit dem Mädchen? Ich kenne sie ja erst seit gestern fand es aber schon sehr hart wie man mit ihr teilweise gesprochen hat. Sie wirkte dabei immer sehr eingeschüchtert und mich macht es sehr nachdenklich.

Wäre über Antworten sehr dankbar.

Daylight

Antwort
von Aleqasina, 48

Jetzt gilt es, drei Beziehungen zu betrachten:

  1. die des Mädchens zu ihrer Mutter,
  2. die von dir zu dem Mädchen,
  3. die von dir zu der Mutter.

1. Manche Autisten sind Meister der Ironie und des Sarkasmus, aber das ist eher selten. In der Regel sagen Autisten die Dinge genau so, wie sie es meinen. Und sie verstehen Dinge genau so, wie sie gesagt werden. Zwischen Mutter und Tochter scheint es in dieser Hinsicht grundlegende Irritationen zu geben.

Also: die Mutter unterstellt ihrer Tochter Sarkasmus. Könnte es sein, dass es sich dabei gar nicht um Sarkasmus handelt, sondern nur um eine direkte, unverblümt schnörkellose Ausdruckweise des Mädchens, die von der Mutter falsch aufgefasst wird?

Oder könnte es sein, dass das Mädchen selbst in ihrem Umfeld vielen sakrastischen Bemerkungen ausgesetzt ist und diese nachahmt, weil sie meint, das sei die übliche Ausdruckweise unter neurotypischen Menschen?

Die kleine Szene mit dem Kompliment deutet darauf hin: Du hast etwas Nettes gesagt, aber das Mädchen hat es als abfällig gedeutet und war traurig. Vielleicht, weil sie so viel Ironie erlebt hat, dass sie ein ernst gemeintes Kompliment gar nicht mehr richtig deuten kann.

Beobachte es einfach!

Übertriebene Schroffheit in der Erziehung ist natürlich total fehl am Platze. Aber schon Klarheit und Eindeutigkeit, auch bei Handlungsanweisungen. Beides muss man genau auseinanderhalten.

2. Ich finde es toll, dass du dem Mädchen so unbefangen und offen begnest! Damit es zu einer guten Beziehung kommt, solltest du mit ihr Verabredungen treffen.

Du solltest mit ihr direkt und aufrichtig kommunizieren, eben ohne Ironie, Sarkasmus, versteckte Andeutungen usw. Das solltest du ihr sagen: Wenn du ihr sagst, dass du ihr Kleid hübsch findest, dann meinst du es auch wirklich so. Und wenn du sie höflich und freundlich findest, dann ist das auch so und keine Floskel.

Bitte sie, auch dir gegenüber ganz ehrlich genau das zu sagen, was sie meint.

Verabredet, dass ihr gegenseitig immer geduldig nachfragt, wenn ihr nicht sicher seid, ob ihr euch richtig verstanden habt. Und dass ihr genau so geduldig antwortet. Es kann z. B. vorkommen, dass du eine Redewendung oder ein Sprichwort erklären musst. Wenn möglich, vermeide Redewendungen.

Wenn du nicht sicher bist, ob sie deine Mimik richtig verstanden hat, dann sag es dazu, auch wenn es ungewohnt ist: "Ich habe gelächelt, weil ich dich in dem Kleid so richtig hübsch finde" oder "...weil ich mich gerade freue" oder "...weil ich das und das gerade lustig finde."

Frage sie, ob sie es mag, wenn du ihr zur Begrüßung die Hand gibst oder ob es ihr unangenehm ist. Manche Autisten empfinden Berührungen als unangenehm oder sogar als schmerzhaft. (Andere wiederum sind sehr "schmusig" und anhänglich, wenn sie einmal vertrauen gefasst haben.)

Sie soll dir sagen, wenn sie Ruhe braucht. Gib ihr dann Gelegenheit zum Rückzug.

3. Ich halte es für problematisch, wenn du aus deiner Position irgenwelche Ratschläge zur Erziehung geben würdest. Aber wenn du in deinem Umgang mit dem Mädchen klare, faire Regeln einhältst und für das Kind damit "berechenbar" wirst, dann kannst du sein Vertrauen gewinnen. Das wiederum könnte Vorbildcharakter für die Familie bekommen.

Versuch es! Viel Erfolg!

Antwort
von Pramidenzelle, 17

Hallo Daylight,

ich bin selbst erwachsene Autistin und würde aus dieser Sicht heraus gerne ebenfalls meinen Senf zum Thema dazu geben, allerdings mit dem Disclaimer, dass jeder Autst und jede Familie anders ist. "diesen" Autismus gibt es nicht unbedingt - es ist ein ganzes Spektrum und kann sich durchaus sehr unterschiedlich äußern.

1. Die Strenge:
Über meine Eltern haben auch Leute gesagt, dass sie sehr streng zu mir wären, viel strenger, als zu meinem (neurotypischen) Bruder. Das habe ich selbst allerdings nie so empfunden. Für (die allermeisten) Autisten ist klare Kommunikation extrem wichtig. Dinge so auszudrücken, wie neurotypische Menschen es eben oft tun - und das auch als sanft/höflich empfinden - sorgt bei uns dafür, dass wir gar nicht verstehen, was gemeint ist.
Einerseits kann ich mir vorstellen dass die Sache mit "gewöhn dir einen anderen Ton an" einer Autistin eventuell gar nicht sagt, was sie eigentlich tun soll. Andererseits kann es aber auch sein, dass es eine Botschaft ist, die schon in fünf Familienratssitzungen durchexerziert wurde und für sie sehr wohl deutlich ist.

2. Der Blähbauch:
Da fehlen offenbar auch eine Menge Details zur Vorgeschichte. Klar sind Allergien/Unverträglichkeiten durchaus möglich, aber es kann ja auch sein, dass sie einen Haltungsschaden hat, und der zu den Problemen beiträgt - in dem Fall wäre eine Ermahnung, richtig zu Stehen ja zumindest nicht völlig falsch.

3. Das Kompliment:
Die Intentionen anderer Menschen zu erkennen ist für (die meisten) Autisten sehr, sehr schwer. Und ein "Hey, ist dein Kleid aber schön" kann ein ganz typischer Auftakt für eine Mobbingattacke in der Schule sein, jedenfalls war das bei mir so. Herauszufinden, ob du das nett oder böse meinst, kann für sie sehr schwer bis unmöglich sein ...

4. Eingeschüchtert wirken
Ganz ehrlich gesagt, man hört immer, dass autistische Menschen neurotypische Mimik und Gestik nicht (gut) verstehen. Aber erstaunlich wenig darüber, dass es umgekehrt genauso ist. Mir wurde schon in verschiedenen Situationen erklärt, dass ich anhand meiner Körpersprache verschreckt/arrogant/verwirrt/flirtend wirke, und in den allermeisten Fällen wurde meine Gestik ziemlich falsch interpretiert!
Weshalb wirkte sie denn eingeschüchter? Hat sie Blickkontakt vermieden - typisch autisisch. Hat sie nicht viel geredet - auch nicht unbedingt untypische für Autisten, gerade in Situationen mit Leuten, die wir nicht kennen ...

Fazit - Teil 1:
Da du sehr interessiert an der Situation wirkst, schließe ich nicht aus, dass du ein wenig zu dem Thema gegooglet hast / es noch vorhast. Dabei solltest du bitte daran denken, dass es sehr unterschiedliche Ausprägungen von Autismus gibt. Und die meisten davon wurden die längste Zeit vor allem an Jungs charakterisiert, sodass das "typisch autistische Mädchen" eigentlich noch gar nicht so genau bekannt ist, wenn du verstehst, was ich meine.

Fazit, Teil 2:
Ja, nach dem, was du schreibst, klingt es für mich, als könnte da durchaus einiges schief laufen. (Gerade da es recht häufig vorkommt, dass Autisten ihre Schwierigkeiten mit Ironie/Sarkasmus haben und Kinder in dem Alter meines Wissens ohnehin noch zu jung sind, um das zu verstehen, selbst wenn sie neurotypisch sind.)
Allerdings hast du deine Beobachtungen unter diesem Eindruck aufgeschrieben und ich habe versucht dir zu vermitteln, dass es für diese Beobachtungen auch andere Gründe geben könnte - denn du kennst das Mädchen ja kaum und dementsprechend auch die ganze Situation. In den allermeisten Fällen haben Eltern sich durchaus schlau gemacht, kennen ihre Kinder und wissen, was gut für sie ist.
Meiner Meinung nach hast du als Außenstehende jedes Recht, dir Sorgen zu machen und dir die Situation genau anzusehen, aber kein Recht, einer Mutter in die Erziehung hinein zu reden, die ihr Kind schon ungefähr 10 Jahre länger kennt als du, solange du weder sie besonders gut kennst, noch eine Fachkraft für Autismus bist und nicht einmal nach deiner Meinung gefragt wurdest.

Wie solltest du dich verhalten/worauf musst du achten?
1. Sie ist nicht einfach nur Autistin, sie ist ein Kind. Manche von uns entscheiden sich im Teenager/Erwachsenenalter, dass unser Autismus ein wichtiger Teil unserer Persönlichkeit ist, abere schieben es lieber nach hinten. Aber auf jeden Fall ist sie mehr als eine Diagnose.
2. Jeder Autist ist anders, deshalb sind Pauschalantworten an dieser Stelle schwierig. Nimm sie ernst, rede gegebenenfalls mit ihrer Mutter, je nachdem wie es die Situation gerade erfordert.
3. Dräng dich ihr nicht auf. Wir entwickeln Beziehungen in unserem eigenen Tempo :D

Aber das ist nur meine bescheidene Meinung
Die Pramidenzelle

Kommentar von Daylight009 ,

Vielen Dank für Deine ausführliche Antwort :)

Antwort
von halbsowichtig, 28

Hallo,

erstens finde ich es super, dass du so aufgeschlossen und nett zu dem Mädchen bist.

Die Mutter sagte mir sie wäre autistisch und kann deshalb selten Gefühle
zeigen oder wahrnehmen.

Das muss man differenzieren:

Autisten können kaum Gefühle zeigen, wobei sie natürlich welche haben wieder jeder Mensch. Deshalb werden sie ständig missverstanden.

Autisten können die Gefühle anderer Leute nicht oder kaum am Gesicht ablesen, deshalb verstehen sie diese oft falsch. Eindeutige Sprache ohne viel "zwischen den Zeilen" hilft aber.

Mir ist gestern halt aufgefallen, dass sie wenig lächelt, eher zurückhaltend und insichgekehrt ist.

Das kommt bei Autisten zwar häufig vor, kann in diesem Fall aber auch von der extrem strengen Erziehung herrühren. Wenn sie für jede Regung zurechtgewiesen wird, traut sie sich natürlich nicht mehr, sich irgendwie zu äußern.

wird sie zurechtgewiesen, sie solle sich einen anderen Ton angewöhnen (dies wird ihr dann immer sehr schroff gesagt..)

Da Autisten ihre Gefühle nur schwer zeigen können, passen Mimik und Tonfall selten zueinander oder zum Gesagten. Der Versuch, einen interessierten Ton in die Stimme zu legen, hört sich für einen Nicht-Autisten z.B. wie Sarkasmus an.

Bei vielen Autisten liegt das gar nicht mal an fehlendem Wissen über Tonfälle und Gesichtsausdrücke. Es ist schlicht die fehlende körperliche Kontrolle über die beteiligten Muskeln. So sehr man an den Stimmbändern auch willentlich herumzerrt, es kommt das falsche Geräusch aus dem Mund.

Mit einer völlig schwammigen, unklaren Auforderung "gewöhn dir (irgen)einen anderen Ton an", wird die Mutter deshalb keinen Erfolg haben. Das Kind weiß ja gar nicht, was an seinem Ton genau falsch war und wie man die Frage netter hätte aussprechen können.

Hilfreicher wäre, wenn die Mutter die Frage im gewünschten, netten Ton wiederholen würde. Dann hätte das Mädchen ein Vorbild zum Nachahmen.

Auch hat das Mädchen wohl Probleme mit ihrem Bläbauch.

Hat ein Internist die Ursache des Blähbauchs untersucht? Schimpfen hilft schließlich nicht gegen körperliche Krankheiten.

Lebensmittel-Unverträglichkeiten und Allergien sind bei Autisten sehr viel häufiger als im Bevölkerungsdurchschnitt. Eine Studie hat vor ein paar Jahren herausgefunden, dass ca. 18% aller Autisten ein Problem mit dem Immunsystem haben.

Am bekanntesten ist die Unverträglich gegen Gluten und Kuhmilch-Protein. Verlässliche Zahlen habe ich leider nicht, aber sie scheint sich unter Autisten stark zu häufen. Ich bin davon auch selbst betroffen. Seit ich Gluten strikt meide, gehen die Autismus-Symptome sogar zurück; ich kann dank Diät jetzt Gesichter fokussieren, Mimik einigermaßen lesen und hab viel weniger Angst.

Weniger bekannt ist die Unverträglichkeit gegen bestimmte Zucker-Arten oder gegen künstliche Farbstoffe. Bei manchen Autisten sollen sich bei strikter Vermeidung ebenfalls die Symptome stark abmildern.

Bitte lege der Mutter vorsichtig in einem ruhigen Gespräch nahe, dass sie die Ursache des Blähbauchs abklären lässt! Falls der Arzt nichts findet, muss die Unverträglichkeit per Ernährungstagebuch eingegrenzt werden.

Sie sagte mir.. "Bitte lach mich nicht aus"... dabei habe ich das nicht
gemacht. Ich fand es mega süß das Kleid und hab sie nur angelächelt.

Das wird Gewohnheit sein. Sie ist es gewohnt, ständig belächelt oder runtergemacht zu werden. Wenn sie einen Satz nicht sofort exakt deuten kann, geht sie im Zweifel davon aus, dass er wiedermal eine Gemeinheit ist.

Rede weiter lieb mit ihr, mach weiter Komplimente! Wenn sie das verunsichert, erkläre ich in eindeutig formulierten Sätzen, dass du alles genau so meinst wie gesagt und du sie ehrlich magst.

Weiter so, du bist ein super lieber Mensch!

Kommentar von Daylight009 ,

Danke für deine ausführliche Antwort :)

So weit ich hörte soll die kleine schon 2 Darmspiegelungen hinter sich haben. Sie hatte auch eine komplette Ernährungsumstellung. Wozu dies geführt hatte weiß ich nicht. Aber so wie es aussieht hat sie das Problem immer noch vorhanden.

Kommentar von halbsowichtig ,

Oft wird die Ernährungsumstellung nicht streng genug eingehalten. Aber auch wenn man es vernünftig durchzieht, dauert es bis zu einem Jahr, bis die Symptome verschwinden. Wenn die Umstellung noch nicht lange her ist, kann das durchaus okay sein.

Nicht okay ist aber, sie dafür auszulachen. Seelischer Stress schwächt das Immunsysten und löst psychosomatische Verdauungsstörungen aus. Das heißt, durch die dummen Sprüche wird sie immer kranker.

Antwort
von Robin94, 24

Hey

also ein guter Kumpel von mir ist Autist. Er hat mir mal erzählt, wenn gewisse "Gefühle" in den Raum geworfen werden oder jemand spricht oder was auch immer, muss er erst lange genug darüber nachdenken ob es ihm gilt.

Er macht sich sehr viel häufiger Gedanken darum wieso jemand lacht, weint oder wütend ist und ob er schuld ist.

Manchmal spricht er auch von "Die lachen wegen mir" obwohl wir über etwas lachen was total lustig einfach war und uns freuen (ohne uns über jemanden lustig zu machen). 

So ähnlich wie bei dir mit der Kleid-Situation. Du meinst es nett und freust dich einfach dass sie so süß darin ausschaut. Aber sie muss darüber nachdenken und fragt sich "ist das ernst gemeint? Lacht sie mich aus? Was könnte ich falsch gemacht haben?"

Zum Sarkasmus. Mein Kumpel versteht 0 Sarkasmus oder Ironie. Aber das ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich würde ich sagen. Denn es gibt so viele die Sarkasmus einfach nicht verstehen und auch alles ernst nehmen.

Aber ob es bei Kindern zu Sarkasmus kommen kann wage ich echt zu bezweifeln. Es ist für Kinder denke ich mal, schon ne Ecke zu hoch zu wissen was Ironie bedeutet. Vielleicht machen es einige unabsichtlich oder sind von Natur aus bzw kommen so rüber. Aber ich denke nicht das ein Kind Sarkasmus wirklich bewusst anwendet.

Die Mutter wirst du aber leider in ihrem Verhalten nicht ändern können. In einigen Antworten drunter habe ich gelesen, sie sei streitlustig.

Wenn dem so ist und sie deshalb ständig auf dem Kind rumhackt hat das Mädchen für mich eigendlich schon verloren. Egal ob autistisch oder nicht. Man möchte ja nicht den ganzen Tag angemacht werden für Kleinigkeiten. Das würde auch nicht autistische Kinder irgendwann verunsichern.

Für mich klingt es auch so, als hätte sie dein Kompliment nicht angenommen,weil sie es ja eh nicht "darf" verstehst du? Da wird etwas nettes gesagt und Mama antwortet, sie wäre eh zu eingebildet.  Das ist 0 einfühlsam und macht jedes Kind traurig.

Naja das alles aus Sicht eines Kollegen mal geschildert der das selber hat. Ich kann natürlich auch nicht viel dazu sagen. Da gibt es sicher genug die dir eher helfen könnten. Aber hier weiß auch nicht jeder bescheid, viele spielen sich nur auf und deshalb kann man hier selten gute Fragen stellen :)

Robin

Antwort
von abc93, 4

Drängen hilft bei einem Autisten gar nichts. Da hilft nur Ruhe bewahren und ganz langsam Vertrauen aufbauen, was Monate bis Jahre dauern kann. Alles andere macht ihr noch mehr Angst. 

Antwort
von conelke, 63

Autismus kann in den unterschiedlichsten Ausprägungen erscheinen. Man kann Verhaltensweisen nicht pauschalisieren. Was Du beschreibst, hört sich tatsächlich so an, als wäre die Mutter unfair und vielleicht ein wenig überfordert. Ich denke es ist nicht einfach, mit einem Menschen umzugehen, der seine Gefühle und normale Gesten nicht ausdrücken kann. Wie Du mit ihr umgehen sollst? Ich würde meinen - ganz normal - ohne das Du bestimmte Reaktionen, wie bei einem anderen Kind erwartest. Man sollte dem Mädchen gegenüber ein wenig toleranter sein und nicht alles auf die Goldwaage legen.

Kommentar von Daylight009 ,

Ich glaube ich muss viel bei Google mal nachlesen. Ich hab Angst nachher was falsches zu sagen. Ihre Mutter ist so streng und naja.. ich nenne es mal "streitlustig"... dass ich befürchte von ihr einen Spruch zu bekommen für etwas das ich sagen könnte.

Es schien mir gestern so, als wäre es ihr nicht recht gewesen dass ich mit ihrer Tochter überhaupt geredet habe.

Sie sagte, ihr Kind bräuchte keine Komplimente sie wäre ja schon eingebildet genug. Also nachdem ich sagte, ihr Kleid wäre so schön :)

Kommentar von Aleqasina ,

Da liegt die Mutter sicher falsch. Autisten erfahren in der Gesellschaft sehr viel Ablehnung wgen ihres Andersseins. Oder sie werden überfordert, weil man sie für Savants oder sonstwelche Genies hält.

Schenke ihr ruhig Anerkennung! Mache auch Komplimente, aber nur wirklich ernst gemeinte.

Mit dem Eingebildet-Sein liegt wahrscheinlich ein Missverständnis vor. Manche Autisten bringen ihr wissen oder ihre Meinung ohne Rücksicht auf die soziale Situation vor, weil sie die ja nicht so gut einschätzen können. Deswegen kommen sie manchmal klugscheißermäßig rüber, was aber nichts mit Überheblichkeit zu tun hat. Es wird nur von uns Neurotypischen als Besserwisserei gedeutet, dabei wollen sie nur ihr Wissen teilen und meinen es gut.

Kommentar von conelke ,

Mir scheint eher, dass die Mutter des Mädchen zum Thema Autismus einiges nachzulesen hat. Ich will der Mutter keine Vorwürfe machen, da ich sie und auch die Situation nicht kenne, aber ihre Aussagen sind schon mehr als fragwürdig. Jemandem ein Kompliment zu machen, dass macht man aus dem Bauch heraus und ist in der Regel einfach nur nett gemeint. Vertraue Deinem Bauchgefühl auch weiterhin - ich glaube das Mädchen hat es familienintern nicht gerade einfach. Wenn die Mutter Dir nochmal so einen Spruch reinreicht, dann würde ich entsprechend reagieren und ihr sagen, dass Du darin nichts Frevelhaftes erkennen kannst, wenn man einem Menschen gegenüber höflich und freundlich gesinnt ist. Auch wenn man nicht die Gesamtsituation im Blick hat, sollte man seiner Intuition mitunter ruhig folgen, da dies oft der richtige Weg ist. Vielleicht muss man auch der Mutter gegenüber mal den einen oder anderen Spruch loswerden, so dass sie selbst mal sieht, dass sie nicht die Weisheit mit Löffeln gefressen hat und vielleicht auch nciht alles so richtig ist, wie sie es handhabt.

Wie schon gesagt, ich stelle es mir als Mutter auch nciht einfach vor, wenn man ein Kind hat, dass Gefühle schlecht äußern oder sichtbar erwidern kann. Eine Mutter wünscht sich ja die Zuneigung des Kindes, aber man sollte dennoch versuchen, dem Kind gegenüber gerecht zu bleiben.

Antwort
von Volkerfant, 18

Dumme Fragen gibt es nicht.

Authismus hat sehr, sehr viele Gesichter. Deshalb ist es manchmal schwierig, das überhaupt festzustellen, zu diagnostizieren und dann einer Form zuzuordnen.

Wenn Authismus festgestellt wurde, gibt es sehr gute Therapien, für jede einzelne Form, sodass die Kinder oder Jugendlichen und deren Umfeld sehr gut damit zurecht kommen können.

Antwort
von PrinceOfNoldor, 39

Natürlich nicht, jemandem vorzuschreiben wie er stehen soll ist eine Frechheit, nur weil Asperger hat, hat sie doch trotzdem einen eigenen Willen.

Meine Freundin hat das auch (und ihre Zwillingsschwester ebenfalls) und sie hat mir erzählt, dass man zu ihnen nie strenger war als zu ihren anderen Geschwistern, eher verständnisvoller gerade für ihre speziellen Sachen.

Sarkasmus und Ironie klappt aber teilweise

Antwort
von DelilahGirl, 47

Unterhalte dich ganz normal mit ihr :) Du wirst von selber mitbekommen, wie du am besten mit ihr zurechtkommst. Grad so Sachen wie bei deinem Kompliment über das Hello Kitty Kleid. Frag ruhig nach "Wie kommst du auf die Idee, dass ich dich auslache. Ich finde das Kleid sehr schön"

Das is das einzige was ich dir grad raten könnte.

Vielleicht musst du manche Sachen mit Gesichtsausdrücken ihr öfters erklären als anderen Kindern aber sonst....

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