Frage von KnockinHeaven, 258

Dürfen Polizisten, wenn sie zu Boden gehen, schießen?

Angenommen 2 Polizisten werden von 4 Männern angegriffen, auch mit ihren Einsatzmitteln und ihren Kampfsport-fähigkeiten haben die Beamten keine Chance und gehen zu Boden.

Wenn dann ein Polizist am Boden liegt, darf er dann die Schusswaffe nehmen und androhen, dass er schießt? Oder muss er in so einer Situation gar nicht androhen, sondern darf gleich schießen?

Antwort
von whabifan, 118

Wenn die Leute die Absicht haben die Polizisten zu töten und es keinen anderen Ausweg gibt ja. Ich erinnere mich, es war in Frankreich wo eine Gruppe Hooligans einen Typen töten wollten, kam es zu so einer Situation. Es war eine Gruppe von etwa 20 bis 25 Leuten die einen Mann töten wollten und ein Polizist ging dazwischen. Der Mann lag am Boden der Polizist auf ihm und der Mob von 20 Leuten wollte dann beide töten. Der Polizist hat seine Wumme gezogen und den Erstbesten erschossen. Auch wenn ich gegen Polizeigewalt bin fand ich das Handeln absolut legitim und auch richtig. Wie die Sache juristisch ausging weiss ich nicht.

Antwort
von Kickflip99, 81

Ja, er darf schießen, nein, er muss nicht androhen, falls der sofortige Schusswaffengebrauch zur Abwehr einer gegenwärtigen Gefahr für Leib oder Leben erforderlich ist. Für Nordrhein-Westfalen: § 61 Abs. 2 PolG NRW.

Expertenantwort
von furbo, Community-Experte für Polizei & Recht, 78

Nur wenn er auf dem Boden liegt, darf er noch nicht schießen. Es müssen noch weitere Faktoren hinzukommen, damit der Schusswaffengebrauch erlaubt wäre. 

Antwort
von FalkenRing, 78

Wenn das Leben eines Polizeibeamten in Gefahr ist darf der Beamte schießen ABER das erschießen ist schon eine andere Sache. Der Polizist würde die Vier Männer auf Arme Beine und eventuell Torso schießen aber seine Absichten sind nicht das erschießen. Die würden mit höchster Wahrscheinlichkeit die angreifen "Ausser Gefecht" setzen aber nicht töten.

Antwort
von Still, 6

Da die Beamten final angegriffen werden, müssen sie davon ausgehen, dass die Täter es auf die Waffen abgesehen haben. Ganz klar, dass sie also einen Zugriff durch den Einsatz verhindern MÜSSEN!

Antwort
von ThorbenHeiler, 94

Sie dürfen auch schon vorher ohne Ankündigung schießen. Also lass es besser nicht drauf ankommen. Denke mal an den Prozess gegen den Mörder von Benno Ohnesorg 

https://de.wikipedia.org/wiki/Benno_Ohnesorg

Nachdem 2009 bekannt wurde, dass Kurras 1967 inoffizieller Mitarbeiter des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit gewesen war, wurden neue Ermittlungen durchgeführt. Sie ergaben 2011, dass er auf Ohnesorg ohne Auftrag, unbedrängt und wahrscheinlich gezielt geschossen hatte. Er wurde dennoch nicht erneut angeklagt.

Der Staat verurteilt grundsätzlich niemals einen Angestellten von ihm für eine Tat, die er im Namen des Staates durchgeführt hat.

Kommentar von KnockinHeaven ,

Es gab aber schon Verurteilungen gegen Polizeibeamte.

Kommentar von ThorbenHeiler ,

Dann nenne mal bitte einen Fall, dass wir uns gemeinsam ansehen können, was da passiert ist. 

Kommentar von KnockinHeaven ,

z.B.der Vorfall in München, wo die junge Frau ins Gesicht geschlagen wurde. Da wurde ein Polizist (war glaub ich sogar Polizeipräsdent) verurteilt.

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/falll-teresa-z-muenchner-polizist-zu-bewae...

Kommentar von ThorbenHeiler ,

Zunächst zu dem Polizisten in München. Der hat einer Frau das Augenbein und Nasenbein gebrochen. Die Frau hatte dabei die Hände mit Handschellen auf den Rücken gebunden. Alles geschah auf der Wache. Meiner Ansicht nach ist der Polizist VIEL zu milde bestraft worden. 

Und soll ich dir mal sagen, warum der überhaupt verurteilt worden ist? Weil der aus Sachsen stammt und noch immer sächselt, während das Opfer aus Bayern stammt und bayrischen Dialekt spricht. Wenn die Dialekte der beiden umgekehrt verteilt gewesen wären, dann wäre der Prügelpolizist nicht von einem bayrischen Gericht verurteilt worden.

Kommentar von KnockinHeaven ,

Hier hast du noch einen Fall, wo 2 Polizeibeamte verurteilt wurden:

An diesem Tag verurteilte das Landgericht Kiel
den 46-jährigen Alexander M. wegen Aussetzung einer hilflosen Person
mit Todesfolge zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten. Die Strafe wurde
zwar zur Bewährung ausgesetzt, für einen Polizeibeamten jedoch bedeutet
ein solcher Schuldspruch das Ende seiner Laufbahn. Am Tag, an dem das
Urteil rechtskräftig wird, ist M. aus dem Staatsdienst entlassen, und
seine Pensionsansprüche erlöschen. M.s Untergebenen, den 59-jährigen
Hans-Joachim G., bestraften die Richter wegen fahrlässiger Tötung mit
neun Monaten Gefängnis auf Bewährung. G. wird wohl im Staatsdienst
bleiben, weil seine Freiheitsstrafe unter einem Jahr ist.

http://www.zeit.de/2008/40/Kieler-Polizistenprozess

Kommentar von ThorbenHeiler ,

Das ist ein VÖLLIG untypischer Fall in MEHRFACHER Hinsicht. Es ist besser sich nicht darüber öffentlich zu äußern. Ein Anhaltspunkt

http://www.recht.de/archiv/viewtopic.php?t=135758&start=15&sid=c2a7b0ff4...

Die Zeugin Johanna H. (27) starb am Montagabend gegen 21 Uhr auf der Europastraße 27 zwischen Großenbrode und Heiligenhafen, als der Fahrer eines holländischen Klein-Lkw bei einem gewagten Überholmanöver auf die Gegenfahrbahn geriet und mit dem Auto der Lübeckerin zusammenstieß. Genau 14 Stunden später begann der Prozess gegen die beiden Polizisten. Für diesen, auch für sie schweren, Tag hatte sich Johanna H. an diesem Abend noch Beistand bei einer auf Fehmarn lebenden Freundin erhofft. Dort kam sie nicht mehr an. ... Die tödliche Unfallfahrt im Dezember 2002 hat Johanna H. nach Angaben eines Freundes über Jahre beschäftigt. Zunächst war auch gegen sie ermittelt worden. Das Verfahren wegen fahrlässiger Tötung wurde vom Amtsgericht Lübeck erst im Januar 2006 eingestellt. Begründung: Die Schuld der Arzthelferin am Tod von Robert Syrokowski sei zu gering für eine Verurteilung. Johanna H. hatte als Angeklagte in diesem Verfahren über den Unfallhergang geschwiegen. In dem Prozess gegen die Polizisten hätte sie als Zeugin die Aussage nicht mehr verweigern dürfen. 

Antwort
von HappyReaper, 56

Bei Vorliegen der rechtlichen Voraussetzungen darf ein Polizist schießen - egal ob er auf dem Boden liegt, schwimmt oder Kopfstand macht.

Antwort
von chanfan, 122

Sie könnten vorher noch einen schriftlichen Antrag stellen.

Nur mal so: Is´die Frage jetzt wirklich ernst gemeint? Wenn ja, dann kannst du damit rechnen, das sie dann auch schießen werden ohne etwas vorher anzukündigen. Nicht immer hat man dann noch die Zeit irgendwelche Drohungen auszusprechen. Oder siehst du das anders?

Antwort
von noname68, 129

der einsatz von schußwaffen zur selbstverteidigung ist bei der polizei streng geregelt und muss auch angemessen sein, d.h. ggf. auch nur dann, wenn man selbst mit einer schußwaffe bedroht wird. die polizei verfügt auch noch über nicht-tödliche einsatzmittel,  z.b. das reizgas oder elektroschocker.

zwar ist ein am boden liegender mensch gegenüber einem angreifer relativ hilflos, ggf. wäre ein schuß ins bein (nicht lebensbedrohend) hier angemessen. es wird aber immer ein großes medienspektakel, kritik aus allen ecken und eine untersuchung geben, wenn ein polizist von seiner schußwaffe gebrauch macht und dabei ein mensch zu schaden kommt.

Kommentar von KnockinHeaven ,

Über Elektroschocker verfügen aber normale Streifenpolizisten nicht, soweit ich weiss. Jedenfalls in DE.

Kommentar von azeri61 ,

seit wann haben polizisten denn elektroschocker ?

Antwort
von IJBoy, 81

Meistens bevor so was passiert greift schon ein Beamter oder alle beide nach Pfeffer spray!!!! Peace

Antwort
von HappyReaper, 44
Antwort
von zippo1970, 110

Also Situation: 4 Angreifer-2 Polizisten, Polizisten am Boden, Pfefferspray hat versagt, die 4 prügeln auf die Polizisten am Boden ein...

Ich würde mal sagen, wenn es irgendwie möglich ist, haben die Polizisten schon bevor sie zu Boden gehen, die Schusswaffe gezogen.

Wenn sie weiter angreifen, wäre wohl ein Schuss in die Beine gerechtfertigt.

LG :-)

Kommentar von ZuumZuum ,

Bei unmittelbarer und nicht anders abwendbahrer Gefahr für Leib und Leben ist der Schußwaffeneinsatz gerechtfertigt und dabei braucht nicht auf die Beine gezielt werden. Das Risiko, das der Schußwaffeneinsatz ohne Wirkung bleibt und der lebensbedrohende Angriff fotgesetzt wird, braucht der Angegriffene nicht einzugehen, und das muß nicht mal ein Polizeibeamter sein. 

Antwort
von TheAllisons, 72

Merke dir, ein Polizist geht nicht zu Boden, der fordert, bevor so was passiert, Verstärkung an.

Kommentar von zippo1970 ,

Das hab ich aber schon anders gesehen.... :-)

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