Frage von 1Roseful1, 82

Dürfen Muslime, Juden, Hindus und Buddhisten im christlichen Europa religiöse Bauwerke errichten?

Frage steht oben, danke für Antworten!:)

Expertenantwort
von Enzylexikon, Community-Experte für Religion, 82

Natürlich, immerhin gibt es diese religiös genutzten Gebäude bereits in Europa.

Teilweise sind diese Bauwerke sogar baulich sehr aufwändig, wenn beispielsweise der jeweilige asiatische Stil beibehalten, oder in modifizierter Weise übernommen wird.

Etwa die buddhistische Pagode Vien Giac:in Hannover

  • deutsch.viengiac.de/

Oder der hinduistische Tempel "Kamadchi Ampal" in Hamm

  • kamadchi-ampal.olanko.de/
Antwort
von Jinnah, 78

Wir hier in einer 100.000 Einwohner-Stadt haben verschiedene Moscheen für die diversen moslemischen Glaubensrichtungen. Wir haben nicht nur einen Hindutempel sondern jedes Jahr einen farbenprächtigen Umzug der Hindus durch die Stadt. Wir haben eine Synagoge und ein Buddhist erzählte mir mal, daß das größte Heiligtum der Buddhisten in Europa irgendwo im Ruhrgebiet steht (ich weiß den Ort leider nicht mehr), wo auch offizielle Bestattungen von Gläubigen vorgenommen werden dürfen.

Antwort
von 1988Ritter, 77

Grundsätzlich gesehen ja.

Hierbei sind die Auflagen der Baubehörde zu beachten. Es wird also unwahrscheinlich sein, dass in einem denkmalgeschützten Viertel mit historischem Hintergrund ein hinduistischer Tempel mit steinernen Elefanten vor der Tür gebaut wird. Anders schaut es in Stadtgebieten aus, die keinerlei Auflagen für eine Bauweise vorschreiben.

Antwort
von Vierjahreszeit, 77

Im Grundgesetz ist die freie Religionsausübung garantiert. Also dürfen die Religionsgemeinschaften dies in entsprechenden erforderlichen Räumlichkeiten ausüben.

Antwort
von Pangaea, 70

Ich weiß ja nicht, was du als "christliches Europa" bezeichnest - in den Ländern der EU herrscht Religionsfreiheit.

Das bedeutet: Man kann eine Religion haben oder auch nicht, und wenn man eine will, kann man sie frei wählen (ab 14). Und natürlich kann jede Religion (mit Baugenehmigung) auch ein religiöses Gebäude errichten.

Antwort
von dompfeifer, 29

Es dürfen Nichtschwimmer an Schwimmbädern arbeiten, Veganer an der Pferdemetzgerei, Radfahrer in der Autoproduktion, Nichtraucher an Raucherkneipen und sogar Kinderlose am Bau des Kindergartens. Es dürfen sogar Leute Ostereier anmalen, die gar nicht an den Osterhasen glauben!

Kommentar von sarahj ,

aber Atheisten (selbst kritische Christen) nicht in kirchlichen Einrichtungen
(nicht einmal wenn sie fast vollständig staatlich finanziert sind)

Sorry: musste ich jetzt loswerden

Was ist eigentlich mit den Mitarbeitern von islamischen Einrichtungen. Wäre da ein Atheist willkommener?

Kommentar von dompfeifer ,

Hallo sarahj,

Dein Einwand geht hier völlig an der Fragestellung vorbei. Da geht es um religiöse Bekenntnisse von Menschen, die an der Errichtung von Sakralbauten beteiligt sind, sei es als Stadtplaner, Architekt, Bauingenieur, Maurer, Zimmerer, Dachdecker, Kranführer, Kraftfahrer, Hilfsarbeiter u. dergl. Darauf bezieht sich meine obige Antwort.

Daran gehen Deine Hinweise auf das kirchliche Selbstordnungs- und Selbstverwaltungsrecht völlig vorbei. Hier geht es um Arbeitnehmerrechte in sozialen kirchlichen Einrichtungen. Nach Art. 140 Grundgesetz wird für eine Mitarbeit in kirchlichen Einrichtungen von dem Mitarbeiter eine Übereinstimmung mit den kirchlichen Glaubens- und Moralvorstellungen erwartet. Ein Verstoß gegen diese Loyalitätspflichten zieht arbeitsrechtliche Konsequenzen – bis hin zur Kündigung – nach sich.  

Kommentar von Mark1616 ,

Deine Antwort ging bereits in diese Richtung, sarahj hat es nur weitergeführt. Du wolltest darauf hinaus, dass es in Europa keinerlei Benachteiligung aufgrund deines persönlichen Glaubens gäbe, was aber definitiv nicht der Fall ist. Siehe Sarahs Beispiel.

Das diese Einrichtungen meist sogar zu einem Großteil vom Staat finanziert sind setz dem ganzen noch die Krone auf.

Antwort
von Jewi14, 77

Na hör mal, es gibt diverse Synagogen und Moscheen in Deutschland. Selbst einen Hindu Tempel gibt es in NRW. Nur bei Buddhismus weiß ich nicht, ob die ein eigenes Gebäude in Deutschland haben

Kommentar von sarahj ,

brauchen keinen Tempel, suchen nur sich selbst, keinen Gott.
Und sie haben sich ja immer bei sich.

Kommentar von Jewi14 ,

Ich muss eingestehen, über den Buddhismus weiß ich kaum was.

Antwort
von EdNewgate, 75

Ja das dürfen Sie in eigentlich allen Westeuropäischen Ländern, in Deutschland ganz bestimmt. Ich als Schweizer muss hier aber erwähnen das es bei uns in der Schweiz, seit einer Volksabstimmung vor ein paar Jahren eine Einschränkung gibt. In der Schweiz dürfen keine Minarette mehr gebaut werden. Da diese aber für den Muslimischen Glauben in nicht wircklich nötig sind, handelt es sich hier bei nicht um eine Beschränkung der Religionsfreiheit.

Kommentar von mmolthagen ,

Wer legt eigentlich bitte schön fest, was für einen Glauben "wirklich nötig" ist? Niemand als der Gläubige selbst (oder die jeweilige Versammlung der Gläubigen) hat die Deutungshoheit über Inhalte des betreffenden Glaubens.

Wenn Muslime also Minarette für nötig erachten, dann sind sie es für sie. 

Zur Religionsfreiheit gehört nämlich auch das Recht, sich seine religiösen Überzeugungen selbst zu bilden (Bekenntnisfreiheit). Und der Staat darf keine Überzeugungen bevorzugen oder benachteiligen.

Kommentar von sarahj ,

die Schweizer haben erkannt (und auch die Demokratie dazu, es zu entscheiden), daß man der Sache keinen freien Lauf lassen sollte, solange man es noch kontrollieren kann.

Antwort
von Kleckerfrau, 61

ja, sonst würde es ja z.B. keine Moscheen geben.

Antwort
von WotansAuge, 62

Alle oben genannten Religionen dürfen zumindest in Deutschland ihre Kultstätten und Bauwerke errichten. Einzig die Kultstätten des germanischen Urglaubens sind bis heute verboten. Sie wurden zerstört und/oder darüber eine Kirche errichtet. Neue durften bis heute nicht errichtet werden. Es gibt zwar mittlerweile wieder einige, aber die müssen die Gläubigen streng geheim halten. 

Kommentar von mmolthagen ,

Abgesehen davon, dass niemand weiß, was so ein "germanischer Urglaube" eigentlich sein soll, hätten auch Angehörige einer solchen Religionsgemeinschaft das Recht, Kultstätten und Bauwerke zu errichten.

Einzig solche Gemeinschaften, die sich zu sehr an rechtsextremem Gedankengut orientieren (und da gibt es ja nun einige), müssen mit Einschränkungen rechnen.

Kommentar von WotansAuge ,

>Abgesehen davon, dass niemand weiß, was so ein "germanischer Urglaube" eigentlich sein soll,

Es wissen nur sehr wenige, weil sich die Gläubigen seit mehr als 1000 Jahren nur im Verborgenen treffen können. 

Kommentar von earnest ,

Dann stell doch mal einen Bauantrag für die Errichtung eines Wotan-Tempels in Wanne-Eickel. 

;-)

Kommentar von sarahj ,

das würde mich jetzt echt interressieren: ich vermute, es geht um keltische Religion bzw. Bräuche, die die Christen bei ihrer freundlichen Übernahme einverleibt haben - oder?

Mit welchem Recht sind diese Kultstätten verboten (hast Du da einen § ?)

Klar, daß die rechten auf sowas stehen, aber gegen Walpurgisnachtfeste, bei denen sexy, leichtbekleidete Hexen um alte Eichen tanzen, und danach alle Spaß miteinander haben, sollte doch außer der Kirche niemand was haben -oder?

Oder habe ich da etwas zu verklärte Vorstellungen ;-D

Kommentar von WotansAuge ,

Bauten werden grundsätzlich nicht genehmigt, weil angeblich dafür kein Bedarf bestehe. Religiöse Gruppierungen werden, sofern sie in die Öffentlichkeit treten, SOFORT vom Staat unterwandert. Danach singen diese Staatsdiener dann Loblieder auf den bekanntesten deutschen Politiker, nehmen sich dabei auf und veröffentlichen sich als Beweis für die allgemeine politische Meinung dieser Gruppe. 

Wir machen es deshalb so wie bisher: Weitermachen im Geheimen. Unserer Religion kann auch niemand beitreten, es sei denn er wäre von einem Mitglied eingeladen worden, das für ihn bürgt. Jeder darf im Leben nur ein einziges Mitglied werben.

Kommentar von sarahj ,

"Jeder darf im Leben nur ein einziges Mitglied werben"

schade aber auch - das mit den Eichen wäre durchaus ein Argument gewesen ;-D

(kenne da einen Pilzsammler; kann ja mit ihm eine eigene, geheime Splittergruppe gründen, wenn ihr mich nicht wollt - ätsch!)

Kommentar von WotansAuge ,

Du sprichst ein weiteres Problem gelassen aus. Teil unserer Religion ist es, sich in einem bewusstseinserweiternden Rausch geistig zu reinigen. Dazu werden Rauschdrogen konsumiert - selbstverständlich. Aber der Staat kann nicht akzeptieren, dass dies ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Religion ist.  

schade aber auch - das mit den Eichen wäre durchaus ein Argument gewesen ;-D

Vielleicht wirst du ja doch noch aufgenommen. Bis dahin könnten wir schon mal üben :-)

Kommentar von sarahj ,

"...geistig zu reinigen." - War mir schon klar, daß Reinigung zur Erkenntnis führt und daher Meister Proper nicht allenthalben erwünscht ist ;-D

"aufnehmen & üben" - vermutend, daß ihr nicht allzu dogmatisch seid, klingt das durchaus spannend. Würden Wotanisten 99 aufgezählte Namen und ein Glaubensbekenntnis verlangen, wäre ich als Atheist allerdings intellektuell überfordert, und müsste dankend meiner Wege gehen.

Die 1:1 Regel ist ja auch kontraproduktiv. Da will wohl überlegt sein, wen nimmt, wer nur einmal darf. Eine "alle im Kreis müssen zustimmen" und "jeder hat Veto"-Regel kenne ich von anderen Clubs, wo sie bestens funktioniert.

Aber mal eine andere Frage:

ist das Verbot dieser Hilfmittel eigentlich mit "Der Würde des Menschen"(*) und/oder "Freier Religionsausübung" vereinbar?

Ich bin kein Jurist, mein Gefühl sagt mir aber, daß hier "Ober sticht Unter" gelten müsste, und die obigen als Premium 1st Class Gesetze gelten. Bei genügend sich auf Verfassung berufendem Bohei will doch keiner als non-PC dastehen...

(*) wenn man nachliest gibt die echt was her - juristisch, obwohl ich mir nicht-juristisch nicht viel konkretes darunter vorstellen konnte.

Kommentar von WotansAuge ,

Du könntest eher die Mafia mit Logik und Moral davon überzeugen, dass sie künftig nur noch legale Geschäfte machen, als die Justiz davon überzeugen, künftig auf Rechtsbeugung zu verzichten. Sieh doch z.B. nur mal, was aus dem Briefgeheimnis und Fernmeldegeheimnis geworden ist. 

http://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_10.html

(1) Das Briefgeheimnis sowie das Post- und Fernmeldegeheimnis sind unverletzlich.

Wer glaubt dass wir in einem Rechtsstaat leben, macht sich doch lächerlich! Wobei ich eingestehen muss, dass ich es selber geglaubt habe, bis ich zwei mal [!] selbst von Rechtsbeugung getroffen wurde.

Antwort
von hummel3, 81

Eindeutig ja, wenn sie sich an die geltenden Bauvorschriften halten.

Antwort
von Herb3472, 64

Was soll die Frage? Jüdische Synagogen gibt es in Europa schon seit Jahrhunderten, und auch Moscheen schon zig Jahrzehnte. Ob es hinduistische und buddhistische Tempel gibt, weiß ich nicht, aber erlaubt sind sie selbstverständlich. Warum auch nicht? Wir leben ja hier nicht in Nordkorea!

Kommentar von Pangaea ,

Kennst du noch andere Synagogen außer jüdische? ;-)

Antwort
von Schnoofy, 63

Europa ist groß, besteht aus diversen unabhängigen Staaten.

Demzufolge gibt es unzählige verschiedenen Bauvorschriften. Werden diese eingehalten ist das Errichten solcher Bauwerke zulässig.

Kommentar von scrutinize ,

*lach*

Ob diese Gebäude errichtet werden dürfen oder nicht, hängt nicht von Bauvorschriften ab, sondern von ethnisch-religiösen Konflikten. Und das in jedem Land Europas.


Kommentar von Schnoofy ,

Wo steht das?

Antwort
von nowka20, 5

in diesem sinne sind christen tolerant!

Antwort
von sepki, 70

Dir ist schon klar, dass es zB in Deutschland Moscheen und Synagogen gibt? Also ja.

Dazu ist Europa nicht christlich, sondern religionsfrei, durch Religionsfreiheit.

Kommentar von Agentpony ,

Um ein bisschen Klugzuscheißen: Die politische Religionsfreiheit ist die Laizität (Trennung von Staat und Religion). Religionsfreiheit ist ein persönliches Grundrecht und könnte auch in einer nicht-laizistischen Gesellschaft exitistieren.

Kommentar von mmolthagen ,

Deutschland ist nicht laizistisch (wie Frankreich oder die Türkei), sondern steht den Weltanschauungen bei weltanschaulicher Neutralität wohlwollend gegenüber. Es darf also keine Weltanschauung bevorzugt oder benachteiligt werden.

Die Trennung von Staat und Kirche bedeutet im Staatskirchenrecht eine organisatorische Trennung von Staat und Kirchen kraft staatlicher Gesetze. In Deutschland kooperieren Staat und Kirchen bei gleichzeitigem Rechtsmonopol des Staates.

Den Begriff "Religionsfreiheit" findet Du im Grundgesetz übrigens nicht. In Art 4 Abs. 2 GG steht nur: "Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet". Dabei handelt es sich um ein Abwehrrecht gegen Beeinträchtigungen durch den Staat.

Kommentar von mmolthagen ,

In Europa gibt es kein einheitliches Staatskirchenrecht. Allein Deutschland (weltanschauliche Neutralität) und Frankreich (Laizismus) haben völlig unterschiedliche Modelle des Staatskirchenrechts. 

In den verschiedenen Staaten ist auch die Religionsfreiheit unterschiedlich begründet - aber keiner der heutigen Staaten ist "religionsfrei" (der letzte, der das von sich behauptete, war das kommunistische Albanien).

Antwort
von pharao1961, 63

Ja, sie dürfen, wenn die Bauvorschriften beachtet werden.

Antwort
von Zumverzweifeln, 74

In Deutschland ? Natürlich ! 

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