Frage von JorgeYamahaDrum, 112

Dürfen Jungfrauen masturbieren(biblisch begründbar)?

Ich würde es nicht machen. Mich interessiert eure Meinung dazu

Antwort
von AntwortMarkus, 61

Zunächst muss wohl klargestellt werden, dass uns die Bibel die Sexualität als etwas sehr Schönes darstellt - in der Ehe (vergleiche zum Beispiel das Hohelied und die Beziehung vieler Ehepaare in der Bibel). Außerhalb der Ehe werden sexuelle Beziehungen verworfen.

Allerdings verbietet die Bibel die Selbstbefriedigung mit keiner Silbe. Es gibt kein Verbot.

Kommentar von JorgeYamahaDrum ,

Jesus sagte doch mal genau erklärt wann man Ehebruch begeht. Gilt das nur für verheiratete Paare

Kommentar von AntwortMarkus ,

Welche Stelle meinst Du genau? Nenne sie mir.

Kommentar von JorgeYamahaDrum ,

Irgendwo im Matthäus Evangelium. Mir geht es um die eine Frage: Wie dürfen jungfräuliche Christen masturbieten

Kommentar von AntwortMarkus ,

So wie es ihnen Spaß macht.

Kommentar von gummigruen ,

Allerdings kann aus der Selbstbefriedigung schnell eine Sucht werden. Wenn du die loswerden willst, empfehle ich dir diese Seite:

http://www.jesus.ch/themen/gesellschaft/gesellschaft/230781-vom_umgang_mit_selbs...

Sie war mir sehr hilfreich. :)

Antwort
von Philipp59, 7

Hall JorgeYamahaDrum,

zunächst einmal muss man sagen, dass die Bibel nicht direkt auf das Thema "Masturbation" eingeht. Dennoch gibt es einige grundsätzliche Aussagen, aus denen sich ableiten lässt, wie Gott dazu eingestellt ist. Und diese gelten natürlich nicht nur für Jungfrauen, sondern für jeden anderen auch.

Grundsätzlich vertritt die Bibel keine prüde Einstellung bzgl. der Sexualität des Menschen. An mehreren Stellen spricht sie davon, dass Sexualität innerhalb gewisser Grenzen etwas sehr Schönes sein kann (siehe z.B. Sprüche 5:18-20). Sie zeigt aber auch, dass ein Christ nicht in erster Linie auf die Befriedigung seiner eigenen sexuellen Bedürfnisse bedacht sein sollte, sondern die Bedürfnisse des Partners im Vordergrund stehen sollten (siehe 1. Korinther 7:3,4).

An anderer Stelle spricht die Bibel davon, dass ein sexuelles Verlangen nicht ungezügelt ausgelebt werden sollte und selbst innerhalb der Ehe ein bestimmtes Maß an Selbstbeherrschung geübt werden sollte. So heißt es beispielsweise in Kolosser 3:5: " Ertötet daher die Glieder eures Leibes, die auf der Erde sind, in bezug auf Hurerei, Unreinheit, sexuelle Gelüste, schädliche Begierde und Habsucht, die Götzendienst ist. Denkst Du nicht auch, dass durch Masturbation "sexuelle Gelüste" nicht eher angeregt werden? Was aber sollte daran falsch sein, magst Du fragen? Nun, jemand, der sich z.B. vor der Ehe rein erhalten möchte, könnte sich dadurch in große Schwierigkeiten bringen. Es würde ihm sicher noch schwerer fallen, sexuell enthaltsam zu leben. Durch immer wiederkehrendes Masturbieren könnte es schließlich geschehen, dass er sich auf voreheliche Beziehungen einlässt und damit ein wichtiges Gebot übertritt.

Es stimmt zwar, dass Sexualität ein Geschenk Gottes ist. Doch Gott möchte auch, dass wir mit diesem Geschenk so umgehen, dass wir damit weder uns selbst noch anderen einen Schaden zufügen. Was geschieht aber bei der Masturbation? Fördert sie die Beachtung göttlicher Grundsätze über den Gebrauch der Sexualität oder behindert sie diese? Ist es nicht eher so, dass Selbstbefriedigung ichbezogenes Denken fördert, weil es ausschließlich auf die eigenen körperlichen Empfindungen fixiert ist? Und setzt man sich dadurch nicht viel eher den Gefahr aus, in Frauen bzw. Männern nur ein Sexualobjekt zu sehen, das dazu da ist, die eigenen Wünsche zu befriedigen? Würde das nicht einer glücklichen Beziehung eher im Wege stehen?

Jesus Christus prägte einmal einen für das Zusammenleben sehr wichtigen Grundsatz, der da lautet: '"Beglückender ist Geben als Empfangen" (Apostelgeschichte 20:35). Dieser Rat lässt sich auch und vor allem auf die Ehe anwenden. Man könnte sich nun fragen: Fördert Masturbation nicht vielmehr des Geist des Nehmens als den Geist des Gebens? Außerdem könnte man sich fragen, wie es sich wohl auf die Ehe auswirkt, wenn man es nicht gelernt hat, eigene Wünsche und Begierden  im Zaum zu halten? Denn auch in der Ehe kann man seine sexuellen Wünsche nicht ungehemmt ausleben. Vor allem bei einer Frau gibt es Zeiten, in denen ihr z.B. aufgrund ihres Monatszyklus einfach nicht danach ist, Geschlechtsverkehr zu haben. In dieser Zeit ist die Selbstbeherrschung des Mannes gefragt.

Wie sollte außerdem, jemand, der masturbiert, den Grundsatz der Bibel beachten, der in folgendem Rat zum Ausdruck kommt: "Gott will, dass ihr ein geheiligtes Leben führt. ´Dazu gehört,` dass ihr euch von aller sexuellen Sünde fern haltet.   Jeder von euch muss lernen, Herr über seine Triebe zu sein, denn euer Leben gehört Gott, und die Menschen sollen Achtung vor euch haben. Lasst euch nicht von Begierden und Leidenschaften beherrschen wie die Menschen, die Gott nicht kennen (1. Thessalonicher 4:3-5, Neue Genfer Übersetzung).

Um es noch einmal deutlich zu sagen: Die Bibel spricht sich nicht grundsätzlich gegen die Befriedigung des sexuellen Verlangens aus. Schließlich ist die Sexualität ein Geschenk Gottes. Allerdings möchte er, dass wir mit diesem Geschenk richtig umgehen, damit wir dauerhaft Freude daran haben können. Selbstbefriedigung ist jedoch nicht dazu geeignet, dass wir im richtigen Rahmen von diesem Geschenk Gebrauch machen. Gott hat die Sexualität mit der Liebe zu einem Partner verbunden. Bei der Selbstbefriedigung wird die Sexualität von der Liebe gelöst, und wird somit zur reinen Triebbefriedigung und zum Ventil für sexuelle Spannungen. Das fördert, wie bereits gesagt, eine ichbezogene Einstellung und trägt weder zum eigenen, noch zum Glück einer späteren bzw. gegenwärtigen Beziehung oder Ehe bei.

LG Philipp

Antwort
von nachdenklich30, 12

Sexualität ist eine gute Gabe Gottes.

Die darf man auch ausprobieren. Sie ist alleine für sich anders als mit einem Partner oder Partnerin.

Wie alles auf der Welt kann man es auch mit der Sexualität übertreiben. Man kann auch sexsüchtig werden - aber bis dahin ist ein langer Weg.

Man kann Sexualität auch nicht einfach an- oder abschalten. Sie begleitet uns, mal mehr, mal weniger. Sie kann bei einfachen Berührungen beginnen, die einfach gut tun. Am Arm, an der Hand. Beim In-den-Arm-nehmen. Und es kann gut und schön sein. Das kann intimer werden. Muss es aber nicht.

Jeder Mensch muss das seinen eigenen Weg finden. Dabei kann es hilfreich sein, seine eigenen empfindlichen Stellen kennen zu lernen und auszuprobieren.

Es ist überhaupt gut, sich selber kennen zu lernen.

Hab Vertrauen zu Dir und zu Deinem Gott. Der will, dass es Dir gut geht. Und er will Dich nicht mit irgendwelchen Regeln in die Pfanne hauen. Gott weiß, dass du nicht perfekt bist. Und hat hat dich nicht mehr lieb, wenn Du religiösen Perfektionismus anstrebst.

Gott steht zu Dir. Dann darfst Du auch zu Dir stehen. Und auch zu Deiner Sexualität. Und dann wirst Du auch heraus finden, was Dir gut tut und was nicht. Das wird es Dir leichter machen, auch mal mit einem anderen Menschen zusammen heraus zu finden, was Euch gemeinsam gut tut.

Wobei es keine Pflicht gibt, nicht mehr solo zu leben. Muss auch mal gesagt werden. Gott hat jeden einzelnen Menschen als sein Ebenbild erschaffen. Auch wenn manche die Schöfpungsgeschichte in der Form missverstehen, Gott habe nur Ehepaare ("Mann und Frau" erschaffen. Das steht da aber genau so eben nicht.

Sorry, ist eine längere Antwort. Eine kürzere fällt mir gerade nicht ein. :-)

Antwort
von RudolfFischer, 14

Bei allem Respekt vor der Bibel: Sie taugt nicht dazu, 2000 Jahre später für beliebige Verhaltensmuster im heutigen Alltag als moralische Anleitung herangezogen zu werden.

Das Judentum und damit später auch das Christentum waren (und sind noch teilweise) körperfeindlich. Für Nomadenstämme war die Sexualität zur Fortpflanzung da und alles andere gemeinschaftsgefährdend. Das kann heute nicht mehr gelten.

Was gilt, ist der Maßstab der Liebe, wie ihn Jesus gepredigt hat. Wenn ein Mensch sich selbst befriedigen will, weil er dadurch Lust verspürt, so hat der liebe Gott es so eingerichtet. Wenn kein weiterer Mensch dadurch nachteilig betroffen ist, kann man nichts dagegen sagen. (Früher hat man mir vom bösen Ehemann gepredigt, der seine Frau vernachlässigt, weil er sich selbst befriedigt. So ein Quatsch!)

Für die Jungfrau ist es jedenfalls besser, sich selbst Lust zu verschaffen, als sich um dieser Erfahrung willen an einen ungeliebten Mann zu verschwenden.

Wer sich denn freiwillig alles versagen will und kann, sollte ins Kloster gehen; auch das ist zu respektieren.  

Kommentar von Meatwad ,

Früher hat man mir vom bösen Ehemann gepredigt, der seine Frau vernachlässigt, weil er sich selbst befriedigt. So ein Quatsch!

Und wenn man dann noch der Ehefrau erzählt, daß SIE ihre Pflichten vernachlässigt hat, und der Mann sich deshalb selbst befriedigen musste, dann hat man einen schönen Teufelskreis der Schuldigkeit. Ganz schön perfide.

Ingesamt eine sehr schöne Antwort! Leider liest man sowas hier nur sehr selten.

Antwort
von peterobm, 43

das liegt an jedem selbst, das ist auch in der Bibel nicht verboten 

Antwort
von josef050153, 11

In der Bibel ist es nicht direkt verboten.

Kommentar von nowka20 ,

kol3,5, du experte!

Kommentar von josef050153 ,

Da kommt das Wort masturbieren gar nicht vor, also was soll das? Nur weil DU eine bestimmte Bibelstelle so AUSLEGST, heist das noch lange nicht, dass es auch genau das bedeutet.

Das ist etwa genauso, wie wenn ich nach Mar 9:50b

Habt Salz bei euch und habt Frieden untereinander! (LUT)

behaupte, jeder Christ muss immer ein Säckchen Salz bei sich haben.

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