Frage von highnico, 38

Dürfen Gfb arbeitskräfte weniger urlaub haben als teilzeit und vollzeitkräfte?

ich arbeite als gfb arbeitskraft bei globus. bis vor zwei jahren hatte ich 36 tage urlaub. nach der umstellung von 400 € auf 450 € bekam ich einen neuen vertrag mit nur noch 24 tage urlaub. ich habe dies vom globus betriebsrat überprüfen lassen. sie sagten dies wäre rechtens mir stehen gesetzlich nur 24 tage urlaub zu. Alle teilzeitkräfte und vollzeitkräfte haben 36 tage urlaub. nach rücksprache mit dem betriebsrat in meinem hauptgeschäft würde dies so nicht stimmen, weil dies dem gleichstellungsgesetz widersprechen würde. Was stimmt jetzt ? wenn ich anspruch auf 36 tage urlaub habe, wie kann ich da vorgehen ? danke im voraus für die hilfe

Antwort
von Familiengerd, 24

Auch als geringfügig beschäftigte Arbeitskraft hast Du den gleichen Urlaubsanspruch wie die anderen Arbeitnehmer im Betrieb - selbstverständlich anteilig entsprechend der Anzahl Deiner Wochenarbeitstage.

Wenn im Betrieb also allgemein 36 Urlaubstage gewährt werden, dann ist das auch die Grundlage für Deinen Urlaubsanspruch!

Geringfügig Beschäftigte und sonstige Teilzeitarbeitnehmer dürfen nicht schlechter gestellt werden als "normale" Vollzeitarbeitnehmer - d.h. es ist nicht erlaubt, Dir nur aufgrund der Tatsache, dass Du geringfügig beschäftigt bist, lediglich den gesetzlichen Urlaub zu gewähren, während alle anderen einen zusätzlichen Urlaubsanspruch haben.

Das würde erstens gegen den arbeitsrechtlichen Gleichbehandlungsgrundsatz (nicht zu verwechseln mit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz AGG) und zweitens gegen die entsprechende Bestimmung des Teilzeit- und Befristungsgesetzes TzBfG § 4 "Verbot der Diskriminierung" Abs. 1 Satz 1 verstoßen; dort heißt es:

Ein teilzeitbeschäftigter Arbeitnehmer darf wegen der Teilzeitarbeit
nicht schlechter behandelt werden als ein vergleichbarer
vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer, es sei denn, dass sachliche Gründe
eine unterschiedliche Behandlung rechtfertigen.

Du müsstest also Deinen Arbeitgeber auf diese Bestimmung hinweisen und den entsprechend höheren (anteiligen) Urlaubsanspruch einfordern; bei der Durchsetzung ist auch der örtliche Betriebsrat im Rahmen seiner Überwachungspflicht bezüglich der Einhaltung von Gesetzen gefordert (der sich übrigens mit seiner falschen Aussage ein "Armutszeugnis" ausgestellt hat - es sei denn, Dein Urlaub von 24 (Werk-)Tagen entsprechend dem gesetzlichen Urlaubsanspruch ergibt sich aus Deinem anteiligen Anspruch).

Nachbemerkung:

Ein unterschiedlich hoher Urlaubsanspruch kann sich allenfalls dann ergeben, wenn eine Vereinbarung vorsieht, dass Urlaubsanspruch mit längerer Betriebszugehörigkeit steigt; höherer Urlaubsanspruch aufgrund des Alters ist nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen erlaubt.

Kommentar von highnico ,

dies ist eine antwort die mir sehr weiterhilft vielen dank. werde mich mit dem betriebsrat zusammensetzen. mein anteiliger anspruch ist damit abgegolten, dass ich pro urlaubstag 1, 49 h auf mein zeitkonto gut geschrieben bekomme

Antwort
von ErsterSchnee, 25

Du hast doch die Aussage vom Betriebsrat. 

Kommentar von highnico ,

ich habe zwei unterschiedliche assagen vom betriebsrat

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