Frage von TimHentke, 127

Dürfen Eltern rezeptfreie, nicht ärztlich verschriebene Medikamente unter Zwang verabreichen?

Guten Abend liebe Community,

ich habe einen guten Freund, 15 Jahre alt um genau zu sein, der bereits sein gesamtes Leben unter den Einflüssen seiner Eltern leidet. Das geht von verbaler Einschüchterung und Beleidigung über Kontrollwahn und regelmäßige Zimmerdurchsuchungen bis hin zu teils heftiger physischer und psychischer Gewalt.

Nun ist es so, dass er seit Jahren ebenfalls zahlreiche Medikamente von seinen Eltern verabreicht bekommt. In der Regel geschieht dies laut seiner Aussage heimlich (seine Eltern mischen die Medikamente ohne sein Wissen ins Essen oder in Getränke) oder unter Zwang (Androhung körperlicher Gewalt oder direkte gewaltsam erzwungene Einnahme).

Er wurde bislang weder darüber informiert, was er da eigentlich für Medikamente bekommt, noch was diese bewirken. Eine ärztliche Anordnung für das Verabreichen dieser Medikamente gibt es laut ihm ebenfalls nicht. Ob er eine ärztliche Diagnose für eine psychische Störung besitzt kann er nicht sagen. Seine Eltern werfen ihm aber regelmäßig vor, an ADHS zu leiden, was ich in keinster Weise bestätigen kann. Allgemein kann ich sagen, dass er, so wie ich ihn kenne, ein ganz normaler Mensch ist und sich auch entsprechend verhält. Es gibt aus meiner Sicht keinerlei Anhaltspunkte für irgendwelche psychischen Störungen oder Auffälligkeiten.

Er leidet jedoch an einer Immunschwäche, für die er einmal monatlich für mehrere Stunden an eine Infusion muss. Allerdings stehen die Medikamente die er unabhängig von dieser Infusion bekommt laut ihm in keinem Zusammenhang mit der Immunschwäche – das würde erklären, wieso seine Eltern ihm nicht sagen, was sie ihm verabreichen und wieso.

Nun kann man natürlich sagen, dass die Eltern für die Gesundheit von Minderjährigen zuständig sind. Allerdings sind diverse Medikamente, die er nehmen muss, mit teilweise starken Nebenwirkungen verbunden oder schlichtweg wirkungslos.

Konkret möchte ich fragen:

Ist es legitim, dass Eltern diverse Medikamente heimlich oder unter Zwang verabreichen und ihr Kind nicht einmal darüber aufklären, was sie ihm dort überhaupt geben?

Kann er rechtlich gesehen die Einnahme nicht ärztlich verschriebener Medikamente verweigern?

Vielen Dank im Voraus und einen schönen Abend,

Tim Hentschel

Antwort
von DerTroll, 53

Nein, das ist so absolut nicht in Ordnung. Da würde ich an seiner STelle zum Jugendamt gehen und klar sagen, daß er er raus will. Bei so etwas kommen die einem auch auf jeden Fall entgegen. Die werden zwar noch mal hinterfragen, ob das so stimmt oder ob das nicht überdramatisiert ist usw.  Aber die helfen da auf jeden Fall.

Antwort
von Stefffan7, 89

Nein das ist natürlich nicht legitim. In dem Fall ist das aber wohl das kleinste Problem.
Ihr solltet dringend mal mit irgendwem drüber reden (Vertrauenslehrer oder so).

Kommentar von TimHentke ,

Sollte sich mein Verdacht bewahrheiten, dass das Handeln der Eltern unrechtmäßig ist, werden wir vermutlich über meine Mutter direkt das Jugendamt (sie ist dort als Mitarbeiterin im Außendienst tätig) einschalten. Mit seinen Eltern ist überhaupt nicht zu spaßen – und noch weniger zu reden.

Kommentar von Stefffan7 ,

Das klingt gut. Also meiner Meinung nach ist das ganz und garnicht legitim. Ich bin im Rettungsdienst tätig und nicht mal wir dürfen die Patienten zwingen Medikamente einzunehmen, wir müssen die Polizei dazuziehen. Dementsprechend denke ich, dass es Eltern auf keinen Fall dürfen.

Antwort
von autsch31, 30

Da er in einem aufnahmefähigen Alter ist, soll er mit seinem Arzt die Verordnungen, Medikamente, Wirkungen und Nebenwirkungen besprechen. Er kann seinen Arzt auch vor einem Termin anrufen und bitten, dass er ein Gespräch ohne Beisein seiner Eltern mit ihm einplant. Er kann dadurch sehr persönliche Themen, seine Sexualität oder andere Dinge mit dem Arzt besprechen, die ihm bei Anwesenheit der Eltern peinlich wären. Auf diesen Wunsch geht ein Arzt normal ein. Der Arzt soll ihm auch alle Verordnungen schriftlich mitgeben.

Aus Sicherheitsgründen sollte er sogar die aktuelle Verordnung aller Medikamente inkl. Infusion, immer schriftlich mit sich tragen!

Ob er Medikamente ohne ärztliche Verordnung von den Eltern sinnvoll oder unnötig aufgezwungen bekommt, soll er bitte auch mit seinem Arzt besprechen.

Als Gedankenstütze kannst du deinem Freund die Antworten von hier ausdrucken und mitgeben. Er soll auch seine eigenen Fragen aufschreiben. Beim Arzt ist man oft unter Stress und vergisst sonst ausgerechnet das, was man schon immer wissen wollte.

lg mary

Antwort
von Rockige, 28

Nun, er ist alt genug um sich darüber beim Arzt aufklären zu lassen welche Medis er bekommt und warum.

Kommentar von Interessierter7 ,

dazu müsste er ja aber wissen, was die ihm reinmischen und warum ! ...

Kommentar von Rockige ,

Der behandelnde Arzt wird darüber informiert sein. Garantiert.

Ich denke nicht das Eltern do blöd sind unverordnete Medis ihrem Kind zu geben, ohne Rücksprache mit dem Hausarzt.

Also, Jugendlicher zum Arzt, Thema ansprechen, Situation schildern, Häufigkeit schildern, und so weiter...

Antwort
von maja11111, 25

nun wenn er adhs hat und sein leben lang die medikamente verweigert hat, sich dumm anstellte, dann ist es logisch, dass die medikamente ins essen gemischt werden und er es nimmt auf diesem wege.

die frage ist ob die psychischen und physischen zwangsmaßnahmen nicht auch wie die dinge mti den medis ehr der einbildung deines bekannten unterliegen.

wenns ihm so schlecht geht,warum geht er nicht ins jugendamt und lässt sich in obhut nehmen. einfach auch aus angst mal medis zu bekommen, die vielleicht gefährlich sein könnten.

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