Frage von verliebthochpi, 60

Dürfen eigene Sanitätshunde mit zur Bundeswehr?

Guten Tag. Ich bin 16 und möchte meinen Dobermann zu einem Sanitätshund ausbilden und wollte fragen, ob ich meinen ausgebildeten Hund später mit zur Bundeswehr nehmen darf, da es dann im Prinzip ein Diensthund ist. Oder wollen die Leute bei der Bundeswehr Sanitäts- und Rettungshunde, die bei ihnen ausgebildet wurden? Vielen Dank im Voraus.

Expertenantwort
von navynavy, Community-Experte für Bundeswehr, 37

ob ich meinen ausgebildeten Hund später mit zur Bundeswehr nehmen darf

Nein, das darfst Du nicht. Die Hundeschulen der Bundeswehr beschaffen ihre Tiere von speziellen Züchtern - private, auch noch so gut ausgebildete oder intelligente Tiere werden nicht berücksichtigt. Grund ganz einfach: Bestimmte Züchter bzw. bestimmte Züchtungen wurden für die Zwecke der Bundeswehr ausgewählt, weil sie den Anforderungen der Bundeswehr am besten entsprechen. Die gesamte Karriere des Hundes muss staatlich kontrolliert werden, da sonst rechtlich und/oder einsatztechnisch Schwierigkeiten mit den Hunden im Einsatz auftreten könnten.

Oder wollen die Leute bei der Bundeswehr Sanitäts- und Rettungshunde, die bei ihnen ausgebildet wurden?

Ja, genau das will die Bundeswehr. Es geht um einheitliche, quasi "genormte" Anforderungen, die bei Privathunden niemals gleichmäßig erfüllt werden könnten.

Das ist übrigens z.B. bei der Polizei nicht anders.

Kommentar von verliebthochpi ,

Und was für Möglichkeiten hätte ich? Gibt es auch Ausnahmen, sodass ich den Hund mitnehmen könnte? 

Kommentar von navynavy ,

Wenn Du bei der Bundeswehr mit Hunden arbeiten willst, bleibt Dir nur eine Verwendung an der Hundeschule selbst oder als Hundeführer (z.B. bei den Fallschirmjägern oder den Feldjägern). Das sind aber sehr begehrte Dienstposten, und Du musst Dich länger verpflichten. An der Hundeschule könnte es evtl. wenige Stellen für Freiwillig Wehrdienstleistende (FWDL) geben - da bin ich mir aber nicht sicher. Wenn, dann sind diese sicher äußerst beliebt.

Eine Ausnahme ist sicher nicht möglich. Ich formuliere es mal so: Man kann ja zur Bundeswehr auch nicht das eigene Auto mitbringen und dann sagen: Ne, ich brauch keinen Wolf (Geländewagen), ich hab ja meinen Golf dabei. :-)

Auch wenn das jetzt hart klingt . auch ein Hund ist bei der Bundeswehr rein rechtlich und verwaltungstechnisch ein "Ausrüstungsgegenstand". Das heißt natürlich nicht, dass die Hunde dort wie Gegenstände behandelt werden, ganz im Gegenteil - aber dennoch müssen sie einer gewissen Einheitsnorm in Zucht und Ausbildung entsprechen. Private "Mitbringsel" können das nicht gewährleisten. Die Bundeswehr ist eine staatliche Organisation, entsprechend bekommt sie ihre Ausrüstung auch vom Dienstherrn, dem Staat, vorgeschrieben. Da kann man (leider) nun einmal nicht einfach andere Wege gehen, auch wenn das noch so gut und ehrlich gemeint ist.

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