Dürfen an mich gerichtete E-mails von mir publiziert werden (Urheberrecht, bitte nur fachmännische Antwort))?

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4 Antworten

Diese Frage berührt auch den Datenschutz.

Wenn in der Veröffentlichung nicht nur der Inhalt, sondern auch die E-Mail-Adresse des Absenders veröffentlicht (und somit an Dritte übermittelt) wird, aus der der Name der Person hervorgeht, verletzt dies möglicherweise den Datenschutz, weil E-Mail-Adressen als personenbezogene Daten schutzwürdig sind, also nicht ohne Zustimmung des Betroffenen veröffentlicht werden dürfen. Es gibt dazu auch eine Entscheidung aus 2013 in Form eines Bußgeldbescheids vom Bayerischen Landesamt für Datenschutzaufsicht.

Aus der seinerzeitigen Entscheidung:
"E-Mail-Adressen, die sich in erheblichem Umfang aus Vornamen und
Nachnamen zusammensetzen, sind als personenbezogene Daten im Sinne des Datenschutzrechts anzusehen. Diese personenbezogenen Daten dürfen an Dritte nur dann übermittelt werden, wenn eine Einwilligung vorliegt oder
eine gesetzliche Grundlage gegeben ist."

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Kommentar von Wurzelstock
10.08.2016, 13:30

"Erheblicher Umfang" trifft nicht zu. Außerdem ist ein Bußgeldbescheid nicht automatisch ein Grundsatzurteil.

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Deine Frage betrifft nicht nur das Urheberrecht, sondern auch das Briefgeheimnis.

Du darfst diese nur publizieren, wenn die Person, die dir die E-Mail geschickt hat, dir eine schriftliche Einverständniserklärung gegeben hat.

Warum möchtest du denn überhaupt deine private Kommunikation per E-Mail veröffentlichen?

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Kommentar von gehweida
09.08.2016, 05:52

Wenn eine Frage mit einer Gegenfrage beantwortet wird, entsteht bei mir leider Misstrauen.

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Die Publikation privaten Schriftverkehrs bedarf des schriftlichen Einverständnisses des Verfassers.

Fachmännische kostenpflichtige Antworten gibts beim Rechtsanwalt.

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Kommentar von gehweida
09.08.2016, 05:56

Ich meinte "fachmännisch" könnte auch ein Jurastudent sein, der mehr als ein schlechter RA weiß.

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Ja, das darfst Du. Sobald Du einen Brief erhalten hast, gehört er nicht mehr dem Absender, sondern dir.

Mit dem aber, was dir gehört, kannst Du umgehen wie Du willst. Passt es dem Absender nicht, ist das kein Verstoß gegen das Briefgeheimnis - das gilt nur für eine unbefugte Aneignung - sondern gegen die Vertraulichkeit. Die ist nur in besonderen Fällen durch ausdrückliche, gesetzlich verankerte Verpflichtung des rechtmäßigen Empfängers geschützt.

Alle anderen Fälle des Vertrauensbruchs kann der Absender nur außerhalb des Rechtsweges heimzahlen.


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Kommentar von gehweida
09.08.2016, 18:35

Danke, mit der Antwort kann ich am meisten anfangen.

Noch genauer nachgefragt: Auch E-mails über EBAY (öffentliches Internet) mit beidseitigem Pseudonym?

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