Frage von Freestylecookie, 129

Dürfen Ärzte Krankenunterlagen des Patienten einfordern?

Angenommen, ein Patient (volljährig) wird notfallmäßig in ein Krankenhaus eingeliefert, in dem er noch nie zuvor gewesen ist. Der Patient ist chronisch krank und kennt sich daher aus mit seiner Krankheit, er hat einen Mund zum Sprechen und weiß, welche Diagnostik gelaufen ist. Die Ärzte möchten aber alle bisherigen Krankenbefunde von dem Patienten haben und fragen nach Hausarzt/behandelnden Krankenhäuser. Der Patient möchte jedoch nicht sagen in welchen Krankenhäusern er war und auch nicht dass seine Befunde in allen Krankenhäusern der Welt vorhanden sind und verbietet das Einfordern der Arztbriefe bzw. sämtliche Kommunikation zwischen den Krankenhäusern. Darf er das?

Ich bitte nur um sachliche Antworten, denn mich interessiert nur die Rechtslage. Aussagen wie "der Patient sollte die Arztbriefe vorlegen weil das wichtig für die Behandlung ist" beantworten meine Frage nicht.

Vielen Dank!

Antwort
von Rollerfreake, 88

Die Krankenbefunde dürfen nur mit der Zustimmung des Patienten angefordert werden, auch von Arzt zu Arzt besteht die ärztliche Schweigepflicht, somit muss der Patient den Arzt erst von der Schweigepflicht entbinden. 

Antwort
von Antitroll1234, 81

Darf er das?

Der Patient darf das, muss sich aber nicht darüber wundern wenn der behandelnde Arzt dann nur die notwendige Regelversorgung anwendet um den vorliegenden Notfall zu behandeln.

Kommentar von Freestylecookie ,

Darum geht es ja! wenn ein Patient eine bekannte Epilepsie hat, und nach einem Anfall lediglich einige Stunden überwacht gehört, wozu brauchen die Ärzte dann alle Befunde? Es soll ja nur um die notwendige Regelversorgung gehen und nicht um die Einleitung der Maximaldiagnostik mitten in der Pampa

Kommentar von Antitroll1234 ,

wozu brauchen die Ärzte dann alle Befunde?

Um z.B. neben der Grundversorgung dir zusätzlich Schmerzen zu lindern mit bestimmten Medikamenten, welche aber nur durch vorherige Befunde / Untersuchungen vom Arzt in Betracht kommen.

Aber wie gesagt die Entscheidung liegt bei dir, wenn Du keine Zustimmung gibst dann ist dies halt so.

Kommentar von Freestylecookie ,

Eben deshalb schrieb ich ja: der Patient hat selber einen Mund zum Sprechen und weiß was an Diagnostik gelaufen ist, was er an Medikamenten bekommen darf/gut verträgt etc.

Es geht übrigens nicht um mich

Kommentar von Antitroll1234 ,

der Patient hat selber einen Mund zum Sprechen und weiß was an Diagnostik gelaufen ist, was er an Medikamenten bekommen darf/gut verträgt etc.

Der Patient kann idR die ganzen Befunde und Untersuchgen gar nicht richtig deuten, geschweige denn wissen welche Medikamente der behandelnde Arzt unter Beachtung der Befunde und Untersuchungen anwenden würde bei einem eingelieferten Notfall wie Du schreibst.

Aber ist ja auch irrelevant, deine Frage wurde ja beantwortet, der Patient darf dies.

Antwort
von hardty, 84

nur das was der Patient erlaubt ist in diesem Fall möglich, untersagt er dem Hausarzt und allen Vorgängerärzten die Weitergabe seiner Unterlagen, so sind diese Ärzte daran gebunden. Ärztliche Schweigepflicht nennt man das. Nur ein Richter kann die Schweigepflicht aufheben!!

Ich hoffe geholfen zu haben

Gruß hardty

Kommentar von Aliha ,

Nicht ein Richter, sondern der Patient kann den behandelnden Arzt von der Schweigepflicht entbinden.

Antwort
von Akka2323, 26

Jeder Patient darf sich selbst schaden, indem er seinem Arzt Informationen vorenthält. Er sollte sich allerdings dann hinterher nicht beschweren, wenn etwas schief läuft.

Antwort
von Goodnight, 7
Nein, darf er nicht weil....

Darf er nicht einfordern oder weiter leiten. Die Ärzte tun es aber trotzdem so gut wie immer.

Antwort
von ErsterSchnee, 66

Ja, das darf der Patient. Er muss keinen behandelnden Arzt von der Schweigepflicht entbinden. Dass das abgrundtief dämlich ist, weiß der Patient bestimmt selber...

Kommentar von Freestylecookie ,

Wieso dämlich? Angenommen Krankenhaus A hat eine (nachweisliche) Fehldiagnose gestellt und Krankenhaus B liest das und schenkt dem Glauben.

Kommentar von ErsterSchnee ,

Weißt du, was das schöne an Ärzten ist? Sie können durchaus SELBER denken. Und wenn es eine nachweislich Fehldiagnose gibt, kann der Patient ja auch seinen Mund zum Sprechen gebrauchen, die Ärzte darüber aufklären und das Gutachten zur Fehldiagnose vorlegen. Denn als selbstverantwortlicher Patient hat man solche lebenswichtigen Unterlagen natürlich in Kopie dabei - gerade wenn man chronisch krank ist und mit Notfällen rechnen kann.

Antwort
von Aliha, 65

Selbstverständlich ist kein Patient verpflichtet frühere Befunde zugänglich zu machen oder früher behandelnden Ärzten zu erlauben, Befunde herauszugeben.Ohne entsprechende Einwilligung darf kein Arzt Auskunft geben oder Befunde weitergeben. Allerdings darf sich der Patient dann nicht wundern, wenn er nicht optimal behandelt wird oder der Arzt sogar die Behandlung ablehnt. Was soll also das Ganze? Über einen Sachverhalt, der gesetzlich geregelt ist, ist es unsinnig eine "Umfrage" zu machen.

Kommentar von Freestylecookie ,

Wenn Krankenhaus A bei dir eine Fehldiagnose gestellt hat, möchtest du dann dass diese "weitergereicht" wird? Es steht dir auch nicht zu, meine Umfrage als "unsinnig" zu bezeichnen.

Kommentar von user8787 ,

Warum sollten die Ärzte in Klinik B so blöde sein wie in Klinik A?

Wisst ihr was mich gerade bissi ärgert, die Leute meckern das Ärzte zu wenig zuhören, sich zu wenig Zeit nehmen...überhaupt zu wenig unternehmen. 

Nun wird sich hier bemüht, man ist an der Vorgeschichte des Patienten interessiert und möchte sich durch die Akten arbeiten. 

Und auch jetzt wird wieder gemeckert...die Kollegen tun mir an dieser Stelle mal so richtig leid. 

Es ist immer schwer es allen Recht zu machen, nur hier sehe ich keinen Grund an den Bemühungen des Arztes rum zu mäkeln. 

Kommentar von Aliha ,

Ob mir das zusteht oder nicht ist völlig egal, wenn etwas gesetzlich geregelt ist, wäre eine Umfrage ob diese Regelung sinnvoll ist durchaus OK, aber ob ja, oder nein, oder vielleicht ist und bleibt sinnlos weil vom Gesetz bereits beantwortet.

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