Frage von ADAsperger, 136

Duden.de: Wird bei Termen vor deren Erkiesung zum "Wort des Tages" eine nach Wert spürende Eviszeration vorgenommen - oder erfolgt die Auswahl qua "Zufall"?

Gute Nacht.

Eingedenk des Umstandes, dass Duden.de Frequentanten vermittelst Wörtern wie "tuntig" sowie Fachausdrücken wie der heutigen "Ba­la­no­pos­thi­tis" ("Eicheltripper") labt, stand die in dieses Beitrages Haupt eingenähte Frage auf.

Für Antworten sei im Voraus gedankt.

Mit freundlichem Gruß

ADAsperger.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von JanRuRhe, 76

Mich dünkt der deutlich spielerische Umgang mit unserer nicht unkompliziert zu nennender Muttersprache bereitet dir, werter Mit-Fragant, ein sichtliches und durchaus nicht wenig unterhaltsames Vergnügen. Nun denn zu deiner Frage, deren Beantwortung mir ob deren möglicher Vielschichtigkeit zunächst gar nicht einfallen wollte, oder aber ich durch Kenntnis meiner eher schlichten Verwendung des mannigfaltigen Vokabulars unserer wunderbaren Sprache nicht recht den notwendigen Mut aufbringen konnte, hier adäquat zu antworten. Ein Wort des Tages muss sich naturgemäß  im Laufe eines Jahres mehr als dreißig Dutzend Male ändern. Aus diesem Umstande ergibt sich nebst eines selbstverständlichen Nichtwiederholungsgebotes eine Ermangelung von Wörtern mit hoher Relevanz in den von dir geschilderten Kategorien. So kann denn nun ein Wort der Gossensprache einer rheinländischen und durch flexible Handhabung der offen zur Schau gestellten sexuellen Orientierung bekannten Metropole durchaus neben einer Vokabel stehen, die im üblichen Sprachgebrauch von Nichtfachleuten durch komplette Abwesenheit ein klägliches sprachliches Dasein führt. In meinem finsteren Geiste entspringt die Vorstellung, die Redaktion wird jeden Tag von dem Dilemma heimgesucht, eine Vokabel mit dem Titel Wort des Tages zu krönen, welches überhaupt eine aktuelle Relevanz zu haben vermag und zusätzlich nicht als triviales Alltagswort im Munde des Pöbels hundertfach im Laufe eines Tages Verwendung findet.

Kommentar von Luchriven ,

Siehe meine Antwort, eigentlich als Kommentar gedacht!

Kommentar von ADAsperger ,

Diesem kunstvoll geflochtenen Konglomerat Eurer Feder Tintenzähren bin ich ausnehmend zugetan, werter JanRuRhe.
In dessen Gepräge werde ich eines folgerechten Gedankenganges gewahr. 

Das metgefüllte Horn zum Gruße hebt 

ADAsperger.

Expertenantwort
von Volens, Community-Experte für Sprache & deutsch, 67

Der Usus der Fremdwörter ist prinzipiell auf ein Minimum zu reduzieren.
(Leitspruch aus unserer Schule, obwohl Altsprachliches Gymnasium)

Das sprach unser Direx anlässlich irgendeiner Schulveranstaltung, - vermutlich nicht ausgedacht, sondern zitiert. Und ich kann mich nicht gut genug erinnern, ob es die gnädige Wiederaufnahme Thomas Manns in die Lübecker höhere Bürgerlichkeit gewesen ist. (Wenn ja, dann wäre es ja direkt ironisch gewesen.)

Kommentar von ADAsperger ,

Diese aus dem Mundesloch deines ehemaligen Direktors gekrochene Losung muss sich tief in deines Denkens Fleisch gegraben haben; du stelltest sie nun sicher bereyts zum sechsten Male ein. 

Kommentar von Volens ,

Ja, und?
Du zählst also mit. Aha.
Da sind Hunderte anderer, die nur gelegentlich Threads lesen, nämlich wenn es sie was angeht.
Leider ist es so, denn meine Empfehlungen, auch mal zur Seite oder nach unten zu gucken, werden kaum je wahrgenommen. 
Kannst du verantworten, wenn jene nicht in den Genuss meiner Zitate kommen?
...

Man kann Metaphern auch übertreiben! Mein Fleisch denkt nicht.
Mein Denk fleischt noch viel weniger.


Expertenantwort
von earnest, Community-Experte für Sprache & deutsch, 68

Mich dünkt, hier könne eher Regurgitation am Werk sein.

Ansonsten lobpreise ich die Replik des wackeren Users JanRuRhe.

Gruß, earnest

Kommentar von ADAsperger ,

Eine diskutable Mutmaßung. 

Des lauteren Kämpen Beitrag beschwor auch meine Lobpreisung aus dem digitalen Gewoge wissdurstigen Fragens.

Kommentar von ADAsperger ,

"Miriam's face".

Kommentar von ADAsperger ,

Wahrhaftig, und dazu noch eine Internetseite, die sich "That's my face" nennt; ich schwappte beinahe in ein Gelasma ...
:-) 
Mein Kommentar nimmt Bezug auf eine Antwort aus Deiner Feder zur Frage, wie man im Englischen "das Gesicht von XY" sage. 

Antwort
von Hardware02, 61

Du hast da etwas nicht begriffen. Eine Sprache gut zu beherrschen, bedeutet nicht, möglichst viele Fremdwörter zu benutzen. Es bedeutet, sich so auszudrücken, dass der Leser versteht, was gemeint ist.

Kommentar von earnest ,

Ich vermute, Du hast die Zielrichtung der Fragestellung nicht verstanden.

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