Frage von MrKroctopus, 16

Dublin-2-Verordnung aktiv oder passiv?

Ich stoße immer wieder auf 2 verschiedene Definitionen der Dublin-2-Verordnung: 1) Ein Flüchtling muss in dem Staat um Asyl bitten, in dem er den Eu-Raum erstmals betreten hat. -> Für den Flüchtling aktiv 2) Der Mitgliedstaat, in welchem ein Flüchtling erstmals den EU-Raum betritt, ist für das weitere Asylverfahren zuständig. -> Staat handelt, für den Flüchtling passiv

Welche davon ist jetzt richtig. Denn es ist ja ein Unterschied. Wenn sich in einem Fall niemand um den Asylantrag kümmert, ist der Flüchtling oder der Staat Schuld?

LG

Antwort
von Andreas703, 6

Das sind zwei verschiedene Dinge.

Zu 1) Meldet sich der Flüchtling nicht im ersten Staat der EU, den er betritt als Asylsuchender, dann hält er sich illegal in der EU auf.

Zu 2) gleichgültig, wo der Flüchtling als Asylant erfasst wird, hat das erste Land, das er betreten hat, den (auch in einem "Drittstaat" gestellten) Asylantrag zu bearbeiten. Da Deutschland rundrum von EU-Staaten umgeben ist, ist jeder, der den Asylantrag in Deutschland stellt, also illegal hier.

Eigentlich sollte es so sein, dann nun ermittelt wird, über welche anderen EU-Länder er nach Dt. gekommen ist und danach wird er dorthin zurück geschickt, weil siehe 2).

Also, egal ob sich jemand um den Asylantrag kümmert oder nicht, der Asylant hält sich illegal in Dt. auf und das erste Land, wo er seinen Fuß auf EU-Boden gesetzt hat, hat die Aufgabe, sich um alles weitere zu kümmern.

Das ist natürlich nur eine "Kurzfassung".

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