Frage von Nana15122110, 74

Druse?

Wie wird Druse bei Pferden behandelt? und kann es Folgen haben? Wie teuer ist die Behandlung?

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von WinniePou23, 16

Huhu,

zuerst einmal muss ich sagen, das um Druse immer noch die bösesten Schauermärchen kursieren, die oft nicht ganz der Wahrheit entsprechen.

Um zuerst einmal etwas zu den Kosten zu sagen. Uns hat die sofort erkannte Druse inklusive Teilanfahrten und kleineren Krankheiten danach aufgrund der Immunschwäche etwa 250 € gekostet. Sofort erkannt und behandelt mit normalem bis leichtem Verlauf kommt man da also erst auf die hier genannten 1000€, wenn der Tierarzt wirklich den dreifachen Satz nimmt und die Anfahrt einzeln und recht lang ist. Tierarzt ist immer teuer, das muss einem bewusst sein. In die Tausender geht es jedoch bei Druse normalerweise nicht.

Behandelt wurden unsere sofort mit Penicillin, fünf Tage an Stück. Wir hatten leider vor kurzer Zeit viele Pferde mit Druse bei uns am Stall, ich kann hier also tatsächlich von Erfahrungen mit Druse sprechen. Die gesamte Herde wurde aufgrund wirklich klasse Management, zwei bis dreimal täglich kontrolliert inklusive Fieber messen. So konnte jedes auffällige Pferd sofort isoliert und behandelt werden. Knapp die Hälfte der Gruppe hat es trotzdem getroffen, Druse ist hochansteckend. Der Tierarzt war in den zwei Wochen täglich da. Kompletter Klamottenwechsel, wenn man bei den Kranken war und überallhin Handdesinfiktionsmittel, selbst auferlegte Quarantäne für alle selbstverständlich.

Mit gutem Management und frühzeitiger Erkennung also in den Griff zu bekommen.

Auf gegangen sind die Lymphknoten übrigens nur bei zwei von vierzehn Pferden, bei den anderen sind sie weder wirklich dick geworden, noch mussten sie geöffnet werden. Bei rechtzeitigen Eingreifen ist das also nicht unbedingt immer nötig.

Kritisch waren bei uns nur drei Pferde. Eine Stute, die über 40 Fieber hatte. Eine, die sich geweigert hat zu fressen. Und ein Wallach, der weder Fieber noch Husten zeigte, bei dem vom einen auf den anderen Tag die Lymphknoten auf geplatzt sind, weil die Druse nicht erkannt wurde.

Vom ersten Tag an gesehen, haben die Pfefde bis zum ernsthaften wieder Antrainieren 6-10 Wochen gebraucht. Anfällig sind sie dann alle noch gewesen, aber eben nicht mehr unreitbar.

Mit den heutigen Behandlungsmöglichkeiten, einem kooperativen und guten Tierarzt und einem guten Management im Stall ist Druse zwar immer noch nicht gerade etwas, das man sich wünscht, und eben sauansteckend, aber es ist händelbar.

Liebe Grüße

Expertenantwort
von VanyVeggie, Community-Experte für Tiere, 39

Hallo, 

Ohje armes Pferdchen...:/

die Lymphknoten (ich hoffe zumindest für dein Pferdchen die Bakterien sitzen da und nicht woanders...) werden eröffnet. Vorher bekommt das Pferd ein Schmerzmittel. Je nachdem wie schlimm der Zustand des Pferdes ist macht man auch einen Luftröhrenschnitt. Unbehandelt kann das schlimmsten Falles tödlich enden. 

Was die Kosten angeht, man kann es nie so genau sagen. Es hängt immer vom Tierarzt, Anfahrt, Region und Eingriff ab. Ich weiß ja nicht wie akut es bei deinem Pferd ist. Aber ich denke, wie Dahika schon schrieb, mit 1000 Euro bist du gut dabei. Es ist ja nicht nur die Behandlung sondern vielleicht auch noch ein neuer Stall für die Quarantäne. Nicht jeder Stall kann diese in so einem Fall bieten. Dein Pferd muss während der Behandlung, während der Genesung und ein paar Wochen danach (auch nach Heilung können Pferde die Bakterien noch übertragen) alleine isoliert stehen. Druse ist leider hochansteckend. 

Ich wünsche deinem Pferd gute Besserung! 

Mit freundlichen Grüßen

VanyVeggie

Kommentar von WinniePou23 ,

Die Lymphknoten werden nicht immer eröffnet. Das ist schlecht weg falsch.

Kommentar von VanyVeggie ,

Aber meistens. 

Kommentar von WinniePou23 ,

Bei uns wurden sie bei keinem einzigen geöffnet. Und hier waren einzige Pferde krank.

Kommentar von VanyVeggie ,

Bei meinem ehemaligem Tierarzt fast immer. Wir hatten das mal im Stall und da wurden die Lymphknoten geöffnet. Laut seiner Aussage ist das auch die Regel. Man kann wohl relativ am Anfang noch mit Medikamenten arbeiten, aber den bekommen die wenigsten richtig mit. 

Expertenantwort
von Heklamari, Community-Experte für Pferde, 22

wenn es "äußere Druse" ist, kann man die Lymphknoten eröffnen, sind die inneren befallen, ist das sehr dramatisch und noch teurer als 1000,-€

von vanveggie wurde es gut beschrieben, den verursacher zu finden ist schwer, denn auch ein Mench der (unwissentlich) aus einem Druse-belasteten Stall die erreger mitgebracht hat, kann der Übeltäter sein, ohne es zu wissen;

also DU zahlst, wenn du es nicht klar beweisen kannst !

oft bleibt ein Dämpfigkeit lebenslang zurück,

bei innerer Druse nahezu immer sowie ggf auch ein Herzfehler

und für die nächsten Monate ein Pflegefall - meine Stute war ein ganzes JAHR NICHT REITBAR !

Isolierstall muß auch sein,

inhalieren, immer frische Luft (also Außenbox/Paddockbox), sehr schwierige Haltung! 

ich habe täglich  in alle Ecken  auf Nasenhöhe Pinimenthol getropft/geschmiert für eine milde Dauerinhalation

ich wünsche Euch seeeehr viel Glück !

Kommentar von Nana15122110 ,

der kleine ist erst 2 also eh nicht reitbar..

trotzdem danke für die ausführliche antwort :/

Expertenantwort
von Dahika, Community-Experte für Pferde, 35

Rechne mal mit 1000 Euro plus. Und wenn Komplikationen passieren, nicht selten, wird es sauteuer.

Antwort
von Tenebrae0815, 13

Als ich meinen Kleinen Probe geritten bin hatte sich gerade der ganze Stall mit Druse angesteckt. Entsprechend hat er das dann auch bekommen.
Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Pferde schneller mit der Sache durch waren, die keine Antibiotika gekommen haben. Es wurde nur Zugsalbe auf die Beulen geschmiert und diese sind meinst selbst aufgegangen. Nur in einigen wenigen Fällen mussten sie vom Tierarzt geöffnet werden.
Das grösste Problem bei meinem war, dass er durch die Druse sehr sehr schlecht gefressen hat und entsprechend hat er stark abgebaut.
Der Stall hat ungefähr ein halbes Jahr gebraucht von Ausbruch bis alle durch waren.
Ich wünsche euch alles gute und wie gesagt bei uns haben sich die Kosten echt in Grenzen gehalten, aber was genaues kann ich dazu nicht sagen, da ich ihn erst gekauft habe nachdem er wieder gesund war.
Liebe grüße Tenebrae

Antwort
von FrauFanta, 30

Es ist unglaublich teuer. Allerdings ist der zur Zahlung verpflichtet der den Erreger in den Stall gebracht hat ( zB ein neues Pferd). Im Normalfall heilt es heutzutage folgenlos aus, aber es ist mörderisch ansteckend

Antwort
von Spezialwidde, 43

Unbehandelt ist diese Infektion nicht ungefährlich für das Tier, va ist sie hochansteckend. Behandelt wird mit einem geeigneten Antibiotikum da es sich um Bakterien handelt, aber das ist sowieso Sache des Tierarztes. Der kann auch eine Aussage treffen was das kostet.

Kommentar von Dackodil ,

Bei Druse ist eine antibiotische Behandlung kontraindiziert, weil sie die Abszeßreifung behindert oder sogar verhindert und damit zur Chronifizierung führen kann.

Kommentar von Spezialwidde ,

Sorry aber das ist Quatsch. Selbstverständlich ist das nur ein Pfeiler der Gesamtbehandlung aber ohne geht es definitiv gar nicht.

Kommentar von VanyVeggie ,

Ich muss Dackodil hier zustimmen. In dem Fall gibt es wirklich kein Antibiotika. Nur Schmerzmittel. 

Kommentar von Spezialwidde ,

Gibt es wirklich! Extra beim Tierarzt meines vertrauens mal nachgefragt ;-) Abszesse die schon gebildet sind müssen meist chirurgisch eröffnet werden, dafür muss das Pferd selbstverständlich Schmerzmittel erhalten. Aber die Infektion muss auch medikamentös eingedämmt werden sonst breitet sie sich immer weiter aus.

Antwort
von FelixFoxx, 40

http://www.pferdewiki.de/wiki/Druse

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