Frage von roromoloko, 81

Druckdifferenz im Blut -widersprüchliche Aussagen?

Ich poste mal beide Aussagen ( Drunter ist meine Zusammenfassung :D )

" Das macht sich auch an Verengungen bemerkbar, wo die Strömungsgeschwindigkeit höher als vor und nach dem Engpass ist. Entgegen unserer intuitiven Vermutung ist hier der statische Druck kleiner, was nach dem italienischen Physiker Giovanni Battista Venturi als Venturi-Effekt bezeichnet wird."

--> Verengung: Geschwindigkeit steigt, Druck sinkt

"Die medizinische Bedeutung des Hagen - Poiseuille Gesetz steckt im Wesentlichen in dem Faktor r4, der den Ausmaßen des Gefäßes gewaltige Bedeutung verleiht. Da sein Radius in die vierte Potenz erhoben wird, wirken sich bereits kleine Abweichungen stark auf den Durchfluss beziehungsweise den Druck aus. Schon eine Verengung um 10 % reicht aus, damit der Volumenstrom auf zwei Drittel abfällt. Soll die transportierte Menge trotz des verminderten Querschnitts gleich bleiben, muss die Druckdifferenz um 52 % steigen. Auf diese Weise können minimale Gefäßverengungen einen deutlich höheren Blutdruck verursachen. "

Verengung: Volumenstrom sinkt --> Geschwindkeit sinkt, Druck steigt

Ich bin verwirrt, habe ich etwas falsch verstanden?

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Hamburger02, Community-Experte für Physik, 28

Bei einer weiteren Verengung:

In der Verengung: Volumenstrom sinkt, Druck sinkt, Geschwindigkeit steigt

Vor der Verengung: Volumenstrom sinkt, Druck steigt, Geschwindigkeit sinkt

Kommentar von roromoloko ,

Steht aber nicht in der zweiten Aussage, dass der Blutdruck steigt?

Kommentar von Hamburger02 ,

Das ist so. In  der Verengung sinkt er zwar, aber davor und danach steigt er. Das davor und danach wirkt sich auf den restlichen Kreislauf aus, sodass der Blutdruck im Körper steigt.

Das ist ähnlich, wie wenn du einen Gartenschlauch ohne Spritze hast. Ist der offen, fließt das Wasser langsam raus und der Druck im Schlauch ist gering.

Drückst du nun den Schlauch am Ende zusammen, wird das Wasser schneller und in der Engstelle herrscht wegen Bernoulli ein geringer Druck, aber es gibt dadurch auch einen Rückstau, der zu einem erhöhten Druck im Schlauch vor der Engstelle führt.

Kommentar von Hamburger02 ,

Muss mich nochmal korrigieren:

Bei einer weiteren Verengung steigt auch in der Engstelle der Druck etwas an, aber nicht so stark, wie vor der Engstelle.

Die Druckdifferenz vor-in der Engstelle nimmt zu. Im Gesamtsystem erhöht sich durch die Rückwirkung des Druckes vor der Engstelle insgesamt das Druckniveau.

Antwort
von PFromage, 40

https://de.wikipedia.org/wiki/Str%C3%B6mung_nach_Bernoulli_und_Venturi

Betrachtet man die Abbildung, so sieht man, daß der verminderte Druck nur entlang der Engstelle auftritt. Davor und danach ist er "normal". Das bezieht sich auf Aussage 1.
Der Druck vor dem Engpaß muß, damit die gleiche Strömungsgeschwindigkeit bleibt, aber stark erhöht werden. Die Aussagen widersprechen einander nicht.

(Vergleich: Baustelle mit Fahrbahnverengung: Davor Druck groß=Abstand der Autos klein. Danach=einspurige Fahrbahn Abstand größer=Druck geringer).
Beispiel hinkt natürlich auf allen 4 Beinen.

Kommentar von roromoloko ,

Also ist der Druck nach einer Verengung immer noch klein? Das wäre aber gegen Aussage 1, weil dort steht, dass der Druck davor und danach steigt

Kommentar von PFromage ,

http://www.iivs.de/~iivs8205/res/facharbeitenarchiv/Ph-Wittmann%20Richard-Benoul...

Soweit ich das sehe (S. 8), steigt der Druck zumindest theoretisch auf den Wert vor der Engstelle, wegen der Reibungsverluste aber nicht mehr ganz auf den ursprünglichen Wert (delta h in der Abb.)

Antwort
von newcomer, 40

nun die erste Aussage wird sich auf den Druck nach der Verengung beziehen. Die zweite Aussage betrachtet den Blutdruck des ganzen Körpers.
Irgendwo ist ein Gefäß verengt. Der Körper registeriert dass sprich ein Körperbereich ist zu wenig durchblutet. Seine Reaktion ist dass er den kompletten Blutdruck erhöht

Antwort
von Karl37, 11

Blut gehört zu den nichtnewtonschen Fluiden. Man kann daher nicht das Gesetz von Newton anwenden.

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