Frage von Entitaet96, 74

Droht mir nun eine Rückzahlung des Kindergeldes?

Ein herzliches Hallo an alle Leser meiner Frage. Vorab sei zu erwähnen: Der Text könnte etwas länger werden, bitte entschuldigt mich.

Kurz zu mir: Ich bin 20 Jahre alt und werde erstmals von Zuhause ausziehen - heißt also, in eine andere Stadt und ein anderes Bundesland (Niedersachsen). Zwischen meinem Elternhaus und meiner neuen, eigenen Wohnung liegen auch knappe 630km. Der Grund für meinen Auszug ist, dass ich endlich die Möglichkeit gefunden habe, an einem Gymnasium mein Abitur zu machen. Die Ausbildung würde diesen August beginnen. Soviel dazu.

2013 habe ich nach meiner Mittleren Reife eine Lehre zur Einzelhandelskauffrau begonnen - und abgebrochen, weil es einfach nichts für mich war. Das war auch der letzte Stand der Familienkasse, zwecks Kindergeld. Seitdem hat sich viel getan: Ich habe enthusiastisch ein Fernabitur bei der ILS angefangen, aus dem jedoch nichts gutes entsprungen ist. Um das Studium zu finanzieren, habe ich einen Minijob annehmen müssen, da meine Eltern mich nicht unterstützen. Vom Kindergeld habe ich auch nie etwas gesehen - ich hatte aber nie ein Problem damit.

Das Fernstudium ist echt heftig. Wer es erfolgreich durchgezogen hat, der hat meinen Respekt. Motivieren konnte ich mich nur sehr schwer dafür und ich muss - so hart es auch klingen mag - auch sagen, dass ich faul war. Dazu kamen die Depressionen, weil ich mich nicht aufraffen konnte, etc. Ein Teufelskreis also. Deswegen hatte ich nach 2 Jahren nur 10% geschafft.

Jetzt trudelte vor knapp 2 Wochen eben dieser Brief der Familienkasse ein, da ich doch die Ausbildung beenden würde, demnächst. Ich habe bereits einen Brief mit allen Unterlagen zurückgeschickt, damit die auf dem neusten Stand sind, weil es bis dato versäumt wurde. Gekündigt bei der ILS habe ich auch schon, auch darüber ist sich die Familienkasse im klaren. Jetzt verlangen die allerdings noch einen Nachweis meiner Leistungen bei der ILS (die schlappen 10%).

Da ich nirgendwo ein solches Thema gefunden habe, wollte ich einfach mal nachfragen: Kann es sein, dass ich, da ich wenig gemacht habe, nun das Kindergeld Rückzahlen muss? Kann es sein, dass sie es mir ggf. streichen, auch, wenn ich jetzt meine eigene Wohnung beziehe und regulär zur Schule gehe? Finanziell kommt nächsten Monat echt viel auf mich zu (Miete, Kaution, Verpflegung, Schulmaterial, etc.) - so eine Rückzahlung würde mich also echt aus der Bahn werfen.

Hat jemand schon Erfahrungen damit gemacht? Ich bin echt verzweifelt.

Ich würde mich riesig über eine Antwort freuen und wünsche euch einen schönen Tag.

Expertenantwort
von isomatte, Community-Experte für Ausbildung & Kindergeld, 20

Für die Zeiten,in denen du keine Nachweise erbringen kannst,die der Familienkasse belegen das du die Anspruchsvoraussetzungen erfüllt hast,wirst du zurück zahlen müssen !

Also z.B. wenn du eine Ausbildung nach dem 1.des Monats abgebrochen hast,dann steht dir ab dem Folgemonat kein Kindergeld mehr zu,wenn du dann nicht innerhalb von 4 Monaten eine weitere Ausbildung beginnen würdest.

Kommt eine Forderung von zu unrecht bezogenen Kindergeld auf dich zu,dann kannst du eine Ratenzahlung anbieten,die Familienkasse darf aber von zustehenden laufenden Leistungen bis zu 50 % zur Tilgung der Schulden einbehalten.

Antwort
von DerHans, 45

Da du das Kindergeld ja gar nicht erhalten hast, soll sich die Behörde an deine Eltern wenden. Diese wären auch verpflichtet gewesen, eine Veränderungsmeldung abzugeben. Das war gar nicht deine Aufgabe.

Kommentar von Entitaet96 ,

Erstmal danke für deine Antwort. Das meine Eltern das nicht gemacht haben, hat vielleicht auch einen plausiblen Grund: Sie können sehr schlecht Deutsch. Ich wusste auch selbst nicht, dass sie es versäumt haben - aber viel mehr würde mich eben interessieren, ob mein "Leistungsstand" ein Grund wäre für die Familienkasse, damit diese dann meinen: "Also, Sie haben eindeutig zu wenig gemacht in den zwei Jahren und trotzdem das Kindergeld bezogen! Das geht so nicht."

Das ist die größte Angst, die ich habe, bei der Sache.

Kommentar von DerHans ,

Ein Fernstudium begründet sowieso keinen Kindergeldanspruch. Das gilt nur bei einer staatlichen Schule/Uni oder einem Ausbildungsvertrag.

Wenn deine Eltern angeschrieben wurden, hätten sie das natürlich an dich weiter leiten müssen. 

Um das Geld zu kassieren, verstehen sie wohl genug Deutsch.

Kommentar von isomatte ,

Hans das ist doch Blödsinn,sicher kann es einen Anspruch beim Fernstudium geben !

Antworte doch nur,wenn du auch eine Antwort weißt und gib hier keine falschen Infos weiter.

Antwort
von Feuerhexe2015, 30

http://www.ils.de/studienfoerderung/bildungspraemie-kindergeld/

Kindergeld

Förderung auch für das Abitur

Ein über 18 Jahre altes Kind kann beim Kindergeld noch bis zur
Vollendung des 25. Lebensjahres berücksichtigt werden, wenn es eine
Schul- und Berufsausbildung oder ein Studium absolviert.

Dies betrifft Teilnehmer/innen am Fernlehrgang Abitur
sowie an allen ILS-Fernlehrgängen, die mit einem Abschlusszertifikat
enden, das in der Berufswelt als Befähigungsnachweis genutzt werden
kann.

Voraussetzung: Das Kind muss sich ernsthaft und nachhaltig auf das Ausbildungsziel vorbereiten.

Dies wird jetzt die Kindergeldstelle wohl prüfen wollen. Und ja es könnte passieren das du das Kindergeld zurück zahlen mußt.

Antwort
von ellaluise, 35

Kindergeld bei Ü18 wird nicht nach "Leistung" gezahlt.

Die Vorausetzungen sind das das Kind in Ausbildung (Schule, Beruf, Studium, auch FSJ) ist.

Jeder Monat, den du nachweisen kannst, das du "in Ausbildung" warst, muß nicht zurück gezahlt werden.

Ja, Kindergeld wird zurück gefordert wenn es nicht zu gestanden hat.

Keine Ahnung ob das Fernstudium bei ILS zur Kindergeldanspruch führt. Wenn ja, Zeitraum nachweisen und ich glaube auch der Zeitaufwand könnte relevant sein bei einem Fernstudium.

Auch wenn das Kind ausbildungssuchend ist und das nachweisen kann, wird Kindergeld gezahlt, bis Ende 25. Lj. oder das Kind ist arbeitslos gemeldet, bis Ende 21. Lj, oder das Kind ist in einer Übergangfrist zw. Ausbildungsabschnitten von bis zu 4 Monaten oder das Kind ist in Wartezeit auf einen verbindlichen Ausbildungsbeginn.

Kommentar von Entitaet96 ,

Vielen Dank für die Antwort. Der Nachweis ist kein Problem. Ich habe das ganze auch schon abgeschickt. Es kam halt erneut ein Brief von der Familienkasse, die Leistungsnachweise haben möchte, damit die Ernsthaftigkeit der Ausbildung bewiesen worden ist, wie z.B. durch kontrollierte Arbeiten, etc. Und jetzt wollte ich eben wissen, ob die 10% ein Hindernis darstellen oder eben nicht. Ich würde da auch anrufen, aber ich habe einfach irgendwo die Angst, dass es dann eben heißt, es hätte mir theoretisch nicht zugestanden.

Kommentar von ellaluise ,

Eine andere Möglichkeit als die Leistungsnachweise zu schicken, hast du ja nicht. Ohne Nachweis wir auf jeden Fall zurück gefordert.

Mit Nachweis? Vielleicht nur ein Teil? Keine Ahnung.

Kommentar von ellaluise ,

Öhm, ich lese gerade noch das du 20 bist. Bis zum 18. Geburtstag stand das Kindergeld ohne Wenn und Aber zu. Während der Ausbildungszeit ja auch.

Eine evtl. Rückzahlung könnte ggf. auch in Raten passieren. Für die Zukunft würde den Eltern, bei Berechtigung (Schulbesuch, Ausbildung) auch wieder das Kindergeld zustehen. Aber, ich könnte mir auch vorstellen das eine Verrechnung mit der Rückzahlung stattfinden könnte. Also evtl. eine Vereinbarung treffen.

Warte einfach die Bescheide ab, ggf. kann ja noch Widerspruch eingelegt werden.

Wichtig ist die Fristen zu beachten.

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