Frage von zzNeXuSss, 74

Drohne (Hexacopter) ohne Papiere fliegen?

Ich habe einen Hexacopter zum Geburtstag bekommen. Lenge: ca. 400mm Gewicht: 193g. Ich habe vieles gefunden was man angeblich braucht: Versicherung, Aufstiegserlaubnis, Flugschule, usw. Allerdings stand auf anderen Foren dass es keine Pflicht ist in Deutschland, sondern nur eine Empfehlung. Darf ich nun die Drohne nun so fliegen oder nicht?

Antwort
von Apolon, 46

Deine Frage kann man so pauschal nicht beantworten.

In unserer Privathaftpflichtversicherung sind z.B. Flugmodelle  bis 5 kg Startgewicht mitversichert (unabhängig davon ob diese Flugmodelle der Versicherungspflicht unterliegen und ob sie durch Motoren oder Treibsätze angetrieben werden).

Wobei man aber beachten muss, dass die gesetzlichen Vorschriften beachtet werden muss.

Wenn man z.B. diese Drohnen in der Nähe eines Flugplatzes startet, kann dies ein Verstoß gegen geltendes Recht sein und somit wird bei einem Schadensfall bei der Privathaftpflicht  Absicht bzw. Vorsatz unterstellt. Bedeutet es besteht kein Versicherungsschutz.

Solche Risiken sollte man aber  grundsätzlich absichern.

Stell dir mal vor, solch eine Drohne schmiert ab und trifft ein spielendes Kleinkind am Kopf.  Die Arztkosten, Behandlungskosten im Krankenhaus, Folgeschäden usw. darfst du dann selbst zahlen.

Kommentar von mloeffler ,

Hierzu eine ernst gemeinte Frage an den Experten:

Für den Betrieb eines Modellflugzeuges (nichts anderes ist eine rein privat genutzte Drohne) besteht eine Versicherungspflicht.

In Absatz 4 der Antwort steht aber. 

Absicht bzw. Vorsatz unterstellt. Bedeutet es besteht kein Versicherungsschutz.

Ist der Versicherungspflicht mit einer solchen Versicherung, die aufgrund einer Pflichtverletuzung des Versicherungsnehmers nicht leistet, überhaupt genüge getan? 

Oder ist es so, dass die Versicherung trotz Verletzung der Pflichten des Versicherungsnehmers erst mal leistet und den Versicherungsnehmer dann erst im 2. Schritt in Regress nimmt?

Kommentar von Apolon ,

Es dürfte dann genau so sein, wie in der Kfz-Haftpflichtversicherung:

Der Versicherer zahlt den Fremdschaden und nimmt den Versicherungsnehmer in Regress. In Einzelfällen ist er aber auch von der Zahlung befreit.

Ich werde dies in den nächsten Tagen prüfen und danach berichten.

Bisher lag mir solch eine Schadensursache noch nicht vor.

Gruß N.U.

Kommentar von Apolon ,

Nachtrag:

scheinbar gibt es noch keine Pflichtversicherung für Drohnen die privat genutzt werden und ein Gewicht von bis zu 5 kg haben.

dazu noch folgenden Artikel:

Bundesverkehrsminister Dobrindt will die Nutzung von zivilen Drohnen neu regeln. Anlass ist die stetig steigende Zahl an Geräten. So sind z.B. leichte, mit Kameras ausgestattete Drohnen, die mit dem Smartphone gelenkt werden können, inzwischen überall erhältlich. Ihr Einsatz ist aber bisher nicht ausreichend geregelt.

Mit den neuen Regelungen sollen nun Gefährdungen im Luftraum und am Boden, z.B. durch Kollisionen oder Abstürze, vermindert werden. Alle gewerblich und privat genutzten Geräte ab 0,5 kg sollen künftig kennzeichnungspflichtig werden‎, um bei Missbrauch oder Unfällen den Verursacher identifizieren zu können.

1. Private Nutzung wird neu geregelt

Um Gefahren im Luftraum zu vermeiden oder Verletzungen von Personen am Boden zu verhindern, wird der private Einsatz von Drohnen neu geregelt.

Private Drohnen-Flüge werden verboten:

in einer Höhe von mehr als 100 Metern,außerhalb der Sichtweite des Steuerers,über Industrieanlagen, Justizvollzugsanstalten, militärischen Anlagen, Kraftwerken und Anlagen der Energieerzeugung und –Verteilung sowie Bundesfernstraßen und Eisenbahnlinien,über Menschenansammlungen, Unglücksorten oder Katastrophengebieten undEinsatzorten von Polizei oder anderen Sicherheitsbehörden oder –Organisationen.

2. Gewerblicher Einsatz wird neu geregelt

Unbemannte Luftfahrtsysteme bieten große Chancen zum Beispiel in der Landwirtschaft oder der Verkehrsüberwachung. Um diese Entwicklung zu unterstützen, werden ihre Einsatzmöglichkeiten erweitert.Landesbehörden können künftig Flüge auch außerhalb der Sichtweite des Steuerers erlauben, wenn der sichere Betrieb nachgewiesen wird.‎ Bislang ist der Betrieb außerhalb der Sichtweite des Steuerers grundsätzlich verboten.Für gewerbliche Nutzer von Drohnen wird es künftig einen Führerschein geben. Fliegerische und luftrechtliche Kenntnisse sind in einer Prüfung nachzuweisen. Die Lizenz wird durch das Luftfahrt-Bundesamt erteilt.

Aktuell wird an der Änderung entsprechender Rechtsvorschriften gearbeitet.

Quelle: https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Artikel/K/151108-drohnen.html?linkToOverview=j...

Antwort
von websniffer, 43

Nun ich selber Fliege einen Hexacopter und auch einen Quadcopter und auch einen FPV Racer und ich kann die nur sagen mache eine Versicherung dafür die ist Pflicht wenn du Öffentlich oder auch auf Flugplätzen fliegst, wenn das Teil abhaut und es Schäden verursacht können die schnell richtig teuer werden das kann man nicht aus der Tasche bezahlen oder wenn gar Menschen verletzt werden.

Auf deinem eigenen Grundstück kannst du sie Fliegen lassen aber wenn du zbsp. ins Feld gehst oder auf dem Acker solltest du schon eine Genehmigung des Eigentümers haben. Momentan ist in Deuschland die Rechtssprechung bei Drohnen noch nicht richtig geklärt. Ist halt kein Kinderspielzeug.

Kommentar von mloeffler ,

Den ersten Absatz kann ich voll und ganz unterstützen.

Beim 2. Absatz komme ich aber um einen Kommentar nicht herum.

  1. Auf dem eigenen Grundstück kann man eine Drohne nur starten, nicht fliegen. Sobald sie vom Boden abgehoben ist, nutzt sie den Luftraum und unterliegt der Versicherungspflicht. Auch wenn man nur über dem eigenen Grundstück fliegt.
  2. Auf dem Acker sollte man nicht eine Genehmigung des Eigentümers haben, man muss!
  3. Die Rechtslage in Deutschland in Sachen rein privat genutzter Multicopter (Drohnen) ist ganz klar, sie werden als Modellflugzeuge eingestuft. Die Rechtssprechung bezeichnet ja Urteile in Einzelfällen, die ist in sofern immer klar, dass das Urteil des Richters gültig ist.
Antwort
von basiswissen, 23

Nur weil etwas nicht Pflicht ist... klär doch mal mit deiner PHV ob dort eine Drohne mitversichert ist. es reicht NICHT das in den Bedingungswerken Flugmodell steht, sondern lass Dir schriftlich bestätigen das Drohne gemeint ist. Mitunter differenzieren einige Anbieter da sehr genau. Und wie Kollege Uhrig schon schreibt: In der Nähe von Flughäfen ist so etwas als zumindest fahrlässig zu bezeichnen. Da greift dann ggf. keine Versicherung.

Expertenantwort
von ramay1418, Community-Experte für fliegen, 17

Hallo, 

was auch immer in irgendwelchen Foren gesagt, getan, empfohlen oder geschwafelt wird, spielt überhaupt keine Rolle. 

Alle Fragen sind durch eine Recherche, z. B. bei der DFS, doch eher korrekt zu beantworten. 


Für das Fliegen selbst bzw. zur Bedienung von "ungesteuerten Flugkörpern mit Eigenantrieb" oder von "unbemannten Luftfahrtsystemen" gilt die Luftverkehrs-Ordnung (LuftVO). 
Interessant sind dabei die Paragraphen 
§ 19 - Verbotene Nutzung des Luftraums und 
§ 20 - Erlaubnisbedürftige Nutzung des Luftraums 
Außerdem sagt die DFS (die muss nämlich die Aufstiegsgenehmigungen erteilen): 
"Zusätzlich für unbemannte Luftfahrzeuge: Die Vorgaben des NfL (Nachrichten für Luftfahrer) I 281/13 sind einzuhalten. Weitere Regelungen zur Erlaubnispflicht, Aufstiegsgenehmigung des Grundstückseigentümers, Haftpflichtversicherung und Datenschutzbestimmungen bleiben von dieser generellen Freigabe unberührt und sind zu beachten!" 

http://www.dfs.de/dfs\_homepage/de/Services/Luftsport%20&%20Freizeit/Flugmod...

Aber es gibt ja genügend Ansprechpartner: So hilft ein Anruf bei der DFS, beim LBA, bei den Landesluftfahrtbehörden oder der Modellflugsparte im DAeC sicher weiter. 

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