Frage von Vike25, 98

Drogenabhängigkeit bei Abschluss einer Privatversichrung angeben?

Ein Kumpel von mir hat vor sich mit ebay selbstständig zu machen. Dafür benötigt er eine private Krankenversicherung. Die von ihm vorher einige Informationen zu seiner Gesundheit wissen möchte. Er war mal Drogenabhängig, doch dies hatte sich nach seiner Therapie besserst. Mittlerweile konsumiert er gelegentlich mal etwas Muss er dies bei Abschluss einer Privatversichrung angeben???

Antwort
von kevin1905, 51

Dafür benötigt er eine private Krankenversicherung.

Auf gar keinen Fall. Der soll gesetzlich versichert bleiben.

Mittlerweile konsumiert er gelegentlich mal etwas Muss er dies bei Abschluss einer Privatversichrung angeben???

Er muss alles angeben was abgefragt wird innerhalb der abgefragten Zeiträume und eine Schweigepflichtentbindungserklärung abgeben, so dass die PKV im Leistungsfall die Krankenakte einsehen darf.

Gibt er es nicht an, liegt eine vorvertragliche Anzeigepflichtverletzung vor. Die Versicherung kann rückwirkend aufgehoben werden. Strafverfahren wegen versuchten Betrugs ist ebenfalls möglich.

Warum zum Geier sollte eine PKV ihn versichern wollen und warum will er unbedingt in die private?

Kommentar von Vike25 ,

Weil es zu ihm hieß er; er muss die Beiträge der Krankenversicherung dann selbst bezahlen. Wenn er seine jetzige gesetzliche Krankenversicherung würde ihn dann knapp 400 Euro kosten. Eine Private Krankenversicherung gerade mal die Hälfte.

Kommentar von kevin1905 ,

Natürlich muss er als Selbständiger die Beiträge selber bezahlen.

Für einen Gründer sind das in der GKV aber nur etwa 260,- € im Monat.

Eine Private Krankenversicherung gerade mal die Hälfte.

Ein vernünftiger PKV-Tarif kostet für kerngesunde Menschen bis Mitte 20 etwa 300,- € aufwärts im Monat bei niedriger SB, inkl. PPV. Durch Risikozuschläge, die bei Nicht-Beamten auch nicht nach oben begrenzt sind, kann sich schnell ein deutlich höherer Betrag ergeben.

Ferner ist der Ansatz in die PKV zu wechseln um Geld zu sparen dümmlich, denn eine Krankenversicherung hat man oft ein Leben lang, man kann nicht ohne weiteres in die GKV zurückwechseln, wenn man Bock hat.

Es gibt Kunden die haben innerhalb von 3 Jahren Preissteigerung von 100% in ihrer PKV gesehen und können im Alter ihre Beiträge nicht zahlen, weil ihr Tarif leider schlecht kalkuliert ist bezüglich der Altersrückstellungen.

Auch wissen die meisten nicht wie ihre Rechte sind (§ 204 VVG z.B.).

PKV ist beratungsintensiv und sollte niemals im Alleingang abgeschlossen werden.

Meine Meinung als Makler ist, dass Gründer i.d.R. nicht in die PKV gehören und die meisten privaten Versicherer auch sehr auf die Bonität achten. Da eine Krankenversicherung versichererseitig unkündbar ist, suchen die sich sehr genau aus wen die versichern wollen.

Kommentar von DolphinPB ,

Sehr gut - dem ist nichts hinzuzufügen.

Antwort
von basiswissen, 25

Also:

1. Er muss alles angeben. Ob er dann angenommen wird ist fraglich. Wenn doch mit Risikozuschlägen die "heftig" sein werden.

2. Gehört ein Existenzgründer NICHT in die PKV. Hevin hat das ausführlich begründet und ich stimme Ihm da voll zu!

Antwort
von DolphinPB, 21

Dein Kumpel wird in keine PKV kommen (Drogen, Existenzgründer, usw.), er sollte sowieso unbedingt in der GKV bleiben. Gründe: siehe kevin1905

Nochmal: In die PKV um Geld zu spaten ist der allergrößte Unsinn überhaupt !

Antwort
von Pudelwohl3, 65

Ja, sollte er unbedingt machen, weil sonst die Versicherung eines (auch erst fernen) Tages sehr rumzicken könnte.

Kommentar von Vike25 ,

wird er dann überhaupt von einer privaten Krankenversicherung aufgenommen?

Kommentar von Pudelwohl3 ,

Das kann ich nicht beantworten, das muss die Versicherung entscheiden. Es bringt aber auf jeden Fall nix, Dinge zu verschweigen, die bereits in irgendwelchen Akten dokumentiert sind.

Kommentar von Apolon ,

Völlig falsch - er sollte unbedingt in der GKV bleiben.

Alles weiter hat Kevin1905 schon geschrieben.

Kommentar von Pudelwohl3 ,

Das war aber nicht die Frage Herr Uhlig. Ich denke auch, er sollte diesen Wechsel in die PKV dringend gründlich bedenken. Sollte er sich aber dazu entscheiden, macht es überhaupt keinen Sinn, aktenkundige Vorerkrankungen zu verschweigen.

Kommentar von Vike25 ,

Die Betreige einer gesetzlichen Versicherung sind halt halb so teuer die einer privaten Krankenversicherung. Aus diesem Grund eben der wechseln.

Kommentar von Pudelwohl3 ,

Das meinst Du jetzt vermutlich genau anders herum. Egal - das ändert ja nichts daran, dass Dir die halb so teure Privatversicherung gar nichts nützt - wenn sie im Ernstfall nicht zahlt, oder?

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