Frage von Everflow, 79

Dringende Frage zu Kaltmiete bei ALGII?

Ich wohne in Essen und habe erfahren, dass die Kaltmiete für eine Wohnung 241,65€ betragen darf. "Warm" darf die Wohnung 349,50€ kosten. Nun frage ich mich, was ist, wenn die Kaltmiete zwar etwas höher ist, aber die Warmmiete dennoch nicht die 349,50€ überschreitet? Sagt das Jobcenter dann trotzdem nein?

Antwort
von annisimoni, 61

Das Jobcenter wird dir dann deine Nebenkostennachzahlung nicht bezahlen, wenn du versuchst, durch Tricksen die Nebenkostenvorauszahlung so herunter zu drücken, dass du damit die erhöhte Kaltmiete "kompensierst". Das haben schon viele andere vor dir versucht und sind dann auf der Nebenkostennachzahlung buchstäblich sitzen geblieben.

Kommentar von Everflow ,

Verstehe ich nicht. Wenn z.B. die Kaltmiete 255€ kostet, und die Nebenkosten 85€, dann liege ich insgesamt ja noch unterhalb der 349,50€-Grenze. Da ist kein Drücken oder kompensieren, das sind die reinen Angaben der Vermieterin. Da würde das Jobcenter trotzdem ablehnen?

Kommentar von annisimoni ,

Die Nebenkosten von 85,00 Euro sind lediglich eine VORAUSZAHLUNG. Wenn diese Vorauszahlung dauerhaft zu niedrig angesetzt ist, weil du mit 85 Euro Nebenkosten unmöglich über die Runden kommen KANNST, und dann am Jahresende eine Abrechnung bekommst, in der eine Nachzahlung von beispielsweise 600 Euro herauskommt, dann übernimmt das Jobcenter das nicht, weil deine Nebenkostenvorauszahlung schon von Anbeginn an zu niedrig angesetzt wurde. 

Die Konsequenz daraus ist nämlich, dass die realistische Nebenkostenvorauszahlung erhöht werden muss. Und dann sprengst du den Rahmen der zulässigen Warmmiete. Deshalb wirst du dann vom Jobcenter kein zusätzliches Geld erhalten, um deine Nebenkostennachzahlung zu regulieren. Auf der bleibst du dann sitzen. 

Aber wenn du das nicht glaubst, solltest du mal beim Jobcenter NACHFRAGEN. Das wäre die einzig sinnvolle Maßnahme, statt hier zu fragen. Hier kann jeder nur aus seinem eigenen Jobcenter oder seinen eigenen Erfahrungen berichten. Das muss nicht zwangsläufig richtig sein.

Kommentar von haufenzeugs ,

das ist so nicht richtig.

Kommentar von isomatte ,

Wenn man nach deiner Aussage gehen würde und jedes mal die Abschläge anheben würde,was denkst du denn würde dann passieren,es würde dann noch mehr Wohnungen geben die nach dem SGB - ll nicht angemessen wären und es würde nur Ablehnungen hageln !

Kommentar von annisimoni ,

Es geht hier aber um die Frage des Fragestellers. Bei dem ist die Kaltmiete zu hoch und wird durch die niedrigen NK bei der Warmmiete wieder ausgeglichen. Du verstehen?

Kommentar von isomatte ,

Das kannst du doch gar nicht wissen ob die zu niedrig ist oder nicht,kann ja auch mal ausnahmsweise stimmen was im Mietvertrag angegeben ist !

Verstehst du ?

Kommentar von haufenzeugs ,

es würde keine ablehnung geben bei einer nachforderung. wenn die wohnung als angemessen eingestuft wird, die kostenzusicherung gegeben wurde, dann ist das völlig ok. dann müssen nachforderungen übernommen werden und werden sie auch.

Kommentar von isomatte ,

Darum ging es in meinem Kommentar doch gar nicht,dass was du schreibst ist ja korrekt,lese dir den Kommentar von @ annisimoni noch mal durch !

Expertenantwort
von isomatte, Community-Experte für Jobcenter, 39

So wie ich das auf der Seite nachlesen konnte spielt das keine Rolle,solange die Netto Grundmiete und die kalten Nebenkosten die Brutto Kaltmiete nicht übersteigen !

Kommentar von annisimoni ,

Das ist völlig korrekt, was du schreibst. Wurde jedoch die Nebenkostenvorauszahlung viel zu niedrig angesetzt, weil der Vermieter einen Mieter mit einer niedrigen "Warmmiete" ködern will, dann kommt das Jobcenter nicht für die Nachzahlung auf. Habe ich am eigenen Leib erfahren.

Kommentar von haufenzeugs ,

das ist falsch. wenn das jc die wohnung genehmigt, die kostenübernahmezusage erteilt, dann übernehmen sie die kosten die entstanden sind. danach wird eine aufforderung erteilt entweder kosten zu senken oder umzuziehen. was dir passiert ist war tragisch, aber seitens des jc falsch.

Kommentar von annisimoni ,

Das JC konnte anhand der Nebenkostenabrechnung belegen, dass der Vermieter die NK-Vorauszahlung zu niedrig angesetzt hat. Daher wurde die Nachzahlung nicht bezahlt. Die tatsächliche Warmmiete mit einer korrekt berechneten NK-Vorauszahlung wäre höher gewesen. Auch wenn es tragisch war und deiner Meinung nach das JC einen Fehler gemacht hat, würde ich sowas niemals wiederholen. Das JC sitzt trotzdem immer am längeren Hebel.

Kommentar von haufenzeugs ,

das jc hat die wohnung übernommen in deinem fall. sie hätten vor kostenübernahme und zusicherung prüfen müssen. dann sehen sie ob der betrag zu niedrig angesetzt ist für eine person oder nicht. wenn dein mitarbeiter das verschlafen hat, hat er pech gehabt. du hättest die kosten übernommen bekommen müssen. das jc sitzt an keinem hebel. du hättest einfach den rechtsweg ausgeführt: widerspruch, einstweilige anordnung auf weiterzahlung, dann klage wenn nötig. somit ist es nicht das problem des he hier, wenn das jc die kosten übernimmt. jc hat schlampig im vorfeld gearbeitet. auch nicht dein oder sein problem.

Kommentar von isomatte ,

Was verstehst du denn unter viel zu niedrig ?

Soviel sollte man den Mitarbeitern im Jobcenter schon zutrauen das sie so etwas bemerken,es muss dann schon realistisch bleiben und dann passiert auch nichts.

Ich selber zahle für die kalten Nebenkosten rund 42 € im Monat,dass schon über 16 Jahre und ich zahle fast jedes Jahr nach,ob Betriebskosten oder Heizkosten und da gab es noch nie Probleme mit der Übernahme.

Außerdem sind die Betriebs / Heizkosten in tatsächlicher Höhe zu übernehmen,also auch eine evtl.Nachzahlung und das Jobcenter würde hier in der Beweispflicht sein,sie müssten nachweisen das man unwirtschaftlich war und das sollte in den seltensten Fällen gelingen.

Kommentar von haufenzeugs ,

also wir zahlen als 4 köpfige familie auf 100 qm seit jahren immer schon 190-200 euro. abhängig davon, wie der winter verlief. nie ist es kalt, nie wird wasser eingespart wenns notwendig ist.

Kommentar von annisimoni ,

Du hast ja auch die Frage aus den Augen verloren. Es ging um die Miete, weil die Kaltmiete des Fragenden über dem Regelsatz liegt und nur durch die neidrigen Nebenkosten wieder im Rahmen der Warmmiete bleibt.

Kommentar von haufenzeugs ,

die kaltmiete ist völlig uninteressant. die wohnung liegt im zusammenspiel im rahmen der angemessenheit. wenn das jc die bewilligt, ist es völlig ok,. kosten werden übernommen, nachforderungen müssen übernommen werden, da jc die wohnung als ok eingestuft hat. wenn ein mitarbeiter korrekt arbeitet, wird die wohnung abgelehnt, da die bedingungen der kaltmiete nicht korrekt ist.

seitens der nebenkosten ist die wohnung angemessen. du hast den sinn der frage nicht verstanden.

Kommentar von isomatte ,

Ich verliere nichts aus den Augen !

Es geht hier nicht um die Warmmiete,sondern um die Kaltmiete und die kalten Nebenkosten,da sind noch keine Heizkosten dabei.

Du kannst doch gar nicht wissen ob die kalten Nebenkosten künstlich abgesenkt worden oder nicht.

Antwort
von haufenzeugs, 36

das jobcenter zahlt die realen kosten. das sind maximal 349 euro und etwas. das bekommst du als maximale kosten der unterkunft ausgezahlt.

wenn du aber die kosten weiter steigerst weil kalter winter, anderes wasserverhalten etc, dann bekommst du keine zahlungsübernahme bei nachforderung. es wäre also besser du suchst dir eine wohnung die angemessen ist.

Kommentar von isomatte ,

Das ist nicht ganz korrekt,bei einer Nachzahlung würde das Jobcenter in der Beweispflicht sein,sie müssten nachweisen das man unwirtschaftlich war !

Bei einem kalten Winter kann man wohl auch von einem ALG - 2 Empfänger nicht erwarten das er in der Wohnung mit Winterkleidung herum rennt,nur um Heizkosten zu sparen.

Beim Wasserverbrauch sieht das dann schon anders aus,da gibt oder gab es mal eine Pauschale pro Tag,die lag bei einer Person bei ca. 100 Liter oder etwas darüber und wenn man da nicht erheblich darüber liegen würde passiert da auch nichts.

Kommentar von haufenzeugs ,

das meinte ich weiter unten zu sagen. die kosten werden übernommen, gerade wenn jc die wohnung als angemessen einstufen würde. danach müsste eine prüfung erfolgen, eine aufforderung der kostensenkung und aufforderung umzuziehen. die frage dann ist ob es wirtschaftlich ist für ein paar cent den umzug durchzuziehen auf kosten des jc natürlich.

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