Dre geschichtliche hintergrund des textes 1.Mose 1,1-2,4a priesterschrift und 1.mose 2,4b-25 oders so?

... komplette Frage anzeigen

2 Antworten

Hallo Solirio, vielleicht ist das so in deinem Sinn:

Zu Gen1: Der Text ist etwa um das Jahr 520 v. Chr. entstanden. Die Situation: Die Oberschicht der Juden (die zu dieser Zeit z.Tl. noch mit Steinmessern die Beschneidung durchführten), befindet sich in der sog. Babylonischen Gefangenschaft. Das neubabylonische Reich hatte eine hohe Kultur (chemische Farben, Ziegelglasur, Lösung von Gleichungen mit drei Unbekannten, viele Götter, Zahlenwerte bis 2 Billionen, hohe Bau- und Waffentechnik, auch Mythen über die Entstehung der Welt, Kalender, umfangreiches Schrifttum, Berechnung von Mond- und Sonnenfinsternissen).

Die Fragen der Juden an ihre Priester waren also etwa: Wenn wir uns da schon in einer so hohen Kultur bewegen: Ist die Sonne ein Gott, gibt es mehrere Götter, müssen wir Angst vor Mond-, Fluss-, Berg-, Naturgöttern haben, dürfen wir hier Forschung betreiben. bestimmen die Sterne unser Schicksal, welche Stellung haben Mann und Frau und schließlich – sehr wichtig – haben wir einen Anspruch auf einen freien Tag pro Woche?

Die theologische Antwort wäre: Nein, ihr müsst vor nichts Angst haben, dürft forschen, alles ist Schöpfung Gottes, sie ist nicht böse, sondern gut, Mann und Frau sind gleich, eure innere Uhr, der Sabbat, ist gottgewollt, und ihr braucht euch nicht durch die Babylonier zur Arbeit zwingen zu lassen.

Aber der Orientale erzählt und dichtet: Als Muster nimmt er die bereits bestehende Siebentagewoche und den neubabylonischen Schöpfungsmythos und verfasst einen Hymnus, der im Gottesdienst eingesetzt wurde. Diese Schöpfungsgeschichte wird deshalb auch mit dem Begriff „Priesterschrift“ bezeichnet.

Etwas zu Gen 2
Der Text (kürzer als Gen 1) ist etwa 900 v. Chr. entstanden, also früher als die 7-Tage-Geschichte, steht aber in der Bibel interessanterweise dahinter. Er wurde bisher als „Jahwist“ bezeichnet, weil der Gottesname Jahwe oft darin vorkommt. Inzwischen meint man aber auch, dass diese für sich selbst zu lesende Urgeschichte erst in der Zeit der Babylonischen Gefangenschaft (Exil) mit den Geschichtserzählungen Israels verbunden wurde.

Etwa in der Mitte des 5. Jahrhunderts v. Chr. hat man dann die beiden Geschichten zu einer zusammenhängenden redaktionell vereinigt. Man spricht also auch weniger von Jahwist als vielmehr von „vorpriesterlicher Schrift“.

Auch hier gilt: Keine naturwissenschaftlich – historische Darstellung sondern Antwort auf Glaubensfragen in Erzählform der Orientalen, also auch nicht mit wissenschaftlichen Kriterien bewertbar.

Die Situation ist völlig anders. Wir finden eine Agrargesellschaft, in der Erde und z.B. der Beruf des Töpfers wichtig ist. (Auch in der Archäologie werden manche Kulturen nach ihren Töpfereien benannt, z.B. Bandkeramiker, Schnurkeramiker …)

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Solirio
17.02.2016, 13:03

ok danke :) hat geholfen :)

0
Kommentar von Nadelwald75
19.02.2016, 09:33

.... vielen Dank für den Stern!

0

Könntest du die Texte bitte kopieren oder wenigstens paraphrasiert wiedergeben?
Es ist eine ziemliche Mühe immer alles extra nachzugucken.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Solirio
17.02.2016, 10:27

schon erledigt

0

Was möchtest Du wissen?