Frage von Fusionismus, 43

Drastischer Demographie Wandel in Deutschland?

Hey ! Mir ist aufgefallen, das Deutschlands Bevölkerung immer älter wird und die allgemeine Bevölkerung rapide abnimmt. Allerdings sah ich auch das erst seit 1850 Deutschlands Bevölkerung große wachstumssprünge nahm (20 m -> 24m) zum Beispiel, also wirklich sehr große sprünge. Und ebenfalls das nach den beiden Weltkriegen die Bevölkerung wieder sehr niedrig war. Warum wird dagegen denn nicht effektiv was gemacht ? Was könnte man machen und wird sich Deutschland davon erholen ( Forscher sagen teilweise bis zu nur noch 30 m Einwohner im Jahr 2060 voraus). Was denkt ihr so darüber ?

Antwort
von MaxNoir, 14

Ich denke es wird eindeutig genug fürs Kinderkriegen getan in Deutschland. Problem sind die Eltern bzw. die jungen Menschen die keine Eltern werden wollen. Immerhin gibt es in Deutschland Kindergeld und einen Steuerfreibetrag von bis zu 600 Euro pro Kind pro Monat. Dazu wird für das Kind viel vom Sozialamt gezahlt, wenn die Eltern es sich nicht leisten können. Wie beispielsweise Klassenfahrten oder Schulbücher. Außerdem gibt es zig Hilfsorganisationen für Familien wie z.B. die Caritas oder ProFamilia.

Außerdem werden auch genug Kinder gezeugt. Guck dir allein die Abtreibungszahlen in Deutschland an. Im Schnitt werden pro Jahr 15% der gezeugten Kinder abgetrieben. Das sind knapp 100.000 pro Jahr. Das ist kein Pappenstiel.

Ich weiß nicht, was man deiner Meinung nach noch mehr tun sollte, damit die Menschen Kinder bekommen. Mehr Geld? Noch mehr Einmischung vom Staat in die Erziehung? Ich weiß es wirklich nicht.

Ich sehe eher, vor allem in meiner Generation, dass viele nicht bereit sind die Verantwortung für Kinder zu übernehmen. Dazu kommt noch, dass wir unsere Gesellschaft so ausgerichtet haben, dass man Kinder eigentlich nicht mehr braucht. Hast du dich mal gefragt, warum in armen Ländern die Geburtenzahlen viel viel höher sind als bei uns obwohl wir es uns eher leisten könnten mehr Kinder zu bekommen? Natürlich weil in armen Ländern Kinder eine Absicherung fürs Alter sind. Wenn man im afrikanischen Busch 10 Kinder bekommt ist die Wahrscheinlichkeit, dass nur ein einziges davon die Familie ernähren kann höher als wenn man nur 2 Kinder in die Welt setzt.

Um der demografischen Entwicklung entgegen zu wirken, akzeptiert die Politik daher immigration. (Nein, nicht Flüchtlinge, sondern tatsächliche Migranten.) Aber selbst das wird nichts nützen, denn die jüngsten Statistiken zeigen uns, dass Migrantenkinder in der zweiten bzw. dritten Generation dieselbe Geburtenrate aufweisen wie Frauen deren Familien schon immer in Deutschland gelebt haben. Ist insofern also nur ein Pflaster auf eine klaffende Wunde.

Wenn man mehr Kinder haben will, muss sich die Gesellschaft ändern. Kinder dürfen nicht mehr als Last wahrgenommen werden. Die Gesellschaft muss Kinderfreundlicher werden. Doch das kann nur passieren in dem jeder einzelne von uns mehr macht. Eine andere Politik stelle ich mir wenig hilfreich vor. Zumindest wüsste ich nicht, was da noch passieren soll.

Kommentar von Fusionismus ,

Auch danke für deine schnelle Antwort ich stimme dir vollkommen zu :) allerdings finde ich das durchaus noch mehr getan werden könnte, man sollte alles daran setzten Kinder und Familie wieder "In" zu machen, wenn es sein muss eben noch mehr Geld geben und von mir aus auch Fernseh Propaganda was Kinder kriegen betrifft. Alleine des guten Willen wegen wird sich die Gesellschaft bestimmt nicht unstimmen. Andere Länder wie die USA und Frankreich haben ne weitaus höhere Geburtsrate ohne das viel Kindergeld gezahlt wird etc . Hoffentlich ist bis 2060 schon das Klonen von Menschen möglich, dann gibst wenigstens noch eine weitere Möglichkeit den Demographie Wandel aufzuhalten =D 

Kommentar von MaxNoir ,

Ja, aber gerade an den USA siehst du, dass Geld nicht das Problem ist. Die USA sind eine kinderfreundlichere Gesellschaft aus ihrer Kultur heraus UND Kinder erfüllen dort auch noch eine Funktion, nämlich eine Absicherung fürs Alter. Sowas brauchen wir in Deutschland ja nicht.

Kommentar von Fusionismus ,

Stimmt, also ist die Gesellschaft nur "im stande" eine exponentiale Geburtenrate zu vollbringen, wenn sie sich in Notlagen befinden bzw ihr Überleben davon abhängig ist ? Das ist verdammt skuril, man sollte wirklich alles daran setzten dies zu ändern, damit es dem Gemeinwohl dient oder weil man einfach eine Familie haben möchte, weil man sich wünscht seine eigenen Kinder aufzuziehen und bei ihrer Entwicklung involviert zusein ... also weg von dem "nur kinder wenn in Nöten oder sehr reich" und hin zu den "Kinder weils dem land, der Gesellschaft gut tut und ich bzw meine Familie dran Freude haben" ! :)

Antwort
von soissesPDF, 4

Ehe und Familie stehen unter dem besondern Schutz des Staates, steht im Grundgesetz, interessiert die Politik jedoch nicht.
In Deutschland hat es eine Geburtenrate von 1,394 Kindern pro Frau.
Kann man sich an einer Knopfleiste abzählen, dass und wie sich das auswirkt.

Ein Grund dafür ist, das Kinder ein Armutsrisiko sind, wie ebenso Scheidung, Arbeitslosigkeit und Krankheit.
Kurz und gut, ja es liegt am Geld, dass die Geburtenrate zu gering ist.

Antwort
von Dunkerjinn, 27

Die Bevölkerungsstruktur verändert sich durch die - teilweise völlig unkontrollierte - Zuwanderung in einer Art und Weise, bzw. wird sich verändern, dass ich mir hier keine Prognose trauen würde!

Kommentar von Fusionismus ,

Danke für deine schnelle Antwort, ich persönlich möchte es garnicht glauben und hoffe es auch nicht, jedoch glaube ich das zahlen und Prognosen nicht lügen und sich die Geburtenrate auch nicht so schnell ändern wird. Denkst du denn das wenn Deutschlands Bevölkerung erstmal an einem Tiefpunkt angekommen ist das die Demographie sich wieder erholt so wie nach den 30 jährigen Krieg ? Oder ist so eine Entwicklung unmöglich?

Kommentar von Dunkerjinn ,

Schwer zu sagen, aber da sich die Bevölkerung vermutlich zunehmend "vermischen" wird, wird zumindest eine Erhohlung - wie du das meinst - für den "heutigen Deutschen" nicht stattfinden. Möglicherweise dahingehend, dass es dann einen irgendwie "anderen" Deutschen geben wird.

Ganz zu schweigen natürlich davon, dass - was wir ja gerne ignorieren - die Erde im allgemeinen ziemlich überbevölkert ist und uns über kurz oder lang die Resourcen ausgehen werden!

Echt ganz schwer zu sagen ... und so gerne mag man auch gar nicht darüber nachdenken!

Kommentar von MaxNoir ,

Also:

1. Die "völlig unkontrollierte Zuwanderung" wird nichts an der Bevölkerungsentwicklung ändern, denn 1. wird ein Großteil dieser Menschen Deutschland wieder verlassen, so wie es die Mehrzahl der Flüchtlinge aus vergangenen Kriegen getan hat. Siehe Vietnam, siehe Balkankrieg und 2. weil wir schon aus der Einwanderungswelle der Türken wissen, dass deren Kinder und Enkel dieselben Geburtsraten haben wie unsere heimische Bevölkerung. Daher wird sich auf Dauer da nicht wirklich was ändern. Sicherlich wird es eine leicht erhöhre Gruppe von Migranten oder Menschen mit Migrationshintergrund geben aber das wird im großen und ganzen unsignifikant sein.

2. Die Überbevölkerung ist eine Lüge. Zur Zeit gibt es kaum noch ein Land auf dieser Welt von dem wir erwarten, dass die Bevölkerung dort explodieren wird. Grund dafür ist die abnehmende "objektive (nicht subjektive) Armut". Wohlhabendere Gesellschaft bekommen weniger Kinder. Das war schon immer so und man sieht es ja heute ganz deutlich in Europa. Sehen wir uns doch mal ein paar Zahlen an: In Deutschland werden 30% der Fleischprodukte weggeworfen und wir konkurrieren auch noch Landwirte in Afrika nieder um unsere Waren dort zu verkaufen. Soll heißen, wir produzieren genug Essen um noch weitere 50 Millionen Menschen mit durchzufüttern. Wenn wir das für jedes Industrieland auf dieser Erde als Maßstab nehmen, können wir schon mal Afrika vom Hunger befreien. Darüber hinaus wird die Entwicklung ja nicht immer so weiter gehen. Siehe Beispiel China: Es hat gesehen, dass die Bevölkerung explodiert ist und einfach die Ein-Kind-Ehe eingeführt. Sollte die Bevölkerungszahl weiter ansteigen, wird eine solche Politik auch in anderen Ländern eingeführt werden und letztlich sagen einige Experten (ich empfehle dazu die Sendung Philosophisches Quartett zur Überbevölkerung), dass die Bevölkerung der Erde bei ca. 11 Milliarden kippen wird und wieder rückläufig wird. Es gibt also keinen Grund zur Panik. Jeder wird noch was zu essen bekommen und wir müssen auch nicht alle gestapelt schlafen.

Kommentar von Dunkerjinn ,

Es wäre mir zugegebenermaßen nicht unrecht wenn deine Einlassungen zu diesem Thema korrekt wären und es so kommen würde.

Ich habe daran aber sehr starke Zweifel!

Kommentar von MaxNoir ,

Die Zeit wird zeigen wer recht hat. Ich habe Zweifel daran, dass uns eine große Katastrophe erwartet.

Kommentar von Fusionismus ,

in den vergangenen Jahrhunderten gab es desöfteren starke Demographie veränderungen, allerdings stieg die Bevölkerung danach sehr schnell wieder an, woran lag das und falls dies wieder eintritt, wird Deutschland wieder so nen Bevölkerungs Boom bekommen ?

Kommentar von MaxNoir ,

Das kommt darauf an, was ursächlich für die Demografieveränderung war. In Deutschland hatten wir vor allem zwei Kriege die die Demografieentwicklung stark beeinflusst haben. Während eines Krieges bekommen Menschen grundsätzlich weniger Kinder, weil Krieg oft mit Güterknappheit einhergeht und daher Kinder zu bekommen ein Risiko ist. Darüberhinaus sterben viele Männer im Krieg. Das allein und der daraus resultierende Männermangel ruft einen Bevölkerungsrückgang hervor. Danach steigt die Bevölkerungsentwicklung nicht, sondern sie normalisiert sich wieder.  Wie gesagt, den heutigen Bevölkerungsrückgang sehe ich aber aus anderen Gründen, deswegen glaube ich auch nicht, dass sich das allzu schnell wieder normalisierend wird.

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