Frage von Rosy1974, 72

Dosierung Thyroxin bei Hashimoto?

Bei mir wurde ein TSH-Wert von 4,55 festgestellt. Endlich hielt mein Hausarzt es für nötig, mir Medikamente zu verschreiben. Ich bekam 50 (?) Thyroxin. Nach 4 Wochen stellte sich nur eine leichte Besserung ein. Mein THS-Wert beträgt immer noch 3,2. Mein (Ex-)Hausarzt weigerte sich mir eine höhere Dosis zu verschreiben, weil er der Meinung ist, dass das noch im Graubereich ist. Da ich auch depressive Symtome habe, habe ich eine Psychiaterin konsoltiert. Der hab ich das erzählt und die war total entsetzt und erbost über den Hausarzt und meinte, ich solle ihn unbedingt wechseln. (Sie ist der Meinung, dass ich nicht psychisch krank bin, sondern meine depressiven Symptome von der Schilddrüse herrüren). Ich hab eigenmächtig die Medikamente auf 100 (?) erhöht.

Meine Frage nun: Gehe ich richtig in der Annahme, dass bei mir 50 (?) den TSH-Spiegel nur um 1,35 senkt und dieser nun um weitere 1,35 gesenkt wird, also ingesamt 2,70, so dass mein TSH-Wert nun bei ca. 1,80 liegen dürfte und ich somit 125 oder gar 150 (?) täglich nehmen müsse, damit der TSH-Wert um die 1 ist? Oder kann man das so pauschal nicht sagen? Kann es auch sein, dass mit 100 (?) der TSH-Wert auf maximal 1 kommt?

Ich habe bereits einen Termin beim Endoskrinologen. Aber erst in einem Monat und solange werden mir meine Medikamente leider nicht reichen. Ich muss zwangsweise mir einen anderen Hausarzt suchen, der mir bis zu dem Termin Medikamente verschreibt.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von dadamat, 55

Ser TSH Wert ändert sich nur sehr langsam. Nach vier Wochen ist der Wirkspiegel noch nicht erreicht, dazu braucht es viel länger. Der Wert von 3,2 wird sich auch bei gleichbleibender Dosierung (50 Mikrogramm) reduzieren. Erst nach 10 - 12 Wochen ist der Wirkspiegel erreicht und dann erst sollte die endgültige Dosierung bestimmt werden.

Antwort
von dsupper, 41

Hallo,

du bist überaus leichtsinnig, deine Dosis so eigenhändig derart zu erhöhen.

Die Schilddrüse steuert so viele Funktionen deines Körpers - da solltest du keine Experimente machen.

Und deine Rechnung mag vllt. theoretisch richtig sein - praktisch sieht es aber anders aus.

Wenn du doch ohnehin einen anderen Hausarzt brauchst, damit er dir ein Rezept ausstellt - warum gehst du nicht direkt am Montag dahin und lässt dich von ihm beraten? Eine zweite Meinung ist nicht verkehrt - und wesentlich sinnvoller als dein Eigenexperiment.

Eine zu hohe Dosis Schilddrüsenhormone kann auch lebensbedrohliche Auswirkungen haben.

Alles Gute

Daniela

Antwort
von Catlyn, 38

Hallo,

ich habe ja fast einen Herzinfarkt bekommen, was Du da machst. Mein Gott! Eine Einstiegsdosis von 50 µg ist für den Anfang schon zu hoch. Schilddrüsenhormone sollten immer eingeschlichen werden. Das ist bei Dir schonmal nicht geschehen. Und dann Deine eigene Verdoppelung der Dosis. Und das Ganze noch bei Hashimoto.

Mach das nie, nie wieder!

1. Du hättest und kannst Dich immer noch völlig ins Aus mit so etwas katapultieren. Durch solche extremen Erhöhungen kannst Du Deine Nebennieren sehr, sehr schädigen. Und glaube mir: Gerade bei Hashimoto und vor allem länger unbehandelter Hashimoto sind die eh schon geschwächt. Du willst ganz sicher keine schwachen Nebennieren.

2. Vier Wochen sind überhaupt keine Zeit für eine richtige Einstellung. Nach vier Wochen werden noch nicht mal die richtrigen Blutwerte angezeigt, da man frühestens nach 6 Wochen erst einigermaßen korrekte Werte erhält. DIe Reaktion des Körpers sind schilddrüsentechnisch sehr, sehr langsam und zeitverzögert.

3. Bei Hashimoto ist das TSH alleine überhaupt nicht aussagekräftig! Es sollten IMMER auch die Werte fT4 und fT3 mit angesehen werden. Kompetente Ärzte tun das auch.

4. Da die Funktion der Schilddrüse extrem wichtig ist und sich auf ganz viele Organe und Abläufe im Körper auswirkt, kannst Du mit einer Extremtour richtig viel kaputt machen. Du kannst Dein komplettes Hormonsystem völlig durcheinander bringen.

Man könnte hier noch so viel aufzählen. Hashimoto besteht aber nicht nur aus TSH, fT4 und fT3. Hashimoto ist eine Autoimmunerkrankung, d. h., das Immunsystem ist ebenfalls involviert.

Bei Hashimoto ist die Kohlenhydratverarbeitung negativ beeinflusst, es kommt zu Vitalstoffmängeln. Und - und - und.

Wenn Du denkst, dass es ausreicht, bei Hashimoto mit L-Thyroxin herumzuexperimentieren, liegst Du falsch. Die Langzeitfolgen lassen grüßen.

Gehe doch einfach mal in das entsprechende Forum: www.ht-mb.de/forum . Vielleicht verstehst Du dann.

Gruß

Catlyn

Kommentar von Rosy1974 ,

Es kann sein, dass du grundsätzlich Recht hat. Aber: Bereits nachdem ich die erste Tablette genommen habe, fühlte ich mich nach ca. 1 Stunde viel klarer im Kopf.

 

Hinzu kommt, dass ich eine Reizblase habe. Erst als ich eigenmächtig die Dosis verdoppelt habe, wurden die Beschwerden der Reizblase weniger. Im Internet hab ich gelesen, dass eine Schilddrüsenunterfunktion eine Reizblase begünstigen kann. Also, in meinem Fall hat es mir geholfen und nicht geschadet. Aber trotzdem: Danke für die Warnung.

Antwort
von FrageSchlumpf, 40

Grundgütiger !!!

Ich würde auf jeden Fall in psychiatrische Behandlung gehen, um den TSH-Wahn abzulegen !!

Die Norm für TSH ( wenn sie seinerzeit richtig ermittelt wurde, manche zweifeln ) liegt bei "grob" 0,5-4,0 . Das heißt erst mal nichts anderes, als dass in der Frage des "optimalen" TSH-Niveaus die Menschen zu ziemlich verschieden sind wie sie nur verschieden sein können. Einen bestimmten TSH-Wert ( aufs Nachkomma genau ) anzustreben ist daher absoluter Humbug.

Deine Rechnung einer linearen TSH- Änderung in Relation zur Thyroxin-Dosis klingt mehr als nur naiv.

Wie gesagt, Du solltest erst mal verstehen, dass das Befinden wichtiger ist als so ein dubbeliger Blutwert.

Das die Dosis von 50 fast immer nur eine Einstiegsdosis ist, sollte kein Geheimnis sein. Dass Du wohl mehr brauchst ist wahrscheinlich, wobei man gerade bei den hohen Doses normalerweise eher kleine Erhöhungsschritte machen sollte, um nicht über das Ziel hinauszuschießen.

Die eigenmächtie Verdopplung der Medikation ist, wenn man sich der Risiken bewusst ist ( Zweifel ) durchaus ok. Aber das Problem dass dir daruch entsteht, hast ja auch erkannt : Jetzt reichen dir deine Medi's ja nicht mal mehr bis zum Termin beim Endokrinologen.

Kommentar von Rosy1974 ,

Ich soll zum Psychiater gehen, um meinen TSH-Wahn abzulegen? Ich würde dir dringend raten, zum  Psychiater zu gehen, der dir beibringt, auf Fragen, von denen du Null Ahnung  hast, auch keine Antwort zu geben!!!!!

 

Denn wenn du eine Ahnung hättest, würdest du wissen, dass bei Hasimoto der TSH-Wert maximal 1 sein darf. Wenn du es genau wissen willst, geht es mir sehr schlecht. Ich leide an Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen und bin sehr müde und antriebslos und eine enorme Gewichtszunahme von bis zu 17 kg - und das, wo ich früher superschlank, um nicht zu sagen, dürr war.

 

Falls du auf die Idee kommen solltest, mir jetzt auch noch nahezulegen, ich hätte eine Depression und soll zum Psychiater, so kann ich dich beruhigen. Dort war ich nämlich. Diese Dame meint, ich hätte durchaus depressive Symptome, nur kommen diese nicht von der Psyche bzw. vom Hirnstoffwechsels, sondern von der Schilddrüse.

Außerdem würde ich dir einen Rat geben, lesen zu lernen. Denn wenn du meine Frage gelesen hättest, dann wüsstest du, dass ich bei einer Psychiaterin war, und diese total entsetzt über das Verhalten des Hausarztes war, der der gleichen schwachsinnigen Meinung in Bezug auf den TSH-Wert ist: Das ist absoluter Nonsense, dass ein Wert von 4, 5 noch in Ordnung ist. Selbst bei einer "normalen" Schilddrüsenunterfunktion erhöht sich die Anzahl der Fehlgeburten von schwangeren Frauen, wenn diese 2 oder höher ist.

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