Frage von Mayo84,

Doppelte Grunderwerbssteuer?

Guten Tag, meine Mutter möchte gern Ihr Haus verkaufen. Dieses liegt auf einem Grundstück, welches mit Nachbarn durch einen Zaun getrennt ist. Das Gesamtgrundstück unseres Hauses und das der Nachbarn ist aber noch nicht geteilt.(sprichim Grundbuch ein einziges Grundstück) Das Grundstück + Haus meiner Mutter war damals eine Erbschaft. Mit der Teilung ist der jetztige Besitzer des Nachbargrundstücks einverstanden.Will aber für deren Kosten nicht aufkommen. Auf Nachfrage bei unserem Notar hieß es nun, dass meine Mutter nun unter Umständen nach der Teilung Grunderwerbssteuer in einer Höhe von etwa 12000€ zu zahlen hätte. Da es schon einen potenziellen Käufer gibt (der das Grundstück natürlich nur geteilt erwerben möchte ) stellt sich für mich die Frage, ob man dies nicht anders lösen könnte . Zum Beispiel mit einer gleichzeitigen Teilung und Überschreibung an den Käufer, so dass nur der neue Besitzer die eh anfallende Grunderwerbssteuer zu zahlen hätte. Welche möglichst günstigste Lösung gibt es? MfG Mario Knab

Antwort von Schnydr,

Leider wird es nicht ohne 2 x Grunderwerbsteuer gehen, da es sich um zwei Vorgänge handelt. Bei der Teilung des Gesamtgrundstücks an sich fällt keine Steuer an, aber danach gehört ja Deiner Mutter und dem Nachbarn von jedem Grundstück die Hälfte, sodass zunächst jeweils die Grundstückshälfte, die einen nicht betrifft, mit dem Nachbarn getauscht werden muss. Dabei fällt zum ersten Mal Steuer an, und zwar für den Nachbarn und für Deine Mutter, da jeder ein halbes Grundstück "erwirbt". Und beim Verkauf an den potentiellen Käufer fällt nochmals Steuer an.

Antwort von Marokiel,

Wenn die Mutter bereits im Grundbuch des Gesamtgrundstücks eingetragen ist, wäre die Abwicklung einfach. Ist sie dagegen noch nicht eingetragen, wäre zu überlegen, dass der Nachbar die Teilfläche unmittelbar an den zukünftigen Käufer verkauft und sie den Erlös nach Teilungs- und Gerichtskosten erhält.

Antwort von golfjodler,

Hallo mayo84, m.E. ist es möglich, über das erblich erworbene Objekt Deiner Mutter (Miteigentumsanteil oder Wohnungseigentum, ersichtlich aus dem Grundbuchauszug) einen Kaufvertrag abzuschließen. Der Nachbar muß seine Zustimmung erklären. Der Notar erstellt den Kaufvertrag und stellt gleichzeitig einen Antrag auf Vermessung, 2 Flurnummern werden gebildet. Die Kosten, auch die des Nachbarn würde übernehmen, da sie nicht allzu hoch sein können. Eine andere Möglichkeit ist die Bildung von Wohnungseigentum ( 2Einheiten), indem beim zuständigen Amt eine Abgeschlossenheitbesheinigung beantragt wird. Auch hier muß der Nachbar einverstanden sein. Der Käufer erwirbt dann das Haus wie eine Eigentumswohnung mit eigenem Grundbuch-eintrag. Jeweils ist nur einmal die Grunder-werbsteuer durch den Käufer fällig. Hoffe, habe Dir helfen können. Servus

Antwort von ilimmo,

wenn es so ist, dass derzeit jedem Eigentümer sein Anteil vertragsmäßig definiert ist, dann hat eine Teilung ja nichts mit einem Verkauf zu tun. Dementsprechend ist aus meiner Sicht auch keine GErwSt fällig. Eine Teilung bedarf nur die Vermessung (Kosten!) und Änderung im Grundbuch (Kosten!). Dass es nachher verkauft wird ist ja eine eigene Geschichte. Dann ist natürlich Grunderwerbssteuer fällig. Gruß Adi

Antwort von glaubtmir,

Ich würde sagen eine Teilungserklärung beantragen und das Grundstück wird vermessen. Dann evtl. den Grundstückstanteil mit Gebäude direkt am Käufer übertragen. So hatte ich es damals erworben von allerdings nur einem Eigentümer. Muss der Notar eigentlich wissen, sollte er zumindest.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten