Mich erwartet ein Disziplienarverfahren in der Schule, was soll ich jetzt am besten tun?

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3 Antworten

Hallo Meerbuscher05,

ich kann verstehen, dass du keine Medikamente nehmen möchtest. Ein Neurologe verschreibt dir aber nur dann Medikamente, wenn du das selbst möchtest. Die speziellen Migräneschmerzmittel (Triptane) sind sehr teuer und werden deshalb sowieso sehr ungern von Ärzten verschrieben. Selbst Medikamente, die verschrieben wurden, muss man nicht einnehmen – sie nicht mal in der Apotheke holen. Deine Angst vor dem Neurologen ist also völlig unbegründet.

Eine Untersuchung beim Neurologen brauchst du nur deshalb, um die Diagnose „Migräne“ vom Facharzt zu bekommen. Wenn du diese Diagnose erst einmal hast, dann muss dich dein Hausarzt bei jeder Migräneattacke krankschreiben – wegen Migräne. Die Krankheit „Migräne“ darf (wegen der Schweigepflicht) nicht auf der Krankmeldung stehen.

Du hättest jetzt kein Disziplinarverfahren am Hals, wenn du gleich zum Neurologen gegangen wärest. Keiner (außer den Ärzten) hätte von deiner Migräne erfahren. Du hättest auch nicht so oft den Arzt wechseln müssen und dich damit in der Schule unglaubwürdig gemacht. Aber das ist ja nun leider nicht mehr zu ändern…

Was du jetzt machen kannst:

Lasse dich (möglichst bald) von einem Hausarzt (der seine Praxis in der Nähe deiner Wohnung hat) zum Neurologen überweisen. Der Überweisungsschein ist wichtig, damit dein Hausarzt nachher den Arztbericht vom Neurologen bekommt.

Wenn der Neurologe feststellt, dass du Migränepatient bist, dann lasse dir das von ihm schriftlich in einem Attest bestätigen. Das kostet ca. 10 €.

Dieses Attest musst du möglichst bald in der Schule im Sekretariat abgeben mit der Bitte, es in deine Schulakte zu legen.

Wenn du im Disziplinarverfahren befragt wirst, sagst du einfach die Wahrheit. Ich denke, dass Lehrer verstehen können, wenn es einem Jungen / Mann peinlich ist Migräne zu haben. (Migräne wird leider immer noch von Vielen als Frauenkrankheit angesehen, obwohl sie das nicht ist.) Erzähle dort genau das, was du hier auch in deiner Frage geschrieben hast. Ich weiß, dass dir das sehr unangenehm sein wird, aber es ist der einzige Weg, damit du da heil raus kommst. In den saueren Apfel musst du jetzt leider beißen. Und, keine Angst, von deiner Migräne erfährt nicht die ganze Schule. Die Lehrer haben hier auch eine Schweigepflicht.

Ich wünsche dir viel Mut …und Erfolg bei deinem Disziplinarverfahren.

LG Emelina

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Kommentar von Emelina
21.11.2015, 23:02

Danke für den Stern :-)

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Ich habe den Eindruck,deine Schule will dir sagen, es ist schon ziemlich ernst!

Wenn du es schaffst, glaubhaft  zu machen,dass du eine klare Pirioritätenreihung hast, dass dir die Schule wichtiger ist als dein Narzissmus, dass dir Lernen wichtige als Sport ist und du bereit bist, dein Verhalten zu ändern, glaube ich nicht, dass sie dich unbedingt hinauswerfen möchten.

Du kannst das aber nur vermitteln, wenn es wirklich so ist.

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Kommentar von Meerbuscher05
18.11.2015, 15:03

Wird man denn sofort aus der Schule geschmissen? Ich kann doch auch einfach sagen, dass ich einige Probleme hatte, welche mich sehr bedrückt haben, ich jedoch auf dem Weg der Besserung bin und weiterhin die Möglichkeit haben will auf der Schule zu bleiben.

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Was soll ich denen jetzt dort sagen?

Die Wahrheit natürlich, bevor Du Dich noch weiter in ein Schlamassel hineinreitest! Narzissmus ist übrigens keine sehr positive Charaktereigenschaft, dagegen solltest Du ankämpfen.

Zu Deinem migräneartigen Kopfweh:

Du hattest das ja offensichtlich öfter. Ist schon einmal Deiner behandlnden Ärzte auf die Idee gekommen, dass es sich vielleicht um Cluster-Kopfschmerz (Bing-Horton-Syndrom) handeln könnte? Wenn es das wäre, würdest Du keine Medikamente brauchen, weil dagegen nur Eines hilft: Sauerstoff-Inhalationen. Und die wären - sofern es sich um Cluster-Kopfschmerz handelt - erstens sehr wirkungsvoll, und zweitens absolut unschädlich.

Es ist übrigens typisch für Cluster-Kopfschmerz, dass zuerst einmal Fehldiagnosen in Richtung Migräne etc. gestellt werden und es sehr lange (oft Jahre!) dauert, bis einmal ein Arzt auf die Idee kommt, es könnte sich um Cluster-Kopfschmerz handeln.

http://science.orf.at/stories/1748636/

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Kommentar von PatrickLassan
18.11.2015, 14:31

Es ist für einen Arzt allerdings auch recht schwer, eine richtige Diagnose zu stellen, wenn man ihm nicht die Wahrheit sagt bzw. ihn gar nicht erst aufsucht, was der Fragesteller ja anscheinend getan hat.

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Kommentar von Meerbuscher05
18.11.2015, 14:38

Das werden sie mir sowieso nicht abkaufen. Die sind so misstrauisch mir gegenügber - zurecht muss ich sagen....

Danke für den Link ich les mir das mal durch. Und zum Narzissmus.... das ist mir bewusst und ich bin auch in der Lage mich selbst zu reflektieren, jedoch sehe ich es im Großen und Ganzen als eine positive Charaktereigenschaft an, in der das Negative dem Positiven das wasser nicht reichen kann

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