Frage von Schlaui19, 102

Diskussion Kriegsschuldfrage des 2. Weltkrieges im Vergleich zum 1. Weltkrieg?

Hallo!

Und zwar bräuchte ich ein paar Anhaltspunkte für diese Diskussion. Es wäre sehr nett, wenn mir jemand den genauen Sachverhalt der Kriegschuldfrage des 2. WK im Vergleich des 1. WK´s in ein paar Worten erklären könnte, denn in den ellen langen Wiki-Pages komme ich einfach nicht mehr weiter.

Danke im Vorraus

Expertenantwort
von ArnoldBentheim, Community-Experte für Geschichte, 41

"Anhaltspunkte"? Als einen solchen gebe ich dir eine ganz wesenliche Fragestellung vor, nach denen du die Wiki-Artikel - wenn es die denn sein müssen - untersuchen kannst:

Hat das deutsche Reich ganz gezielt darauf hingearbeitet, zuerst den Ersten Weltkrieg, später dann den Zweiten Weltkrieg zu führen?

Weil du Wiki-Artikel nutzt: habt ihr denn kein Schulbuch?  ;-(

MfG

Arnold

Kommentar von Schlaui19 ,

Doch hatten wir. Es geht aber nicht mehr um die Schule ;)

Kommentar von ArnoldBentheim ,

Nun gut.

WK I

Deutschland hat, wie alle anderen europäischen Großmächte auch, nicht auf einen Krieg hingearbeitet, war aber bereit, einen solchen zu führen, wenn es angegriffen würde. Den Krieg ausgelöst hat dann Österreich-Ungarn durch seinen Angriff auf Serbien. Die deutsche Regierung trägt dafür eine Mitverantwortung, weil es die östereichische Regierung in ihrer Aggressivität nicht gebremst, sondern noch ermutigt hat! Die deutsche Regierung wusste um die Gefahren, dass dadurch ein Krieg mehrerer Großmächte ausbrechen konnte. Als sich Russland auf die Seite Serbiens stellte und seine Truppen mobilisierte, hat Deutschland Russland und auch dem russischen Bündispartner Frankreich den Krieg erklärt. Der deutsche Angriff auf Frankreich ging völkerrechtswidrig durch das neutrale Belgien, das von Deutschland ohne Kriegserklärung überfallen wurde. Durch diesen völkerrechtswidrigen Angriff hat Deutschland Großbritannien, die Garantiemacht Belgiens, provoziert, auf der Seite Frankreichs und Russlands gegen Deutschland in den Krieg einzutreten.

Fazit: Deutschland hat nicht auf diesen Krieg bewusst und langfristig hingearbeitet. Aber am Ausbruch und der Ausweitung der Kampfhandlungen auf alle Großmächte hat es zusammen mit Österreich-Ungarn die größte Schuld auf sich geladen. 

WK II

Hier kann man kurz sagen: Hitler hat schon in seinem Buch "Mein Kampf" einen Krieg Deutschlands insbesondere gegen Polen und Russland ins Auge gefasst, dessen Völker Deutschland unterworfen werden sollten. Nachdem er Reichskanzler geworden war, hat er gezielt die Wirtschaft, die Aufrüstung und auch die (vor-)militärische Ausbildung schon der Kinder und Jugendlichen auf einen Krieg ausgerichtet, den er zielstrebig seit 1938 angestrebt und 1939 durch die Zerschlagung der Tschechoslowakei und dann durch den Überfall auf Polen begonnen hat.


Kommentar von hndrk ,

Eine gute Zusammenfassung! Für den Ersten Weltkrieg würde ich noch ergänzen, dass die militärische Führung d. deutschen Reiches für mehrere Eventualitäten komplexe Pläne entwickelt hatte. Einer dieser Pläne wurde durch die Generalmobilmachung Russlands ausgelöst, sodass ab einem gewissen Zeitpunkt die Entscheidungsgewalt quasi komplett beim Militär lag und sich die Situation drastisch verschärfte. Das ganze entwickelte sich etwa wie eine Lawine, bei der die Ermordung des österreichischen Thronfolgers und seiner Frau nur der Stein war, der alles ins Rollen brachte.

Antwort
von Saturnknight, 15

ich muß da immer dran denken, was unser Lehrer damals in der Schule gesagt hat.

Vor dem 1. Weltkrieg hat es überall gegärt. Es bedurfte nur noch eines Funken, der das ganze hochgehen lies. Man könnte auch sagen, der Tropfen der das Faß zum überlaufen brachte - und das war das Attentat von Sarajevo.

Nach dem 1. WK waren natürlich alle kriegsmüde und froh, daß alles vorbei war. Nur aus gewissen Kreisen kam damals schon die "Dolchstoß"-Legende auf. Angeblich hätten die Deutschen gewinnen können, wenn ihnen nicht die in der Heimat in den Rücken gefallen wären.

Einer von denen die so dachten war ein kleiner österreichischer Gefreiter, der im 1. WK verwundert wurde und die meiste Zeit (zumindest das Kriegsende) im Hospital war.

Bereits in "Mein Kampf", dessen 1. Band bereits 1924 veröffentlicht wurde, nannte Hitler ja seine Ziele: die Auslöschung der Juden, den Anschluß Österreichs und neuer Lebensraum für das deutsche Volk ...

Kommentar von earnest ,

Das mit dem "Gären" und dem "Funken" ist ZU einfach - und "entlastet" ungerechtfertigterweise D und Ö-U.

Ein ähnlich problematisches Bild ist das beliebte "Hineinschlittern" in den Krieg.

Wer hatte die Eisbahn denn so glatt gemacht?

Antwort
von klausbacsi, 39

Wenn es keine Rüstungsindustrie gebe und die damit verbundenen Superprofite, dann würden die meißten Kriege "ausfallen". Das Muster ist doch überall gleich, es werden unzufriedene Splittergruppen angestiftet, um Unruhe zu schaffen, die Medien präsentieren die "Schuldigen".

Deutschland ist meines wissens drittstärkster Rüstungsexporteur....Soviel zu der allgemeinen Heuchelei

Kommentar von baehrchen2 ,

Na, ob das den 2. Weltkrieg erklärt... Mal ganz zu schweigen vom ersten...😖

Antwort
von soissesPDF, 24

1. Weltkrieg, Wilhelm II. hatte sich verzettelt mit seiner Bündinispolitik.
Das Ende ist bekannt, Deutschland verlor den Krieg.

2. Weltkrieg, Olle Adolf der GröFaz konnte den Krieg nicht finanzieren, mußte schon deshalb immer mehr Kombatanten in den Krieg zerren.
Ende ebenso bekannt, Deutschland verlor den Krieg.

Für jeden Krieg gilt das immer gleiche, er lässt sich nachhaltig nicht gewinnen und nicht finanzieren.
Ebenso gilt, wenn die Gier größer ist als der Nutzen bricht früher oder später jedes System zusammen.

Kommentar von Maxieu ,

"Für jeden Krieg gilt das immer gleiche, er lässt sich nachhaltig nicht gewinnen und nicht finanzieren."

Wie bitte?

Wenn du nicht den ganzen mysteriösen Sinn dieser Aussage in dem Wort "nachhaltig" versteckst:

Die USA haben z. B. den 2. WK nicht gewonnen und konnten ihn nicht finanzieren?

Oder Bismarcks Krieg gegen Frankreich: Er ließ sich weder gewinnen noch finanzieren?

Vielleicht solltest du die Weltgeschichte unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit neu schreiben und dabei dein Konzept von nie zu gewinnenden Kriegen erläutern.

Vielleicht ringst du dich dann zumindest zu dem Zugeständnis durch, dass man Kriege mehr oder eben auch weniger verlieren kann und dass ein aus deiner Sicht nur scheinbar gewonnener Krieg immer noch besser sein kann als ein offensichtlich verlorener "Frieden".
Oder hätte man den Planeten den Achsenmächten überlassen sollen?

Antwort
von Peter501, 37

Für den Ersten und Zweiten Weltkrieg ist Deutschland allein verantwortlich.Egal ob Kaiser oder Hitler,das Großmachtbesteben ist nicht zu verleugnen.Auch heute finden sich parallele zur damaligen Zeit(siehe Afd und Konsorten).

Kommentar von ZIzIZakg ,

Das ist einfach falsch. Solche Politik ist nicht so einfach.

Kommentar von Peter501 ,

Solche Behauptungen ohne Beweisführung sind einfach lächerlich.

Kommentar von voayager ,

Für den WK I ist Deutschland nicht alleine verantwortlich. Deine entsprechenden Geschichtskenntnisse sind leider erschreckend gering. Lediglich eine moralische Attitüde ist feststellbar.

Antwort
von SweetieBot, 34

dem Verlieren wird die Schuld zugeschoben, so wie in jedem Konflikt.

Der Gewinner schreibt die Geschichte

Kommentar von WachtamRhein ,

Naja im 2wk ist es doch offentsichlich das nazi deutschland den krieg angefangen hat

Kommentar von SweetieBot ,

man könnte damit argumentieren, das wenn Amerika sich nicht in den ersten Weltkrieg eingemischt hätte, Deutschland gewonnen hätte und es nie einen zweiten Weltkrieg geben hätte

Kommentar von dataways ,

man könnte damit argumentieren, das wenn Amerika sich nicht in den ersten Weltkrieg eingemischt hätte, Deutschland gewonnen hätte und es nie einen zweiten Weltkrieg geben hätte

Nein, könnte man nicht. Der Weltkrieg ist schon 1916 für Deutschland gelaufen. Alle Kolonien waren weg, die Zivilbevölkerung hungerte, der Verbündete Österreich war so gut wie aus dem Rennen, das osmanische Reich kassierte nach Gallipoli eine Niederlage nach der anderen. Für ein Patt hätte es wahrscheinlich auch ohne Eintritt der USA nicht ganz gereicht.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community