Frage von Usedefault, 102

Diode und Wechselspannung?

Hallo!

Wenn ich ein Audiosignal am Oszilloskop visualisiere und eine Diode zwischenschalte, warum zeigt es dann trotzdem Wechselspannung an?

Lg

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von oetschai, 20

"Wer misst, misst Mist!" pflegte unser Mess-  u. Regeltechnikprofessor stets zu betonen... Vor Allem, wenn man sich nicht im Klaren ist, WAS man überhaupt misst... würde ich ergänzend bemerken. ;-)

Was du da nämlich misst (unter der Voraussetzung, dass das Oszi korrekt angeschlossen und eingestellt ist), ist das Spannungspotential in einem extrem hochohmigen (praktisch offenenen) Stromkreis (-> Handy-Ausgangsverstärker - Diode - Oszi).

Da kaum Strom fließt, kommt die Diode (welches Material übrigens?) gar nicht auf die Idee, als solche zu arbeiten - eine reale Diode ist auch kein "ideales" Bauteil mit idealer Kennlinie! - sie verhält sich im Grunde wie ein hochohmiger Widerstand, solange ihre Schwellspannung in Durchlassrichtung nicht überschritten wird. Sie sperrt also nicht 100%ig.

Du schreibst, dass du Spannung zw. -0,1 - +0,1 V misst - tja; die Schwellspannung von Si-Dioden liegt bei etwa 0,7 V, die von Ge-Dioden bei etwa 0,3 V.... siehe bspw.: http://www.elektronik-kompendium.de/sites/bau/0201113.htm

Um das zu erreichen, was du sehen möchtest (-> das "halbe" Audiosignal), musst du den Stromkreis ensprechend niederohmig schließen, also mit einem passenden Widerstand oder am Besten mit den passenden Ohrhörern.



Kommentar von Usedefault ,

Das habe ich mir auch gedacht anfangs. Fungiert die Diode hier als Art Kondensator mit extrem wenig Kapazität? Denn die Messung korreliert ja mit dem Signal.

Kommentar von oetschai ,

Nein, nicht Kondensator - wenn sich bauartbedingt ev. eine gewisse Kapazität ergäbe, so wäre die im NF-Bereich absolut zu vernachlässigen. Es ist quasi ein hochohmiger Widerstand: erst wenn die Schwellenspannung überschritten wird, fließt der Strom - quasi wie bei einem Dammbruch - in "Durchlassrichtung".

Und nochmal anders ausgedrückt: was du misst, ist das Leerlaufsignal!

Kommentar von Usedefault ,

Wenn ich den Kreis über einen 10V Widerstand schließe, fallen aber auch nur die +/-0,1V ab.

Was ist das Leerlaufsignal in dem Kontext?

Antwort
von Midgarden, 62

Weil der Innenwiderstand des Tastkopfes extrem hoch ist und die Diode ja keine Gleichspannung, sondern nur eine pulsierende Gleichspannung erzeugt.

Schalte einfach mal einen Kondensator zwischen Masse und Tastkopf, dann siehst Du den Effekt

 

Kommentar von Usedefault ,

Ist das dann nicht eine reine Glättung?

Oder meinst du in Reihe?

Kommentar von Midgarden ,

Wie ich es gemeint habe, habe ich doch beschrieben ;-)

Dann versuche doch mal, Wechselspannung ohne Diode nur mit Kondensator in Gleichspannung zu wandeln

Kommentar von realistir ,

du hast geistigen Käse beschrieben, kennst nicht mal diverse Grundlagen!

Er braucht keinen Kondensator zwischen Tastkopf und Masse zu schalten, was ohnehin falsch wäre, sondern Eingangswahlschalter auf AC stellen, dann werden nur Wechselspannungsanteile gemessen und angezeigt.

Kommentar von Midgarden ,

War was im Kaffee?

Seit wann ist es falsch, an den Ausgang eines Gleichrichters (und als solches fungiert die Diode) einen Elko gegen Ground zu schalten? Dann habe ich bisher alle Gleichrichterschaltungen falsch aufgebaut - sie wissen es aber nicht und funktionieren deshalb trotzdem ;-)

Kommentar von Usedefault ,

Ich hätte mir erwartet, dass durch die Diode eine Halbwelle abgeschnitten wird.

Der Tipp mit dem C bewirkt gar nichts.

Kommentar von kleinkirmit ,

es sind KEINE halbwellen sondern pusierende gleichspannung!

Kommentar von Usedefault ,

Aber das Oszilloskop geht in den Bereich über und unter 0V? Eine pulsierende DC wäre ja immer oberhalb der 0V Linie.

Kommentar von realistir ,

nur wenn der Eingangswahlschalter auf DC eingestellt ist!

Sollte eigentlich logisch sein, vielleicht für dich noch nicht.

Expertenantwort
von realistir, Community-Experte für Elektronik, 26

Was hast du vor? Forschungsarbeiten, Messgeräte ausprobieren, Elektronik kennen lernen?

Du solltest schon ein paar Grundlageninfos wissen und gelernt haben in Zusammenhängen zu denken, dann fällt einiges leichter.

Ich sagte dir bei einer anderen Frage von dir schon, gib genauere Informationen wenn du qualitative Antworten erhalten willst.

Hier antworten nicht nur Spezialisten sondern meist Leute mit Halbwissen und ohne zu wissen wie die Zusammenhänge sind.

Ich frage ganz einfach mal, wie war dein Oszilloskop bei der Messung eingestellt? Eingangswahlschalter auf DC oder AC eingestellt?
Was bedeutet so eine Einstellung, wie wirkt sich das auf das dargestellte Bild des Oszilloskopes aus?

Sinngemäß bedeutet meine Frage, ist das was das Oszilloskop anzeigt ein Darstellungsfehler der auf einer falschen Einstellung von dir beruht?
Ist dir klar, was angezeigt wird wenn dein Eingangssignalwahlschalter auf AC gestellt ist und warum dann so ein Bild angezeigt wird?

Siehste, solche Kleinigkeiten interessieren die bisherigen Beantworter deiner Frage nicht ;-) Die wissen wahrscheinlich einiges nicht, antworten aber trotzdem. Was nützen dich solche spekulativen Antworten?

Kommentar von Usedefault ,

Nein was bedeutet Coupling DC/AC/GND?

Kommentar von realistir ,

oha, wenn du das nicht weißt, bist du purer Anfänger!
Warum fragst du so nicht bei Suchmaschinen und liest dann die Erklärungen der Fundstellen?

Oder kaufst dir ein Buch über Oszilloskope-Bedienereien, oder leihst sowas in der Stadtbücherei aus?

Kommentar von Midgarden ,

Was nützen dich solche spekulativen Antworten?

Kommentar von kleinkirmit ,

>Die wissen wahrscheinlich einiges nicht, antworten aber trotzdem. <

 

wenn wer über ein osziloskop verfügt gehe ich davon aus dass er auch damit umgehen kann ... vielleicht bist du doch besser bei den anfängern aufgehoben ...

Kommentar von Usedefault ,

Ich habe gestern dann noch herausgefunden, dass AC Wechselanteile filtert (vielleicht durch Trafo?).

Aber es ändert nichts daran, dass das Signal unter 0V geht.

Auf einer anderen Webseite habe ich aber gelesen, dass Audiosignale AC sind, also die Polarität sich wirklich ändert.

Kommentar von kleinkirmit ,

>also die Polarität sich wirklich ändert<

 

gegen welchen BEZUGSPUNKT?????

bei netzwechselspannung ist der bezugspunkt das erdpotential (sternpunkt im trafohaus) und damit wird die spannung zwischen aussenleiter und neutralleiter gemessen und die kann NIE negative werden sondern nur einen scheitelwert gegen ground haben.

 

scheitelwert = nennspannung x wurzel2

 

steht der wahlschalter des oszi auf AC so wird 0 als mittelwert angezeigt!

 

 

Kommentar von realistir ,

Was haben Audiosignale mit Netzspannung zu tun?

Zuerst stellet man Wahlschalter am Oszi auf GND, stellt den Lichtstreifen auf Bildmitte ein.
Dann umschalten auf AC und Signal messen. Es gibt nun eine Signalform um die Bildmitte herum, sinngemäß die positiven und negativen Signalanteile.

Und genau das beschreibt usedefault und meint wohl, das könne so nicht richtig sein. Erkläre ihm dass es doch richtig dargestellt wird und warum er so ein Bild zu sehen bekommt.

Usedefault erwartet wegen der Diode nur eine Signalhälfte. Die bekommt er nur, wenn Wahlschalter auf DC steht und was sonst noch Voraussetzung in dem Zusammenhang ist? Erkläre es ihm.

Beides ;-)

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