Digitalisierung der Autoindustrie – Referat?

... komplette Frage anzeigen

2 Antworten

Ich kenn mich ganz gut bei den Japanern aus, in erster Linie mit Toyota daher will ich mal versuchen dir darüber einiges zu erzählen (Zeitraum 1978-2005).

1978 brachte Toyota den Corolla E7 auf den Markt, Massenauto mit vergleichsweise großer Ausstattung zu einem geringen Preis. Ganz neu war damals der 1.3l 2A-L (1295cm³), eine robuste Maschine mit Vergaser die Erfahrungsgemäß auch 300tkm ohne Schwierigkeiten hinbekommt. Der E7 war von der Konstruktion her ein einfaches Auto ohne konstruktive Neuerungen, Heckantrieb und möglichst sichere Straßenlage für die Breite Masse.

Um nun in Europa weiter Fuß zu fassen musste aber langsam mal ein aufwändigeres Fahrzeug her, hierzulande etablierte sich langsam der Frontantrieb und die Einzelradaufhängung. Toyota setzte also ab 1979 ebenfalls darauf beim Tercel, das große Massenauto Corolla wurde aber noch bis Juli 1983 in Form des E7 verkauft weil man für den E8 etwas mehr Entwicklungszeit brauchte. Um Kosten zu sparen in der Entwicklung wurde der Tercel parallel mitentwickelt aber etwas anders ausgelegt, im August 1983 kamen dann beide Modelle auf den Markt. Einzelradaufhängung, MacPherson-Federbeine und Frontantrieb (Tercel nun auch mit Allrad). Nebenher wurde der Corolla nun auch endlich als 5-Türiger Liftback angeboten (meistverkaufte Karosserieform bis ende der 90er neben dem Hatchback). Als Motorisierung kamen beim Corolla 2 baugleiche Benziner zum Einsatz die sich nur vom Hubraum unterscheiden (2A-L 1295cm³ und 4A-L 1587cm³), beide besonders sparsam für damalige Zeiten. Zusätzlich wurde ein sportliches Coupe vom Corolla angeboten welches mit dem ersten Einspritzer daherkam, 2 oder 3-Türig. Der Corolla war seiner Zeit ein Stück vorraus, die Karosserie entstand komplett erstmals im Computer und erreichte erstmals einen CW-Wert von 0,32 (Liftback). Nur der Kombi bekam nun die Front und neuen Maschinen und war ansonsten ein noch ein E7. 1984-86 war der Corolla zu das weltweit zuverlässigste Auto, bis März 1987 lief er vom Band (Verkauf bis Juni 1987). 1985 wurde mit dem Facelift ein 1.8l Diesel angeboten und die Benziner bekamen nun die ersten KATs. Der 4A-L war weiterhin unverändert während der 2A-L zugunsten seines Nachfolgers verschwand. Der neue 1.3er war der 2E, der erste 12-Ventiler als Zwischenschritt bis zur nächsten Corolla Generation. Während der 4A-L aber auch mit KAT keinerlei Probleme machte hatte Toyota mit den Vergasern am 2E zu kämpfen, erste eine Weiterentwicklung des Vergaser´s ließ den 2E wirklich zuverlässig werden.

1987 mit dem E9 waren die Zeiten der Vergaser bei Toyota dann auch Geschichte, der 2E-E hatte nun eine Einspritzung. Beim 4A-FE setzte man auf den 4A-L als Basis, ebenfalls mit Einspritzung und nun 90 statt 84PS. Im laufe der Jahre wurde der 4A-FE in 4 Generationen gebaut, am Ende (2000) hatte er 110PS und basierte nach wie vor auf dem 4A-L der 1980 entwickelt wurde.

Zwischendurch (1990-92) hatte Toyota den 4A-FE etwas anders modifiziert und als Magermix Motor verbaut (4A-F),geringerer Verbrauch aber höhere Anfälligkeit. 

Abgelöst wurde der 4A-FE im Jahr 2000 vom 3ZZ-FE welcher im englischen Werk gefertigt wurde und die Zuverlässigkeit war schlagartig Geschichte. Motorschäden am laufenden Meter durch eine falsch gesetzte Bohrung, auch eine Kulanzabwicklung seitens Toyota für die Motoren aus dem Werk kratzte erstmals am guten Ruf des Corolla. Erst 2005 bekam Toyota das Problem vollständig unter Kontrolle, dabei sollte der 3ZZ-FE der sparsame Nachfolger werden mit wartunsarmer Steuerkette und variabler Ventileinstellung.

Während die Konfiguration beim Corolla ansich immer Überschaubar war mit dem GL und DX (E9 XLi) kamen beim E10 (ab 1993) dann für Toyota verhältnismäßig viele Sonderausstattungen als "limitierte" hinzu. Mit dem E11 (ab 1997) kam dass unüberschaubare Chaos ab Mitte 1998 nach dem Facelift in Form des "Limited" wo eingebaut wurde was gerad da war.

Grundsätzlich kann man sagen bis ende der 90er war noch alles ok, danach gehts rapide Bergab selbst bei Toyota wo wirklich auf die Qualität geachtet wird.

Zu deiner Frage ob ich als Autofahrer die ganze Elektronik in heutigen Autos für Sinnvoll halte: NEIN!

ABS ok, kann man mit leben aber ESP brauch ich absolut nicht. Für mich is auch ne Klimaanlage kein Kaufgrund für ein Auto, eher im Gegenteil. Generell is es doch auch so dass mehr Elektronik bedeutet dass mehr kaputt gehen kann. Ich hab auch lieber ein normales Autoradio als ein Touchscreen, ersteres kann ich immerhin auf der Autobahn auch blind bedienen.

Viel wichtiger wäre es dagegen die Autos wieder leichter zu machen, ebenso sollten sie wieder übersichtlicher werden. Was bringt mir ein tolles Design wenn ich dafür gefühlte 2m Säulen hab wo ich nix durch sehen kann nach hinten? Vorallem will ich aber auch kleinere Sachen selbst am Auto machen können und der Wagen soll mir auch nich vorschreiben wann ich in die Werkstatt muss, da isses schon viel wichtiger das der Wagen zuverlässig fährt anstatt irgendwelche Helfer bereitzuhalten die ich ohnehin nich nutze.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Einen Gedanken, den ich dabei habe...wollen die Autofahrer das überhaupt? Wollen wir Autos haben, die alleine fahren, die Geschwindigkeiten selber abbremsen usw...Das ganze ist ja auch eine Kostenfrage. Also...Wie sinnvoll ist diese ganze Digitalisierung und rechnet sich das.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung