Frage von Studentin689, 73

Dienstplan geändert zu frei, obwohl krankgeschrieben - darf sie das ?

Hallo, ich habe am 31.05.2016 gekündigt. Ich habe einen Monat Kündigungsfrist. Am Montag hat mir meine Chefin geschrieben ob ich den restlichen Monat noch arbeiten komme. Ich habe ihr folgendes geschrieben: Es ist zu viel vorgefallen, sodass ich mich dazu nicht in der Lage fühle. Ich war heute da um meinen Schlüssel und meine krankschreibung anzugehen. Als ich ihr diese zeigte, meinte sie, dass sie diese nicht mehr braucht, da sie mir meine kompletten Stunden gestrichen hat. Es waren noch 25 Stunden (es ist ein Aushilfsjob und im Arbeitsvertrag steht auch geschrieben, dass ich Krankengeld erhalte) Nun meine Frage: darf sie mich so einfach streichen und mir dem zur Folge einfach kein Krankengeld zahlen?

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeitsrecht, 39

darf sie mich so einfach streichen und mir dem zur Folge einfach kein Krankengeld zahlen?

Wenn der Dienstplan schon im Voraus bekannt war darf er nicht nachträglich einseitig geändert werden.

Das Entgeltfortzahlungsgesetz sagt dass ein AN bei Krankheit so bezahlt werden muss als hätte er gearbeitet, also so wie die Einteilung war. Das nennt man Lohn- oder Entgeltausfallprinzip und steht im § 3 Entgeltfortzahlungsgesetz.

Wenn Deine Chefin Dich jetzt nicht bezahlen will kannst Du sie schriftlich abmahnen. Fordere sie in dem Brief auf Deinen Dir zustehenden Lohn für 25 Stunden bis zum.......(Frist von 7-10 Tagen setzen)  zu überweisen. Dann schreibst Du dazu dass Du, sollte bis zum angegebenen Termin kein Zahlungseingang zu verzeichnen sein, Klage beim Arbeitsgericht einreichst. Meist genügt das um zahlungsunwillige AG zur Zahlung zu bewegen.

Du solltest auch die Abgeltung Deines Dir evtl. noch zustehenden Urlaubsanspruchs gleich einfordern da Du diesen wegen Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht mehr nehmen kannst (§ 7 Abs. 4 Bundesurlaubsgesetz).

Wenn sie nicht bezahlt reicht ein Anwalt Klage beim Arbeitsgericht ein wenn Du rechtsschutzversichert oder Mitglied einer Gewerkschaft bist. Du kannst das aber auch selbst bei der Rechtsantragstelle des Arbeitsgerichts machen. Bei der Klageformulierung hilft man Dir und das ist kostenlos. Einen Anwalt brauchst Du in der ersten Instanz nicht.

Antwort
von Parhalia, 25

Wichtig ist dann grundlegend erst einmal, was in Deinem Arbeitsvertrag bezüglich regelmässig verteilter und grundlegend monatlich vereinbarter Mindest-Stundenzahl schriftlich vereinbart wurde.

Wenn Du zu Beginn der AU-Meldung bereits mindestens 4 Wochen oder länger im Betrieb angestellt warst und Dein Arbeitsvertrag zusätzlich ( schriftlich ) eine monatliche Arbeitsleistung von 25 Stunden vorsieht, so muss Dir Dein AG dementsprechend bei bescheinigter AU für den Monat Juni auch mindestens die vertraglich vereinbarten 25 Stunden entsprechend des EntGFzG im Krankheitsfall ausbezahlen.

Rest siehe der Antwort @Hexle2

Antwort
von Anna1230, 33

Nun es war sehr dumm ihr zu schreiben das du dich dazu nicht in der Lage ist wegen der Vorfälle. Du hättest einfach nur schreiben sollen das du derzeit krank geschrieben bist. So kann sie das so auslegen das du freiwillig auf die Kündigungsfrist verzichtest. Bzw. es als sofortigen Austritt werten. Dazu kommt das du deine Schlüssel schon abgegeben hast. Das kann ebenfalls negativ gegen dich gewertet werden.

Antwort
von Pauli1965, 39

Der Arbeitgeber zahlt kein Krankengeld. Das zahlt ab der 7. Woche Krankenstand  die Krankenkasse.

Antwort
von Pucky99, 36

1. zahlt dir dein Arbeitgeber niemals Krankengeld, sondern Lohn oder Gehalt

2. Nein das darf sie nicht, du hast einen Anspruch auf das vereinbarte Gehalt, auch wenn du krank bist

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