Frage von mmannstein, 28

Dienstleistungsvertrag, Werkvertrag, Nacherfüllungspflicht?

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe zwei Teile aus meinem Privatbesitz zum Gravur weggeschickt mit zwei Musterfotos. Auf einem Teil sollte das Datum hin und auf dem anderen Teil eine Schrift in einem Radius eingraviert werden. Es wurde abgesprochen dass vor der Ausführung ein Entwurf zugeschickt wird. Der Händler schrieb mir auch dass er diese Art von Aufträgen bereits öfter ausgeführt hat somit hatte ich kein Bedenken.

Jetzt kommt die Ware bei mir an, die Schrift ist gerade anstatt in einem Radius zu gravieren.

Dann schreibt er mir: Guten Morgen Herr Schicken Sie bitte das 2. Teil ebenfalls mit, damit wir die Größe haben. Wie gesagt, auf den Fotos war die Gravur nicht in einem angepassten Radius. Das ist dann in jedem Fall aufwendiger und kostet Aufpreis. Wenn die Gravur länger wie das Muster werden soll, geht es aber fast auch nicht anders, da bei einer geraden Schrift dann der Platz nicht ausreicht. Mit freundlichen Grüßen

Schrift auf meinem zugeschickten Foto nicht in eingepassten Radius aber in einem Radius.

Das Entwurfsfoto hat er mir vor der Auftragsausführung auch nicht zukommen lassen, hätte eine ganze Menge Ärger für beide Parteien ersparen können.

Und dann droht er mit einem Anwalt wenn ich die Rechnung nicht innerhalb von 10 Werktagen begleiche bevor eine Korrektur mit Aufpreis ausgeführt wird.

Ich finde es ungerecht mir vor der Ausführung kein Entwurf zukommen zu lassen und für eine Korrektur einen Aufpreis zu verlangen.

Was sagt ihr dazu?

Im Voraus vielen Dank!

Tom

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Antwort
von Signalfeuer, 15

Grundsätzlich musst Du nur das bezahlen, was vertraglich vereinbart wurde.

Schau also am Besten nochmal in Deinen Unterlagen nach, was schriftlich fixiert wurde. Dies sollte, allein schon im Interesse des Unternehmers, so genau wie möglich formuliert sein.

Ist nicht das ausgeführt worden, was Du in Auftrag gegeben hast, kannst Du auf Nachbesserung bestehen.

Hierfür musst Du (alles schriftlich bitte) eine angemessene Frist setzen, in der die Nachbesserung durchgeführt wird.

Grundsätzlich hat der Anbieter dreimal das Recht auf Nachbesserung. Sprich, er könnte Dich nach je dreimaliger Fristsetzung je dreimal hinhalten, ohne exakt das zu machen, was Du von ihm willst. Und erst, nachdem er dreimal die Nacherfüllung nicht geleistet hat, darfst Du einen Teil der Gesamtsumme einbehalten.

Wie hoch dieser Anteil ist, kann ich Dir leider nicht sagen. Da müsstest Du Dich nochmal schlau machen.

Je nachdem, um welche Summe es insgesamt geht, kann sich auch ein Gang zu einem Rechtsanwalt lohnen. Dieser sollte auf Vertragsrecht spezialisiert sein, und Dir klar und ehrlich sagen, wie Deine Aussichten sind.

Ich kenne das Ganze aus Unternehmersicht, und sichere mich grundsätzlich in alle Richtungen ab. Daher formuliere ich Auftragsbestätigungen stets so detailliert wie möglich. Und selbstverständlich ist da auch der exakte Entwurf mit dabei.

In Falle Deines Graveurs würde ich vermuten, dass er mit diesem leicht schludrigen Vorgehen schon öfters durchgekommen ist bei seinen Kunden. Je nachdem, was Du schriftlich in der Hand hast, stehen daher Deine Chancen, mit dem Recht auf Nachbesserung etwas bewirken zu können. Wenn Du gar nichts Schriftliches hast, sind diese leider nicht gut. Allerdings hat er dann vermutlich ebenfalls nichts Schriftliches - also lass Dich nichts bangemachen.

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