Frage von Noidea333, 125

Die Zeit vergeht immer schneller?

Ich weiß, ist vielleicht eine komische Frage, aber geht das euch auch so, dass je älter ihr werdet, die Zeit immer schneller vergeht?

Ich meine, ich kann mich noch an meine Schulzeit erinnern, wo die Zeit nahezu stehen blieb oder in Zeitlupe verlief.

Aber jetzt, im Berufsalltag / Berufsstress vergeht die Zeit dermaßen schnell, dass ich mir gar nicht getraue, zu zwinkern, weil dann wieder ein halber Tag vorbei ist.

Ok, etwas übertrieben, aber so kommt mir das echt immer vor...

Man liest ja hier immer sonst nur Fragen, was man tun kann, damit die Zeit schneller vergeht... mich würde aber viel mehr interessieren, was man tun kann, damit die Zeit langsamer vergeht? :D

Den Alltag strukturieren bringt nicht viel, wenn ich arbeite, arbeite ich und weiß, was ich tun soll ... trotzdem vergeht die Zeit, verrennt die Zeit, wie, als würde jemand vorspulen.

Echt unheimlich manchmal.

Bald möchte ich ja auch noch studieren und frage mich, wie ich das schaffen soll, wenn die Zeit so schnell vergeht...

Danke fürs lesen und vielleicht möchte ja jemand etwas dazu schreiben :) Über ernst gemeinte Kommentare würde ich mich sehr freuen.

Danke und Gruß Noidea333

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Andrastor, 38

Um dafür zu sorgen dass die Zeit langsamer vergeht, muss man seinen Blickwinkel und sein Verhalten ändern.

Je älter man wird, desto mehr automatisieren sich Tätigkeiten. Dadurch ist man mit den Gedanken anderswo und bekommt nicht mit wie die Zeit vergeht, was dafür sorgt dass sie (gefühlt) schneller vergeht.

Wenn man sich den Tätigkeiten wieder bewusst wird und auf Automatisierung verzichtet, dann kann man dem entgegenwirken.

Der Flow, oder auch Workflow, ist, so produktiv er ist, ebenfalls ein Faktor der die Zeit schnell vergehen lässt. Wenn man in einer Arbeit aufgeht und alles um sich herum vergisst, verrint die Zeit wie im Flug.

Zu guter Letzt der Blickwinkel. Je jünger man ist, desto aufregender ist die Welt. Überall gibt es etwas neues zu sehen, etwas unbekanntes zu entdecken und man muss sich einfach alles ansehen.

Je älter man wird, desto weniger neues gibt es zu entdecken, man beginnt auszublenden und blendet dabei jedoch auch potentielle neue Dinge aus. Da es nichts neues zu erforschen gibt, vergeht die Zeit gefühlt viel schneller.

Um dem entgegenzuwirken, muss man beginnen wie als kleines Kind zu suchen. Egal ob etwas bereits bekannt ist, oder nicht, erforsche es mit den Augen, such Details, Makel oder Besonderheiten.

Wenn du auf dem Weg zur Arbeit zum Beispiel immer am selben Werbeplakat vorbeikommst, versuch Unterschiede zum Vortag zu finden. Sind die einzelnen Plakate nahtlos verklebt? Hat jemand etwas draufgeschmiert? Was stellt es dar? etc.etc.

Nimm dich gelegentlich Auszeiten und geh spazieren, am Besten in der Natur. Mach Fotos oder Zeichnungen von allem Interessanten und gib dir selbst kleine Aufgaben wie:

.) Finde alle unterschiedlichen Grasarten auf deinem Weg.

.) Zeichne, Fotografiere, Beschreibe die Rinde verschiedener Bäume

etc.etc.

So schärfst du deinen Blick fürs Detail.

Kurz gefasst:

Bewusste Handlungen und offene Augen sind der Schlüssel für ein Gefühl der langsam vergehenden Zeit.

Kommentar von Noidea333 ,

Danke für deine Worte. Das tut gut, so etwas zu lesen, weil ich das ja eigentlich schon instinktiv versuche. Aber das war bisher mehr im Unterbewusstsein. Vielleicht ist es wirklich besser, sich einfach darauf "bewusst" einzulassen.

Kommentar von Andrastor ,

Das ist es auf jeden Fall.

Mit etwas Übung kannst du das dann kontrollieren und die Zeit "verlangsamen" wenn du sie genießen willst, oder "beschleunigen" wenn du zum Beispiel einen Termin schneller herbeiführen willst.

Kommentar von Noidea333 ,

Na ja, ganz so einfach wird es wohl leider nicht gehen. Das würde ja schon bald einer Zeitmaschine ähneln, die es leider nicht gibt, so gerne man es sich auch wünschen täte^^

Kommentar von Andrastor ,

Wie gesagt, mit etwas Übung geht das ;)

Natürlich nicht so extrem wie bei einer Zeitmaschine, aber trotzdem sehr effektiv.

Kommentar von Andrastor ,

danke für das Sternchen :)

Antwort
von OnkelSchorsch, 42

Ist so zu erklären:

Als Kind von sagen wir mal sechs Jahren erinnerst du dich an vielleicht drei Jahre deines Lebens. Diese drei Jahre sind dein Leben, deine komplette Realität.  Ein Monat ist ein beträchtlicher Teil des Lebens eines Sechsjährigen.

Wird man älter, ist die eigene erlebte Realität immer länger, sie wird größer und größer. Dennoch ist in der eigenen Wahrnehmung "mein Leben" immer nur "mein Leben", egal, ob es drei erinnerte Jahre sind oder dreißig.

Bei einem dreiunddreißig Jahre alten Menschen ist ein Monat nur noch ein kleiner Teil seines bisherigen Gesamtlebens und wird genau deshalb als kürzer empfunden als zur der Zeit, als er 6 war und ein Monat eine Ewigkeit für ihn war.

Je älter man wird, umso kürzer erscheinen einem gleiche Zeitabschnitte, da sie eben im Vergleich zum Gesamtleben tatsächlich auch einen immer kleiner werdenden Teil ausmachen.

Kommentar von Noidea333 ,

Wer sich das nur ausgedacht hat? Ich meine, ist doch blöd, dass sich das eigene Empfinden darüber im Laufe des Lebens ändert. Deshalb wollen ja viele Leute auch einen "abwechslungsreichen" Beruf haben. Verstehe ich schon.

Vielleicht wird ja meine Zeit beim Studium dann wieder langsamer vergehen :D

Antwort
von grossbaer, 45

Der Tag hat immer 24 Stunden, egal wie alt wir sind. Doch je älter wir werden desto mehr verlieren wir das Gefühl für die Zeit und für Tätigkeiten und Aktivitäten die wir in dieser Zeit erledigen.

Als Kind kam uns eine ganze Nacht Schlaf unendlich vor, heute ist es ein Geschenk. Dafür haben wir früher für gewisse Dinge länger gebraucht, heute brauchen wir nur ein paar Minuten um sie zu erledigen.

Unser Gefühl für die Zeit ändert sich mit dem Alter und der Umgang mit der Zeit.

Bei allen Dingen in die sich irgendwann eine Routine einschleicht verlieren wir auch gleichzeitig die Wahrnehmung dafür. Man sagt ja auch das man dies oder das im Schlaf erledigt. So erledigt man viele Dinge ohne bewusst wahrzunehmen das man etwas getan hat. Man hat aber etwas getan, man hat es nur nicht bewusst wahr genommen. Dadurch packen wir auch immer mehr in den Tag hinein und füllen ihn mit immer mehr Tätigkeiten an. Dadurch steigt der Stress und das Gefühl das der Tag zu kurz ist.

Ob wir wollen oder nicht. Wir müssen uns den Tag bewusster einteilen. Hierbei gilt es auch Prioritäten zu setzen und man muss auf viele Dinge einfach verzichten. Niemand kann alles erledigen was er gern erledigen möchte. Wir müssen unsere Ansprüche herunter schrauben. Der Tag hat immer 24 Stunden.

Kommentar von Noidea333 ,

Das stimmt. Ich kann mich an meine Kindheit erinnern, wo ich immer vor meinem Geburtstag nie einschlafen konnte, vor lauter Vorfreude auf das Geschenk.

Und heute? Ich liege noch gar nicht richtig im Bett, da schlafe ich schon wie ein Stein...

Kommentar von grossbaer ,

Haha, richtig. So geht es mir auch! :-)

Antwort
von GanMar, 54

dass je älter ihr werdet, die Zeit immer schneller vergeht?

Ja, das ist tatsächlich so:

Für einen Zehnjährigen ist ein Jahr 10% seines bisherigen Lebens.

Für einen Fünfzigjährigen ist ein Jahr nur noch 2% seines bisherigen Lebens.

Das subjektive Zeitempfinden ändert sich also.

Kommentar von Noidea333 ,

Da ist schon was dran. Man dürfte eigentlich gar nicht mehr schlafen. Dann könnte man viel mehr erledigen. Aber der Körper braucht ja dummerweise auch immer seinen Schlaf *grummel*

Kommentar von GanMar ,

Dann könnte man viel mehr erledigen.

Das Problem ist, daß Du die Zeit, in welcher Du was zu erledigen hast, nicht so richtig wahrnimmst. Du spulst einfach das Programm ab und wartest auf den Augenblick, an welchem etwas passiert: Familienfeier, Urlaub, Treffen mit Freunden... Diese Zeit erlebst Du bewußt, alles andere blendest Du aus, weil es nicht spannend ist, keinen Spaß macht etc. Die Lösung ist bereits im Problem selbst verborgen: Mache das, was Spaß macht. Du mußt den Job finden, den Du gern machst. Und den mußt Du ganz bewußt machen. Jeden Tag, jede Stunde.

Kommentar von Noidea333 ,

Ja, das stimmt. Momentan macht mir meine Arbeit keinen Spaß. Na ja, Zeiten ändern sich. Ich freue mich jetzt erst mal total auf mein Studium, weil es was ganz anderes sein wird. Was man später damit machen kann, fragen mich zwar viele Leute, aber egal. Ich brauche einfach etwas anderes :)

Kommentar von GanMar ,

Ich wünsche Dir viel Erfolg und stets ein "bewußtes" Leben, dann ist es auch erfüllt :)

Kommentar von Noidea333 ,

Danke. Und wenn man mal wieder den Bezug für gewisse Details am Leben verliert, unterhält man sich einfach mit ein paar netten Leuten hier bei gutefrage, die einen wieder wachrütteln :D

Antwort
von LukasTheHuber, 60

Jaaa ich kenn dein Problem und es geht mir ganz genau so.
Seitdem ich meine Ausbildung angefangen habe rennt die zeit plötzlich davon sowohl auf jeden tag bezogen (Ich hab nach der Arbeit kaum noch Zeit etwas zu unternehmen) als auch auf das Leben bezogen - mir kommt es vor als hätte ich meine Ausbildung vor 2 Wochen angefangen bin aber fast schon ein Jahr dabei.
Tipps diesbezüglich kann ich dir leider nicht geben...

Antwort
von blondii148, 28

Ja das ist tatsächlich auch bei mir so. Das liegt vermutlich daran, dass man irgendwie weniger lebt, sobald man älter wird. Man hat kaum noch Ferien oder Freizeit, so spielt sich jeder Tag gleich ab und die Zeit vergeht total schnell. Dieses Gefühl habe ich auf jeden Fall.

Kommentar von Noidea333 ,

Man muss halt irgendwie versuchen, den Tag abwechslungsreicher zu gestalten. Ist leider nicht immer so einfach, wenn die Arbeit über längere Phasen relativ monoton ist.

Kommentar von blondii148 ,

Ja da hast du recht, seit ich allerdings angefangen habe ZumbaInstructor zu machen, vergeht auch diese Zeit schnell, obwohl es ein schöner Ausgleich zur Arbeitswoche ist.

Was einfach wichtig ist! Jede Zeit die man hat, zu etwas besonderem zu machen und zu geniessen, egal wie doof ein Tag auch angefangen hat. Es ist einfach so! (:

Antwort
von nope23, 60

ja verstehen genau was du meinst und ne lösung hab ich nicht was mich aber ganz gut daraus reißt sind gelegentliche Backpackingtrips so über 2-3 Wochen mit im Zelt irgendwo im Wald schlafen ohne Handy usw. nur mit nem Kumpel

Kommentar von Noidea333 ,

So alt bin ich leider noch nicht, dass ich mehrmals im Jahr einfach ne Auszeit nehmen kann :( Aber wenn man theoretisch gar nicht schlafen würde, hätte man ja mehr vom Tag...

Aber dann wäre man müder und der Tag würde wieder schneller vergehen, weil man die ganze Zeit im Halbschlaf wäre...

Ein verflixter Teufelsgreis^^

Kommentar von nope23 ,

naja diese 2-3 Wochen mach ich auch max 1x im Jahr und sonst freitag mittag los sonntag abend zurück und so alt bin ich jetzt auch nicht

Kommentar von nope23 ,

wenn man deinem Profil glauben darf bin ich sogar deutlich jünger

Kommentar von Noidea333 ,

Mir kommt es so vor, als hätte ich am Wochenende immer Schlafnachholebedarf. Bin immer total groggy ... vom "Nichtstun" (würde ich jetzt bald sagen).

Antwort
von 21Toasty12, 39

Die Zeit bleibt an sich ja schonmal immer gleich schnell ^^ (Nur Spaß)

Aber wenn man wie du schon sagtest im Beruf tätig ist und etwas zu tun hat, geht die Zeit schnell rum, weil man eine gewisse Aufgabe zu erfüllen hat. So z.B auch wenn es nur etwas Kopieren ist oder Ähnliches (2Min Dokumente Suchen, 1Min Durcker/Kopierer starten, 2-3Min das Zeug wieder wegheften usw,) Damit sind schon über 5 min vergangen.

In der Schule saß man da und hörte sich nur das geschwätz von den Lehern an und wartete aufs Ende der Stunde. Wobei beim Warten nichts zu tun war, außer sich zu langweilen oder Ähnlches kam es einem ewig vor.

Mach dir aber keine Sorgen, das geht jedem so ^^ Was man tun kann, dass die Zeit nicht so verrennt? Keine Ahnung sorry, damit würdest du was tolles herausfinden :D

Antwort
von JOJOXD2, 40

Kommt mir tatsächlich auch so vor. Ich bin zwar erst in der achten Klasse aber in der Grundschule damals kamen mir 4 Stunden Schule auch länger vor.

Antwort
von Stadthalle, 29

Ja stimmt , die längste Zeit bist du Tod .

Das Leben ist hart und du mußt dich hart machen um es zu bestehen.

Das ist doch eigentlich das schöne an unserem kurzen Leben .

Kopf hoch !

Gruß S... .

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community