Frage von Mambo96, 67

Die Unterschiede zwischen Planwirtschaft und Marktwirtschaft aus der Sicht von Ludwig Erhard?

Könnt Ihr mir bitte erklären was der Unterschied zwischen Planwirtschaft und Marktwirtschaft ist aus der Sicht von Ludwig Erhard? Es sind beide Ordnungsmodelle. Er war besonders kritisch gegen die Planwirtschaft. DANKE IM VORAUS :)

Antwort
von berkersheim, 36

Ludwig Erhard war ein überzeugter Vertreter der sozialen Marktwirtschaft. Sein Kernziel war eine möglichst große Freiheit und Eigenverantwortlichkeit jedes Bürgers. In seinen Augen war es auch Aufgabe des Staates, möglichst faire Verhältnisse sicherzustellen, sodass sich freier Wettbewerb nicht in einseitiger Konzentration zum Nachteil vieler Bürger entwickeln konnte. Seine Idealvorstellung, die sich nicht durchsetzen ließ, war die Kapitalbildung und -beteiligung bei Arbeitern und Angestellten.

Planwirtschaft ist ein Modell des Sozialismus mit einer Einheitspartei und - wie es hieß - der Diktatur des Proletariats. Dagegen hatte L Erhard zwei Einwände: Für ihn war das eine als "Freiheit der Arbeiterklasse" verkleisterte Diktatur. Darüber hinaus war er der festen Überzeugung, dass die zentralistische Planwirtschaft selbst mit Hilfe ökonometrischer Modelle schnell an seine Grenzen stoßen und sich den freien Märkten unterlegen zeigen würde.

Gerade an der Politik von L. Erhard zeigte sich, dass Ordnungsmodelle etwas Schönes und Gutes sind, in der Theorie, dass sich aber erst in der Praxis erst erweist, wie sich die Ideen in Realität verwandeln. L. Erhards Modell der allgemeinen Teilhabe am Produktivvermögen wurde von den marxistisch orientierten Gewerkschaften im Verbund mit der SPD ausgebremst, die da in seltsamer Brüderschaft mit Großaktionären sein politisches Programm zu Fall brachten. Das Ordnungsmodell von L.Erhard ist gescheitert.

Über den Verlauf der Planwirtschaft gibt die Geschichte Auskunft. Als Ordnungsmodell der Arbeiterklasse ist sie untergegangen. Interessanterweise kehrt sie jetzt langsam als Ordnungsmodell des Großkapitals zurück, die über einen Verbund von Banken, Zentalbanken, Finanzmärkten, Medien und Politik eine Großsteuerung der Weltwirtschaft in Angriff nehmen. Wie sich in Europa zeigt, werden die allgemeinen Steuerzahler zu den Zahlmeistern verfehlter Politik und Risiken.

Antwort
von Herb3472, 35

Beides sind weithin bekannte Wirtschaftsmodelle, dass aber Heinz Erhard eine spezielle Sicht darauf gehabt hätte, ist mir leider nicht geläufig. Ich denke, dass sich seine Sicht nicht wesentlich von der Sicht unterschieden hat, die man in Westdeutschland ganz allgemein vertreten hat.

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