Frage von StellaMarieke, 38

Die Therapie hat nichts gebracht...Was tun?

Vor fast einem Jahr habe ich schonmal eine Frage zu dem Thema gestellt. Damals ging es drum, dass ich auf einmal nicht mehr arbeiten konnte und immer nur am weinen war. Viele haben mir eine Therapie empfohlen, die ich dann auch bis vor kurzem gemacht habe. Die Therapeutin hat dann ziemlich schnell heraus gefunden, dass ich mittlere bis schwere Depressionen habe, meinte nach der Therapie aber, dass ich nun alleine alles schaffen kann. Naja gestern war mein erster Arbeitstag und alles fing wieder an....Ich dachte dass es heute vielleicht besser wird und habe den gestrigen Tag durchgezogen. Abends war ich total fertig und nur am weinen. Heute morgen bin ich schon wieder total traurig zur Arbeit gefahren und wurde dann auch noch auf eine andere Station geschickt. Das war dann noch viel schlimmer für mich, da es mir immer noch schwer fällt, mich an neue Sachen zu gewöhnen. Der Chef meinte dass ich auf der anderen Station nicht arbeiten kann, da dort meine Schwiegermutter arbeitet. Jedenfalls kam ich dann zur Arbeit heute und hätte schon wieder weinen können. Bis halb 9 habe ich es dann auch mit Tränen in den Augen ausgehalten, bis ich mich dann übergeben musste, weil ich so fertig mit den Nerven war. Ich sitze nun also wieder da und weiß nicht was ich tun soll. Meine Eltern verstehen mich nicht und sagen dass ich es durchziehen soll. Ich würde es auch gerne machen aber ich bin den ganzen Tag schon am weinen und einfach nur fertig. Ich würde gerne eine vernünftige Therapie machen oder sogar in eine Klinik. Habt ihr schonmal ähnliche Erfahrungen gemacht?

Antwort
von mexp123, 20

Hattest du denn das Gefühl dass dich die Therapie aufgebaut hat? Hast du die Inhalte in der Therapie als sinnvoll empfunden bzw hattest du das Gefühl dass die die Therapie geholfen hat?

Was hast du überhaupt für eine Therapie gemacht?

Eine Therapie sollte nicht unbedingt länger als ein Jahr gehen, das ist eigentlich ein Indiz dafür, dass die Therapieform oder der Therapeut oder sonst was nicht passt.

Kommentar von StellaMarieke ,

Naja. Was das genau für eine Therapie war, kann ich nicht sagen. Jede Woche bin ich einmal für ne Stunde hin gegangen und habe gesprochen. Es wurde geguckt was mir Angst macht und ich wurde damit konfrontiert. Zum Beispiel habe ich Angst vor lauten Menschen Massen und dann haben wir uns beim bahnhof getroffen und sie hat mich gefilmt wie ich zwischen Menschen stehe. Ich glaube viel hat die Therapie mir nicht gebracht außer, dass ich mich nun viel besser mit meiner Mama verstehe, da sie auch manchmal dabei war.

Kommentar von mexp123 ,

Hm Probier mal eine andere Therapieform. Informier dich mal nochmal über deine Therapeutin und schau welche Therapie die anbietet (tiefenpsychologisch, psychoanalytisch, Verhaltenstherapie,...)
Und dann schau mal nach einer anderen Therapie. Informier dich vielleicht auch mal über die verschiedenen Therapieformen und schau was dich anspricht vom Ansatz.
Scheint so als hätte die Therapie deine Probleme nicht im Ansatz gepackt

Kommentar von StellaMarieke ,

Ja ich habe mich informiert und auch etwas gefunden. Danke für deine Antwort.

Kommentar von mexp123 ,

Okay super, viel Erfolg bei deiner Therapie! :)

Expertenantwort
von samm1917, Community-Experte für Depression, 14

Eine Therapie zu machen ist der erste und wichtigste Schritt bei einer Behandlung von mittelschwerden Depressionen. Das Problem einer Psychotherapie (sofern diese richtig gemacht wird) ist, dass es Monate, wenn nicht Jahre dauern kann bis sie wirkt.

In der Zwischenzeit werden (falls es unausweichlich ist) oft Medikamente eingesetzt. Doch Medikamente sind keine Glückspillen. Sie sind oft mit starken Nebenwirkungne verbunden und wirken nicht bei allen gleich gut.

Einerseits kann es sein, dass du einfach Zeit brauchst dich wieder an deinen Arbeitsalltag zu gewöhnen und im Moment einfach noch Vulnerabel (Anfällig/Verletzlich) bist. Es ist ja auch nicht einfach nach solchen Erlebnissen frischfröhlich wieder in den Arbeitsalltag einzusteigen.

Sprich deine Therapeutin unbedingt darauf an. Wenns nicht anders geht trefft weitere Massnahmen.

Kommentar von StellaMarieke ,

Danke für deine Antwort. Ich habe meine Therapeutin gestern angeschrieben und sie meinte, dass sie nicht mehr für mich zuständig sein kann, da ich nun 18 bin. Ich war damals bei einer Kinder und Jugend Therapeutin. Sie sagte dass es Vllt sinnvoll wäre, wenn ich irgendwo stationär aufgenommen werde. Zur Zeit guck ich mich ein bisschen im Internet um und schau was so alles möglich ist. 

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