Frage von Manuel129, 71

Die Schule und die Bildung?

Sehr geehrter Leser.. bitte bitte nehmen Sie sich die Zeit, lesen Sie sich diesen laangen Text durch und geben mir im Anschluss Ihre Antwort zu meinen zwei Fragen =) Danke!

Hat die Schule in Deutschland momentan irgendeinen Bezug zur Bildung? Mir scheint nämlich nicht.

"Der moderne dynamische und ganzheitliche Bildungsbegriff steht für den lebensbegleitenden Entwicklungsprozess des Menschen, bei dem er seine geistigen, kulturellen und lebenspraktischen Fähigkeiten sowie seine persönlichen und sozialen Kompetenzen erweitert." - Wikipedia

Wenn ich mich an meine Schulzeit zurückerinnere hatte ich wenig den Eindruck, dass es um den Erwerb geistiger Fähigkeiten ging; nach meiner Beobachtung ging es hauptsächlich um das Bestehen von standardisierten Tests, welche auch ohne große geistige Leistung einfach zu bestehen waren; selbst denken-nicht erforderlich. Mir ist während des Studiums erst aufgefallen, wie wenig ich doch eigentlich von Mathematik verstanden habe in der Schulzeit. Meine Noten waren gut, aber verstanden hab ich doch nichts. Anscheinend habe ich nur Verfahren an die Hand bekommen um bestimmte Aufgaben zu lösen, ohne den grundsätzlichen Sinn dahinter zu verstehen, wie auch? - das logische Denken, das Fundament der Mathematik, wurde schließlich in keinster Weise gefördert.

Ich kann mich auch nicht erinnern, dass kritisches Hinterfragen Gang und Gäbe gewesen wäre in der Schule, es wurde einfach alles hingenommen. Von sozialen Kompetenzen kann, wenn man sich vor Augen hält wie viele Schüler gemobbt werden und wie oft Leute in der Schule nur bemüht sind ihre Stellung zu wahren, auch ganz sicher keine Rede sein. lebenspraktische Fähigkeiten? Wäre mir neu; Jedenfalls auf dem Gymnasium habe ich nichts davon mitgenommen.

Also meine Fragen:

Erstens: habe ich das alles richtig wahrgenommen? Ich habe früher auch nicht so gedacht; erst jetzt, da ich mich mit vielen Sachen neu beschäftige, merke ich erst, dass ich in der Schule kaum wissenschaftliche Kompetenzen vermittelt bekommen habe, mal von dem Rest ganz zu schweigen.

Zweitens: Wenn ich richtig liege: Woran liegt das genau? An Lehrern, den Eltern, der heutigen Gesellschaft im Allgemeinen; oder hat das Problem gar keinen sozialen, sondern einen biologischen Ursprung? Ist es Menschen in so jungem Alter vielleicht noch nicht wirklich möglich wissenschaftlich zu Denken? Was meint ihr?

Mfg, Manuel :

Antwort
von ArnoldBentheim, 30

Hat die Schule in Deutschland momentan irgendeinen Bezug zur Bildung? Mir scheint nämlich nicht.


"Der moderne dynamische und ganzheitliche Bildungsbegriff steht für
den lebensbegleitenden Entwicklungsprozess des Menschen, bei dem er seine geistigen, kulturellen und lebenspraktischen Fähigkeiten sowie seine persönlichen und sozialen Kompetenzen erweitert." - Wikipedia




Bildung ist ein lebenslänglicher Prozess (sh. meine Hervorhebung). Daher ist die Schule allenfalls dafür zuständig, erste Anstöße und Hilfen zu geben. Die Kinder, die an die Schule kommen, haben unterschiedliche Voraussetzungen. Wenn Eltern den kindlichen Lernprozess nicht bereits vor Beginn der Schulzeit angestoßen haben, wenn sie ihn nicht während der Schulzeit und vielleicht darüber hinaus fördern und unterstützen, ist die Schule in vielen Fällen machtlos. Schule und Eltern müssen eng zusammenarbeiten, damit Bildung gelingt. 

Erstens: habe ich das alles richtig wahrgenommen? Ich habe früher auch nicht so gedacht; erst jetzt, da ich mich mit vielen Sachen neu beschäftige, merke ich erst, dass ich in der Schule kaum wissenschaftliche Kompetenzen vermittelt bekommen habe, mal von dem Rest ganz zu schweigen.



Ob ein Gymnasium oder eine Gesamtschule mit Gymnasialzweig in der Lage ist, "wissenschaftliche Kompetenzen" zu vermitteln oder nicht, ist von vielen Faktoren abhängig. Es kommt dabei auf das soziale Umfeld der Schüler, die Befähigung der Lehrer, die Bildungspolitik des jeweiligen Bundeslandes, die Ausstattung der Schule und die Befähigung der Schüler selbst an. Es mag Schulen geben, die versagen, aus welchen Gründen auch immer. Generell ist der gegen alle höheren Schulen gerichtete Vorwurf ungerecht und falsch.



Zweitens: Wenn ich richtig liege: Woran liegt das genau? An Lehrern, den
Eltern, der heutigen Gesellschaft im Allgemeinen; oder hat das Problem
gar keinen sozialen, sondern einen biologischen Ursprung? Ist es
Menschen in so jungem Alter vielleicht noch nicht wirklich möglich
wissenschaftlich zu Denken?


Eigentlich brauchte ich auf diese zweite Frage nicht weiter einzugehen, weil ich sie bereits beantwortet habe. Aber ich will noch einige Ergänzungen anfügen.

Leider belegen wissenschaftliche Studien, dass schulischer Erfolg oder Misserfolg immer noch häufig vom sozialen Umfeld abhängig ist.

Aus mannigfaltigen Gründen sind die Eltern, unabhängig von ihrer Schichtzugehörigkeit, ein großes Problem, weil sie immer weniger bereit sind, mit den Schulen an der Erziehung und Bildung der Kinder zusammenzuarbeiten. Diese Aufgabe überlassen sie der Schule, und wenn diese die Aufgabe allein nicht bewältigen kann, suchen die Eltern den Grund dafür kaum bei sich, sondern fast immer nur bei der Schule und den Lehrern.

Auch ist es eine verfehlte Bildungspolitik in vielen Bundesländern, die eine neue Bildungskatastrophe anrichtet. Ich lasse mal das emotionale Thema "Inklusion" außer Acht, das z. B. in NRW ohne notwendige Ausstattung mit qualifiziertem Lehr- und Betreuungspersonal den Schulen im Eiltempo aufgezwungen wurde. Hinderlich für die höheren Schulen bzw. ein Nachteil für die Heranwachsenden sind die unsinnigen Schulzeitverkürzungen. Gerade dann, wenn junge Menschen sich über ihre kindlichen Interessen hinaus entwickeln und die schlimmsten Belastungen der Pubertät hinter sich gelassen haben, beginnen sie, sich für Vieles zu interessieren und auch Verständnis für wissenschaftliche Methoden zu entwickeln. Aber statt das zu nutzen und sie bis 18 oder 19 J. in der Schule zu lassen, um zu lernen und Interessen zu entwickeln, wirft man sie heute mit 17 J., nicht selten orientierungslos, ins Leben. Denn die Bildungspolitik hat dem Druck der Wirtschaft nachgegeben: junge Menschen sollen immer schneller durch die Schule und dann das Studium - Studienabschluss nach 3 Jahren mit einem nutzlosen Bachelor - ins Arbeitsleben geschleust werden. Bildungsinhalte werden daher nicht mehr auf eine umfassende menschliche Bildung, sondern vornehmlich auf beruflich verwertbare Vorkenntnisse ausgerichtet. Dass junge Menschen heute immer weniger wissen und können, hat keinen "biologischen Ursprung"! Sie tragen daran nur geringe Schuld und sind die Opfer verfehlter bildungspolitischer Entwicklungen.

MfG

Arnold




Kommentar von Manuel129 ,

Danke, sehr anregend! 

Zuerst einmal: sehr gute Ausdrucksweise.. da werde ich richtig neidisch =( hoffe ich bin auch irgendwann so gut..^^

Natürlich wollte ich mit meiner Frage nicht andeuten ich wüsste wie es an anderen Schulen aussieht; ich wollte lediglich meine Eindrücke wiedergeben und erforschen ob eventuell vielerorts dieselben Erfahrungen gemacht werden. 

"Denn die Bildungspolitik hat dem Druck der Wirtschaft nachgegeben: junge Menschen sollen immer schneller durch die Schule und dann das Studium - Studienabschluss nach 3 Jahren mit einem nutzlosen Bachelor - ins Arbeitsleben geschleust werden. Bildungsinhalte werden daher nicht mehr auf eine umfassende menschliche Bildung, sondern vornehmlich auf beruflich verwertbare Vorkenntnisse ausgerichtet"

das ist wirklich gut!

Du sagst, Biologie würde dabei keine Rolle spielen, aber kannst du mir beweisen, dass das mangelnde Interesse an bestimmten Themen bis zu einem bestimmten Alter nicht biologischer Natur ist? Anscheinend hängt es ja, wie du auch schreibst, vom physischen Alter ab; oder zumindest kann man da eine Verbindung ziehen.

Kommentar von ArnoldBentheim ,

Der Trieb, etwas zu lernen, ist angeboren. Schon kleinste Kinder erkunden ihre kleine Umwelt und lernen, z. B. die Sprache, Gestik, Mimik usw.

Je älter Heranwachsende werden, desto wichtiger ist es, sie an die kulturelle Vielfalt ihrer Zeit heranzuführen, damit sie sich orientieren und ihre persönlichen Interessen und Vorlieben entwickeln können. Sie finden heraus, welche Begabungen sie haben, sprach-, natur- oder gesellschaftswissenschaftliche beispielsweise. Das ist notwendig und richtig. Ob diese Begabungen anerzogen, ein Zufall oder tatsächlich eine biologische Veranlagung sind, das weiß niemand genau - wahrscheinlich von allem etwas.

Das mangelnde Wissen und Können bei vielen Schülern heute liegt aber nicht an fehlender Intelligenz, sondern an den reduzierten Möglichkeiten, anhand einer breiten Palette an Möglichkeiten und Themen ihre Begabungen und Interessen zu entwickeln und dann selbständig zu verfolgen. Junge Menschen brauchen Zeit, freie Zeit, um sich ihrer Persönlichkeit bewusst zu werden und - mit Hilfe von Eltern, Schule und Freunden - ins komplizierte Leben einen Weg zu finden. Wenn ich weiter unten lese, dass eine Schülerin um 6 Uhr aufstehen muss und kaum vor 16 oder 17 Uhr wieder daheim ist, dann ist doch nachvollziehbar, dass ein solcher Stress zu Erschöpfungszustand und Inaktivität führen kann. Es fehlt an Zeit zu freier Entfaltung, und das ist eine (staatlich verordnete Bildungs-)Katastrophe, aber keine Naturgegebenheit.

Antwort
von HirnlosOo, 24

Ich würde sagen, dass man tatsächlich einiges verbessern könnte. Im Gymnasium wäre etwas mehr an praktischem Wissen nicht schlecht und es könnten tatsächlich noch einige wichtige Dinge mehr vermittelt werden. Die wirklich interessanten Dinge muss man selbst recherchieren und sich selbst beibringen.

Ich würde dennoch sagen, dass Schule etwas mit Bildung zu tun hat, da viele komplexe und - für "höhere" Berufe - nötige Dinge vermittelt werden. Man muss bedenken, dass die Schule quasi ein Sortierkomplex ist, in dem die aussortiert werden, die z.B. nicht so ausdauernd sind. Sie bietet quasi ein Training und filtert die "qualitativ weniger guten" Arbeitskräfte heraus.

Das Problem liegt denke ich beim Kultusministerium. Ich habe schon von einigen Leuten gehört, dass das deutsche Schulsystem verbesserungsbedürftig sei. Es ist jedoch auch so, dass man zu Beginn noch zu jung ist und, dass man später in der Jugend einfach keine Lust mehr hat.

Oftmals fehlt ganz einfach auch die Motivation!


Ich hoffe, dass dies zumindest etwas weitergeholfen hat.

Kommentar von Manuel129 ,

Ja, danke!

Ich sehe das Problem auch hauptsächlich in der Motivation der Schüler und ich frage mich wieso genau das der Fall ist. 

Du meinst also Schule ziele vor allem darauf ab für die Wirtschaft nützliche Arbeitskräfte heranzuzüchten? das wäre wirklich beunruhigend.. aber du könntest Recht haben, das wäre ein guter Grund wieso kritisches Denken in keinster Weise gefördert wird.

Kommentar von HirnlosOo ,

Geld regiert die Welt und Deutschland (und andere Länder) ist eine GmbH. Ich habe sogar mal gehört, dass Geburtsurkunden wie Aktien sind, deren Wert andauernd steigt - ob das stimmt? ... Naja.

Personen sind Arbeitskräfte!


Etwas provokantes zum Thema:

Intro: https://www.youtube.com/watch?v=\_BbiloaPa\_w

Teil 1: https://www.youtube.com/watch?v=nQSLjiCKxWc

Teil 2: https://www.youtube.com/watch?v=ZFPQdB2r0Lw

[Und eventuell weitere]


Das mit der Motivation scheint teils natürlich zu sein und scheint auch zum Teil ein Teil des Trainings zu sein.

Lehrer machen bei all dem mit, ob sie wollen oder nicht. Sie haben es ja nicht anders erlebt / gelernt.

Kommentar von HirnlosOo ,

Eine Ergänzung noch:

Man will keine "Fachidioten", sorgt jedoch durch Leistungsdruck dafür, dass Leute zu Fachidioten werden. Manche Schüler sind z.B. teils ständig am Lernen und und versuchen immer nur die besten Noten zu erhalten. Gönnt man sich auch nur etwas Freizeit oder denkt etwas selbst / anders, dann sehen die Noten teils anders aus.

Auch hier sinkt daher die Motivation. Auch wenn man viele und lange Ferien in der Schulzeit hat.

Ich kann mich jedoch auch täuschen.

Kommentar von ArnoldBentheim ,

Die wirklich interessanten Dinge muss man selbst recherchieren und sich selbst beibringen.

Genau das ist eine wesentliche Aufgabe der Schule: Grundlagen zu legen, Orientierung zu bieten, für Themen zu interessieren und die Heranwachsende zu befähigen, die wirklich interessanten Dinge selbständig zu recherchieren und sich selbst beizubringen!  :-)

Kommentar von HirnlosOo ,

Auch wieder richtig.

Generell muss man auch bemerken, dass man als Schüler vieles zu wenig wertschätzt. Allein schon, dass es all die Möglichkeiten, die Schüler heute haben, gibt, ist großartig!

Antwort
von Hermione97, 40

Das ist mir in letzter Zeit auch klar geworden (habe grad mein Abitur gemacht). In der Schule geht es nur um Noten, Noten, Noten. Und die kriegt man, indem man bestimmte Verfahren und Fakten auswendig lernt. In Mathe wird nicht einmal erklärt, WARUM man es so rechnet. Wenn es einen interessiert, muss man das selber herausfinden.

Am lautesten muss ich über lebenspraktische Fähigkeiten lachen. Das ist ja wohl der größte Witz!

Die Schule versucht nur, alle Schüler einigermaßen durchzubekommen. An Details fehlt es da häufig - und warum? Weil der Lehrer unterschiedliche Schüler in der Klasse hat, mit unterschiedlichen Interessen. Keiner kann alles, also muss der Lehrer versuchen, den Unterricht so grundlegend wie möglich zu halten.
Ich bin der Meinung, dass es deutschen Schulen an Fächerauswahl fehlt und allgemein erstmal die Möglichkeit fehlt, überhaupt mal ein Fach frei wählen zu können! Wo sind Fächer wie Fotographie, Film, Mechanik, Psychologie,....? Wieso hat man in der Oberstufe nicht die Möglichkeit, sich nur seinen Stärken zu widmen? Wieso wird man dazu verdammt, Fächer bis zum Abitur behalten zu müssen, in denen man schon in der 5. Klasse mies war?
Würde ein Kurs nur voll von Schülern sein, die diesen Kurs aus freiem Willen gewählt haben, weil sie sich dafür interessieren, wäre es auch automatisch ein ganz anderes Unterrichten! Der Lehrer könnte mehr Details einbringen und das Wissenschaftliche daran rausholen! Aber solange man Schüler zwingt, ein Fach zu belegen, das sie noch nie mochten, kann man ja nicht auf einen grünen Zweig kommen.

(Natürlich sollte jeder erst die Grundlagen in jedem Fach beherrschen, aber spätestens in der Oberstufe kennt man seine Stärken und sollte frei sein, seine Fächer zu wählen!)

Kommentar von Manuel129 ,

Das mit der Fächerauswahl finde ich gut; sogar sehr gut. Meine Vorstellung von einer guten Schule wäre zuallererst eine Art Studium der Philosophie, da man sich dort mit praktisch allen Wissenschaften auseinandersetzt; allerdings, und das wäre der Vorteil, nicht gesondert sondern übergreifend, alle Wissenschaften wären verbunden und man würde alle Wissenschaften "von Beginn an" erlernen. Auch da würde sich dann sofort zeigen welcher philosophischen Disziplin man eher zugewandt ist. 

Natürlich würde dieses philosophische Grundstudium erst ab der Unterstufe beginnen, in der Grundschule müssen natürlich erst einmal andere nicht-wissenschaftliche Fähigkeiten erworben werden (rechnen, lesen, schreiben etc )

Danach, also in der Oberstufe, würde ich den Schülern die Möglichkeit geben sich auf bestimmte Gebiete zu spezialisieren. Dabei sollte durchaus der Wechsel auf andere Schulen angeregt werden ( jede Schule kann nicht alles Fächer abdecken schätze ich ). Dazu wäre eine 4-wöchige Orientierungsphase hilfreich, in der viele Vorlesungen zu allen Fächern gegeben werden, ohne Überschneidungen, damit man wirklich 4 Wochen Zeit hat in der man sich von allen Fächern ein Bild machen kann und daraufhin seine Kurse wählt.

Kommentar von Hermione97 ,

Die Idee mit der 4-wöchigen Orientierungsphase gefällt mir! Damit wird garantiert, dass man die richtige Entscheidung trifft  und sich nicht aus Zeitmangel oder Unwissenheit überstürzt für irgendein Fach entscheidet.
Die Philosophie ist wirklich ein zentrales Element, das alles miteinander verbindet - als "Grundstudium" also perfekt geeignet.

Ich frage mich, warum Deutschland dermaßen auf sein System fixiert ist? In Ländern, wie Neuseeland, haben Schüler die Möglichkeit dieser Fächer und die Freiheit zu wählen.....sie spezialisieren sich schon früh, sind Meister ihres Faches und sind somit meist auch nicht unschlüssig, was sie studieren wollen.

Kommentar von HirnlosOo ,

Klingt alles soweit ganz gut.

Interessant ist ja, dass sehr viele erfolgreiche Menschen ihr Studium abgebrochen haben und auch teils keinen guten bzw. gar keinen abschluss haben. Ob das mit dieser Methode anders wäre?

Einstein war beispielsweise nicht gut in der Schule und gilt dennoch bis heute als sehr schlau.

Kommentar von Manuel129 ,

Darauf zielt die Methode ab =P ich musste nämlich bei mir, und wirklich allen aus meiner früheren Klasse feststellen, dass kein Studium aus Liebe zu der jeweiligen Wissenschaft gewählt wurde.

Die Beweggründe für ein Studium:

A. gute Berufsaussichten, viel Geld ( später haben sich aber viele gefragt ob das wirklich der richtige Weg ist und die anderen werden meiner Meinung nach später zu der Erkenntnis kommen, dass materieller Wohlstand eben nicht zur Glückseligkeit führen kann)

B. "Ich glaube das ist etwas für mich" - unnötig zu erwähnen, dass es oft nichts für sie ist, da kein umfassendes Wissen vorliegt was es sich nun genau mit dem Studiengang auf sich hat. Natürlich, es gibt Studiengangsprofile, aber wirklich wissen tut man erst ob es einem Spaß macht, wenn man es anfängt zu studieren. Wie schön wäre es also, wenn man schon in der Schule Eindrücke sammeln könnte?

Kommentar von ArnoldBentheim ,

Am lautesten muss ich über lebenspraktische Fähigkeiten lachen.

Mir bleibt das Lachen eher im Halse stecken, wenn ich solchen Unsinn lese, dass die Schulen dafür zuständig seien.  :-/

Vielleicht ist es dem einen oder anderen noch nicht aufgefallen, aber Schule ist in erster Linie für die Vermittlung von Bildung, das Elternhaus in erster Linie für die lebenspraktischen Fragen zuständig! Auf diese Weise ergänzen sich Schule und Elternhaus wunderbar, wie es fast alle Schulverwaltungsgesetze der Bundesländer auch vorsehen.

Zur allgemeinen Beachtung: Wenn das Elternhaus versagt, tritt die Schule nicht automatisch an seine Stelle!

Kommentar von Hermione97 ,

Es ist aber nunmal so, dass ein Kind/Teenager die meiste Zeit in der Schule verbringt - ich musste vor 6 aufstehen und war um 16 Uhr, machmal erst um 17 Uhr zu Hause. Die Schule nimmt einen wichtigen und großen Teil im Leben eines Menschen ein - in seinen prägensten Jahren! Also wäre es angebracht, auch dort einen Kurs mit lebenspraktischen Fähigkeiten zu haben.

Kommentar von ArnoldBentheim ,

Im Arbeitsleben steht man um 6 Uhr auf und ist um 17 Uhr - oder später - erst wieder daheim.

Dass Schülern ein solcher Alltag zugemutet wird, ist Folge verfehlter, dummer Bildungspolitik. Schüler brauchen selbstbestimmte Zeit, um sich und ihre Interessen frei entfalten zu können.

Leider ist es oft so, wie du beschreibst. Dennoch ändert das nichts an der von mir geschilderten Aufgabenteilung zwischen Schule und Elternhaus!

Kommentar von Manuel129 ,

da muss ich Hermione nun wirklich beipflichten: Wenn die Schule auch nicht für die Erziehung des Einzelnen Sorge tragen kann/muss, so ist es meiner Meinung nach dennoch ihre Verpflichtung, zumindest in der Schule die Angelegenheiten zu schlichten.


"Mir bleibt das Lachen eher im Halse stecken, wenn ich solchen Unsinn lese, dass die Schulen dafür zuständig seien.  :-/"


"Vielleicht ist es dem einen oder anderen noch nicht aufgefallen"

Außerdem finde ich Ihren Umgangston nicht wirklich angemessen; hier geht es nicht darum Aussagen/Argumente niederzuschmettern, sondern über sie nachzudenken und höflich zu kritisieren wenn man etwas auszusetzen hat.. 

aber den Beitrag finde ich wieder sehr gut von Ihnen =)



Kommentar von Manuel129 ,

Nachtrag: "Angelegenheiten in der Schule" beinhalten natürlich auch die Erziehung, Gründe für Mobbing sind mit Sicherheit häufig im Elternhaus der Täter zu suchen. Daher wäre die Schule angehalten, da die Eltern anscheinend unfähig sind, in die Erziehung einzugreifen. 

Ein weiterer Punkt: im Teenageralter nehmen es die meisten Eltern einfach hin, wenn ihre Kinder sich in ihr Zimmer verkriechen und sie die meiste Zeit nicht zu Gesicht bekommen. In die Schule müssen sie allerdings permanent gehen, daher hätten die Lehrer oftmals bessere Möglichkeiten zu verstehen was Wirklich in einem Schüler vor sich geht: aber das wird, wie ich das beobachtet habe, oft als Unwissenheit abgetan, zumindest wird weder eingegriffen wenn es Schülern schlecht geht, noch Rücksicht genommen, außer sie wurden von den Eltern angehalten dies zu tun, von alleine kommen Lehrer da aber nicht wirklich drauf. ( meine Beobachtung)

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community