Frage von Zandera13, 25

Die Schöpfung der Welt und des Menschen?

Ich habe eine Frage. Und zwar wollte ich mal wissen, aus welchem Grund die Schöpfungsgeschichte erzählt wurde. Ich weiß, dass es davon auch ein Lied gibt was die Schöpfungsgeschichte darstellt. Was war das Ziel von dem Lied/der Schöpfungsgeschichte und in welcher Zeit und unter welchen Bedingungen ist es entstanden?

Antwort
von OlliBjoern, 11

Es gibt viele Schöpfungsgeschichten. Auch wenn man die Bibel liest, wird einem auffallen, dass es zwei verschiedene Schöpfungsgeschichten dort gibt. Wahrscheinlich waren zwei verschiedene Autoren daran beteiligt, der "Jahwist" (weil er "jhv" benutzt) und der "Elohist" (weil er elohim benutzt, dies wird mit "Gott" übersetzt, ist aber ein hebräischer Plural). Beide stehen im Buch Genesis.

Auch andere Religionen kennen Schöpfungsgeschichten.
Die Hopi (Indianer im heutigen Arizona) berichten von einer Schöpfungsgeschichte, die auch verschiedene "Welten" kennt und eine "Flut" (die der "Sintflut" recht verblüffend entspricht). Tiere spielen darin besondere Rollen, nicht nur eine (sprechende) Spinne, sondern auch Ameisen. Ameisen hatten dem Menschen in den harten Zeiten dabei geholfen, zu überleben (daher haben sie die "schlanken Taillen", da sie mit den Menschen Nahrung geteilt hatten).

In der finnischen Religion ist die Welt (sinnigerweise) aus dem Ei einer Tauchente entstanden (und das ist auch das, was man im skandinavischen Norden miterlebt: Land, Seen, und Vögel, mehr brauchte die Schöpfung dort nicht). Dies ist in der "Kalevala" beschrieben, dem finnischen Nationalepos. Das Totenreich ist ein See, auf dem ein einsamer Schwan seine Kreise zieht ("Tuonela on kuolleiden valtakunta"), der Schwan ist "Tounelan joutsen", der Schwan von Tuonela). In Finnland besteht der Glauben an kleine Wesen (die wir als "Heinzelmännchen" kennen) und an Besonderheiten des Nordlichtes (wenn der Fuchs mit seinem Schwanz den Schnee in die Luft schleudert, entstehen sie). Das finnische Wort für Nordlichter "revontulia" ist verbunden mit "repo" (Fuchs). "tulia" hat etwas zu tun mit "kommen". Die Nordlichter "kommen vom Fuchs".

https://fi.wikipedia.org/wiki/Revontulet#/media/File:Polarlicht_2.jpg

In der nordgermanischen Religion ist die Welt ein Gegensatz aus Feuer und Eis (Muspellsheim und Niflheim). "Ginnungagap" trennte diese Welten, eine Spalte, die seit Anbeginn bestand (und ist es Zufall, das geradewegs durch Island hindurch eine geologische Verwerfung geht?) Island ist "Feuer und Eis", Vulkanismus und Kälte. Die Götter ordneten lediglich die Gestirne, und hauchten den Bäumen (Ask och Embla) Leben ein, so dass aus ihnen Menschen wurden. Diese Vorstellung kennt seit Anbeginn die Zwerge und die Riesen. Bis heute wird Island von Elfen bewohnt, auf die es Rücksicht zu nehmen gilt. Ein alter schwedischer Brauch besagt, dass man dem "Tomte" einen Teller mit "Gröt" (Grütze) hinstellen sollte, damit er einem wohlgesinnt ist. Ansonsten droht Unbill.

In der keltischen Vorstellung ist die Welt ebenfalls besiedelt von Wesen, die unsere Welt betreten können. "Caithfidh sé gur ruag sídhéog." sagt man heute noch manchmal in irischem Gälisch, "da müssen die Sidheog (Elfen) im Spiel sein". Irland ist nach deren Vorstellung schon vor der Besiedlung durch Kelten Heimat zahlreicher Wesen gewesen, die eine hohe Vielfalt haben. An bestimmten Tagen (z.B. Samhain) wird die Barriere zur anderen Welt durchstoßen. Bis heute herrscht in christlichen Kreisen die Angst vor, dass keltische Vorstellungen bei "Halloween" eine Rolle spielen.

Natürlich gibt es wahrscheinlich kein "Ungeheuer" von Loch Ness. Aber dennoch beschleicht einen immer dieser Gedanke, dass unter der keltischen Erde etwas "lauert", was gar nicht mal böse sein muss, aber doch zumindest etwas Fremdes, was unsere Faszination bis heute hat. Und das keltische Fremde ist nichts per se "Böses", aber etwas Ursprüngliches (und Gutes), das die Natur in ihrem eigenen Wesen einfängt und repräsentiert.

Allen diesen Vorstellungen ist gemein, dass sie die Natur repräsentieren, sei es die Vorstellungen der Hebräer, ein kleines Insekt, einen finnischen See, die Natur Islands in ihren Gegensätzen, oder die wilde Landschaft Schottlands.

Antwort
von Grautvornix16, 9

Hi,- grundlegender Fehler: Es gibt nicht DIE Schöpfungsgeschichte. Es gibt ungefähr soviele wie es Kulturen auf dieser Welt gibt. Der einfache Hintergrund ist zweigeteilt: zum einen bewegt den Menschen seit er begonnen hat komplexer zu denken das Fragebündel: "Woher", "Wohin", "Warum" als Fragen nach seinen eigenen Grundlagen. Zum zweiten hat sich parallel bis heute ein Typus Mensch entwickelt, der recht schnell verstanden hat, dass es ihm Macht und damit auch Privilegien einbringt wenn er den Rest davon überzeugen könnte, dass er eine Antwort darauf hätte - so quasie als Privilegiert-Erleuchteter mit hervorgehobenem Wissen und einer Sonderbeziehung zum "Überirdischen". Ihre Geschichten hierzu müssen nur plausibel erscheinen und emotional bewegend sein. Dann ist es völlig egal ob Schamane oder Priester - ob Mond, Wetter, Wasser, Feuer, Baum, Altar der "transtendentale" Kristallisationspunkt ist oder ob Hörner, spitze Hüte oder Mitras auf dem Kopf thronen. So gesehen sind sich Religion und Politik auch heute noch sehr verwandt. Und jeder dieser Gurus erzählt uns seine Geschichte. Bei der Politik gibt es nur einen scheinbaren Vorteil: In manchen Systemen kann man zwischen verschiedenen Gurus wählen. :-D

Gruß

Antwort
von Giustolisi, 6

Es gibt viele Schöpfungsgeschichten, fast so viele wie Religionen.

Die Schöpfungsgeschichten waren erste Versuche zu erklären, wo alles her kommt. Es waren die ersten und auch die schlechtesten Versuche, denn es sind nur Fantasiegebilde.
Götter mussten als Erklärung her halten, aber sie geben wie wir heute wissen nur den Anschein einer Erklärung. Die Schöpfungsgeschichten sind allesamt unbelegt und gegen jedes beliebige Fantasiegebilde austauschbar. Sie sind das Ergebnis von Wissensdurst und gleichzeitigem Unwissen. Das ist heute nicht anders, nur Ungebildete glauben noch an Schöpfungsgeschichten. Der Rest hat die Widersprüche und Lücken längst erkannt und kennt bessere Erklärungen.

Wenn Menschen wissen wollen woher alles kommt, aber fast nichts über die Welt wissen in der sie leben, dann sehen sie entweder ein dass sie nicht alles erklären können, oder es kommen Fantasiegebilde wie die Schöpfungsgeschichten dabei heraus.

Erst zur Zeit der Aufklärung machte man sich ernsthaft Gedanken über den Ursprung der Welt und allem auf und außerhalb von ihr, die Wissenschaft begann sich zu entwickeln. Sie hatte anfangs noch nicht viel mit der Wissenschaft gemeinsam, die wir heute kennen. Vieles war noch reine Spekulation, aber eben schon bedeutend besser als erfundene Schöpfungsgeschichten.

Auch heute gibt es noch Menschen, die aus Unwissen an Schöpfungsgeschichten glauben. Dazu haben sie das Recht, denn das Grundgesetz sichert jedem die Freiheit zu, an jeden noch so absurden Blödsinn zu glauben, ja selbst an Götter. Es ist ja auch nicht schlimm, wenn manche Menschen die falsche Antwort für richtig halten. Dann liegen sie eben falsch, wen juckt's? Wenn sie allerdings Einfluss auf die Meinung anderer Menschen haben und diesen nutzen (als Eltern, Politiker oder bekannte Person, deren Wort Gewicht hat), dann ist es für die Gesellschaft schädlich wenn sie falsch liegen und diesen Glauben weiter verbreiten, denn er verhindert dass echtes Wissen in die Köpfe gelangt.

Antwort
von Dahika, 9

Die Geschichte von der Schöpfung in der Bibel ist uralt. Wie alt, weiß ich nicht genau, aber 3000 Jahre mindestens. Es gibt aber auch noch andere Schöpfungsmythen anderer Völker.

Warum? Der Mensch hat immer das Bedürfnis nach Erklärungen. Und wenn er die wissenschaftliche Erklärung nicht kennt, dann denkt er sich halt eine andere Erklärung aus, die ihm schlüssig vorkommt.

Früher waren der Blitz, das Erdbeben, etc.. die Rache der Götter für menschliche Untaten. Heute erklärt man sich das anders. Aber Erklärungen für Phänomene will man haben.

Antwort
von LordofDarkness, 12

Die Schöpfungsgeschichte ist älter als der gesamte Rest des Alten Testamentes. Es gibt Anhaltspunkte, dass die Geschichte ursprünglich aus Mesopotamien stammt, und in abgeänderter Form in die Bibelgeschichten eingefügt wurde.

Der Gott der Juden, Yahwe, war ursprünglich kein allmächtiger "Schöpfergott", sondern wahrscheinlich eine Art Beschützer nomadisch lebender Stämme. Nach und nach wurde die Bibelgeschichte dann immer komplexer, man baute den sumerischen Schöpfungsmythos mit ein und machte Yahwe kurzerhand zum alleinigen Erschaffer der Erde und des Menschen.

Der Schöpfungsbericht ist übrigens nicht die einzige Bibelgeschichte, deren Ursprung im heutigen Irak liegt: auch die Sintflut-Erzählung stammt von den Sumerern.

Expertenantwort
von Nadelwald75, Community-Experte für Schule, 14

Hallo Zandera13,

du hast hier eine Menge an Antworten. Bessere Hilfe bekommst du aber vermutlich noch, wenn du mal genau sagst:

- Welche Schöpfungsgeschichte genau meinst du?

- Welches Lied von der Schöpfungsgeschichte meinst du? Ist das ein nach der Schöpfungsgeschichte geschriebenes Lied oder bezeichnest du die Schöpfungsgeschichte selbst als Lied?

Antwort
von AriZona04, 9

Das Lied kenne ich nicht. Aber die Schöpfungsgeschichte gibt es, weil es damals noch keine Wissenschaft gab. Irgendwann hat mal einer angefangen, was zu erzählen und den hat man ernst genommen und seitdem wurde die Geschichte immer wieder erzählt - mit kleinen Änderungen (so wie das Spiel -Stille Post-). Viele Menschen halten immer noch an der Geschichte fest - warum auch immer. Denn die Wissenschaft weiß längst mehr.

Kommentar von JTKirk2000 ,

Die ganzen Datierungen beruhen auf Vergleichsmodellen die genetischen Verwandtschaften zwischen den Arten zeigen zwar einen gewissen Zusammenhang auf, aber eben nicht mehr und schließlich, sofern Gott existiert und er die Schöpfung erschaffen hat, die wir Universum nennen, wovon die Erde ein Teil ist, dann kann er eben dies alles beeinflussen und alle Versuche, etwas zu ergründen, können durchaus Irrwege sein. Ich könnte noch einige Zitate aus der Bibel bringen, die den Unterschied und die Wirkung zwischen irdischer und göttlicher Weisheit aufzeigen, aber ich sehe es nicht als produktiv an, hier näher auf diese einzugehen.

Kommentar von AriZona04 ,

Ich auch nicht. Nur so viel: Wenn Gott existiert, könnte er die Welt retten - DAS wäre mal schön.

Kommentar von latricolore ,

Und da er das seit tausenden von Jahren nicht tut...

Kommentar von JTKirk2000 ,

Okay, im Gegensatz zu AriZona04 hast Du dieses eben von mir angedeutete Konzept noch weit weniger verstanden.

Kommentar von JTKirk2000 ,

Dann hast Du aber das Konzept von Ursache und Konsequenz offenbar noch nicht verstanden, und ebenso das der göttlichen Gerechtigkeit in Bezug auf das ewige Dasein. Man kann nicht über Gott ein Urteil fällen ohne dabei zu bedenken, was für Gott gegenwärtig zwangsläufig gegenwärtig ist, nämlich das ewige Dasein.

Wenn es Gott gibt, so gibt es das ewige Dasein und jedem erwartet das, was er in seinem Leben bewirkt hat, einschließlich der jeweiligen Intentionen, die dahinter stehen/standen. Wenn es kein ewiges Dasein gibt, so gibt es auch keinen Gott und wem will man dann die Schuld in die Schuhe schieben? Dann bleibt nur noch der Mensch.

Kommentar von AriZona04 ,

Es gibt keine Gerechtigkeit. Und es kommt hier nicht darauf an, wer das letzte Wort hat! Und der Klügere gibt nach!

Kommentar von JTKirk2000 ,

Und der Klügere gibt nach!

Nur insoweit wie es weise ist. Ein Beispiel: Die Kinder wollen über die Straße gehen, egal ob die Ampel rot zeigt oder nicht. Der Erwachsene, der dabei ist, will dies nicht zulassen. In diesem Fall sollte der Klügere nicht nachgeben, weil es nicht weise wäre. 

Wenn es ein ewiges Dasein und einen Gott gibt, dann ist es durchaus gerecht, wenn Übeltäter nur für ihre Vergehen bestraft werden, nicht aber für etwas, was als Konsequenz ihrer Entscheidungen verhindert wurde. Auch nach weltlichen Gesetzen wird nicht umsonst zwischen versuchten Straftaten und durchgeführten Straftaten unterschieden.

Wenn es dieses ewige Dasein gibt, so sehe ich das, was in der Offenbarung in Bezug auf den Tag des jüngsten Gerichts steht durchaus als derartig an, dass jeder entsprechend seinen Werken und Intentionen zugeteilt bekommt. Nicht direkt in dem Sinne, dass es so etwas wie eine Hölle endloser physischer Qualen gibt, sondern eher in dem Sinne, dass jeder ein Gewissen entwickelt, welches nicht verdrängt werden kann (im Gegensatz zum Gewissen im irdischen Dasein), wo man aber, indem man echte Vergebungsbereitschaft vor allem im irdischen Dasein allein aus der Freiwilligkeit des Glaubens entwickelt, trotz begangener Fehler im Laufe der Zeit durchaus in Frieden zwischen Gewissen und Bewusstsein leben kann. Das ist für mich auch die Kernaussage des Gleichnisses vom unbarmherzigen Gläubiger.

Kommentar von AriZona04 ,

Habe nur den ersten Absatz gelesen: Ich würde SEHR gern darübe diskutieren - und nicht unter 3 Stunden. Aber nicht hier!

Kommentar von JTKirk2000 ,

Was gibt es am ersten Absatz zu diskutieren? Das ist ein Beispiel für größere und geringere Klugheit bzw, Weisheit und nicht mehr. Darüber zu diskutieren, obwohl das Ergebnis eindeutig ist, besonders wenn dahingehend der klügere nachgibt, dürfte eindeutig sein, mit anderen Worten, wenn der Klügere entgegen der Weisheit nachgibt, gibt es unter denen, die dies entgegen der Weisheit ausnutzen im Extremfall wieder Kandidaten für den Darwin-Award.

Kommentar von stine2412 ,

AriZona, hast du noch nie etwas von dem Retter Jesus Christus gehört? Der lehrte seine Nachfolger nämlich  um folgendes beten: "Dein Königreich(Regierung) komme, Dein Wille geschehe wie im Himmel, so auch auf Erden!"

Es lohnt, sich mit dem Thema zu befassen; es ist das Hauptthema der Bibel und zieht sich wie ein roter Faden durch die Bibelbücher. Sollte dich dieses Thema wirklich interessieren, dann findest du mehr im Kapitel drei des nachfolgenden Buches.

https://www.jw.org/de/publikationen/buecher/was-lehrt-bibel-wirklich/was-hat-got...

Kommentar von stine2412 ,

AriZona, ich habe mich auf den 2. Kommentar bezogen.

Kommentar von ThomasJNewton ,

Slartibartfaß, oder eine Abwandlung davon?
Das ist wahrlich das am wenigsten Überzeugende.

Ein Gott, der falsche Spuren legt? Neee, echt jetzt!

Kommentar von JTKirk2000 ,

Das ist wahrlich das am wenigsten Überzeugende.

Wie Du meinst. 

Ein Gott, der falsche Spuren legt? Neee, echt jetzt!

Der Geschichte des Gartens von Eden zufolge hat er Adam und Eva auch sowohl den Baum des Lebens als auch den Baum der Erkenntnis von Gut und Böse zugänglich gemacht, aber davor gewarnt, von der Frucht des letzteren zu kosten. Dennoch ließ er ihnen die Wahl. Man muss wohl kaum die Bibel kennen, um zu wissen, wie es ausging.

Und was falsche Spuren angeht: Wer ist für Deutungen verantwortlich? Derjenige, der Beweisgrundlagen hinterlässt, oder derjenige, der die übriggebliebenen Beweise, soweit richtig erfasst, deutet? Und mit richtig erfasst meine ich, dass entsprechend entwickelte Beweismöglichkeiten die vorhandenen Beweise richtig auswerten können. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass mit voranschreitenden wissenschaftlichen Erkenntnissen auch die Beweismöglichkeiten immer besser wurden. Manchmal führten diese auch zu Korrekturen früherer Erkenntnisse. Warum hätte es denn Korrekturen benötigt, wenn die Erkenntnisse korrekt gewesen wären. Es war wohl kaum Gott, der die entsprechenden Grundlagen der Beweise und der daraus resultierenden Erkenntnisse nachträglich geändert hätte, wie beispielsweise die Form der Erde oder die Position der Erde im jeweiligen Weltbild.

Kommentar von ThomasJNewton ,

Du bist eben kein Biologe, und solltest auch daher keine Erkenntnisse der Biologie anzweifeln.

Was einige Kreationisten so behaupten, ist für den, er die Fakten kennt, nur unter der Bedingung erklärbar, dass es Gott nicht gibt, oder er absichtlich Beweise gefälscht hat.

Oder dass die Kreationisten eben nicht die Deutungshohheit haben.
Ich habe nichts gegen die Vorstellung, dass ein Gott die Naturgesetze eben so gestaltet hat, dass auf einem kleinen Planeten namens Erde Leben möglich wurde, mit Menschen, die ihn anbeten.
Die Kreationisten haben ein Problem mit dieser Ungewissheit.
Sie wollen es beweisen, und haben nicht diese Gelassenheit.

Von daher wäre diese Diskussion eigentlich abgeschlossen, ich halte dich nicht für einen Kreationisten.
Für mich denkst du gelegentlich ungenau, aber nie leichtfertig, und erst recht nie böswilllig.

Bliebe da nicht eine Frage deinerseits:

Wer ist für Deutungen verantwortlich?

Da ist meine Meinung klar:
Die, und nur die, die über das nötige Wissen verfügen.

Im Übrigen sind "Korrekturen früherer Erkenntnisse" seltener, als es viele behaupten und/oder wahr haben wollen.

Kommentar von JTKirk2000 ,

Du bist eben kein Biologe, und solltest auch daher keine Erkenntnisse der Biologie anzweifeln.

Ich bin auch kein Theologe. Darf ich daher auch keine Kirchenlehren anzweifeln, die meinem Verständnis nach mit der Klarheit der Bibel nicht übereinstimmen? Auch wenn es ein anderer Themenbereich ist, kommt dabei dasselbe heraus, wobei das nicht nur für mich, sondern für alle gilt - in puncto Kirchenlehren also für alle, die nicht gerade Theologie studiert haben.

Was einige Kreationisten so behaupten, ist für den, er die Fakten kennt, nur unter der Bedingung erklärbar, dass es Gott nicht gibt, oder er absichtlich Beweise gefälscht hat.

Ich sehe mich nicht als Kreationisten. Von daher schlägt dies in Bezug auf mich, ins Leere.

Ich habe nichts gegen die Vorstellung, dass ein Gott die Naturgesetze eben so gestaltet hat, dass auf einem kleinen Planeten namens Erde Leben möglich wurde, mit Menschen, die ihn anbeten.

Für mich ist nur logisch, wenn Gott fähig war, das Universum zu erschaffen, einschließlich demnach unseres Sonnensystems, der Erde und dem Leben auf unserem Planeten, dann ist dieser Gott zu Dingen fähig, einschließlich der Beeinflussung von Materie und Energie (sowie woraus diese jeweils bestehen), dass es schlichtweg nicht möglich ist, vollkommen verlässliche, weil von Gott unbeeinflussbare Fakten zu finden, die darauf vollkommen sicher schließen lassen könnten, wie alt das Universum (die Schöpfung) ist. Dies ist nur dann vollkommen verlässlich möglich, wenn es kein so mächtiges Wesen gibt und auch niemals gegeben hat, was dann zur Folge hat, dass wir unsere Existenz eigentlich nicht nur einem, sondern vielen günstigen Zufällen verdanken. Gründe für die vielen Zufälle siehe beispielsweise in diesem Video https://www.youtube.com/watch?v=o7uZmBcUdPA

Die, und nur die, die über das nötige Wissen verfügen.

Das gilt dann aber auch für den Bereich des Glaubens an Gott, denn auch im Bereich Theologie gibt es viele Deutungen.

Im Übrigen sind "Korrekturen früherer Erkenntnisse" seltener, als es viele behaupten und/oder wahr haben wollen.

Wenn man es genau genug nimmt, ist es wohl eher häufiger, als andere es wahrhaben wollen. Es geht nicht nur um die größten Entdeckungen, wie etwa die Position und Form der Erde, sondern ebenso auch um wesentlich kleinere wie beispielsweise die Erkenntnis, weshalb der Himmel blau erscheint.

Antwort
von Omnivore13, 5

Die Schöpfungsgeschichte gab es, weil der Mensch früher sich viele Dinge nicht erklären konnte. Leider halten sich diese Märchen bis heute

Antwort
von Rationales, 8

Betreffs den Juden/Christentum:

Die Priesterkaste wollte Macht über das Nomadenvolk bekommen und Einkommen ohne richtig arbeiten zu müssen. Daher dachten sich die Priester Religionsmythen aus und empfahlen ständig ihre Wichtigkeit um nicht Gottes Strafen auf sich zu ziehen. Antiker Betrug halt den es in ähnlicher Form bis heute gibt.

Antwort
von realsausi2, 3

Es gibt ja nicht nur Eine. Es gibt dutzende. Und alle haben ihren Ursprung im Unvermögen des Menschen seinerzeit, seine Herkunft als ein Teil einer evolutionären Entwicklung zu erkennen.

Expertenantwort
von latricolore, Community-Experte für Italien, Italienisch, Deutsch, Sprache & Schule, 4

unter welchen Bedingungen ist es entstanden?

Wahrscheinlich haben sich die Menschen schon immer die Frage gestellt, wie sie selbst, wie alles, was sie von der Welt kannten, entstanden ist.

Und da es die heutigen naturwissenschaftlichen Erkenntnisse nicht gab, hat man zu Göttern gegriffen, die für alles und jedes herhalten mussten.

Kommentar von AaronMose3 ,

hat man zu Göttern gegriffen, die für alles und jedes herhalten mussten.

Oder es gibt sie wirklich, und wir laufen auf dem Holzweg.

Wer weiß das schon ;)

Kommentar von latricolore ,

Es heißt nicht grundlos, dass die Menschen an Gott/Götter glauben.

Glauben heißt nicht wissen.

Kommentar von AaronMose3 ,

Was kann man denn bitte etwas zu 100% zweifelsfrei wissen (wissenschaftlich gesehen) ?

Eben, Nichts. Es gibt Hypothesen, die wissenschaftlich anerkannt sind und belegt wurden, diese wiederrum sind aber nicht fix.

Unser Weltbild ist immer wieder geändert wurden, warum sollte das nicht auch in Zukunft passieren ?

Nehmen wir das Erdalter.

Das wird irgendwo zwischen 4,21 und 4,59 Milliarden Jahre datiert.

Wie alt ist sie nun ?

4,2 Milliarden Jahre, oder vielleicht doch 4,52 Milliarden Jahre ?

Es existiert kein Fixwert, weil wir keinen bestimmen können.

So auch bei anderen Sachen, es existieren immer Richtwerte und der Durchsnitt dieser wird uns als bewiesener Fakt dargestellt.

So heißt es (und wird es auch gelehrt) das die Erde "genau"

4,543 × 10^9 Jahre alt ist.

Die Messungen ergeben aber durchaus machmal andere Ergebnisse.

Dasselbe mit Fossilien bei denen immer eine Schwankung von bis zu Tausenden Jahren bestehen könnte.

Selbst wenn der Glaube an irgendwelche religiösen Schriften nicht viel mehr hilft, sondern noch mehr Fragen provoziert, ich kann Menschen die den Wissenschaftlichen Erkentnissen nicht vertrauen wollen schon verstehen, auch wenn es Nonsense ist.


Kommentar von realsausi2 ,

Wie alt ist sie nun ?

Die Toleranz ist für so ziemlich sämtliche Betrachtungen und Erkenntnisse über die Welt ohne Belang.

Wenn ein Fossil auf ein paar Tausend Jahre genau datiert werden kann, ist das eine atemberaubende Leistung. Alle hieraus zu gewinnenden Kenntnisse sind duch geringe Abweichungen von ein paar Tausend Jahren im evolutionären Zusammenhang nicht einen Deut zu relativieren.

Kommentar von Grautvornix16 ,

@ AaronMose3 Hi,- wenn den Menschen irgendetwas vom Affen unterscheidet ist es seine Fähigkeit zu Erkenntnis als rationales Schauen auf die Dinge und ihre Zusammenhänge. Das nennt man auch Verstand.  Wenn dies auch noch dazu führt, die eigenen Grenzen der Rationalität zu erkennen nennt man das Weisheit und wenn dies dann dazu führt, diese Erfahrung von eigener Begrenztheit nicht aus einer psychologischen Not heraus mit dem Taschenspielertrick des Glaubens zu verschleiern spricht man von der Tugend der Bescheidenheit und Demut.

Laß es mich mit einem Satz von Ludwig Feuerbach sagen: Die Tatsache, dass die Menschen zu einem Gott beten ist nicht der Beweis dafür, dass es ihn gibt sondern das sie ihn brauchen."

Und ganz ehrlich: Wenn Wissenschaft auch ihre eigenen Irrtümer und Meßschwankungen hat so ist dies immer noch etwas was sie allen Religionen überlegen macht. - Die kennen keine Irrtümer.

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