Frage von Dumpii, 61

Die Schatzgräber [Gedicht/ Ballade](von Gottfried August Bürger) wie würdet ihr diese zwei Verse verstehen?

Hi, dieses Gedicht ist hier verlinkt : http://www.labbe.de/lesekorb/index.asp?themaid=138&titelid=2022

Diese 2 letzten Verse der 2.Strophe verstehe ich nicht ganz: Allein da war kein Schatz verspürt Und jeder hielt sich angeführt.

  1. Variante: Meiner Meinung nach wird da gesagt, dass sie keinen "Schatz" finden konnten, sich aber angeführt "fühlten" und deshalb es weiter veesuchten, diesen sogenannten "Schatz" zu finden.

  2. Variante: Andere meinen aber, dass sie sich verarscht gefühlt haben, weil sie den Schatz nicht gefunden haben

Welche Variante stimmt ?

LG

Antwort
von Schuhu, 37

tatsächlich ist die Variante 2 die richtige. "jemanden anführen" heißt "jemanden an der Nase herumführen", also auf gut deutsch "verarschen". Die Schatzsucher fühlten sich also verarscht, weil sie den Wert ihrer Arbeit nicht erkennen konnten, so fixiert auf den Schatz, wie sie waren.

Kommentar von Dumpii ,

Vielen Dank !

Antwort
von Willy1729, 29

Hallo,

weder noch.

Der Schatz bestand nicht aus Münzen oder Edelmetallen oder Edelsteinen, sondern aus dem Weinberg selbst. Durch ihre eifrige Grabungstätigkeit auf der Suche nach einer Truhe oder ähnlichem haben die Söhne den Boden umgegraben und damit beste Bedingungen für das Wachstum der Reben geschaffen. Der Weinberg wurde fruchtbarer denn je und die Söhne begriffen, daß sich ehrliche Arbeit lohnt und zukunftsträchtiger ist, als die Hoffnung auf einen schnellen Gewinn.

Deshalb gruben sie weiter - nicht mehr, um eine Truhe zu finden, sondern um den Weinberg zu bestellen.

Herzliche Grüße,

Willy

Kommentar von Dumpii ,

Was kann man eig. als ersten Eindruck zu dem Text schreiben.. Daran harperts bei mir gerade ;c LG

Kommentar von Willy1729 ,

Hallo,

das ist bei jedem anders, welchen Ersteindruck ein Gedicht oder ein anderes Kunstwerk auf jemanden macht.

Bei Dir war es ja offenbar erst einmal Verwirrung, weil Du - genau wie anfangs die Söhne - an einen Schatz im herkömmlichen Sinne geglaubt hast und Dich fragtest, wo er sich denn nun befinde oder ob es ihn wirklich gibt.

Willy

Kommentar von Dumpii ,

Nein so dachte ich nicht, ich hatte das mit dem 'angeführt' falsch verstanden. Aber danke

Kommentar von Willy1729 ,

Dann schreibst Du halt, daß Du über eine heutzutage nicht mehr übliche Wortwahl  gestolpert bist. Ist schließlich auch ein erster Eindruck.

Kommentar von Dumpii ,

Danke !

Antwort
von mychrissie, 15

Variante zwei. Wenn sie weitersuchen würden, hätten sie die "Lehre" ihre Vaters ja nicht verstanden und dem Gedicht würde die Pointe und damit der eigentliche belehrende Sinn fehlen.


Antwort
von Othetaler, 18

Version 2.

Jemanden "anführen", "an der Nase herumführen" kann du in dem Fall landläufig mit "verarschen" übersetzten.

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