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Die Private Rentenversicherung..

gefragt von semin am 25.06.2008 um 17:42 Uhr

Hallo allerseits,

ich wollte fragen ob jemand von Erfahrung aus weiss, welche Vor- und Nachteile eine private Rentenversicherung hat, ich habe zwar im Internet geschaut aber wollte mal eure persönliche Meinung dazu wissen.

Danke im Voraus!!!!

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Finanzen x 23.751 Versicherung x 5.660 Rente x 1.547 privat x 311

justii
beantwortet von justii am 27. Juni 2008 07:18
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Die Altersvorsorge ist ein Kapitalanlageproblem und kein Versicherungsproblem. Aus diesem Grund ist beides strikt zu trennen.

Früher wurde Altersvorsorge mit Kapitalmarktprodukten betrieben, so wie das auch richtig ist. Die Versicherungswirtschaft hat dann gecheckt, daß eine rieeeeesen Menge an Geld an ihr vorbei läuft und hat die Kaptial-Lebensversicherung und die Private-Rentenversicherung erfunden um das Geld der Bürger abzugreifen.

Mit einem immensen Werbeaufwand und höchsten Provisionen (wer die wohl am Ende bezahlt?) haben sie ihr Ziel erreicht: Gutgläubige Bürger halten die Rentenversicherung für eine geeignete Altersvorsorge!

Aber der Name macht eben noch kein gutes Produkt.

Was erwarte ich von einer hochwertigen Altersvorsorge:

  • daß das Ziel Altersvorsorge erreicht werden kann

  • daß dieses Ziel mit geringem Risiko erreichbar ist

  • daß die Anlage selbst sicher ist

  • daß die Anlage zu jeder Zeit auf jede Lebenssituation anpassbar ist und damit meine heutige Altersversorgung auch in 30 Jahren noch Altersvorsorge genannt werden kann

  • daß ich im Ruhestand die Art der Nutzung meines Geldes flexibel und nach meinem Bedarf nutzen kann (als Rente, als Umbaufinanzierung für die Wohnung wenn ich mal nicht mehr so gut kann, als Auswanderungshilfe auf Mallorca, als Finanzierung meiner Sterbekosten und und und)

  • daß mein Geld auch mein Geld bleibt

  • daß sich die Kosten der Anlage im erträglichen Rahmen halten

All diese Bedingungen werden von der Privaten Rentenversicherung nicht erfüllt.

  • Die Ablaufleistungen der Privaten Rentenversicherung um die Inflation bereinigt, sind regelmäßig viel zu gering um eine wirkliche Altersvorsorge darzustellen. Die durchschnittliche Rendite des Produktes ist dafür auch gar nicht ausreichend. Es wären horrende Beiträge erforderlich, wollte man mit diesem Gefährt eine hochwertige Altersvorsorge aufbauen.

  • Spätestens die Jahre seit 2001 haben gezeigt, daß die Private Rentenversicherung nicht vor den Unwägbarkeiten des Kapitalmarktes geschützt ist und daß viele Anbieter den Zins auf "Unter-Inflations-Nieveau" abgesenkt haben. Die Prognoseberechnungen mit einem Durchschnittszins von 6% (gängige Praxis) sind damit erheblich übertrieben, denn wollte man diese erreichen müßte die Private Rentenversicherung in anderen Jahren über 10% Verzinsung schaffen. Doch dies hat sie noch nie!

  • Aufgrund der demographischen Entwicklung (Überalterung) sind bereits heute viele Private Rentenversicherungen nicht mehr in der Lage, die erzielten Überschüsse als "Verzinsung" gutzuschreiben sondern diese werden zur Deckung der immer länger werdenden Rentenzeiten verwendet (da die Rentner immer älter werden). Das Kapital wird also faktisch ohne reale Verzinsung angelegt und das Problem wird eben aufgrund der zunehmenden Überalterung immer größer.

  • Die Private Rentenversicherung ist in der Regel höchst unflexibel. Änderungen gefährden sogar bei älteren Verträgen die Steuerfreiheit und eine flexible Beitragsgestaltung oder z.B. vorübergehende Beitragsaussetzung während der Kinderjahre (Frauen) und anschließend höherer Beitagszahlung sind nur umständlich und oft mit hohen Kosten möglich.

  • Die Ablaufleistung kann entweder nur als Rente oder nur als Einmalzahlung genutzt werden. Eine Kombination oder gar Umstellung während des Rentenbezuges ist i.d. Regel nicht möglich, obwohl es sich doch mein Geld, mein Vermögen, meine Altersvorsorge ist.

  • ... oder doch nicht? Die wenigsten Leute wissen, daß das einbezahlte Geld rechtlich ins Eigentum der Versicherung übergeht und nicht Eigentum des Beitragszahlers bleibt. Im schlimmsten Fall bleibt dem Versicherungskunden nur ein wertloses Blatt Papier (Versicherungsschein). Versicherungspleiten sind nicht möglich? Die Praxis besagt das Gegenteil und auch, daß kein geeignetes Sicherungsmedium existiert, das die Kundenbelange schützt. Protektor (Finanziell schlecht ausgestattete Auffanggesellschaft für notleidende Versicherungsgesellschaften) verwaltet die Verträge nur weiter, sorgt jedoch nicht für eine weitere Verzinsung über dem "Garantieniveau". Die Altersvorsorge tausender Versicherungskunden ist damit geplatzt.

  • Die Kosten von privaten Rentenversicherungen betragen je nach Gesellschaft bis zu 28% der gesamten Einzahlung. So hohe Kosten gibt es bei keiner anderen seriösen Finanzanlage. Von 100.-Euro einbezahltem Beitrag werden also schlimmstenfalls nur 72.-Euro angelegt. Und dann wird behauptet, die Anlage könne mit 6% Rendite hohe Erträge erwirtschaften. Nicht umsonst dauert es oft 15 bis 20 Jahre, bis nach Abzug aller Kosten zumindest das Geld im Vertrag ist, das man bisher einbezahlt hat. Über all die Jahre hat man mit seinen Beiträgen nur das Loch aufgefüllt, das die Kosten gerissen haben.

Achja, kommen wir zu den Vorteilen:

  • Die Private Rentenversicherung garantiert eine geringe Verzinsung. Aber was wird verzinst? Nicht die einbezahlten Beiträge sondern das, was von den Beiträgen nach Abzug aller Kosten übrig bleibt. Die Garantieverzinsung ist auf jeden Fall geringer als die Inflationsrate (ein garantiertes Minusgeschäft also - Bravo!)

  • Die Private Rentenversicherung kann Altersversorgung mit einem Versicherungsschutz z.B. bei Berufsunfähigkeit kombinieren. Aber ist das sinnvoll? Bei schlechten Schadensverläufen subventioniert die Versicherungsbranche ihre BU-Zusatzversicherungen durch eine Minderung der Anlageüberschüsse. Der Anleger merkt dies während der Laufzeit jedoch nicht sondern erst wenn es zu spät ist: Wenn er beim Renteneintritt viel zu wenig Geld aus dem Vertrag ausbezahlt bekommt.

  • Die Höhe der BU-Leistung ist außerdem unmittelbar an die Höhe der Hauptversicherung gekoppelt. Kann man also während der Laufzeit, aus welchem Grund auch immer, einmal die Beiträge für die Hauptversicherung vorübergehend nicht mehr bezahlen, erlischt als erstes die wichtige BU-Zusatzversicherung und kann ohne Gesundheitsprüfung nicht mehr aktiviert werden. Der Gelackmeierte ist also immer der Versicherte...

Welche Vorteile gibt es noch?

Schöne Grüße

justii

Kommentar von semin am 5. Juli 2008 18:10

Also so richtig kennst du ja keine Vorteile für dich hat das wohl nur Nachteile schlechte Erfahrung gesammelt was?

Kommentar von semin am 5. Juli 2008 18:10

Also so richtig kennst du ja keine Vorteile für dich hat das wohl nur Nachteile schlechte Erfahrung gesammelt was?


anonym
beantwortet von dolabella am 25. Juni 2008 17:53
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Der größte Nachteil ist eigentlich die schlechte Rendite. Bis 2000 erwirtschafteten Versicherungen in Deutschland noch ordentliche Gewinne und dementsprechend war es kein Fehler, eine (Kapital) Lebens- oder Rentenversicherung abzuschließen. Mittlerweile übertreffen sie mit den prognostizierten Renditen kaum noch die Ing-DiBa. Ich betrachte sie nur als Diversifikation zur Risikostreuung. --- Besser als die staatliche sind sie allemal, wenn Du kannst vermeide diese und investiere in die private Rente.

Kommentar von AALFI am 25. Juni 2008 17:58

Also nur mal zur Information ich habe eine Rentenversicherung der Standard Life die hat in der jetzt schon 20 jährigen Laufzeit noch nie unter der DiBa rentiert. Ich behaupte mal die DIBA hatte noch kein Jahr mit 20% oder? Der Durchschnitt liegt bei 9% .

Kommentar von dolabella am 25. Juni 2008 18:02

Hast recht, englische Unternehmen sollte man mal von der Betrachtung ausnehmen. Ich bezog mich auf deutsche Versicherer.

Kommentar von semin am 25. Juni 2008 18:10

Was heißt den Rendite Einkommen??

Kommentar von dolabella am 25. Juni 2008 18:25

Die Rendite beeinfluss die Rente, die die Versicherung Dir bei Fälligkeit zahlt. Je höher die Rendite, desto höher - bei gleicher Einzahlung - der Auszahlungsbetrag bzw. die Rente.

Kommentar von 34afbe25c789e3aa453062f0e58e22besmalljustii am 27. Juni 2008 07:28

Rendite ist die verbleibende Verzinsung nach Abzug aller Kosten.

Realrendite ist das, was dann nach Abzug der Inflation von der Rendite noch übrig bleibt.

Und das ist bei der privaten Rentenversicherung durchaus auch mal im negativen Bereich. Wir sprechen dann von einem Minusgeschäft/Draufzahlgeschäft.

Gruß justii


wj2000
beantwortet von wj2000 am 25. Juni 2008 17:45
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Ich besitze seit 1990 schon eine zusätzliche private Rentenversicherung, die in 10 Jahren zum Tragen kommt. Das ist eine gute Sache da ja die Rente auch nicht so viel ist und die Altersarmut immer schlimmer wird. Am schlimmsten wird es die heutige Jugend treffen, wenn sie nicht vorsorgt.


Qetan
beantwortet von Qetan am 25. Juni 2008 17:44
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Erst einmal bietet die private Rentenversicherung nur Vorteile.

Kommentar von semin am 25. Juni 2008 17:45

Das glaub ich nicht ... fast alles, hat ein Nachteil

Kommentar von AALFI am 25. Juni 2008 17:48

Nur der Arbeitnehmer zahlt siehst Du als großen oder kleinen Vorteil?

Kommentar von semin am 25. Juni 2008 17:57

Also das nur wir zahlen?

Kommentar von B0062c7fab7bf0da32f420f3b225d453smallNiklaus am 27. Juni 2008 09:35

Bei allem Respekt, aber das ist absolut nicht richtig.


Niklaus
beantwortet von Niklaus am 27. Juni 2008 09:32
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Ein hoch interessante Diskussion hier.

  1. Eine private Rentenversicherung ist abgeltungssteuerfrei. Bei ratierlicher Auszahlung wird nur der Ertragsanteil versteuert. Ab 65 Lj. beträgt dieser nur 18 %. D.h. nur 18 % der monatlichen Rente unterliegen der persönlichen Einkommensteuer. Das ist meines Erachtens der einzige Vorteil den eine private Renteversicherung hat.

  2. Eine private Rentenversicherung, kann nur eine Teil der gesamten Altersversorgung sein. Die Rendite beträgt magere 3-4 % des Einzahlungsbetrages. Die Rendite könnte erhöht werden durch steuerliche Förderung wie bei der Riester- bzw. Rürup-Rente. Auch die betriebliche Altersvorsorge ist hier zu nennen.

  3. Britische Versicherung sind wegen der besseren Rendite und der höheren Garantie zu bevorzugen.

Kommentar von semin am 5. Juli 2008 18:10

Hast du noch andere Vorteile?

Kommentar von B0062c7fab7bf0da32f420f3b225d453smallNiklaus am 5. Juli 2008 18:51

Kontaktiere mich.

Kommentar von semin am 5. Juli 2008 18:10

Hast du noch andere Vorteile?

Kommentar von semin am 5. Juli 2008 19:00

Wie bitte

Kommentar von 34afbe25c789e3aa453062f0e58e22besmalljustii am 5. Juli 2008 19:54

Der Vorteil der Ertragsanteilbesteuerung gilt ja zum Auszahlungszeipunkt heute abgeschlossener Rentenversicherungen gar nicht mehr.

Es ist also ein Vorteil, der nur jetzt zur Auszahlung kommenden Verträgen zugute kommt und in den nächsten Jahren/Jahrzehnten zwangsgeschrumpft wird.

Wer also heute eine RV abschließt, wird mit größter Wahrscheinlichkeit nicht mehr in den Genuß dieses Vorteiles kommen.

Dies sollte man fairerweise an dieser Stelle vielleicht sagen.

Gruß justii

Kommentar von B0062c7fab7bf0da32f420f3b225d453smallNiklaus am 5. Juli 2008 20:41

Hallo Justil, warum soll das so sein. Hast du eine Quelle, wo ich das nachlesen kann. Gruß Edgar


WolfRichter
beantwortet von WolfRichter am 25. Juni 2008 17:47
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Da staatliche Renten und Pensionen ständig gekürzt werden, kann man das eigentlich nur mit privaten Rentenversicherungen ausgleichen. Einen generellen Nachteil wüßte ich nicht; natürlich gibt es zwischen den Trägern Unterschiede.

Kommentar von semin am 25. Juni 2008 17:48

Ne, ich meine nur bei der privaten Rentenversicherung!

Kommentar von 3fbf5ae46c56cf6a0189124c48debdfcsmallWolfRichter am 25. Juni 2008 17:50

Schon klar. Aber es gibt verschiedene Träger bzw. Unternehmen.

Kommentar von semin am 25. Juni 2008 17:52

Allgemein meinte ich

Kommentar von 3fbf5ae46c56cf6a0189124c48debdfcsmallWolfRichter am 25. Juni 2008 18:05

Allgemein hat eine private Rentenversicherung nur Vorteile; man muß es sich halt leisten können.

Kommentar von semin am 25. Juni 2008 18:07

Und bringt es Nachteile mit sich`?

Kommentar von 3fbf5ae46c56cf6a0189124c48debdfcsmallWolfRichter am 25. Juni 2008 19:27

Ich sagte doch: Ich kenne keinen.


anonym
beantwortet von AALFI am 25. Juni 2008 17:45
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Die hat den unentlichen Nachteil das Du als Arbeitnehmer alleine einzahlst. Außerdem wird diese Leistung auch vertraglich garantiert. Oft bekommst Du für weniger Einzahlung auch höhere Rente. Ein weiterer Nachteil ist das die Rentenzahlung sowie die Beitragszeit versteuert werden. Ansonsten kenne ich nur Vorteile .

Kommentar von semin am 25. Juni 2008 17:47

Was kennst du da für Vorteile, wenn ich fragen darf?

Kommentar von AALFI am 25. Juni 2008 17:50

Geringere Verwaltungskosten höhere Rendite bsw. was genau suchst Du für einen Vorteil?

Kommentar von semin am 25. Juni 2008 17:51

Nichts bestimmtes einfach allgemeine Vorteile bei der Privaten Rentenversicherung.

Kommentar von AALFI am 25. Juni 2008 17:54

Sie sind privat und der Staat kann keinen Einfluß darauf. Das dürfte der wirklich größte Vorteil sein. Es kann nicht einfach beschloßen werden Deinen Anspruch auf das 90 Lebensjahr zu erhöhen bsw. Oder sagen wir bei dem neuem Renteneintrittsalter von 90 Jahren wird Dein Anspruch nicht um 50% gekürzt.

Kommentar von semin am 25. Juni 2008 17:57

Aha, das ist also so du kannst die rente wann du willst ausbezhalt bekommen? hab ich da so richtig verstanden, oder ist es so das man es schon bei einem bestimmten alter ausbezahlt bekommt aber halt nicht mit einer Veränderung wie Sie schon nannten das sie z.B. gekürzt wird.?

Kommentar von 34afbe25c789e3aa453062f0e58e22besmalljustii am 27. Juni 2008 07:25

Geringe Verwaltungskosten?

Wer hat Dir denn das erzählt?

Kommentar von AALFI am 3. Juli 2008 08:54

Du kennst den Unterschied zwischen gering und geringere? Ich erkläre Dir den Unterschied: Bei der gesetzlichen Rentenversicherung bekomme ich für 800 Euro Einzahlung einen Rentenanspruch von 1500 Euro. Bei meiner Privatversicherung für 400 Euro einen Anspruch von 1500 Euro. Da davon ausgegangen werden kann das die Verzinsung (Beides konservative Geldanlagen keine Fonds) gleich ist scheint bei der Privaten weniger Verwaltungsaufwand anzufallen.


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