Frage von SmartOrange, 103

Die Orthopädie zu "schwierig" für eine Frau?

Hallo, eins war seit mehreren Jahren klar: ich möchte später im medizinischen Bereich tätig sein. Sei es nun Medizin oder Zahnmedizin.

Zahnmedizin hat mich schon immer interessiert, aber würde ich Medizin studieren würde ich in die Orthopädie gehen wollen. Nun sehe ich eigentlich überall, dass dieses Fachgebiet größtenteils von Männern dominiert wird. Gehe ich da nicht unter?

Meine Familie meint auch, dass ich als Frau zu schwach dafür wäre: ich würde der physischen und psychischen Belastung nicht standhalten können.
Nunja: stimmt es? Ist Zahnmedizin so viel leichter?

Wie oben erwähnt, beides interessiert mich.

Antwort
von Jerne79, 29

Ich bin ja versucht zu antworten: Wenn du dich so leicht aus der Bahn werfen läßt bei deinen Zielen, wäre es vielleicht wirklich sinnvoll, dir ein Fach zu suchen, in dem es weniger hart hergeht.

Ernsthaft, wenn sich jede Frau vom Eintritt in Männerdomänen abhalten ließe, stünden wir immernoch alle ohne Wahlrecht da und wären Lehrerinnen, Kindergärtnerinnen, Krankenschwestern und Floristinnen.

Der physischen Belastung kannst du gegensteuern, in dem du dich fit hältst. Inwieweit deine Psychoe Studium und Beruf standhalten kann, kannst nur du selbst einschätzen.

Ein hartes Pflaster sind alle angefragten Bereiche. Viele Studenten, viele Konkurrenten, viele ehrgeizige bis verbissene Zeitgenossen.

Als überlegenswerten Gedanken würde ich noch einwerfen: Kieferorthopädie.

Expertenantwort
von aida99, Community-Experte für Gesundheit, 58

Oft haben Student/innen bei Studienbeginn eine bestimmte Vorstellung ihrer späteren Spezialisierung - und ein paar Semester später sieht alles ganz anders aus. Vielleicht stellst Du Dir jetzt vor, Orthopädin werden zu wollen, am Ende wirst Du... Chirurgin? Augenärztin? Epidemiologin?

Generell gibt es viele Gebiete der Medizin, die früher fast rein männlich dominiert waren, in die aber heute immer mehr Frauen gehen. Wenn Du um Dich herum viele niedergelassene (männliche) Orthopäden siehst, dann liegt das daran, dass vor 20-30 Jahren hauptsächlich Männer diese Spezialisierung gewählt haben - mit der Gegenwart hat das nicht mehr so viel zu tun.

Also mach, was Dich interessiert! Ich habe eine ganz tolle Zahnärztin, die ihr Fach nach vielen Jahren immer noch liebt, die häufig Fortbildungen besucht und alle Patienten sehr kompetent behandelt - ich denke, wenn man diese Liebe zum Beruf nicht hat, kann Zahnmedizin auf Dauer auch anstrengend sein.

Antwort
von IchmagdenBaum, 8

Ich bin da ähnlich wie du. Zahnmedizin, oder Medizin mit Fachrichtung Chirurgie, oder Dermatologie. Ich bin aber ein Mann. Ich würde nicht sagen, dass du deshalb nicht versuchen solltest Orthopädin zu werden. Inwiefern deine Psyche das aushält, kann man pauschal nicht sagen, dass kommt immer drauf an. Ähnlich sieht es auch in der Chirurgie aus. Dominiert von Männern, ebenfalls aus harten Psychischen und Physischen Arbeitens. Dennoch nicht zu vergessen, ZM (Zahnmedizin) dauert nicht so lange und danach erfolgt keine Fachspezialisierung als Assistenzarzt.  

Antwort
von Barbdoc, 29

Operationen können in der Orthopädie schon sehr anstrengend werden, so ist z.B. bei der Implantation von Hüftendoprothesen ziemlich viel Körperkraft erforderlich. Das kann für eine Frau schon grenzwertig werden. Die psychische Belastung ist bei der Orthopädie in Deutschland eher gering.

Kommentar von Barbdoc ,

Wenn du allerdings glaubst, daß Frauen psychisch weniger belastbar sind als Männer, dann such dir einen weniger anspruchvollen Job.

Kommentar von Barbdoc ,

Die chirurgisch Facharztausbildung ist wesentlich härter. Die Unfälle werden in Deutschland von Chirurgen versorgt und zwar rund um die Uhr. Die Orthopäden machen  eher Operationen, die vorher geplant werden können.

Expertenantwort
von Kristall08, Community-Experte für Studium, 24

Mach doch erst mal dein Abitur und fange an zu studieren.

Du machst dir immer noch viel zu viele Gedanken um nie gelegte Eier. ;)

Kommentar von SmartOrange ,

Besser früher als später :p

Kommentar von Kristall08 ,

Du liest hier doch auch mit. Immer wieder wird gesagt, dass man sich für die spätere Fachrichtung erst während des Studiums entscheidet. Also gibt es ein "zu früh".

Worauf ich hinaus will, konzentrier dich auf dein Abi. Das muss gut werden, damit du schnell zugelassen wirst. :D

Kommentar von SmartOrange ,

Das stimmt auch :)

Antwort
von hayesgalore, 32

Zahnmedizin ist auf jeden Fall super mit Familie verbindbar

Kommentar von Kristall08 ,

Und Orthopädie nicht?

Kommentar von Barbdoc ,

Die orthopädische Facharztausbildung läßt sich mit einer Familie schlecht vereinbaren. Operieren unter Röntgenkontrolle und Schwangerschaft lassen sich nicht unter einen Hut bringen. Nach der Facharztausbildung kannst du es dir einfacher machen, wenn du in einer Praxis arbeitest bzw. selbst eine Praxis aufmachst.

Antwort
von Nirakeni, 39

Orthopädie verlangt dir als Ärztin genauso viel ab wie Chirurgie und genauso viel wie Männern auch. Das Geschlecht hat damit gar nichts zu tun. Bei einer Op (egal welche) musst du je nach dem 1-9 Stunden stehen und konzentriert arbeiten. Von den Bereitschaftsdiensten ganz zu schweigen. Als Alternative könntest du dich für den Beruf der MTA entscheiden (Labor oder Radiologie).

Kommentar von Barbdoc ,

Die Alternative heißt Labormedizin oder Facharzt für Radiologie.

Kommentar von Nirakeni ,

Wieso? Eine weniger anspruchsvolle Ausbildung ist auch eine Alternative. Die Userin scheint mir für ein Medizinstudium überfordert zu sein und keine Vorstellungen von dem Arztberuf zu haben.

Kommentar von Barbdoc ,

Da interpretierst du wohl ein bißchen zuviel in die Frage hinein. Warum unterstellst du, die Fragerin, sie sei zu schwach für den Beruf ? Ich rate ihr, das Optimum anzustreben.

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