Frage von Wolf7799, 144

Die Nationalsozialisten waren nicht wirklich Sozialisten oder?

Die sogenannten Nationalsozialisten waren eigentlich keine Sozialisten oder? Eher im Gegenteil oder? Sie waren eher pro kapitalistisch oder? Ich meine viele reiche profitierten von den Nazis oder? Die Nazis töteten ja auch viele Sozialisten und andere Leute die unzufrieden waren, oder gegen die Nazis waren, oder richteten den Unmut von der Bevölkerung auf die "Juden". Nicht aber auf die wahren Verantwortlichen. Viele mächtige Kapitalisten unterstützen auch Hitler und die NSDAP. Also so sozialistisch können sie nicht gewesen sein oder? Im Gegenteil die vertraten die Interessen der Mächtigsten, und die die dagegen waren wurden ja einfach umgebracht. Die NSDAP war also überhaupt nicht sozialistisch oder? Denn nur bestimmte Eliten profitierten ja davon.

Antwort
von dataways, 25

Die Nationalsozialisten hatten nicht wenige sozialistische Elemente in ihrer Idiologie. Sie haben schließlich den 1. Mai als Feiertag eingeführt und die Krankenversicherung für Rentner, was die beiden deutschen Staaten DDR und Bundesrepublik beibehielten. Auch klang Stalins Proklamation vom Sozialismus in einem Lande so verdammt nach Nationalsozialismus.

Aber es gibt signifikante Unterschiede. Unter Lenin und Stalin sollten alle Völker vom Sozialismus profitieren, ob sie nun slawisch, germanisch oder sonstwas waren. Die Nationalsozialisten wollten diese Privilegien nur den sogenannten Deutschen oder artverwandten Blutes gewähren und alle anderen zum Wohle der "Arier" versklaven.

Im Sozialismus kämpfen die Klassen gegeneinander, im Nationalsozialismus die "Rassen".

Im Angesicht der Geschichte haben beide Idiologien verloren und in der zivilisierten Welt hat sich eine dritte Idiologie durchgesetzt. Und die nennt sich Demokratie, denn da geht es weder um Klassen noch um Rassen.

Antwort
von frederick, 18

Auch „Sozialismus“ und „Kommunismus“ waren doch in der politischen Realität aller fraglichen Staaten bzw. Epochen nichts als Etikettenschwindel!

Was man also z. B. für den Sozialismus des „anderen“ Dtschld (das ja wegassimiliert wurde) nur als Gleichmacherei bezeichnen kann – keineswegs aber als jenen Sozialismus, den ein paar schlaue Leute mit Gerechtigkeitssinn ersonnen hatten – das wurde auch im Dritten Reich gepflegt gebügelt, bis alle ordentlich strammstanden.

Auch z. B. die gegenseitige Anschwärzung (sowohl, um gleich zu machen, als auch, um bloße Regeltreue zu erzwingen) war praktisch identisch! Wen interessiert denn da, ob sie sich „Rote“ oder „Braue“ nannten?

Und in der Tat hatte die zunehmende Regulation und Egalisierung von Alltag und unterschiedlichen Klassen sozialistische Ansätze. Aber gewiss: Per philosophischer Definition waren sie KEINE Sozialisten.

Also konkret zu Deiner Frage: Herr Hit-ler hatte durchaus geplant, verschiedene rentable und relevante Konzerne zu verstaatlichen. ABER: Erst, NACHDEM er seine Kriege gewonnen haben würde. Denn für seine Kriege brauchte er das Kapital!!!
Glaubt irgendeiner, jener Führer hätte sich gescheut, die Krupps oder andere zu entsorgen, wenn er sie nicht mehr brauchte? Glaubt irgendeiner, der hätte sich gescheut, jene Posten dann mit SS-Größen zu besetzen, die die Organisation der Konzerne übernommen hätten? Darüber nämlich hätte er die Konzerne wirklich kontrollieren können!!!

Und so möchte ich noch einmal zu den Definitionen kommen: Gern bezeichnet man den Nationalsozialismus auch als Faschismus. Es war aber keiner! Also: nicht wirklich. Sollte es einer gewesen sein, bloß weil er faschistoide Züge hatte oder weil sich der selbst so gepriesene Führer gern mit Herrn Mussolini zeigte? Den die Rotznase aus Österreich (die sich selbst zum Deutschen definiert und dann seine Heimat „heim“ ins Reich geholt hat) nichts als an der Nase herumgeführt hat? Solange, bis Mussolini ihn in einen verhängnisvollen Wüstenkrieg hineinzog – was aus vor allem zwei Gründen gelang:

Zum einen hatte der Führer sich einen Vorteil von den Achsenmächten, also von dem Bündnis Dtschld-Italien-Japan erhofft. Also stand der Führer zur Bündnistreue. Zum anderen nährte der Krieg in Afrika Begehren und Aussicht, über Nordafrika nach Palästina in einer Zangenbewegung vorrücken zu können, um dem Judentum den Garaus zu machen.


Der Nationalsozialismus war ein Totalitarismus, wie dieses auch der sowjetische Sozialismus einer war. Letzterer z. B. mustergültig: unter Stalin!

Einige geläufige Definitionen, mit denen der Nationalsozialismus in Alltag, Medien und Geschichtsschreibung gern deformiert wird, passen nicht so ganz zu dem, was das Dritte Reich wirklich war!

Huflattich hat natürlich nicht recht, wenn er behauptet, der Nationalsozialismus sei per Definition sehr wohl ein Sozialismus gewesen. Aber das trifft nur deshalb NICHT zu, weil auch die real existierenden Sozialismen der Definition nicht standgehalten haben. Tatsächlich aber hat Huflattich sehr wohl recht! Schaut Euch nur einmal genau an, was und welche Staaten und welche Systeme (gesellschaftlich und in der politischen und geschichtlichen Reflexion) als sozialistisch angesehen und anerkannt sind.

Ich fasse es nur knapp zusammen: Der Nationalsozialismus wird als System und Gesellschaftsordnung weitreichend verkannt und darin mithin banalisiert und verharmlost! Nun gut: "verharmlost" scheint hier so ganz fehlplaziert, denn der Nationalsozialismus wird so gern plakativ verteufelt – und darin seiner tatsächlichen Realität auf fatale Weise entzogen.

Antwort
von Saturnknight, 24

unser Lehrer hat uns mal erklärt, der Name der NSDAP sei so gewählt, daß er alle (also vor allem Rechte und Linke) anspreche, da er Teile von beiden enthalte.

Also:

National - das sollte die Rechten und die in der Mitte ansprechen

sozial - das war vor allem für die Linken und die in der Mitte

deutsch - das war wieder eher für die Rechten und die in der Mitte

Arbeiter - das war wieder eher für die Linken und die Mitte.

Also ich denke, das mit dem sozialistisch war eher eine Art "Etikettenschwindel" um die Wähler zu täuschen und gemäßigter zu erscheinen. Nach der Machtergreifung war es dann egal, was die Wähler dachten.

Kommentar von Nobody04 ,

Sehr gute und plausible Erklärung.

Antwort
von Huflattich, 51

Als die Nationalsozialisten die Macht in Deutschland übernahmen, gab es in Deutschland viel Elend Arbeitslosigkeit und Unzufriedenheit. Politische Straßenschlachten waren an der Tagesordnung. 

Auch wenn im Anfang keine Mehrheit hinter den Zielen des Nationalsozialismus stand, entwickelte sich doch nach und nach Zustimmung, da gefühlt wirklich fürs Volk Verbesserungen eintraten so gab es weniger Arbeitslosigkeit,  organisierte Reisen für Parteimitglieder KDF https://de.wikipedia.org/wiki/Kraft_durch_Freude 

Es handelte sich dann immer mehr und mehr wirklich um eine Volksbewegung. Selbst ein bezahlbares Auto der VW Käfer wurde fürs Volk entwickelt .O.k. durch den Krieg vorerst verhindert. Natürlich war das somit schon eine Art nationaler "Sozialismus"..

Das das Kapital mit der Bewegung einverstanden war - o.k die haben sich immer denen angeschlossen der ihnen Profit versprach. 

Kommentar von Wolf7799 ,

Aha du findest das gut was sie gemacht haben? Alle Gegner eifnach umgebracht?

Kommentar von Huflattich ,

Mein Statement /Meine Antwort war reine Situations-Beschreibung keine Zustimmung oder positive Bewertung. Der Definition nach war der Nationalsozialismus jedoch wirklich ein Sozialismus . 

Kommentar von Wolf7799 ,

Haha nein war er nicht sonst hätten sie sind die richtigen Sozialisten massenweise ermordet.

Kommentar von Huflattich ,

Warum fragst Du, wenn Du alles weißt ?

Kommentar von PatrickLassan ,

 Der Definition nach war der Nationalsozialismus jedoch wirklich ein Sozialismus .

Dann weicht deine Definition offensichtlich von der allgemeinen Definition ab.

Antwort
von Manusoptus, 12

Ich denke es ist am einfachsten du schaust dir mal das 25 Punkte Parteiprogramm der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei an und beantwortest die Frage für dich selbst.

Ihr 25 Punkte Parteiprogramm ist in Wirklichkeit nämlich voll von typischen sozialistischen Parteiversprechen. Wie zum Beispiel die Verstaatlichung von Betrieben (Punkt 13), die Gewinnbeteiligung an Großbetrieben (Punkt 14), die Zwangsenteignung von Grundstückbesitzern (Punkt 17) und die Todesstrafe für Kapitalisten (Punkt18).

Auch ihre Verwendung von Zwangsarbeitslagern, ihre Verfolgung von
Andersdenkenden und von friedlichen religiösen Minderheiten und ihr
Einmarschieren in friedliche Länder sind alle extrem typisch für
sozialistische Regime. Auch die rassistischen und nationalistischen
Versprechungen und Parolen sind typisch für sozialistische Regime was
man zum Beispiel auch sehr deutlich am heutigen Nordkorea oder am
heutigen China sieht was zum Beispiel immer noch sehr nationalistische
und rassistische Propaganda benutzt, die Chinesen als überlegen und als
auserwählt darstellt (z.B. ihr Versprechen des "chinesischen
Jahrhunderts"), die Partei mit dem Land gleichsetzt und andere Länder
wie zum Beispiel Japan und die USA extrem verteufelt bis zu dem Punkt
dass Gewalttaten und Willkürmaßnahmen gegen Angehörige dieser
Nationalitäten nicht nur gebilligt werden, sondern aktiv dazu aufgerufen
wird.

Nur weil zwei Parteien erbitterte Feinde sind, heißt es nicht unbedingt
dass sie entgegengesetzt sind. Trotzki und Lenin waren auch
verfeindet und ihre Anhänger brachten sich gegenseitig um und dennoch
waren beides Sozialisten. Weißt du welche Leute noch erbitterter miteinander kämpfen als Erzfeinde? Konkurrenten.

Antwort
von Eselspur, 51

sie sahen sich selbst als für die Gemeinschaft da seiend - also in diesem Sinn "sozialistisch", was nichts mit den Sozialdemokraten zu tun hat. 

Es gibt durchaus die Meinung, dass die Nazis links gewesen sind: http://www.fr-online.de/meinung/kolumne-zur-steinbach-debatte-wie-links-war-die-...

Kommentar von Wolf7799 ,

Warum unterstützten sie dann Kapitalismus?

Kommentar von Eselspur ,

Ich sage ja nicht, dass das logisch ist und sie sich wirklich sinnvoll für die arbeitende Bevölkerung eingesetzt haben.  - So wie ich das verstanden habe, kritisierten sie, dass die Sozialisten/Kommunisten auf der einen Seite die Kapitalisten auf der anderen Seite bekämpften anstatt gemeinsam für das Wohl aller zu arbeiten. 

Kommentar von Wolf7799 ,

Sie töteten die Sozialisten...

Kommentar von PatrickLassan ,

Es gibt durchaus die Meinung, dass die Nazis links gewesen sind:

Eine Meinung, die nichts mit der Realität zu hat, und die i.d.R. nur von Leuten wie einem gewissen Ferdinand Karnath geteilt wird.

https://wiki.sonnenstaatland.com/wiki/Ferdinand_Karnath

Antwort
von brummitga, 86

diese Truppe war weder national noch sozialistisch. Übrigens war auch die DDR (nach der Definition) kein sozialistischer Staat.

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