Frage von MartinDerBoss, 7

die mutter meiner Freundin ist gestorben sie leidet nur noch ist es in diesem sinne richtig sich das leben zu nehmen wenn keine Therapie hilft bevor man leidet?

lässt man den menschen doch gehen ich meine das würde keinen untershied machen sterben wird jeder mal wie denkt ihr?

Antwort
von Tellensohn, 6

Lieber Martin

Ich bin seit Jahrzehnten Mitglied bei der Schweizer Sterbehilfeorganisation EXIT.

Ich hoffe, wie die meisten Menschen, dass ich meinen letzten Gang spät, bei guter Gesundheit bis kurz vor Schluss und möglichst mit vertrauten Menschen um mich herum, gehen kann.

Ich habe bisher ein Leben in Selbstbestimmung geführt, Verantwortung übernommen, Hoch und Tiefen erlebt.

So will ich sicher sein, dass nicht Ärzte noch sinnlose Experimente mit mir machen, mich mit Schmerzmittel vollstopfen die mir auch mein Denken, und damit mein "Sein", eliminieren.

Wenn es mein Schicksal so will, behalte ich mir vor, selber zu entscheiden.

Jede Einmischung in die Persönlichkeitsrechte eines Menschen über sein GESAMTES Leben, ist für mich eine Zumutung.  

Es grüsst Dich

Tellensohn

Antwort
von Negreira, 7

Ixh habe eine Patientenverfügung verfaßt, damit ich nicht an irgendwelchen Apparaten hängen muß. Sterben wird jeder, es ist nur die Frage WIE.

Mene beste Freundin in Holland erkrankte an Bauchspeicheldrüsenkrebs und bat mich, bei ihr bis zum Schluß zu bleiben. Sie lebte allein in einem kleinen Haus. Selbstverständlich habe ich ihr diesen Wunsch erfüllt. In Holland gibt es ja die Sterbehilfe. Samstags, es war Ostern, kam der Hausarzt nochmals, um zu fragen, ob sie "soweit" wäre, er müsse zum Kongreß, käme erst 2 Tage später zurück, und die Schwestern durften nur Morphium geben. Sie lehnte ab. Die beiden Tage waren schlimm, und die eine Krankenschwester sagte dann, dass es häufig so bei Sterbenden sei. Sie stünden vor einem hohen Berg, den sie erst hochsteigen müssen und würden sich erst loslassen, wenn sie ihn überwunden hätten, Meine Ferundin bekam noch mehr Mophium und ist dann Ostermontag abends eingeschlafen. In ihrem Haus sind alle Uhren um die gleiche Zeit stehengeblieben.

Meiner zweite Freundin wurden 2 Lungenkarzinome diagnostiziert. Auch sie wollte nicht an Apparate angehängt werden. Ich bekam die Vollmacht, mit dem ausdrücklichen Wunsch, davon auch Gebrauch zu machen, wenn es nicht mehr ginge. Es hat nur einige Wochen gedauert, bis sie nur noch im Koma lag und künstlich beatmet wurde. Sie hatte sich wundgelegen, sollte zum 2. Mal einer Darm-OP unterzogen werden, die erste hatte man gemacht, als ich an einem Tag nicht dort war., und sie wurde nur noch künstlich beatmet, Daraufhin habe ich das getan, was sie von mir erwartet hätte, nämlich den Arzt dazu gebracht, den Stecker zu ziehen. Der wollte das auch nicht, und für mich war es die schwerste Entscheidung meines Lebens. Sie hätte es von mir erwartet und so gewollt und ebenfalls für mich getan. Ich denke jeden Tag daran und hbae mir viele Vorwürfe gemacht, bin beschimpft und angespuckt worden und trotzdem weiß ich, daß es richtig war.

Antwort
von MissNatural, 2

Nein, man sollte deine Freundin NICHT töten (wenn es das ist, was du andeutest.)

Auch zum Selbstmord ermutigen solltest du sie nicht. 

Man sollte ihr auf die Beine helfen. Wenn sie ihren Kummer nicht überwinden kann, muss sie lernen mit dem Kummer zu leben. 

Ihr Leben wird durch einen Schicksalsschlag nicht wertlos oder sinnlos. 

Ich will dich nicht beleidigen aber ich glaube kaum, dass du der Richtige bist um ihr zu helfen. Deshalb lass sie in Ruhe und verlasse sie. Du schadest ihr nur.

Und außerdem stehst du ja eh auf deine Schwester...

Antwort
von Deichgoettin, 6

Auch wenn ein Patient sich explizit geäußert hat, daß er sterben möchte - aktive Sterbehilfe ist in Deutschland strafbar.
Ich persönlich bin der Meinung, daß jeder schwerstkranker Mensch das Recht haben sollte, über seinen eigenen Todeszeitpunkt und die Todesart selbst zu entscheiden.

Antwort
von Infomercial, 6

Stell dir mal folgende Frage: Worin besteht der Unterschied, darüber zu entscheiden, ob ein Mensch stirbt (z.B. Mord, Todesurteile, Nicht-Retten von Soldaten im Einsatz) und ob ein Mensch weiterlebt/ weiterleben muß (Wachkomapatienten, aussichtslose Krankheitsverläufe).

Über das Leben und Sterben eines Menschen zu entscheiden, ist in jedem Falle anmaßend, arrogant und selbstherrlich.

Antwort
von kunibertwahllos, 4

Ja schon , ist tief traurige Thematik aber es ist eine Flucht indem schon in das nächste leben geht , unverantwortlich gegenüber denen die noch da sind ..

Antwort
von DeniseJaqui, 4

genau aus dem grund, den du genannt hast (sterben tut doch sowieso jeder), wollen sich andere ja auch umbringen. aber ich würde wenigstens versuchen zu helfen. egal, ob derjenige sich helfen lassen will, oder nich. die person braucht es. wenns nich anders geht...

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