Frage von HalloRossi, 97

Die Mieter habe gekündigt, jedoch vermasseln jeden Besichtigungstermin?

Die Mieter meines Hauses haben zum 1.7 gekündigt und haben bisher noch nicht einmal einen Besichtigungstermin ermöglicht. Entweder hat sie Migräne, MagenDarm, ups den Termin vergessen oder in Stau gestanden. Kann ich bald mal Schadensersatz verlangen? Ich hab ja alle 14 Tage eigentlich das Recht drauf, mit Interessenten rein zu gehen, aber es klappt nicht

Antwort
von bwhoch2, 23

Der Mieter will Dich nicht rein lassen. Seine Strategie von Anfang an. Schreibe sie jetzt per Einwurfeinschreiben an und verweise auf Dein Recht und mache sie schadensersatzpflichtig, wenn die Wohnung nicht pünktlich zum 1. Juli vermietet werden kann. Dafür ist einerseits die Kündigungsfrist da und andererseits das Besichtigungsrecht, damit kein unnötiger Ausfall entsteht.

Legt sich der Mieter wieder quer (jede Woche 2 Termine sollten jetzt schon drin sein) und Du hast im Juli noch keine Nachmieter, dann hast Du schon mal einen Posten für den Abzug von der Kaution. Alles, jeden einzelnen Versuch, einen Termin zu bekommen und den jeweiligen Grund, warum er nicht zustande kam, sauber dokumentieren. Dann hast Du hinterher auch gute Karten, wenn der Miete seine Kaution einklagen will.

Lass Dich nicht länger an der Nase rum führen!

Expertenantwort
von imager761, Community-Experte für Recht, 18

Bei dir liegt ein Eilfall vor, die Wohnung innerhalb von 14 Tagen nachvermieten zu können.

Hier kann eine einstweilige Verfügung beim Amtsgericht der belegenen
Sache beantragt werden.

Da formuliert man:

"Antrag auf einstweilige Verfügung

Dem Vermieter wird gestattet, die Wohnung des Mieters in X-Stadt, Y-Straße
Nr. Z zusammen mit Kaufinteressenten auch durch Sammeltermine zu betreten und zu besichtigen, und zwar werktags einschließlich des Samstags am 18., 25.  und 29.06.2016 jeweils zwischen 10 und 13 Uhr sowie zwischen 15 und 18 Uhr für jeweils längstens eine Stunde.

Dem Mieter wird auferlegt, im Verhinderungsfalle ein geeignete Vertretung mit Durchführung der Besichtigungen zu beauftragen."

Das gibt man dem Urkundsbeamten der Geschäftsstelle des Amtsgerichts X-Stadt zur Erledigung ab.

Bei dieser Verfahrensart ist die Aufnahme einer Ankündigungsfrist nicht erforderlich, da sich der Mieter regelmäßig in Verzug befindet und die sofortige Erfüllung geboten ist.

Weigert der Mieter sich trotz erlassener Verfügung, den Vermieter in die
Räume zu lassen, kann der Gerichtsvollzieher mit dem Öffnen der Räume
beauftragt werden (§ 892 ZPO), der widerum die Polizei zur Durchsetzung herbeirufen darf.

Zulässig ist auch, Ordnungsgeld oder Ordnungshaft zu beantragen (§ 890 ZPO).

Viel Erfolg :-)

G imager761

Antwort
von Alpako995, 61

Lässt der Mieter den Vermieter nicht in die Wohnung kann er sich Schadensersatzpflichtig machen!

Kommentar von HalloRossi ,

Echt? Aber er hat ja Gründe?

Kommentar von bwhoch2 ,

Gründe? Ausreden! Nichts davon würde ich glauben

Würde ihm/ihr Migräne was ausmachen oder Magen/Darm? Würde er/sie Termine vergessen oder im Stau stehen, wenn es um sein Geld ginge?

Kommentar von Alpako995 ,

Ja Krankheit ok aber wenn er ständig Termine verpasst oder im Stau feststeckt ist das sein Problem! An deiner Stelle würde ich dem Vermieter mal Beine machen und ihm klar machen das beim nächsten mal ne Schadenersatzklage kommt!

Antwort
von toomuchtrouble, 41

http://www.mietrechtslexikon.de/a1lexikon2/b1/besichtigung.htm

Alles Wissenswerte hier....

Vermutlich werdet Ihr Euch eine Duldung vor dem Amtsgericht erstreiten müssen. Hierbei gilt wie in allen Lebensbereichen: Schriftlich oder nachweislich unter Zeugen.

Kommentar von HalloRossi ,

Das lohnt ja gar nicht mehr für die kurze Zeit.

Kommentar von toomuchtrouble ,

Leider gibt es keine Regelung für Vermieter, die erst 3 Wochen vor dem Auszug aus dem Quark kommen.

Nach der 2. Terminabsage wäre ich beim Anwalt oder bei Haus & Grund gewesen. Die hätten mir alle weiteren Schriftsätze "wasserdicht" gemacht.

Kommentar von toomuchtrouble ,

P.S. Unbedingt neutrale Zeugen bei der Wohnungsübergabe mitbringen und die übliche Checkliste abarbeiten.

http://www.umzug-und-umziehen.de/checkliste-wohnungsubergabe/

Antwort
von anitari, 25

Was hast Du bisher nachweisbar unternommen?

Ich vermute mal nichts.

Dann mach Dir die letzten paar Tage auch keinen Stress mehr.

Wer weiß wie es in der Wohnung aussieht.

Da ist es vielleicht besser nicht mit Interessenten rein zu gehen.

Kommentar von bwhoch2 ,

Nein, es sind jetzt noch drei Wochen. Da muss man aktiv werden, wenn man Schadensersatz haben will.

Dem Mieter einen Brief per Einwurfeinschreiben, darauf hinweisen, dass man den Mieter schadensersatzpflichtig macht, wenn die Wohnung nicht zum 1. Juli vermietet werden kann, weil wieder entweder keine Termine zustande kommen oder vom Mieter verhindert werden. Nur dann hat man auch eine reale Chance, Schadensersatz erstreiten zu können.

Kommentar von FancyDiamond ,

Du korrigierst die Antworten anderer quasi als sinnfrei, und hast selbst überhaupt nichts (!) konstuktives anzubieten.

Gut gemacht!

Antwort
von FancyDiamond, 56

Du bist aber wirklich sehr umsichtig mit deinen Mietern! Das lob' ich mir!

Unser Ex- Vermieter stand nämlich permanent, meist unangemeldet mit etlichen Leuten, bezüglich einer Besichtigung vor der Tür. Ständig wurde durch unser Leben getrampelt.

Wie auch immer, als Vermieter kannst du doch auf dein Besichtigungsrecht pochen.


Kommentar von HalloRossi ,

Ich komm nicht rein! Sie sind dann nicht da oder machen nicht auf

Kommentar von FancyDiamond ,

Stell' ihnen doch einfach das Wasser/Heizung ab!

Dann werden sie sich schon bei dir melden, und so kannst dir Zutritt zur Wohnung verschaffen!

Sicherlich wird das nicht rechtens sein, aber die Zweck heiligt die Mittel!

Kommentar von anitari ,

Heizung abstellen ist ja jetzt witzlos.

Wasser und evtl. Warmwasser abstellen wäre verbotene Eigenmacht.


und so kannst dir Zutritt zur Wohnung verschaffen!

Verbotene Eigenmacht + Hausfriedensbruch.

Tolle Ratschläge.

Kommentar von kevin1905 ,

Stell' ihnen doch einfach das Wasser/Heizung ab!

Das ist eine strafbare Nötigung (§ 240 StGB), die dem Vermieter bösen Ärger mit dem Staatsanwalt einbringen kann.

Ferner ist es eine Anwendung verbotener Eigenmacht (§ 858 BGB) und der Mieter könnte per einstweiliger Verfügung die Reaktivierung erwirken.

Der Vermieter bekäme nur die Kostennote vom Gericht und müsste dem Mieter auch noch den Anwalt zahlen.

Zumal bei den Temperaturen ist die Heizug ein bisschen sinnbefreit.

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