Frage von Polepolepolska, 175

DIE LINKE. Wieso ist diese Partei mit so vielen Vorurteilen behaftet?

Hallo Leute,
ich selbst finde, dass ich gut von DIE LINKE gut vertreten werde. Ich finde besonders ihre Ansätze in der Sozialpolitik richtig aber nicht nur da. Auch in anderen Bereichen: Auslandspolitik, Wirtschaftpolitik, etc.

Aber wieso wird DIE LINKE immer noch von viele als "DDR-Partei" angesehen (So entsteht bei mir der Eindruck). Klar gibt es vielleicht Anhänger, welche der DDR hinterhertrauern. Aber die Partei ist doch mehr als das. Sie hat zukunftsorientierte Ansichten und ist doch ganz klar eine Partei mit Grundwerten der Demokratie.

Sehe ich das falsch? Bin ich da zu leichtsinnig? Oder kann mir jemand erklären, wieso "so wenige" DIE LINKE wählen? Sie vertritt ja schon eher die Interessen der "Arbeitsklasse" und der Geringverdiener.

Zu den Vorurteilen: Sie fordert ja nicht den Komunismus zurück. Die Partei hat bestimmte Ansätze, den Kapitalismus in der Form, wie sie jetzt besteht, einzuschränken. Und das nicht ohne Grund....

Bin gespannt auf eure Antworten...

(Ich hoffe, diese Frage ist bei Gutefrage.de erlaubt. Falls nicht, bitte ich um Entschuldigung)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von PeVau, Community-Experte für Geschichte & Politik, 53

Mit dem Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes hatte die Bundesrepublik mit der PDS, die sich aufmachte, den stalinistischen Ballast der SED abzuwerfen, eine linke Partei geerbt, die das Zeug hatte, auch in den Parlamenten vertreten zu sein.

Das war für die Bundesrepublik ein Novum. Nachdem in der alten Bundesrepublik über  Jahrzehnte eine unnatürliche Situation herrschte mit einer politisch fast unbedeutenden Linken, war da auf einmal etwas, was das Establishment der Bundesrepublik nicht kannte und auch nicht wollte.

Gegen diese Partei wurde aus allen Rohren geschossen und man sagte, ja man betete förmlich ihren schnellen Untergang herbei. Nach den ersten Bundestagswahlen 1990 gab man ihr eine Legislaturperiode. Vor allem auch die SPD, die sich plötzlich von links unter Druck gesetzt fühlte zog alle Register der Diffamierung. Das nützte aber nichts, die Linke etablierte sich in den Neuen Bundesländern als starke Regionalpartei. Gerade auf kommunaler Ebene hatte sie das Image der Kümmerer.

Durch den Rechtskurs der SPD, durch den von der SPD durchgesetzten Sozialabbau mit der Agenda 2010, taten sich auch in den alten Bundesländern Altlinke mit einer bewegten politischen Biografie, junge Leute mit Sinn für soziale Gerechtigkeit und Gewerkschafter, die dein SPD-Kurs nicht länger mit tragen konnten, zur WASG zusammen, die wenig später mit der PDS zur Partei DIE LINKE fusionierte.

Damit war die Chance da, eine Partei mit einem echten sozialpolitischen Gewissen und einer echten Politikalternative bundesweit zu etablieren. Beflügelt von den Erfolgen, der Verankerung im politischen System und der immer aussichtsreicher werdenden Möglichkeit, an Regierungen beteiligt zu werden, ging und geht die Linke immer mehr faule Kompromisse ein. Sie verliert an Profilschärfe. Das hat sie letztendlich auch so viele Stimmen bei den letzten Kommunalwahlen gekostet.

Die Linke ist keine kommunistische Partei. Sie ist eindeutig sozialdemokratisch, allerdings mit einer kommunistischen Plattform die dafür sorgen müsste, dass die Linke da bleibt, wo sie gut ist, nämlich links.

Außenpolitisch vertritt die Linke einen Kurs, der sich nicht an der unbedingten Gefolgschaft zur USA orientiert. Dazu gehört es eben auch, mit einem so wichtigen Land wie Russland gute Beziehungen zu pflegen. Dazu gehört z. B. auch, die NATO-Version über die Ereignisse in der Ukraine kritisch zu hinterfragen. Daraus den Vorwurf eines angestrebtes Bündnisses zu machen, ist natürlich Blödsinn. Aber um den politischen Gegner zu diffamieren, ist eben auch Blödsinn geeignet, denn es gibt mehr als genug, die das glauben.

Kommentar von PeVau ,

Das hat sie letztendlich auch so viele Stimmen bei den letzten Kommunalwahlen gekostet.

Gemeint sind natürlich die letzten Landtagswahlen.

Kommentar von PeVau ,

Danke für den Stern!

Antwort
von MrHilfestellung, 94

Die Linke ist einfach die direkte, bzw. mit zwei Umbennungen, Nachfolgepartei der SED. 

Das und die fehlende Distanzierung zur DDR einiger Mitglieder lassen natürlich den Schluss zu, dass die Linke der DDR noch zu nahe steht. 

Zusätzlich gibts in der Linkspartei viele Leute, die Russland sehr nahe stehen, was viele auch nicht gut finden. Nur weil man die NATO ablehnt, was ich auch tue, muss man sich nicht gleich dem nächsten anbiedern.

Außerdem ist für mich als Linker und sogar Linksparteimitglied die Linke mit Sahra Wagenknecht an der Spitze fast unwählbar, da sie bis auf die Wirtschaftspolitik eher mit Rechtspopulismus auffällt.

Kommentar von Polepolepolska ,

Danke für die Antwort.

Ich habe das immer so verstanden:
Die Linke möchte Russland näher kommen, aber sich dabei nicht von der USA und anderen NATO-Mitgliedern distanzieren. Es ist leider immer noch so, dass die NATO, so entsteht bei mir der Eindruck, gegen Russland vorgeht. Aber ich muss auch zugeben, dass mir das Wissen dazu einfach fehlt.

Muss auch zugeben, dass ich mir Sahra Wagenknecht noch nicht häufig angehört habe... ;)
Habe fast nur Reden/Aussagen von Gregor Gysi und Dietmar Bartsch nachverfolgt. :)
Werde mich da nochmal genauer informieren...

Danke nochmal für die Antwort :)

Kommentar von MrHilfestellung ,

Austritt aus der NATO steht im Parteiprogramm, aber natürlich steht da nicht, dass man stattdessen ein Bündnis mit Russland will, aber manche Mitglieder weichen eben vom Parteiprogramm ab, das ist aber in jeder Partei so.

Wenn du Twitter hast schau dir Mal den Account von @cpietsch93 an, der kandidiert für den Parteivorsitz am kommenden BPT und ist so ziemlich die Inkarnation von allen was in der Linkspartei falsch läuft, wenn er wirklich gewinnen sollte bin ich da auch raus. 

Gysi ist übrigens wirklich super, zu Bartsch hab ich eher ein ambivalentes Verhältnis. Ich wähle auch in der kommenden Landtagswahl sicher Linke, da ich Lederer auch gut finde und es bei Landtagswahlen sowieso nicht um Flüchtlings- und Außenpolitik geht.

Kommentar von MarkusJaja ,

Pietsch ist eine unfreiwillige Spaßkandidatur ohne jede Unterstützung. Den als Maßstab zu nehmen ist, wie Zitronenfalter als Beispiel für Zitronenarten zu definieren.

Kommentar von MrHilfestellung ,

Das mag sein. Pietsch ist natürlich ein sehr krasses Beispiel. 

Aber Wagenknecht, Dehm und seit neuestem auch Ramelow sehe ich als Tendez zu einer Linken, die ich bald nicht mehr so gut finde.

Alleine diese Hetze gegen Antifaschist*innen von Ramelow, jeder weiß ja, dass in Zeiten in denen Rechte auf den Vormarsch sind, es immer die beste Idee war sich im linken Lager gegenseitig zu beschimpfen. 

Kommentar von MrHilfestellung ,

*dem Vormarsch übrigens.

Kommentar von MarkusJaja ,

Die Kritik gegen Dehm kann ich gut nachvollziehen. Der Typ ist in jeder Hinsicht politisch wie menschlich ein A...sch.

Das Ramelow sich gegen die Attacken der 4 Anti-D-Dödel verbal zur Wehr setzte war sein gutes Recht und eine Reaktion auf deren Attacken. Dass er zuvor die Aktion kritisierte, vor Höckes Haus zu demonstrieren, ist doch richtig gewesen. Es hat leider erst die Schrecken des 2. Weltkriegs gebraucht um solche (rechten) Methoden aus der politischen Auseinandersetzung zu verbannen. Das ausgerechnet sich antifaschistisch nennende Leute diese Methoden nachahmen und den Pegida-und AFD-Fuzzis hier einen goldenen Weg öffnen ist doch wirklich nicht zu fassen. Man bekommt die AFD nicht klein indem man sie dämonisiert oder die Methoden rechter Schlägertrupps der 30er Jahre imitiert.

Kommentar von MrHilfestellung ,

Natürlich ist es sein Recht, aber es wäre auch mein Recht ihn nicht zu wählen.

Die Demonstration in Bornhagen war übrigens nicht vor Höckes Haus angemeldet und ist auch nie da vorbeigezogen. Und das in Bornhagen wo vielleicht 3 Häuser stehen.

Antifaschist*innen nutzen keine "Nazi-Methoden", auch nur weil sie in Dörfer von Rechten fahren. Da gehört mehr dazu.

Kommentar von PeVau ,

Für mich ist eine Linke mit Lederer und Stefan Liebich (fast) unwählbar geworden, nachdem sie bisher immer mein Stimme bekamen. Die stehen für den rechten revisionistischen Flügel dieser immer sozialdemokratischer werdenden Partei. Dass ausgerechnet aus dieser Ecke der Vorwurf des Rechtspopulismus an Sarah Wagenknecht kommt, ist ein Alarmsignal für den Zustand der Partei.

Die erste Quittung für diesen Kurs hat die Linke in den letzten Kommunalwahlen vom 13. März bekommen.

Die Linke sollte sich wieder auf linke Positionen besinnen und nicht durch Anbiederung an mögliche Regierungsbeteiligungen ihr Profil verlieren.

Kommentar von PeVau ,

Auch hier sind die Landtagswahlen gemeint.

Antwort
von MarkusJaja, 58

Die LINKE setzt sich gegen den üblichen bürgerlichen Konsens für Umverteilung zugunsten Benachteiligter, Begrenzung hermmungsloser Gier Begüteter und echte Reformen zugunsten des Allgemeinwohls ein. Das passt nicht zum herrschenden Konsens und entsprechend kämpfen die priviligierten bürgerlichen Schichten mit allen meinungsdeutenden Mitteln die sie haben um die gesellschaftliche Deutungshoheit.

Früher war das Aufgabe der SPD, starker Gewerkschaften und progressiver Medien. Heute sind Gewerkschaften durch politische Entscheidungen geschwächt, progressive Massenmedien gibt es nicht mehr und die SPD hat sich dem herrschenden Konsens angepasst und bekommt dafür zunehmend die Quittung bei Wahlen.

Die Antikommunistische Keule (DDR-Vergangenheit) ist einfach ein Instrument das gerne zur Delegitimierung genutzt wird, auch wenn es wenig mit der Realtität zu tun hat. Inzwischen dürften mehr ehemalige SED-Mitglieder in der CDU als in der Linken beheimatet sein, soweit diese überhaupt noch leben.

Kommentar von atzef ,

Also ist die Linkspartei das arme Opfer der bösen anderen... Eigene Fehler und Versäumnisse hat sie nie begangen.

Tatsächlich hast du gerade damit einen wesentlichen Grund benannt, warum man die Partei, die offensichtlich immer noch nur Recht hat, nur als regionale und folkloristische Nische ansieht...

Kommentar von MarkusJaja ,

Opfer sind die Menschen die diese Politik gegen das Allgemeinwohl ausbaden müssen.
Fehler begeht jeder und Mitglieder der Linken sicher genauso wie andere auch. Aber das ist hier doch nicht die Frage. Offenbar trifft meine Beschreibung den Nerv wenn ich hier den Nachweis einer "regionale(n) und folkloristische(n) Nische" bieten soll.

Kommentar von atzef ,

So kann man die stalinistische Belastung der Linkspartei sich natürlich auch behaglich verlabern. :-)

Kommentar von MarkusJaja ,

man kann auch einfach aufhören, kalter Krieg zu spielen und in 2016 ankommen.

Antwort
von voayager, 40

Ist doch klar, dass der Feind, also dass Bürgertum seine Gegner madig macht, wo es nur geht. Dabei gilt der Grundsatz: die herrschende Meinung ist die Meinung der Herrschenden. Realisiert wird das nicht nur über die staatstragenden Parteien, sondern gezielt über die mainstream Medien und dem hieisigen Schulbetrieb.


Kommentar von atzef ,

Ach herrjeh, noch so eine "Opfererzählung"... Der Zusammenbruch des Stalinismus ist auch nur der überlegenen Manipulationsstrategie "des Bürgertums" zu verdanken...:-)))

Kommentar von voayager ,

Den sogenannten Stalinismus gibt es seit 1953 doch gqrnicht mehr! Der Zusammenbruch des Sozialismus in Osteuropa ist eine Mischung aus vorangegangener Stagnation der Breschnew-Ära, sowie dem Verrat Gorbatschows. All das hätte nun wirklich nicht sein müssen, hätte es eine andere Führung gegeben. In Kuba und Norkorea existiert noch immer der Sozialismus, dank einer besseren Führung. Auch China undf Vietnam, wo der S. noch partiell vorhanden ist, bricht er  demnächst nicht zusammen.

Antwort
von Toqra, 60

Weil DIE LINKE eben die Nachfolgepartei der SED ist, so jedenfalls wird es wahrgenommen und so wird es oft auch seitens der Linkspartei durchgeführt.
Zumal ist die Linke auch eine sehr radikale und fast schon linksterroristische Partei. Eine Googlesuche genügt, um handfeste Beweise dafür zu haben. Gegen viele Linksparteipolitiker wird schon wegen Terrorismusunterstützung ermittelt und einige stehen vor Gericht. Perfektes Beispiel wäre dafür die linksgerichtete PKK in der Türkei. Bevor wieder so viele hater kommen: nein, ich bin KEIN Erdogananhänger und ich finde das er sein Land ziemlich antidemokratisch regiert. Schade, dass ich das immer dazusagen muss, habe schon meine Erfahrung, wenn das fehlt.
Um noch mal zu dem Radikalismus der Linken zu kommen: in einigen Teilen ist sie nicht so schlecht, du hast recht, sie hat ziemlich oft auch gute Ansätze, von der die Volksparteien sich eine Wurst abschneiden können. Allerdings kann man der Linke einfach kein Vertrauen schenken. Niemand will wieder eine SED-Ähnliche Situation in Deutschland haben, und das ist teils auch das Hauptziel dieser Partei. Linke Politik ist manchmal schon wirklich gut, aber nicht mit der deutschen Linkspartei.

Kommentar von MrHilfestellung ,

Also ich hab jetzt beim Googlen keine Terroristen der Linkspartei vor Gericht gefunden. Es geht bei der Aufhebung des PKK-Verbots übrigens nicht darum, dass die Linke Anschläge legitimieren will, sie will nur den deutschen Kurden zugestehen Öcalan-Bilder und Fahnen zeigen zu dürfen.

Außerdem wurde die PKK als Reaktion auf die Unterdrückung der Kurden gegründet und auch bei dem erneuten Auseinandersetzungen ist nicht klar, ob die türkische Regierung oder die PKK angefangen hat.

Kommentar von Toqra ,

Dann hast du wohl sehr dämlich gegoogelt. ;)

Kommentar von MarkusJaja ,

spätestens mit der Behauptung einer "linksterroristischen Partei" muss man nicht googlen, sondern jede Diskussion mit Urhebern solcher Aussagen schlicht beenden. Viel Spaß noch im laben deiner antikommunistisch-braunen Soße.

Antwort
von RipeClown, 16

Eine Partei die mit ihrer Facebook Seite behauptet das Deutschland den IS mit Waffen und Geld versorgt und das Deutschland unsere Soldaten in den Tod schickt ist bei mir unten durch.

Da der Beweis :

Da viele mir nicht geglaubt haben bei der anderen Antwort und sagen "ich bilde mir nur etwas ein."

Das ist die offizielle Seite der Linken auf Facebook.

Antwort
von atzef, 42

Die Linkspartei ist ein programmatischer und traditionalistischer Anachronismus ohne irgendeine Lösungskapazität für die Gegenwartsprobleme.

Kommentar von MarkusJaja ,

die herausragende neoliberale Lösungskompetenz von CDUCSUSPDGRÜNE bei Problemen erleben wir ja tagtäglich

Kommentar von atzef ,

Die herausragende Lösungskompetenz demokratischer Parteien mit kompromiss- und konsensorientierten Anleihen an nationalökonomische Theorien von Keynsianismus bis Neoliberalismus haben uns die besten Lebensverhältnisse beschert, unter denen Deutsche jemals in der Geschichte Deutschlands gelebt haben.

Die Vorgängerpartei der Linkspartei hingegen hat einen Teil Deutschland derart ruinös heruntergewirtschaftet, dass sie die Bevölkerung jahrzehntelang nur durch Einmauerung davon abhalten konnte, aus dem Land zu fliehen, bevor die Unzufriedenheit so groß wurde, die Lösungs"kapazität" dieser Partei auf den Müllhaufen der Geschichte zu befördern.

Insofern ja: Die herausragende Lösungskompetenz von CDUCSUSPDGRÜNE bei Problemen erleben wir tagtäglich. Das Dauerversagen von "Lösungen" links- wie rechtsextremer Provenienz ist dagegen gottlob Geschichte.

Kommentar von MarkusJaja ,

sind wir mal ehrlich: Die grundsätzlichen Wege in Ost und West wurden in der von die beschriebenen goldenen Zeit nicht von den benannten Parteien sondern von den Siegermächten beschert.
Es stimmt, dass im Westen es eine Weile den meisten Menschen materiell besser ging als jemals zuvor.
Das hatte neben den Maßnahmen der Westalliierten auch damit zu tun, dass besagte Parteien tatsächlich eine adäquate keynsianische Wirtschaftspolitik verfolgten und die CDU eine kurze zeitlang sogar einen christlichen Sozialismus forderte, die SPD echte sozialdemokratische Politik verfolgte, usw. Davon ist spätestens seit den 80er/90ern Jahren nichts mehr geblieben.Die heutige neoliberal gewendete Politik ähnelt zunehmend mehr einer postdemokratischen Plutokratie.

Doch die positive Lösungskompetenz von vor vielen Jahrzehnten ist keine Dauerfahrkarte um deren heutige Politk schönzureden. Das gleiche gilt umgekehrt auch für den Osten: Kritik an der SED und den autoritären Strukturen der DDR ist absolut berechtigt, dennoch ist es völlig absurd, die heutige LINKE mit der SED gleichzusetzen und ihr sogar Stalinismus vorzuwerfen.

Kommentar von atzef ,

Leider nur ignorantes Geschwafel, dass sich aus Gründen ideologischer Rechtgläubigkeit beharrlich weigert, den Umstand anzuerkennen, dass heutzutage die lebensverhältnisse auch besser sind als in den 60er, 70er oder 80er Jahren des letzten Jahrhunderts.

Entweder bist du schlicht zu jung und zu ahnungslos, um entsprechende Vergleiche der Lebensverhältnisse anzustellen oder zu scheuklappig. Ich empfehle dir, dich mal mit Sozial- und Wirtschaftsstatistik zu beschäftigen.

Nur ein klitzekleines Beispiel: Wir haben heute einen Mindestlohn. Zuvor gab es hunderttausende von Beschäftigungsverhältnissen, in denen Menschen unter der Mindestlohngrenze arbeiten mussten.

Ferner wird derzeit in Deutschland keine neoliberale Wirtschaftspolitik betrieben. Außer dir behauptet das ansonsten wer für den Ist-Zustand???

Die Linkspartei ist sicher nicht mehr stalinistisch. Aber in ihr betreiben immer noch viele Politik, die stalinistisch sozialisiert wurden. Das merkt man der Politik mitunter auch an.

Man würde ihr ebenfalls Unrecht tun, sie mit der SED in eins zu setzen. Die Linkspartei ist weitreichend demokratisch geläutert und denkwürdig weit davon entfernt, einer bloßen Wiederholung stalinistischer Experimente das Wort zu reden.

Aber tatsächlich ist ihr ganzes Politikkonzept prämodern und einem gesellschaftlichen Problemhorizont der 70er, 80er Jahre verschrieben.

Damit aber löst man keine Gegenwartsprobleme, sondern verliert selber Einfluss und Klientel an die AfD, bleibt weiterhin im Wesentlichen eine ostdeutsche Regionalpartei ohne gesamtdeutsche Relevanz und kommt aus der Einstelligkeit von Wahlergebnissen bundesweit nicht heraus.

Kommentar von MarkusJaja ,

Zu behaupten dass die Lebensverhältnisse der übergroßen Mehrheit heute besser seien halte ich wiederum für ignorant. Erzähle das Leuten, die in prekärer Beschäftigung, Altersarmut oder Hartz4 leben müssen.
Es geht einigen tatsächlich viel besser, allerdings auf Kosten des Leids derjenigen denen es sehr viel schlechter geht. Der Unterschied ist heute, dass die Abgrenzung der Millieus untereinander immer deutlicher zunimmt und die Bessergestellten keinen Blick für die Nöte der abgehängten haben weil sie sie nicht mehr zu Gesicht bekommen (Segregation in den Stadtvierteln;  immer weniger soziale Durchmischung in den Schulen,...).
Die Statistiktricks etwa bei der Zahl der Arbeitslosen können nicht kaschieren, dass immer mehr Menschen obdachlos sind, Tafeln trotz erheblicher Expansion kaum noch die "Nachfrage" nach Essen der Ärmeren decken können (mal abgesehen davon, dass es in einem funktionierdendem Sozialstaat dürfte es keine Tafeln geben dürfte) und immer mehr Haushalten der Strom abgestellt wird.

Ich kann entsprechende Vergleiche durchaus anstellen weil ich noch erlebt habe wie mehrere Firmen bei mir Anfang der 90er noch, nach meinem ersten Schulabschluss bei mir anriefen (ohne das ich überhaupt eine Bewerbung abgeschickt hätte) und wie ich dann erlebte, wie sich das Verhältnis drehte. Nicht die Firmen suchten mehr händeringend Arbeitskräfte, sondern 200 Leute bewerben sich heute auf eine Halbtagsstelle. Ohne Vitamin B findet man selbst als Akademiker nuch Jobs im Niedriglohnbereich. Und ja zu Statistikfragen kann ich mich äußern dank eines Soziologiestudiums mit Schwerpunkten Sozialstruktur und Politk ;)

Thema Mindestlohn: Ja es gibt ihn, allerdings löchrig wie ein schweizer Käse (Ausnahmen gerade für all diejenigen die ihn am meisten benötigen) und viel zu niedrig im Vergleich mit Nachbarländern mit ähnlich hoher Produktivität und Entwicklung.
Mal abgesehen davon, dass der Mindetlohn bis in die frühen 90er kein Thema war, weil ein "Europas größter Niedriglohnsektor" (Zitat Schröder) geschaffen wurde und zugleich die Flächentarifverträge kaum noch Bedeutung haben. Der Skandal ist also dass ein Mindestlohn überhaupt nötig wurde.

Und da kommen wir zu den Beispielen einer neoliberalen Wirtschaftspolitk, die inzwischen weltweit von den meisten führenden Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlern so gesehen wird, nur in Deutschland selbst kaum. Daher werden die Wirtschaftswissenschaften hierzulande auch international als autistisch und verbohrt verlacht. Wenige international renomierte deutsche Ausnahmen wären z.B. Heiner Flassbeck oder Peter Bofinger.
Da hätten wir den eben genannten Niedriglohnsektor, Hartz4, Zerstörung der gesetzlichen Rente, Schwächung der Flächentarifverträge, Austeritäts- und Deflationspolitk ("schwarze Null"), Privatisierung öffentlicher Güter und Dienstleistungen, Steuersenkungen für Reiche und gleichzeitige Erhöhung der Konsumsteuern, Ausbluten des öffentlichen Dienstes, Wettbewerbskategorien im Gesundheits- und Bildungssystem sowie deren schleichende Privatisierung,....

Stichwort Prämodern: Es gibt sicher auch am Programm der Linken kritikwürdiges und manche wiedergolen einfach Losungen aus den 70ern. Wenn man den Maßstab auf alle Parteien richtet wird man bei anderen auch Forderungen von vorvorgestern weit über die 60er oder 70er Jahre hinaus finden. Gerade die neoliberlae Ideologie stammt doch aus der Mottenkiste: Austerität und Privatisierung waren Rezepte unter Brüning die heute von Schäuble wiederholt werden. Dieses Konzept ist damals grandios gescheitert und wurde vom Keynsianischen Modell nach dem Krieg abgelöst. Dieses mag zwar in die Jahre gekommen sein, aber ist definitiv nicht hinter der (neo-)Klassik zurückgeblieben.

Kommentar von atzef ,

Leider ziemlich alles falsch. Aber durchaus ein interessanter Einblick in die Gedankenwelt und den Wahrnehmungshorizont eies Anhängers der Linkspartei.

Du bist wirklich zu jung und offensichtlich zu ahnungslos, um deine Verelendungsthese zu überblicken.

In den sechziger Jahren lebte eine Mittelstandsfamilie (kleine Gewerbetreibende, Studienräte, leitende Angestellte) mit 4 Personen in neugebauten 3-Zimmer, Küche, Bad-Sozialwohnungen. Ich wurde in einem solchen Umfeld geboren. Heute hat eine 4-köpfige Hartz4-Familie Anspruchauf 4 Zimmer/90 qm. Was immer du studiert hast - mit Sozialstatistik und Lebensstandardvergleichen hast du dich nie beschäftigt.

Solche Vergleiche kann man jedem erzählen, weil sie schlicht wahr sind, im Unterschied zu diesem tränenreichen Gejammer, das du über die lebensverhältnisse der sog. bundesdeutschen Armen anstellst. Gerade deren lebensverhältnisse haben sich enorm verbessert! :-)

Extremisten jegdweder herkunft aber müssen dieses Wehklage und diese Beschwörerei einer allgemeinen Verelendung und Verschlechterung anstimmen, weil das ihre einzige Chance ist, überhaupt wahrgenommen zu werden. Mit der Realität hat das aber nichts zu tun.

Der Mindestlohn verbesserte für hundertausende beschäftigte ganz konkret und praktisch die Lebensverhältbisse nachhaltig und du wertest seine Einführung als eiin Negativzeichen. Merkst du selber was...? :-)

Auch wenn du mit wirtschaftstheoretischen Begriffen herumwirfst wie mit hohlen Phrasen: Wir haben die besten Lebensverhältnisse in der Euro-Zone. Da können in deinem albernen Autoritätsbeweis noch so viele "weltweit führende Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlern" sehen, was immer sie wollen - ändern aber an diesem banalen Umstand rein gar nichts. :-)

Niedriglohnsektor? Will die Linkspartei den jetzt abschaffe und die dort Beschäftigten wie deine "führenden Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler entlohnen...? :-)

Hartz 4? Wer hindert eigentlich Ramelow daran, den Betrag in Thüringen aus Landesmitteln zu verdoppeln?

Zerstörung der gesetzlichen Rente? Hä? Blanker Skandalismus.

Deflation? Haben wir nicht, nur eine sehr niedrige Inflation und damit Preisstabilität.

Austeritätspolitik? Auch Keynsianismus beruht u.a. darauf, in Phasen der Hochkonjuntur Schulden abzubauen...

Privatisierung öffentlicher Güter und Dienstleistungen? Findet schon seit geraumer Zeit in keinem namhaften Umfang mehr statt. Das ist tatsächlich eine wenig überzeugende Maßnahme aus der neoliberalen Kohlära.

Wettbewerbskategorien im Gesundheits- und Bildungssektor? Als ob deren Probleme wesentlich irgendetwas damit zu tun hätten...:-)))

Kommentar von voayager ,

atzef, du behauptest recht gedankenbefreit einfach mal was, läßt einfach nur mal so los.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community