Frage von Bthomast, 226

Die Kriege der Welt - Warum gibt es keine Massenproteste der westlichen Bildungsschicht gegen die Ausuferungen des Kapitalismus?

1) Finanzkrise / Finanzkrieg: Sinkender Wohlstand einer breiten Mittelschicht in den USA führte dazu, dass die USA ihre Banken dazu angehalten hat, Kredite für den Hausbau trotz mangelnder Bonität zu gewähren. Diese Kredite wurden an die ganze Welt als erstklassiges Investitionspapier (dank hauseigener Bewertungsinstitute wie Standard&Poor) weiterverkauft. Anschließend platzt die Kreditwürdigkeit. Folge: Allein wir Bürger kommen für den Schaden auf, den wenige Banken verursacht haben. Noch dazu werden wir Europäer gegeneinander aufgehetzt (Griechenland). Resultat: Die Reichen wurden noch reicher.

2) Naher Osten: Der Nahe Osten diente und dient als Spielball der Außenpolitik. Deutschland versuchte im 20. Jhd, die Islamische Welt gegen ihre Kolonialmächte zu einem Dschihad anzustiften. Die USA verwendete den Iran zur Abwehr des kommunistischen Russlands solange, bis dort durch eine friedliche Revolution Chomeini an die Macht kam. Anschließend wurde der Irak aufgerüstet, um den islamischen Fundamentalisten Chomeini zu stürzen. Nachdem dieser vom Westen initiierte Angriffskrieg scheiterte, saß der Irak auf Schulden, die er eigentlich aus der Eroberung des Irans bezahlen wollte. Also brauchte er ein neues Ziel - Waffen waren ja vorhanden. Es folgte der kurze Krieg des Irak gegen Kuwait. Das passte den USA nicht - sie marschierte ein und verhängte zur Armut führende Wirtschaftssanktionen gegen den Irak; Jahre später stürzten sie Hussein in einem weiteren "Befreiungs-"Krieg (2003), nachdem zuvor Afghanistan bombardiert wurde.

Die Idee des Islamischen Staates als Zusammenschluss islamischer Länder könnte den Frieden in die Region bringen - aufgrund der Abhängigkeit des Westens von den Öllieferungen sowie der Situation Israel/Palästina ist dies politisch nicht erwünscht. Folglich wird die Region weiterhin durch Kriege / Bürgerkriege / Bekämpfung des sogenannten "Terrors" - auch im Nordirak - absichtlich instabil gehalten. Als Folge der westlichen Willkür firmiert sich die Bewegung des IS. Der Westen hat ein neues Feindbild gegen den er Kriege führen kann. Folge: Zunehmende Radikalisierung aller Menschen - auch in Deutschland. Diskussion über mehr Überwachung (Vorratsdatenspeicherung, mehr Kameras an öffentlichen Plätzen); Flüchtlingsströme Resultat: Weltschmerz; Hass auf die jeweiligen Akteure, die mit Menschenleben spielen

Früher gingen Studenten massenweise auf die Straße. Geht es uns heute zu gut, um uns für die eigentlichen Ursachen zu interessieren? Profitieren wir alle davon, wenn die USA dafür sorgen, dass wir regelmäßig unsere Ölrechnung bezahlen können? Profitieren wir alle davon, wenn die systemrelevanten Banken gerettet werden müssen? Oder profitiert jeweils nur die Elite, die mit dem Öl handelt, die ihre Waffen verkauft, die ihr Buchgeld-Vermögen rettet?

P.S.: Immerhin ein Lichtblick, der zeigt, dass es wohl nicht an mangelnder Motivation zur Wahrung eigener Interessen liegt, war die Anti-TTIP Demo in Berlin mit 250k Demonstranten.

Antwort
von Hyperdinosaurus, 118

Unsere Bildungsinstitutionen haben kein Interesse daran, systemkritische Menschen heran zu erziehen, sondern  anpassungswillige Arbeiter.

Also sind unsere revolutionären Aufstandsdenker immer eine Randgruppe, die absichtlich klein gehalten wird.

Aber wie Ghandi einst sagte:
„Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.“

Aber zu aller erst müsstest du dir überlegen, wie ein alternatives System aussehen könnte. Man kann immer vieles kritisieren, aber auch besser machen ? Oder sind die eigenen Idee nicht eher Utopie, eine von denen, die nicht realisierbar sind, weil sie dem Wesen des Menschen widerstrebt ?

Antwort
von furkansel, 96

Der Kommunismus ist vor 25 Jahren gescheitert und der Kapitalismus eigentlich spätestens seit der Krise 2008 auch. Beispiel: In den USA wächst die Wirtschaft und ihnen geht es "gut", aber die Messung des BIPs ist lückenhaft. Die dortige Ungleichheit nimmt weiter zu, in New York wird ein Luxuswohnhaus nach dem anderen eröffnet während die Zahl der Obdachlosen in den vergangenen Jahren trotz Aufschwung weiter zunimmt und zugenommen hat. Obwohl Deutschland heute ein größeres BIP als vor 10-15 Jahren hat, ist die mittelschicht hier geachrumpft und auch hier wuchs die Ungleichheit. Zwar nicht so stark wie in der amerikanischen freien Marktwirtschaft, aber sie wuchs. Zwar belegen einige Studien wiederum, dass dieser Trend gestoppt wurde aber es ist absurd, wenn die Wirtschaft florieren muss, nur damit die Ungleichheit stagniert. Es gibt ein Buch von einem französischen Ökonomen: Das Kapital von Thomas Piketty. Darin wird der Kapitalismus kritisiert. Ja wir brauchen ein neues System (ein wirtschaftliches, kein politisches) , eins, das besser als der Kommunismus und als der Kapitalismus ist. Wobei ich jedoch sagen muss, dass in unserer sozialen Marktwirtschaft die Folgen ein bisschen abgefedert werden.

Kommentar von voayager ,

Kommunismus gab es bis dato nirgensds auf der Welt.

Antwort
von Unnutzer, 52

Die Jugend kann man ganz einfach durch permanent verfügbare Ablenkung (Smartphones), Stress (Schule) und Konsum ruhigstellen. '68 war das etwas schwerer... Und selbst die Studenten von heute sind lieber auf Geld und Karriere fixiert, als kritisch zu denken. Andererseits dürfte eben durch den subjektiven Wohlstand (wobei es meiner persönlichen Einschätzung nach heutzutage schlechter darum bestellt ist als vor der "Zivilisation") die Hemmschwelle zur Rebellion einfach recht hoch liegen.

"Das System" ist mittlerweile so komplex, dass man um mehrere Ecken denken muss, um seine Fehler zu erkennen. Und dann hält man z.B. manchmal ein Symptom für die Ursache eines Problems, ist zu sehr in aufkonditionierten Denkmustern gefangen (sieht man am ehesten beim Patriotismus) oder hat schlicht Angst, "unnormal" oder radikal zu wirken.

Antwort
von voayager, 72

Bis jetzt haben Massenproteste in Deutschland sehr wenig bewirkt, kommt hinzu, dass sie zudem von den Medien weitestgehend kleingeredet werden, als Beispiel sei auf nur mal auf die Riesen-Demo gegen TTIP in Berlin verwiesen. Immerhin 250000 Menschen beteiligten sich daran und nix hat das gebracht, wurde von offizieller Seite inkl. Medien mit wenigen dürren Worten kommentiert, so als wenn es nur ein Art Pupsera gewesen wäre. Dass so was ausgesprochen demotivierend ist, brauch ich wohl nicht zu erwähnen.

Die akademische Jugend hat wenig Zeit für politisches Engagement, gar zu viel Leistung muß in kürzester Zeit erbracht werden.

Der Zusammenbruch des Sozialimus in Osteuropa hat tiefe Spuren bei den Menschen in einem Großteil der Welt hinterlassen.


Antwort
von nobytree2, 53
  1. TTIP und Monsanto sind auch etwas quasi Themen, die transparent geworden sind. Sehr viele Themen sind sehr unklar, dazu gehört auch der IS und seine Finanzierung. Man weiß als Bürger kaum noch etwas und muss seine Informationen selbst zusammenstückeln. Das verhindert Bewegungen.
  2. Ferner: Die Studenten stehen heute unter einem extremen Leistungsdruck, um zu eben dieser Elite gehören zu können.
  3. Drittens: Die EU hat es nicht geschafft, sich von den USA wirtschaftlich unabhängig zu machen.

==> Wir haben ein neues System in Deutschland, in welchem sich Studentenbewegungen nur weit schwieriger bilden können. Die Jahre der Protestgesellschaft sind erst einmal vorbei. Die Demokratie ist in meinen Augen weniger aktiv in Deutschland, die für die Demokratie erforderliche Transparenz hat in meinen Augen arge Einbußen erlitten.

Antwort
von DerBuddha, 49

das problem liegt in vielen bereichen..........

1. es gibt absolut keine echten freien medien, alle stehen irgendwo hinter irgendwelchen lobbyisten und/oder werden durch wirtschaftsleute finanziert, die dann ihre interessen in diesen medien vertreten lassen.......man streitet es immer ab, aber überall gibt es eine zensur.

2. werden durch die steuerung der medien die massen geführt, es werden meinungen verbreitet, die so nicht die meinung der masse ist, aber die dann geschickt als deren meinung verkauft wird........beispiel der asylanten....jeder der seine meinung vertritt und vor den gefahren warnte, wurde in bestimmte ecken geschoben, die jedoch nie die wirkliche ecke desjenigen war..........am anfang des großen flüchtlingsstromes vermied man in der politik das wort "wirtschaftsflüchtling" und jeder der das wort gebrauchte, war gleich ein rassist.......heute wird dieses wort oft genug von der politik selbst genutzt und heute ist es völlig legal...........selbst die ganzen straftaten der flüchtlinge wurde lange zeit mit absicht verschwiegen.......man darf ja nichts gegen ausländer sagen..........:)

3. es wird mit absicht eine echte einheit zwischen dem volk (egal in welchem land) vermieden, denn man hat aus den dingen gelernt, die den zusammenbruch im damaligen ostblock ermöglichten, denn es waren nun mal die MASSEN, die zu diesem zusammenbruch geführt haben...........und dass will niemand, keine regierung der welt möchte ein einheitliches und vor allem echtes zusammengehöriges volk, denn das wäre für jede regierung der tod....beispiel deutschland, hier wird deshalb nie eine einheit zwischen ost und west existieren, die kluft wird immer politisch im "gleichgewicht" gehalten......und das in jedem land der welt, denn überall gibt es gruppen, die man zu diesen zwecken nutzen kann und die man dann durch geschickte steuerung der medien gegeneinander ausspielt.

4. jede kultur hat ihre eigene "lebensphilosophie", die dann entsprechend politisch gelebt und "gefördert" wird, beispiel amerika und die freien waffengesetze.........man muss sich das mal vorstellen, das angeblich grösste freie land der welt hatte bis vor kurzem noch keine geregelte und gesetzliche krankenversicherung, aber dafür darf natürlich jeder bürger waffen besitzen und diese sogar nutzen..........schaut euch den wahlwahn an, die kandidaten sagen doch schon alles...........allen vorran trump.........was für ein wahn wenn der wirklich gewinnt...........amerika ist das paradebeispiel für die verlogenheit der politik und den wahnsinn der beeinflussung und der daraus resultierenden gesetze und des nationalstolzes............sie nennen sich das freieste land der welt, aber man darf dann nicht schwarz sein !!!!

5. die wirkliche macht in dieser welt hat kein politiker sondern nur das kapital, denn nur darum geht es in allen konflikten dieser welt.........bestes beispiel ist der is................würde man wirklich daran interessiert sein, diesen verein zu zerstören, würde dass keine 4 wochen dauern.........aber man will es ja gar nicht, denn sonst würden diese leute keine 24 banken besitzen, die mit der ganzen welt geschäfte machen........sie würden auch kein öl mehr loswerden, dass durch westliche länder billig eingekauft wird..........sie würden auch keine käufer für die ganzen kulturgüter finden, die auf dem weltmarkt große geschäfte mit diesen verbrechern machen.........und das zusammenspiel der ganzen punkte zeigt sich gerade beim thema der türkei, die bis vor kurzem noch diese terrorgruppe finaziert hat, geschäfte machte und wo dann der präsident die jurnalisten dafür angeklagt hat, weil sie diese machenschaften aufdeckten..........auch in amerika, thema edward snowden oder russland, thema nemzow oder auch die krim..........überall geht es immer nur um macht und wirtschaftliche interessen............und in konflikten hat die waffenindustrie hochkonjunktur, denn die lager werden leer und müssen auch wieder gefüllt werden..........

so kann man das ewig weiterführen, fakt bleibt nun mal, dass in allen ländern die massen geschickt geführt, verblendet, getäuscht und beeinflusst werden............und das ist der grund dafür, dass in den augen des kapitals alles im lot ist...........und damit man dann nicht zu viel nachdenkt, gibt es ja noch den ganzen hartz4 tv-müll im fernsehen oder in den ganzen bildungs-/sozialbereichen wird alles kaputt gespart...........mit der fadenscheinigen begründung, dass man sparen muss........

man sollte mal z.b. die deutschen politiker fragen, wie es sein kann, dass man in allen sozialen bereichen spart und beim grossen flüchtlingsstrom kommt man auf einmal mit den sprüchen, dass wir uns das leisten können, weil unsere wirtschaft ja so gut dasteht und da werden dann mal schnell und einfach 10 milliarden aus den ärmel geschüttelt und fertig................WARUM musste man dann bis zu diesem zeitpunkt im bildungs- und sozialbereich so viel einsparen, wenn es der wirtschaft doch gut geht, die steuern nur so sprudeln und man einfach so 10 milliarden hervorholt?

echt, wer da immer noch an die lügen glaubt, ist selbst schuld..............!!!

Kommentar von Bthomast ,

jeder der seine meinung vertritt und vor den gefahren warnte, wurde in
bestimmte ecken geschoben, die jedoch nie die wirkliche ecke desjenigen
war.

Klar hat man Angst, gesellschaftlich geächtet zu werden, aber ist es nicht noch schlimmer, von einer Gesellschaft in seiner Meinung unterdrückt zu werden?

Da muss sich dann jeder selbst die Frage stellen, was einem wichtiger ist. Zu seinen Überzeugungen zu stehen oder ein ängstliches Leben zu führen. Ich denke, das ist auch eine Frage des Selbstbewusstseins.

Bleibt natürlich die Frage, inwiefern eine Diffamierung zu einem Rechtspopulisten oder auch Linksaktivisten, etc. die private Lebensführung beeinflusst.

Kommentar von DerBuddha ,

das problem mit der "freien" meinungsäußerung zeigt doch auch, wie die gesellschaft wirklich tickt.............es gibt nur die freie meinungsäußerung, die den oberen in den kram passt, alles andere wird dann als "rassistisch", oder "politisch gefährlich" oder sonst was angesehen.........ich habe es selbst erlebt, wie leute, die einfach nur gesagt haben, dass sie es nicht ok finden wenn man flüchtlinge unkontrolliert einreisen lässt, da die gefahr besteht, dass auch sogenannte "schläfer" mit rein kommen, dann als rechte abgestempelt werden.........und was ist wirklich passiert?.....genau, diese leute hatten recht mit ihrer meinung..........aber man will solche dinge nicht hören und deshalb werden diese meinungen dann in bestimmte ecken geschoben und/oder als rassistisch angesehen.

die politiker sollten sich doch mal die frage stellen, WARUM rechte gruppierungen oder vereine oft großen zulauf bekommen?.........das liegt nicht immer mit angeblich rechter gesinnung zusammen, sondern daran, dass oft solche "vereine" dann den nerv der zeit treffen, während die politiker nur alles kleinreden und irgendwann doch zugeben müssen, dass vieles so ist, wie es die "angst" der bevölkerung nun mal so gesehen hat.........die politiker müssten eigentlich für ihre "leistungen" während ihrer amtszeit dafür bestraft/entlohnt werden..........:)

Antwort
von 1988Ritter, 46

Letztendlich sind wir alle freie Menschen, und jeder kann machen was er will.

Es ist Krieg und keiner geht hin.....

Damit ist doch eigentlich alles gesagt.

Nur mal so als Beispiel zu Deiner Verbindung mit dem Kapitalismus:

Ich persönlich habe Geld und nutze keine Kreditkarten. Keiner kann mein Konsumverhalten nachvollziehen, niemand kann mich mit bescheuerten Gebühren belasten. ....und denn steht vor mir an der Kasse ein Friedensaktivist und zahlt seine 15,99 € mit der Sparkassenkarte....

Legt einfach mal die Play Station beiseite, und fangt an zu denken....dann wird das schon wieder.

Antwort
von Midnight1999, 22

Weil der Kapitalismus an sich nicht schlecht ist. Er ist nur - wie so viele andere Dinge auch - eskaliert. Oder willst du wirklich arbeiten, während Andere auf deine Kosten dauerhaft finanziert werden & dafür als Arbeitslose noch genau so viel Geld bekommen wie du als Arbeiter?

Antwort
von nixawissa, 99

Alle diejenigen, welche die Krise 2008 verursacht haben, haben studiert, BWL oder sonst was, studiert um anderen das Geld aus der Tasche zu ziehen! Man wird eben durch arbeit nicht reich, nur durch Betrug oder Sklaverei! Der Mensch wird sein Gehirn immer zu seinen Gunsten benutzen! Und Massenproteste gibt es deshalb nicht, weil es uns noch gut geht und arme Menschen gar keinen Protest organisieren können!

Antwort
von earnest, 67

Nur eine Bemerkung: "Die Idee eines islamischen Staates als Zusammenschluss islamischer Länder könnte Frieden bringen"??

Das ist Wolkenkuckucksheim, angesichts der Tatsache, daß sich der Iran und Saudi-Arabien spinnefeind sind - und daß sich, viel schlimmer, Sunniten und Schiiten gerade gegenseitig abschlachten.

Aber es ging dir hier ja auch nicht um eine Frage zwecks Ratsuche, sondern um die Darstellung deiner Meinung ...

Kommentar von Bthomast ,

Islamisch sind sie alle vier. Es tut ja dennoch niemand etwas, um die Spannungen unter Schiiten und Sunniten abzubauen. Immerhin wird ab und zu mal zwischen Iran und Saudis versucht zu vermitteln.

Und die Kriege unter Sunniten und Schiiten: Woher kommen die Waffen? Bitte auch da nicht die Augen verschließen.

Auch in Europa gab es einen Krieg zwischen Katholiken und Protestanten. Solche Konflikte können also gelöst werden. Wenn man den Menschen in Nah Ost jetzt auch keine sturr fanatistischen Absichten unterstellt, dann Frage ich mich, was oder wer sie daran hindert.

Schauen wir uns doch mal an wie es die EU geschafft hat, den Frieden auf dem Kontinent in der neueren Zeit zu erhalten. Enge wirtschaftliche Verknüpfungen. Mittlerweile ein gemeinsamer Staatenbund. Kein westlicher Politiker schlägt so einen Zusammenschluss für die Region im Nahen Osten vor. Warum? Ist denn der Friede dort unerwünscht? Und mit Islamischen Staat meine ich natürlich nicht die gewaltsame Machtergreifung durch eine Terrororganisation, sondern eben einen solchen Staatenbund.

Aber es ging dir hier ja auch nicht um eine Frage zwecks Ratsuche, sondern um die Darstellung deiner Meinung ...

Da geb ich Dir teilweise recht ;-) Aber ich erhoffe mir auch einen Meinungsaustausch und dass mich jemand auf Themen aufmerksam macht, die ich übersehen habe. Es ist ja nicht so, dass die Politik in Nah Ost ausführlich in der Schule behandelt wird. Und was medial berichtet wird, sind natürlich immer nur die aktuellen Auswirkungen lange vergangener politischer Entscheidungen. Als Jahrgang '89 fällt es mir dann doch nicht so leicht, alle Blickwinkel zu betrachten, weil vieles vor meiner Zeit geschah. Vielleicht auch ein Grund, weshalb letztendlich die breite Masse nicht aufschreit. Wer will sich schon für religiöse Fanatiker stark machen - das ist das Bild, das die Medien übertragen, wenn sie tagtäglich die Meldung von Selbstmordattentätern liefern, ohne im selben Satz auf die Verantwortung des Westens hinzuweisen.

Vielleicht seh ich es auch falsch und der Westen trägt keine Schuld an den Verwerfungen.

Kommentar von earnest ,

Nun mal langsam: Du suggerierst zwischen den Zeilen, der böse "Westen" sei für jeden durchgeknallten Selbstmordattentäter verantwortlich.

Pardon, aber das ist völliger Blödsinn.

Primär verantwortlich ist hier ein extrem ausgelegter Islamismus, zumeist verknüpft mit dem Glauben an ein durch paradiesische Jungfrauen vergoldetes Märtyrertum.

Kommentar von Agentpony ,

... und ein tiefverwurzeltes Mißtrauen gegen den "Anderen", der nicht dem eigenen Clan/Familie/Stamm/Ethnie/Auslegung der Märchenbücher zugehörig ist. Wenn man schon Parallelen der Entwicklung zwischen Europa und dem arabischen Raum zieht, dann doch bitte nicht nur die erfolgreichen kapitel zitieren.

Zudem geht die paneuropäische Idee bereits auf die Römer zurück und war ein Jahrtausende währender philosophischer Traum. Der Kalifatstraum ist damit nicht vergleichbar, da das Ziel nicht die Zusammenführung der Völker ist.

Antwort
von ThorbenHeiler, 72

Ich finde deine Analyse gar nicht schlecht, aber es ist schwierig herauszufinden was wirklich los ist. Du schreibst z.B.

Anschließend wurde der Irak aufgerüstet, um den islamischen
Fundamentalisten Chomeini zu stürzen. Nachdem dieser vom Westen
initiierte Angriffskrieg scheiterte, saß der Irak auf Schulden, die er
eigentlich aus der Eroberung des Irans bezahlen wollte.

Die USA haben in dem Krieg den Iran unterstützt. Informiere dich mal über die Iran-Kontra-Affäre. Die Schulden waren für den Irak nicht wirklich ein Problem.

Also brauchte er ein neues Ziel - Waffen waren ja vorhanden. Es folgte der kurze Krieg des Irak gegen Kuwait.

Kuwait hatte vor dem Krieg nur ein einziges Ölfeld, das zentral lag. Dieses Ölfeld war erschöpft. Deshalb hat Kuwait, bzw. BP, schräg gebohrt, um an ein irakisches Ölfeld zu gelangen. Das fiel aber auf, weil dort der Druck absank. Also ...=!> Nach dem Krieg der USA/GB gegen den Irak wurde Kuwait im Norden erweitert, angeblich als Sicherheitszone gegen den Irak. Nun konnte Kuwait senkrecht bohren, um an das Ölfeld zu gelangen. Aber das Ölfeld war/ist groß und konnte immer noch auch vom Irak erreicht werden. Um dort die irakischen Bohrlöcher zu schließen, haben die USA/GB dann den zweiten Krieg gegen den Irak geführt.

Früher gingen Studenten massenweise auf die Straße. Geht es uns heute zu gut, um uns für die eigentlichen Ursachen zu interessieren?

Früher ging es uns besser (Universitäten besser ausgerüstet, Straßen, Brücken, Spielplätze, Parks, Schwimmbäder, Urlaub, Renten, Arbeitszeit, Arbeitsbelastung, Arbeitslosenversicherung, Krankenhäuser ... alles war besser), aber damals wurden die Demonstrationen von der UdSSR organisert, bzw. ihren Angestellten. Putin-Russland will sich einfach nur in Ruhe entwickeln und macht sowas nicht. 

Kommentar von earnest ,

Wann war das "damals", bei dem Demos "von der UdSSR organisiert" waren? Und von welchen Demonsrationen sprichst du?

Oder war das als Realsatire gemeint?

Antwort
von 3plus2, 46

Der Kommunismus; möchte alle Menschen gleich machen, das hört sich gut an, ist aber nicht umzusetzen der Kommunismus ist wider der menschlichen Natur, die Menschen sind Pioniere und wollen immer besser und immer mehr, das ist der Antriebsmotor der Menschen, mein Haus, mein Boot, mein Auto usw., wenn sich die Arbeit für den Menschen nicht persönlich rechnet, dann wird er Faul, derKommunismus macht alle gleich (…) faul,

außer die führenden Genossen, die leben dann in Saus und Braus. In allen Länder in dem der Kommunismus das Sagen hatte sind gescheitert, erst als der Kommunismus abgeschafft wurde ging es wiederaufwärts. Aber es gibt immer wieder Träumer die meinen es besser machen zu können.

Kommentar von Bthomast ,

Ich bin kein Träumer, sondern wunder mich, was sich unsere Gesellschaft gefallen lässt - und auch ich persönlich mir gefallen lasse.

derKommunismus macht alle gleich (…) faul, [...] außer die führenden Genossen, die leben dann in Saus und Braus.

Die freie Marktwirtschaft führt dann also nicht dazu, dass man sich auf die faule Haut legen kann, wenn man erstmal 5 Mio $ auf der hohen Kante hat? Alleine die jährlichen Zinsen/Dividentenausschüttungen betragen dann mehr als ein gewöhnlicher Arzt im Jahr verdient und noch dazu wird es lediglich mit 25% versteuert. Das ist natürlich gerecht. Schließlich hat jeder Mensch die gleiche Möglichkeit, 5 Mio $ zu erben oder zu erwirtschaften ;-). Natürlich kann das jeder, aber nicht alle! Wenn ein Mensch 5 Mio$ hat, müssen andere Menschen -5 Mio$ haben. Sonst stimmt die Bilanz nicht. Ein durch und durch gerechtes System - diese freie Marktwirtschaft.

Jetzt bedenke noch, dass es ca 2000 Milliardäre gibt, welche selbst und auch deren Kinder und Kindeskinder theoretisch nie mehr arbeiten müssen, weil sie Jahr für Jahr mindestens 20 Mio € Dividente aus ihrem Vermögen erhalten. Die leben dann etwa nicht in Saus und Braus?

Mir geht es nicht darum ob Kapitalismus oder Kommunismus besser ist. Beides führt in seiner Reinkultur zu Missständen. Es braucht daher stets einen kommunistischen, besser gesagt einen sozialen, Gegenpol in einer kapitalistischen Gesellschaft und umgekehrt ebenso. Wohin Kapitalismus und freier Markt führt, sehen wir in Amerika. Wie gesagt, die breite Mittelschicht konnte sich ihr Eigenheim im reichsten Land der Welt nicht wirklich leisten - obwohl im Durchschnitt jeder Amerikaner von Jahr zu Jahr reicher werden soll?!

Mir fehlt einfach nur der Gegenpol.

Kommentar von Sowjetunion2018 ,

der kommunismus hatte nirgendwo das sagen da es ihn nie gab

Antwort
von YDerKellerY, 10

Die meisten können sich (noch) nicht vorstellen, das es ein besseres System als den Kapitalismus gibt. Mir kommt es so vor als denken die meisten, dass es eh schon zu spät ist. 

An das Ende denkt eben keiner gern, darum verhält sich jeder so als gehe das Leben ungehindert immer weiter. Und man ist sowieso immer zu beschäftigt um sich Gedanken über grundlegende Probleme zu machen.

Für alle die nicht wissen was ich mit anderen Systemen meine hier ein Beispiel:

Antwort
von Latexdoctor, 86

Die Medien werden benutzt um die Bevölkerung ruhig zu halten, die wenigsten sind wie du und lesen auch das, dass nicht gesehen/bemerkt werden soll(te)

Politik+Witschaft = 1

Das sagt doch alles :(

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