Frage von andreas4121, 54

Die Kasusfälle und deren Reihenfolge in einem Satz?

Hallo,

ich habe zurzeit ein folgendes Problem. Erst mal hier ein paar Beispielsätze und dann meine Frage dazu.

Der Lehrer hat seinem Schüler das Buch dort gegeben.

Der Lehrer hat das Buch seinem Schüler dort gegeben.

oder

Der Lehrer hat das Buch heute seinem Schüler dort gegeben.

Der Lehrer hat heute seinem Schüler dort das Buch gegeben.

oder

Der Lehrer hat das Buch dem Schüler gegeben.

Der Lehrer hat dem Schüler das Buch gegeben.

Meine Fragen dazu sind folgende:

  1. Gibt es einen Unterschied bei den jeweiligen Sätzen oder bleibt der Sinn eigendlich gleich?

  2. Wird im deutschen Satzbau eine bestimmte Reihenfolge berücksichtig bzw bevorzugt also eine Art grammatische Regel bestimmter Reihenfolge der Kasusfälle? Dass das Subjekt im Nominativ am Anfang des Satzes stehen muss ist mir schon klar aber was ist mit dem Akkusativ und dem Dativ.

  3. Meine letzte Frage wäre, nachdem meine zwei Fragen oben beantwortet wurden, ob das ganze im Präteritum ein unterschied machen würde.

MfG

Expertenantwort
von Volens, Community-Experte für Grammatik & deutsch, 28

Die Satzstellung ist abgesehen von der Reihenfolge S - P - O (Subjekt - Prädikat - Objekt) im Deutschen relativ freizügig. Auch den englischen Stellungsdativ kennen wir nicht, weil wir für Dativ und Akkusativ verschiedene Artikel haben. Dennoch wird auch bei uns normalerweise der Dativ vor den Akkusativ geschrieben.

Ich gebe dem Freund das Buch (und nicht andersherum.)
Gelegentlich werden aus Betonungsgründen Satzteile weiter nach vorn geholt und auch Subjekt und Prädikat vertauscht (invertiert).

Ausgerechnet dieses Buch gab er dem Freund.

Weitere Satzteile gruppiert man vorn oder hinten im Satz.

Ich gebe dem Freund das Buch auf dem Hof.
Gestern verteilte der Lehrer die Hefte in der Pause nach der ersten Stunde.

In den verschiedenen Tempora (Zeiten) gibt es da keine Abweichungen, also auch nicht speziell beim Präteritum.

Kommentar von Volens ,

Ein Genitivobjekt folgt sogleich hinter dem Prädikat:
Die Eltern gedachten der Vorfahren mehrmals in der Woche.

Ein Genitivattribut folgt jeweils seinem Beziehungswort unmittelbar.
Der Garten des Vaters ist am Rande der Stadt.

Antwort
von zehnvorzwei, 24

Hei, andreas4121, im Prinzip ist die Satzstellung frei wählbar und gibt je nach Betonung in Nuancen einen anderen Sinn bzw. Akzent.

In deinen Beispiel nutzt du das Perfekt, wobei das Partizip P. am Ende des Satzes steht - richtig. Im Präsens und Präteritum folgen wir der "klassischen Reihe Subjekt, Prädikat, Objekt.

In deinen Sätzen fehlt der Genitiv; deshalb trage ich hier ein Beispiel nach: Der Vater und dessen Schwestern schenken dem Kind einen Zehner.

Und so. Grüße!

Antwort
von andreas4121, 13

Ich danke euch bis hierhin. Dann kam mir noch ein Problem vor, diesmal mit einem Adverb.

Der Lehrer hat das Buch heute seinem Schüler erklärt.

Der Lehrer hat heute seinem Schüler das Buch erklärt.

oder

Der Lehrer ist in die Kneipe abends für das Feieren eingetreten.

Der Lehrer ist abends für das Feiern in die Kneipe eingetreten.

Meine Frage ist nun, macht es hier auch ein Unterschied? Für mich klingt es so als sei es beim ersten Beispiel ok so wie das Adverb jeweils steht.

Doch beim zweiten Beispiel klingt es komischer wenn das Adverb hinter "Kneipe" steht. Wobei ja das Beispiel im Prinzip das selbe ist wie das erste Beispiel mit dem Adverb "heute", oder übersehe ich etwas? Würde mich wieder über antworten sehr freuen.

MfG

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