Die indirekte Konfrontation mit Polizeigewalt in den USA: Lieber eingreifen oder den Tatvorgang filmen, um es danach an die Öffentlichkeit zu bringen?

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14 Antworten

Sich in diesem Falle einzumischen, halte ich für gar nicht gut. Wenn die schon dabei sind, jemanden zu erschießen, musst auch du damit rechnen, wenn du die Polizei angreifst und genau so werden die das nämlich darstellen. Dann wärst du gleich der nächste Fall von ausuferndem Schusswaffengebrauch.

Da hilft nur Filmen und veröffentlichen, da es sich dabei ja nicht um einen Einzelfall sondern um ein Problem des gesamten amerikanischen Polizeisystems handelt.

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Das Eingreifen bei einer Polizeiaktion ist eine ganz bescheidene Idee. 
Das KANN nur in die Hose gehen. Und zwar gewaltig. 

Filmen ist das einzige was man in diesem Fall tun kann und auch tun sollte. 

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> Die erste Lösung hätte wahrscheinlich ein Menschenleben gerettet,

Warum glaubst Du, dass ein Polizist, der den einen Unschuldigen totschlägt oder -schießt, mit dem hinzukommenden zweiten anders verfahren würde?

Du kannst es aus sicherer Entfernung filmen, das wird Dir ein paar zusätzliche Clicks auf youtube geben. Spende die zusätzlichen Werbeeinnahmen den Hinterbliebenen, das ist leider das einzige, was Du tun kannst.

Die Veröffentlichung wird nicht zu einer Besserung der Verhältnisse führen. In den bekannt gewordenen Skandalfällen fehlte es ja nicht an Beweisen für die Untaten der Polizisten. Sie wurden trotz dieser Beweise freigesprochen.

Verstehen kann ich die Freisprüche nicht, und auch nicht beurteilen, ob sie nach dortiger Rechtslage nachvollziehbar sind, oder nur mit dem Rassismus der Jury zu erklären sind.

Aber das gleiche Problem habe ich auch mit der deutschen Justiz und ihrem Umgang mit den NS-Verbrechen, ist also kein Grund, das US-System per se für schlechter zu halten.

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Die Film Möglichkeit ist die bessere. Du Wahrscheinlichkeit das du dabei selber stirbst besteht. Denen Interessiert es nicht ob die einen oder zwei töten. Sofern hilfst du mit dieser Sache gar keinem. Wenn 2. Personen wegen Polizei Gewalt sterben, ist das den Medien mittlerweile egal. Weil es bei 2. Personen viel zu uninteressant ist. Entweder wird es sehr dramatisiert oder es wird gar nicht dadrüber berichtet. 

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die erste lösung hätte kein menschenleben gerettet sondern eher eins mehr gekostet.

die polizisten dort müssen immer davon ausgehen das der festzunehmende bewaffnet ist und helfer hat. versucht da ein fremder einzugreifen würde ich davon ausgehen das er bewaffnet ist und auf ihn schiessen.,

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Kommentar von linlin9090
07.07.2016, 15:07

Da stimme ich Ihnen zu, doch im Umkehrschluss heisst es auch, dass dem direkt Betroffenen am Boden, egal wer es auch sein mag, nicht mehr geholfen werden kann, selbst wenn er vielleicht um Hilfe schreit, niemand würde ihm aufgrund der von Ihnen genannten Gefahr zur Hilfe kommen. Irgendwie traurig.

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Kommentar von CubeNoob
07.07.2016, 15:07

die bekommen es ehrlich so beigebracht? das wenn ein Freund des Opfers sich gegen die Festnahme ausspricht direkt ein Komplize ist und ebenfalls mit Waffengewalt neutralisiert werden darf? dann dürfte niemand außer die Polizei mehr durchgreifen und soweit ich mich erinnere geht doch jede Gewalt vom Volke aus. Polizeistaat?

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Ich glaube nicht dass sich durch das Fiömen und im Internet hochladen was bringt. Das wird nämlich schon seit Jahren so gemacht und nichts ist passiert.

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Kommentar von linlin9090
07.07.2016, 15:14

Es wird aber dadurch mehr Öl ins Feuer gegeben. Es ist die Akkumulation der bürgerlichen Wut, die sich letzlich gegen die Politik vielleicht durchsetzen kann. Das haben wir ja soeben beim Brexit oder die Reform des Sexualstrafrechts in Deutschland.

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Gerade wenn es um Polizeigewalt geht halte ich es für gut, den Vorgang zu filmen. Als Einzelperson kann man nicht sinnvoll gegen aggressive Polzisten einschreiten. Bestenfalls folgt "nur" ein Verhaftung, schlimmstenfalls der Tod. Dabei hat die Polizei als staatliches Organ immer Recht (wenn es keine Beweise gibt) und den Opfern wird dadurch auch nicht geholfen, eher das Gegenteil ist der Fall. Es ist so als würde man versuchen einer von einer Klippe fallenden Person zu helfen, indem man selbst nachspringt.

Die erste Lösung hätte wahrscheinlich ein Menschenleben gerettet, die zweite Lösung könnte wahrscheinlich zukünftig mehreren Menschen das Leben retten.

Mit dem ersten Aufkommen des Wortes "wahrscheinlich" bin ich nicht einverstanden. In Wahrheit ist die Wahrscheinlicht dafür (siehe oben) äußerst gering. Mit dem zweiten Teil haben Sie völlig Recht, das Beweismaterial sensibilisiert die Bevölkerung und möglicherweise letztendlich auch den Staat, etwas an massiver und ungerechtfertigter Polizeigewalt zu unternehmen. Aus diesem Grund ist die zweite Lösung meines Erachtens moralisch besser und viel nachhaltiger (weil wesentlich wirkungsvoller, im Besonderen auf längerer Hinsicht)



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Kommentar von linlin9090
07.07.2016, 15:20

Gering ist ja nicht gleich null. Aber lässt sich das mit dem eigenen Gewissen vereinbaren? Zusehen, wie jemand vor den eigenen Augen getötet wird.

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Das sind GAFFER, UND GAFFER sind oft DUMME Personen, die dann auch für den Tod mancher Unfallopfer sorgen, indem sie die Rettungsdienste NICHT durchlassen. Ich hasse das, wenn wir im Sommer einen Einsatz haben und Personen ausm See ziehen wollen. Alle gucken. Aber keiner hat mal nen Ticken Respekt unserer Arbeit und dem Opfer gegenüber.

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Kommentar von linlin9090
07.07.2016, 15:17

- Das persönliche Einschreiten gefährdert die eigene Sicherheit - darauf verzichten.

- Den Tatvorgang filmen fällt unter Gafferei und behindert die Polizei an ihre Arbeit - darauf verzichten.

Lösung: Also am besten weggucken, ignorieren und weitergehen?

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Kommentar von Carlmann
07.07.2016, 15:24

Nein, das nicht, aber wenn man keinen Plan hat, was zu tun ist, dann sollte man die ausgebildeten Retter nicht behindern. Man sollte sie auch am besten in Ruhe ihre Arbeit verrichten lassen und sie nicht zu 50igst umzingeln, sodass wir nich mehr vernünftig an den Rtw kommen.

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Kommentar von Carlmann
07.07.2016, 15:29

Wenn man die Vermutung hat, dass was falsches vorgeht, dann darf man das auch filmen, aber nur, wenn man sich zu 100% sicher ist.

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Du kannst mich gern für feige halten, aber in einem Land, wo die Ausbildung nur einen Bruchteil der Zeit in Anspruch nimmt wie die der europäischen Polizisten udn wo  die Polizei nach guter alten Wild West Manier  nach der Prämisse arbeitet, "erst schießen, dann fragen" wäre ich extrem vorsichtig.

Die dortige Polizei lebt eben mit der Erwartung großer Brutalität udn fast ständiger Bewaffnung der Täterseite. Ganz im Gegenteil zu Deutschland.

Das ein deutscher Verkehrssünder eine Pistole dabei hat, ist eher selten. In den USA mindestens bei 50 %, weil eben sehr viele Amis eine Waffe haben.

Wenn ich also eine Polizeiaktion in den USA sehen würde, würde ich mich sofort unauffällig entfernen.

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Die Ursache muss bekämpft werden- nicht die Symptome.

Seit 50 Jahren ist die Rassentrennung in den USA offiziell abgeschafft, doch Schwarze bleiben benachteiligt. Vorurteile gegen Schwarze und Muslime sind in den USA weiter weit verbreitet.

Seit dem frühen 19. Jh. verlagerte sich die Sklaverei in den USA weitgehend auf die Baumwolle.Um 1860 arbeiteten fast 2 Millionen, also die Hälfte aller US-amerikanischen Sklaven, auf 74.000Baumwollplantagen. Während in Jamaica 1834 auf einen Weißen zehn Schwarzekamen, betrug der Anteil der Weißen im gesamten Süden der USA etwa 67%.

Die USA muss aufklären!

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es kommt immer auf die Situation an aber ich denke das filmen wäre in den meisten fällen die bessere Lösung.

wie du schon sagtest, das kann in Zukunft mehreren Menschen das leben retten. Es schreckt evtl. ab oder die Polizisten werden besser geschult.

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Du willst Polizeibeamte bei Amtshandlungen angreifen? Keine gute Idee. Dass jeder Schusswaffengebrauch der Polizei zum Skandal aufgebauscht wird, sagt mehr über die Medien als über die Polizei aus. Zum Schluss verrate ich Dir noch ein kleines Geheimnis: Die Polizei ist dazu da Gewalt auszuüben. Der Begriff "Polizeigewalt" macht insofern absolut keinen Sinn.

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Kommentar von Bartstoppel1902
07.07.2016, 15:24

So ein Schwachsinn, die Polizei ist nicht dazu da Gewalt auszuüben. Die Polizei hat lediglich die Befugnis dazu, im Zweifelsfall Gewalt anzuwenden.

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Kommentar von linlin9090
07.07.2016, 15:26

Von Angriff war nicht die Rede, lediglich von Einschreiten, auf welche Weise das erfolgt, habe ich bewusst nicht definiert, um mir die breite Meinungsverschiedenheit hier zu lesen. 

Dass jeder Schusswaffengebrauch der Polizei zum Skandal aufgebauscht wird, sagt mehr über die Medien als über die Polizei aus

Heisst es Ihrer Meinung nach, dass das Handeln der Polizei in den meisten Fällen, in denen Schusswaffengebrauch stattgefunden hat und von den Medien als Skandal verteufelt wurde, gerechtfertigt war?

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Die erste Lösung ist sehr riskant und kann auch mehr Leben kosten, als es ohne Eingreifen kosten würde.

Das brutale Vorgehen ist vom Staat gewollt und es wird nichts dagegen unternommen.

Durch solche Videos könnte die Regierung vielleicht unter Druck geraten etwas an der Situation zu ändern.

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Ich sehe die erste Möglichkeit um einiges Sinnvoller, auch wenn man dabei möglicherweise sein Leben verliert.

Wer nicht einschreitet um anderen zu helfen nur weil man sich dabei ja verletzen könnte ist meiner Meinung nach ziemlich egoistisch.

Es ist doch egal wer bei einem solchen Vorfall stirbt, Helfer oder Opfer?

Wer nur an sich selbst denkt, so in der Art "Hauptsache ich überlebe, nur mein Leben zählt, alle anderen können sterben." sollte wenn es nach mir ginge bei der nächsten Auseinandersetzung selbst ums Leben kommen.

Helfer ist nur, wer sein eigenes Leben riskiert, um andere zu retten!


Wenn es allerdings um die Polizei geht, was ich irgendwie überlesen habe, solltest du nicht einschreiten!

Die Polizei weiß was sie tut und wenn jemand erschossen wurde hatte das wohl auch einen Grund.

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Kommentar von linlin9090
07.07.2016, 15:48

Die Polizei weiß was sie tut und wenn jemand erschossen wurde hatte das wohl auch einen Grund.

Verstehe ich Sie dann richtig, dass die Polizei immer rechtens handelt, niemals emotional wird, stets objektiv und unparteiisch ist und keineswegs Willkür aufgrund eventueller, diskriminierender Ansichten oder persönlicher Meinungsverschiedenheit ausübt?

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Kommentar von TomRichter
09.07.2016, 03:36

> Die Polizei weiß was sie tut und wenn jemand erschossen wurde hatte das wohl auch einen Grund.

Kann es sein, dass die letzten zehn Jahre Nachrichten über USA und rassistisch motivierte Polizeigewalt spurlos an Dir vorübergegangen sind?

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