Frage von Nordlicht82, 141

"Die Hunde machen das unter sich aus"- was haltet ihr davon?

Moin Community,

erstmal: Tausend Dank an alle, die mir bis jetzt mit Rat und Tat zur Seite gestanden haben :) Ich habe das Gefühl, hier endlich normale Menschen zu treffen.

Früher war ich oft mit unserem 1 1/2 Jahre jungen Jagthund im Hundeauslauf. Nicht, weil ich den Kontakt zu den Menschen gesucht habe, sondern, um unserem Hund etwas Gutes zu tun. Ich gehe dort nicht mehr hin, da mich die vielen ungewollten Ratschläge, die Besserwisserei und dummen Kommentare stressen und sich der Stress im Endeffekt auf unseren Kurzen überträgt. Dieser Wettbewerb, wessen Hund am besten erzogen ist, welche Methode die Richtige ist, wie ein Hund wann zu reagieren hat- ich kann es nicht mehr hören.

Nun zu meiner Frage:

Immer wurde gesagt: "Die machen das unter sich aus." Das sehe ich absolut nicht so. Wenn ein Hund meinen Hund, der sich unterworfen hat und auf dem Rücken liegt, weiter bedrängt, schreite ich ein und ziehe den Hund weg. Da kenne ich nix. Hat mir schon oft böse Kommentare eingebracht. Oder ich überschütte beide mit Wasser, also meinen und den anderen, wenn sie nicht mehr hören und ineinander verbissen sind- die Hunde gehen sofort auseinander, gehen wieder friedlich miteinander um- und die Besitzer gehen verbal auf mich los. Das krasseste Erlebnis hatte ich am Hundestrand: Ein Hund kam knurrend, steif und mit einer Bürste auf uns zu. Ich sagte: "Ab!", er entfernte sich und die Besitzerin beschimpfte mich und lief hinter mir her.

Meiner Meinung nach muss ich als Chefin auf meinen Hund aufpassen, da ich die Verantwortung für ihn habe. Ist das richtig? Ist dieses "Die machen das unter sich aus" ein hartäckiger Mythos oder ist da was dran?

LG euer Nordlicht

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von wotan0000, 56

Das der Satz "das machen die Hunde unter sich aus" nicht richtig ist, sagt einem eigentlich der gesunde Menschenverstand.

Ich kann diesen Satz schon durch ein nicht ausgeglichenes Kräfteverhältnis widerlegen = Rotti gegen Chi.

Aber auch beim Kräftegleichstand widerspreche ich diesem Satz.

Ein Hund, egal welcher Grösse muss sich auf seinen Halter verlassen können. Das heisst, jeder Hund, der meinem Hund ans Fell will, muss erst an mir vorbei und das ist nicht einfach.

Normal kommt man mit blocken oder splitten gut klar.

Kommentar von wotan0000 ,

Dankeschön für den Stern

Antwort
von michi57319, 37

Diese pauschale Aussage habe auch ich immer gehasst!

Wenn meine Schäferhündin das mit ihrer Lieblingsfeindin unter sich ausgemacht hätte, wäre eine Hündin dabei drauf gegangen.

Wenn sie mit Rüden zusammen war, habe ich da durchaus Ruhe bewahrt. Zumal es ja für uns häufig schlimmer aussieht und sich anhört, als es ist. Aber da braucht's einfach auch einen Blick für, wann es kritisch wird.

Ich bin da ganz auf deiner Seite.

Wir hatten hier eine Nachbarschaftshunderunde, die total klasse war. Wir haben uns gut verstanden, die Hunde auch. Dazu gab's den lockeren Treff auf der Wiese, wo wir so gar nicht reingepaßt haben.

Weder muß ein Hund mit jedem anderen Hund auskommen, noch alles einigermaßen friedlich lösen. Wenn ich weiß, daß bei bestimmten Zusammentreffen die Fetzen fliegen, hab ich das unterbunden.

Mach dir nichts aus Gutmenschen, die kein Verständnis dafür haben, daß du deren Hund verscheuchst.

Die übrigens wirksamere Methode ist, dem anderen Halter zuzurufen, daß dein Hund Flöhe hat ^^

Geh du mal schön weiter so deinen und diesen Weg, das finde ich gut und richtig!

VLG Michi

Expertenantwort
von jww28, Community-Experte für Hund, 46

Hi, :)

Habe eine 3,7 kg Hündin, kann daher nur sagen, das das Hunde nicht untereinander regeln können. Zumal man damit das aufgebaute Vertrauen wieder verliert, so das man mit den Training wieder von vorne anfangen kann. 

Das einzige was geht, ist das man sein Hund so weit sozialisiert, das er kein Konflikt beim anderen auslöst durch eine unsichere Körperhaltung zB. Aber ansonsten hilft nur eingreifen. Und ja ich bekenne mich, meine Hündin wird auch mal auf dem Arm evakuiert, bevor sie von wesentlich größeren zerrissen wird. Dann ist mir das herzlich egal was andere sagen, aber ich werde lieber selber gebissen und geh zum Arzt anstatt mein Hund danach bestatten zu müssen. Kostet zwar Nerven ohne Ende, letzte mal kam mir eine unangeleinte übelgelaunte Rottidame entgegen gerannt mit den hilfreichen Hinweis des Halters das sie nur Angst hat :O da glaubt man schon fest an sein baldiges Ableben, aber immerhin hatte sie dann wirklich nicht den Mumm uns anzugreifen. 

Das einzige wo ich sage man sollte es laufen lassen ist wenn 2 Hunde der gleichen grossen Gewichtsklasse kämpfen und man nur alleine ist und dann mehr als 100 unbändige Kilos halten müsste, da sollte man wirklich mehr auf sein eigenes Leben achten. 

Antwort
von MiraAnui, 34

Absolute Schwachsinn Aussage.

 Treffen zwei Wolfsrudel aufeinander, regeln das die Anführer, nicht die Halbstarken.

Sprich: treffen meine Hündin und ich (Murphy lass ich weg. Der mag keine Hunde) und es kommt zu streit, greif ich ein. Ich lass nicht zu das meine Hündin das regelt, obwohl sie es richtig könnte.  

Vorallen lass ich nicht zu das meine Hündin bedrängt oder gemobbt wird. Ich bin ihr Fels in der Brandung. Ihre Festung. Würde ich ihr keinen Schutz bieten verliere ich ihr Vertrauen 

Antwort
von Dahika, 30

Es mag unter eingeschränkten Bedingungen stimmen. Aber wenn ein Boxer mit einem Chihuahua streitet , würde ich darauf nicht warten.

Expertenantwort
von Berni74, Community-Experte für Hund, 28

Bei dieser Aussage gehe ich absolut fest.... Warum sollten einander mehr oder weniger fremde Hunde etwas "unter sich ausmachen". Häufig kommt dann noch so ein qualifizierter Spruch wie "das ist doch ein Rudel"... Nein, ist es nicht. Und nein, mein Hund muß gar nichts mit anderen Hunden ausmachen. Ich sorge dafür, daß weder mein Hund rumstänkert und andere Hunde mobbt oder bedrängt, noch das selbe ihm widerfährt.

Antwort
von BS3BM, 57

Wenn man seinen Hund gut kennt, seine Signale versteht, weiß man sehr genau, wann man einschreiten soll und die Sache für seinen Hund regeln. Ich bin der Meinung, dass Du dass sehr gut machst. Es stimmt einfach nicht, dass Hunde alles unter sich "ausmachen". Es gibt Hunde die sind einfach nicht sozialisiert (aus welchem Grund auch immer) und verstehen selbst die Beschwichtigungssignale der anderen Hunde nicht, reagieren aggressiv. Da bin ich es meinem Hund schuldig einzugreifen und für ihn die Situation zu retten. Schließlich bin ich der Chef und mein Hund vertraut mir.

Antwort
von kalle10041990, 73

Bei richtig sozialisierten Hunden würde ich der Aussage "die machen das unter sich aus" größten Teils zustimmen. Ein Hund der weiß wie er sich im Rudel und gegenüber anderen Hunden Verhalten muss erkennt auch Unterwerfungs- und Dominanzgesten und handelt danach. Da diese Art der Hundeerziehung mittlerweile allerdings nur noch selten anzutreffen ist muss ich dir leider Recht geben, in vielen Fällen muss dort einfach der Mensch eingreifen um schlimmeres zu vermeiden.

Kommentar von wotan0000 ,

**Ein Hund der weiß wie er sich im Rudel und gegenüber anderen Hunden Verhalten muss erkennt auch Unterwerfungs- und Dominanzgesten** 

Eine fremde Hundegruppe ist aber kein Rudel. Da braucht nur ein Mobber bei sein und dann noch ein passendes Opfer und schon knallt es.

Kommentar von kalle10041990 ,

Aber es gelten dort die gleichen Verhaltensregeln wie im Rudel. Der fremde Hund wird von einem gut sozialisierten, aber vielleicht dominanten Tier vielleicht mal auf den Rücken gedreht um ihm klar zu machen wer hier Chef ist. Wenn dein Hund das richtig deuten kann weiß er das er hier nichts zu melden hat und wird sich unterwerfen. Ende der Geschichte, keiner kommt zu Schaden und jeder weiß wo die Grenzen sind. Das Verhalten das du in deinem Beitrag beschreibst ist einer der vielen Gründe warum die meisten Hunde nicht mehr Wissen wie sie sich anderen richtig gegenüber Verhalten sollen, wie sollen sie das auch lernen wenn bei jedem Konflikt der Besitzer eingreift und dadurch den Stress und die Aufregung solch einer Situation noch künstlich Hocharbeitet.

Antwort
von Sheogorath, 60

Du hast absolut Recht, denn es sind Hunde und keine Wölfe. Wir machen das ganz genauso wie du und haben uns auch schon böse Blicke eingefangen, aber da muss man halt durch.

Du als Hundeführer bist der Chef und trägst die volle Verantwortung für das Verhalten deines Tieres. Ich finde es unmöglich, wenn andere Hundebesitzer diese Verantwortung nicht verstehen und nicht korrigierend eingreifen. Hunde brauchen diese Anleitung und sind ihrem Chef dankbar, wenn es eindeutige und sinnvolle Befehle gibt.

Antwort
von adventuredog, 11

hallo Nordlicht - schöner Name übrigens ;)

dieser Spruch :

"Die machen das unter sich aus" 

ist ein Mythos und die blödeste Aussage über Hundeverhalten überhaupt. Wird allerdings noch getoppt von :  " der Tut nix" und : "einmal sollte jede Hündin Junge haben"

Diese "Hundeversteher"-Thesen halten sich, als wären sie in Stein gemeisselt, dabei gehören sie allenfalls in die Märchen- und Sagenwelt, nicht aber in die heutige aufgeklärte und informierte Gesellschaft. Aber wahrscheinlich ist es für gewisse Zeitgenossen einfach leichter etwas nachzuplappern, als sich selber zu belesen, nachzudenken und zu informieren.

Ich halte es wie du beschriebst : um derartige Ansammlungen von Hundeverstehern mach ich schon lange einen Bogen und schütze auch generell meine Hunde, vor allem vor der Dum mheit der Leute. Auch habe ich es aufgegeben, mich in Diskussionen verwickeln zu lassen, denn meist ist deren Begriffsstutzigkeit genetischer Natur....

Antwort
von Nordlicht82, 43

Wenn unser Hund einen unterlegenen Hund bedrängt, dann schreite ich ein. Wenn ein fremder Hund unseren Hund bedrängt und ich sehe, wie unserer unsicher wird und sich nicht wehrt, schreite ich auch ein.

Vor seiner Geschlechtsreife hat er sich alles gefallen lassen, jetzt zeigt er deutlich Grenzen und setzt diese auch durch, leider nicht immer. Wenn nötig, unterwirft er sich schnell und deeskaliert so die Situation.

Auch wenn viele Leute ständig an ihm herummäkeln: Er ist großartig und wir sind stolz auf ihn :)

Kommentar von Einafets2808 ,

Wo meiner so etwa 8 Monate alt war. Gab es auch mal so eine Situation, meiner trifft im Freilauf auf einen 20 Monate alten Rüden, der hat meinen gemobbt und als meiner sich unterworfen hat, und stocksteif da lag. Hat er ihn am Ohr gepackt und gebissen und geschüttelt.

Seid dem lass ich es garnicht mehr dazu kommen, das meiner überhaupt gemobbt wird.

Expertenantwort
von Naninja, Community-Experte für Hund, 37

Ich könnte dazu jetzt eine ganze Menge schreiben, aber verlinke stattdessen mal diesen Artikel:

http://www.tierarzt-rueckert.de/blog/details.php?Kunde=1489&Modul=3&ID=1...

Expertenantwort
von Einafets2808, Community-Experte für Hund, 37

Hallo Nordlicht ließ dir mal diesen Beitrag durch der ist wirklich sehr zutreffend auf deine Frage und sehr informativ.

http://www.wissen-hund.de/hunde-klaren-das-unter-sich-oder/

Kommentar von wotan0000 ,

Toller und treffender Link. 

Kommentar von MiraAnui ,

Super Link!

Dauernd liest oder hört man din Hund braucht sozial Kontakte. Meiner scheißt drauf. Er will keine. Wenn ich das jemand sage, werd ich als Tierquäler betittelt und mein Hund als arme sau.

Ich hab schon im Welpenalter gemerkt: fremde Hunde sind für Murphy stress und für ihn kein Spaß. 

Ich hatte mal den spaß mit meinen beiden Hunde an der Leine und ein Labbi kam auf mich zu ohne Leine.

Meine haben sich gegenseitig hochgepusht und waren auf 180. 

Der Labbi Besitzer: lass sie doch los. Die Regeln das schon.

Ich nur: meine zwei würden sofort auf ihren los gehn und es würde böse enden, da sie sich gegenseitig hochpushen

Kommentar von wotan0000 ,

Meiner will auch keine Hundekontakte und ist dadurch nicht normal.

Natürlich nicht MEINE  Meinung.

Wir genügen ihm und ich bin stolz drauf.

Antwort
von Netsophren, 49

So einfach lässt es sich nicht sagen. Im Normalfall ist es richtig, dass Hunde Probleme selber lösen.

In letzter Zeit treffe ich mit meinem Hund oft auf andere, deren Hund kein Sozialverhalten mit anderen Hunden gelernt hat, da schaut es schon wieder anders aus.

Normalerweise ist nach der Unterwerfung Schluss.

Antwort
von Quad500, 49

Da ist echt was dran da Hunde sehr intelligente Wesen sind und selbstständig Entscheidungen treffen können.

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