Frage von NewKemroy, 56

Die Frage entbehrt nicht an Sarkasmus und Gesellschaftskritik. Aber ich würde gerne wissen, ob Mais nicht einen höheren Wirkungsgrad in Heizkraftwerken hätte?

Mais oder Maissilage wird heutzutage in Deutschland in Massen angebaut, um ihn in Biogasanlagen zur Stromgewinnung einem Fäulnis-Prozess zu unterwerfen, bei dem brennbares Methangas entstehet, mit dessen Hilfe ein Generator angetrieben wird.

Läge der Wirkungsgrad nicht weit aus günstiger, wenn man den Mais gleich direkt verbrennen würde? Zumindest könnten hierbei auch die ansonsten schwer vergärbaren organischen Bestandteile wie z.B. Cellulose in Energie umgewandelt werden.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Comment0815, 23

Das schöne an Biogas ist, dass man es als Methan ins Erdgasnetz einspeisen kann.

Wie das bei einer Biogasanlage ist, bei der das Gas direkt verbrannt wird weiß ich nicht. Ich kann mir aber vorstellen, dass das Methan kontrollierter verbrannt werden kann als der Mais und die Leistung damit besser geregelt werden kann. (Das ist aber nur eine Vermutung.)

Als kleine Zusatzinfo für alle Interessierten: Kleine Biogasanlagen haben ein großes Problem. Methan ist ein deutlich effektiveres Treibhausgas als Kohlenstoffdioxid. Da kleine Biogasanlagen kaum verpflichtende Wartungen durchlaufen müssen und ein kleines Leck geringere finanzielle Verluste für den Betreiber verursacht als ständige Wartungen tritt häufig Methan aus. Hier kann also eine Quelle für Erneuerbare Energien den Treibhauseffekt steigern, obwohl das Ziel der Erneuerbaren Energien eigentlich das Gegenteil sein sollte. (Quelle ist eine Doku - ich glaube auf Arte - die ich vor einiger Zeit gesehen habe. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich bin absoluter Anhänger erneuerbarer Energien - das ist schließlich auch mein Wahlstudienfach.)

Kommentar von NewKemroy ,

Kennste den schon?

https://www.youtube.com/watch?v=tZJKhZFr58I

... eigentlich reichen die Aussagen in den ersten 50 Sekunden des Films, so dass man ihn bei knapper Zeit nicht vollständig bis zum Schluß gucken muss.

Kommentar von Comment0815 ,

Danke für den Link. Jetzt weiß ich wieder, warum ich kein Auto hab und noch auf die weitere Entwicklung von Elektroautos warte...

Kommentar von NewKemroy ,

Wieso? Mit den aus beiden Videos neu hinzukommenden Erkenntnissen verdreifacht sich der anzunehmende Umweltschaden. Folglich wird in Relation dazu dann ein neues Auto nur noch als 1/3 so schädlich, wie angenommen einzustufen sein ;-)

Kommentar von Comment0815 ,

Das ist wohl eine Milchmädchen-Rechnung...

Kommentar von Comment0815 ,

Danke für den Stern.

Antwort
von edhuad, 25

Hey,

stell dir vor wie hoch der Energieverbrauch sein muss, wenn du so viele Mengen an Mais täglich verbrennen musst. Wenn du Bakterien einsetzt, um Methangas zu produzieren, musst du diese Energie nicht aufwenden, aber erhältst Energie. Außerdem nutzt man die Abfälle der Biogasgewinnung in der Landwirtschaft als Dünger und Kompost, dadurch muss man viel weniger umweltschädliche Mineraldünger einsetzen. Dadurch entstehen wieder landwirtschaftliche Erträge, welche man auch als Viehfutter einsetzten kann. Die Gülle der Tiere, die dabei ensteht, nutzt man auch zur Biogasgewinnung, neben dem alltäglichen Biomüll. Dabei ensteht Methan, welches man aufbereitet und in das Erdgasnetz einspeist, dadurch ist man weniger auf fossile Brennstoffe angewiesen und ein anderer Teil geht, wie du schon gesagt hast, zur Stromgewinnung.

Biologische Prozesse zum Abbau des Biomülls zu nutzen ist 1.) billiger und 2.) umweltfreundlicher und 3.) sicherer. Die Biogasanlagen-Betreiber sind ohne hin schon auf Subventionen angewiesen.

edhuad

Kommentar von NewKemroy ,

Hallo,

stell dir vor wie hoch der Energieverbrauch sein muss, wenn du so viele Mengen an Mais täglich verbrennen musst.

Wie meinst Du diesen Satz? Ich dachte bei einem Verbrennungsprozess entsteht Energie.

Kommentar von edhuad ,

Du musst ja Energie aufwenden, um den Verbrennungsprozess überhaupt zu starten. Von alleine brennt der Mais ja nicht, d.h. du musst z.B. durch fossile Brennstoffe oder Strom erst ein Feuer erzeugen und dabei entstehen weitere Probleme.

Antwort
von urwalder, 5

Mal ganz davon abgesehen, dass es mittlerweile sehr gute Alternativen zu Mais gibt, die die Böden nicht so auslaugen und nicht als Monokultur angebaut werden, haben Biogasanlagen den Vorteil, dass sie Wärme plus Strom zur Verfügung stellen. Zusätzlich hat man nach Abschluss der Gasgewinnung ein hochwertiges Substrat zur Düngung von Feldern. Die Verbrennung von Mais würde aber erst einmal eine Trocknung voraussetzen, wofür du entweder Energie brauchst oder viel trockene Lagerfläche. Zudem entstehen bei der Verbrennung von Feststoffen mehr Emissionen, die dann wieder aufwendig gefiltert werden müssten.

Antwort
von Nicolay94, 39

Ich denke mal, dass das Gas einfach leichter und vor allem sauberer verbrennt. Kann mich natürlich auch täuschen. 

Antwort
von Suboptimierer, 22

Das klingt alles sehr verschwenderisch. Mais kann man ja u. a. auch essen.

Kommentar von rumar ,

Naja, derartige kleinliche Einwände kümmern eben die heutigen Industriebonzen herzlich wenig bis gar nicht ....

Antwort
von Hoegaard, 37

Und die Energie, die fürs Trocknen gebraucht wird? 

PS: Sarkasmus und Gesellschaftskritik entbehrt deine Frage durchaus.


Kommentar von NewKemroy ,

Danke. Ich hätte es vielleicht ausführlicher schreiben sollen. Der Sarkasmus und die Gesellschaftskritik, habe ich gedacht, ergreift gleich jeden automatisch, der liest, dass aus Biogasanlage nun Lebensmittelverbrennung werden könnte.

Mittlerweile habe ich auch diesen Link gefunden:

https://de.wikipedia.org/wiki/Getreideverbrennung

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