Frage von AMGFan123J, 19

Die Forstwirtschaft. Was würdet ihr unter der nachhaltigen Forstwirtschaft verstehen?

Ich bin mit der Frage etwas überfordert.

Antwort
von beglo1705, 8

Nachhaltigkeit in der Forstwirtschaft beeinhaltet mehrere Aspekte:

  • Stabilität bezogen auf die Regeneration (der Wald regeneriert sich selbst)
  • Nachhaltigkeit in Form von Ressourcennutzung
  • Resilenzfähigkeit des Waldes (der Wald bleibt auch nach Katastrophen im Gleichgewicht)

Man kümmert sich also, dass der Wald gesund bleibt, man schneidet nicht mehr Holz aus dem Wald als nötig, man kümmert sich wenn der Wald "krank" ist (also Borkenkäfer, Pilze an Bäumen, Wildschäden) und leitet als Förster die Gegenmaßnahmen ein, Totholz wird zum Teil auch einfach liegen gelassen sodass Organismen darin überleben/sich vermehren, welche der Wald benötigt.

Ziel der nachhaltigen Forstwirtschaft ist es, ein gesundes, sich selbst tragendes Ökosystem zu schaffen/weiter zu führen, in das man nicht mehr eingreift, als nötig um möglichst lange (nachhaltig) etwas davon zu haben. Holz wächst verhältnismäßig langsam, es dauert Jahrzehnte auf Kahlflächen wieder ein Wald ist.

Antwort
von zehnvorzwei, 12

Hei, AMGFan123J, Nachhaltigkeit in der Forstwirtschaft bedeutet, dass in einem Wald (pro Jahr) nicht mehr geerntet (= Bäume gefällt) wird, als Holz nachwächst. Förster können das ganz genau messen. Und so. Grüße!

Antwort
von SedOwl, 5

Der Begriff "Nachhaltigkeit" entpuppt sich bei eingehender Betrachtung als vordergründig ökonomischer Aspekt (ertragsbasierter Ressourcen-Bezug). Er ist bewusst schwammig, wenig nachvollziehbar und daher gut geeignet, das tagtägliche ökologische Desaster in unseren Wäldern zu kaschieren ("Green-Washing"). Die aktuelle Waldbewirtschaftung ist und bleibt gerade auch in unserer profitorientierten Gesellschaft ein fester und berechenbarer Bestandteil der Politökonomie; daran werden nichtssagende Zertifikate (wie z. B. PEFC, FSC) kaum etwas ändern.

Anzuraten bleibt, der forstlichen Argumentation (z. B. auf den Websites der Staatsforstbetriebe) eher kritisch zu begegnen. Auch haben entsprechende Hochglanzprospekte nicht grundsätzlich Informationscharakter.

Viele Grüße.

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